Montagsfrage #53 [1938]

Nach langer Zeit möchte ich mal wieder eine Montagsfrage beantworten, einfach, weil ich gerade in Plauderlaune bin.

Was hat euch zum Bloggen verleitet?

Puh, die Anfänge liegen da schon weit zurück. 2005 in etwa habe ich zum ersten Mal gebloggt. Damals noch auf myblog, glaube ich. Inhaltlich war das alles nicht viel anders als heute. Tagebuchmäßiger Kram, nur eben in der »Weltschmerz pachtender, tiefbetrübter Teenager«-Version. Nichts worauf man heute (oder damals) stolz sein sollte.

Später (2009) ging es dann hier zu WordPress. Verschiedene Blogs folgten, unter anderem auch einer, der sich nur um Filme und Videospiele drehte, so ganz ohne privates Seelen-Auskotzen. Ich war aber schon damals eher so semi-diszipliniert und habe alles auf kurz oder lang eingestampft.

Wie ich ursprünglich dazu kam, Gedanken, Wünsche, Sehnsüchte und alles, was einem sonst bei dieser Aufzählung einfallen kann, die eigentlich nur rosarot und dargestellt werden kann und so unfassbar klischeehaft ist, hier im Internet breitzutreten? Nun ja, wie bereits erwähnt, war ich der (ebenfalls klischeehafte) Prototyp des deprimierten Jugendlichen. Ich will damit weder meinen noch den Geisteszustand von irgendwem herunterspielen, aber es war schon sehr kitschig, so rückblickend betrachtet.

Aber es war auch echt. Mehrere Diagnosen (von sogenannten Profis, nicht von Google), ein stark schwankendes Interesse an einem Morgen, Wunden, deren Narben man heute noch sieht und solche, die man damals schon nicht sehen konnte. Heute ist das alles nicht mehr so schlimm und wer hier schon einmal was gelesen hat, wird mir ja wohl glauben, dass es mir wirklich gut geht, aber die Angewohnheit, eine Art Tagebuch zu führen, habe ich beibehalten.

Doppelt sogar, denn ich schreibe auch tatsächliche Bücher voll, wenn auch nicht so ausführlich. Das Tippen gefällt mir einfach und hin und wieder fühlt es sich gut an, etwas loszuwerden. Ich betreibe das hier auch bei weitem nicht so semi-professionell, wie andere (die ich manchmal wirklich darum beneide), was auch recht schnell klar wird, wenn man sich hier umsieht.

Und bevor ich noch mehr abschweife, mache ich hier für heute Schluss. Zwei Beiträge an einem Tag, das artet ja hier noch in Spam aus.

Nichts Neues, aber Erfreuliches

Seit dem vergangenen Wochenende wurde es ja mal wieder wärmer. Angenehm, warm, wärmer, heiß, düster und kühl mit ein paar Tropfen, heiß. Ich mache diese Entwicklung und den sich ändernden Luftdruck für Kopfschmerzen und Übelkeit verantwortlich. Gleichzeitig hoffe ich, dass es mir morgen beim Wandertag Betriebsausflug etwas besser geht.

Abgesehen davon kann ich mich eigentlich nicht beklagen. Der letzte Termin des Geburtsvorbereitungskurses steht heute an, für Freitag ist ein Spieleabend geplant und ich habe seit langem nochmal das Gefühl, dass ich irgendwann in diesem Leben mit dieser beknackten Geschichte fertig werden könnte. Oder zumindest mit einem ersten Entwurf. Ich freue mich über mein neues Tagebuch – ein Writersblok, das ich im letzten Urlaub gekauft habe – und bin generell so gut gelaunt, wie es meine körperliche Verfassung eben zulässt.

Die Liebste hat mittlerweile wieder mehr mit ihrer körperlichen Verfassung zu kämpfen, aber deren Ende ist ja nun auch schon abzusehen. Ab Montag ist sie im Mutterschutz und dann war es das bald mit der Ruhe im Haus. Ich wiederhole mich da, aber das ist mir egal: Ich freue mich riesig. Ich habe Schiss, aber ich freue mich. Und ich bin zuversichtlich. Mit ihr habe ich vieles geschafft und das wird auch dazugehören.

Schreiben, Schreiben, Schreiben

Am Wochenende habe ich nochmal drei kurze Meldungen für xboxdynasty verfasst, die Xbox-Seite, bei der ich mich beworben hatte. In der ersten Woche kamen so ingesamt neun Artikel bzw. Meldungen zusammen. Für eine Nebentätigkeit vollkommen ausreichend, würde ich meinen. Da ich noch in einer Probezeit bin, gehen die Inhalte natürlich nicht direkt online, sondern werden erst noch gepürft, was ja auch mehr als vernünftig ist.

Am Samstag bekam ich jedenfalls wieder etwas Rückmeldung. Neben einem wirklich sehr wohltuenden Lob gab es auch ein wenig kontruktive Kritik. So sind wohl Wiederholungen eines meines Probleme. Einzelne Begriffe oder Formulierungen ebenso wie Satzbausteine kommen mir beim Schreiben immer wieder in den Sinn und dann auch in die Finger. Und ehe ich mich’s versehe, habe ich auf sechs Seiten insgesamt 19 mal das Wort Held getippt. Könnte man schöner lösen, ohne Frage. Das war mir ehrlich gesagt schon peinlich, aber dem bereits erwähnten Lob konnte ich entnehmen, dass ich mich wohl dennoch besser anstellte als so manch Anderer.

Nach einer Woche macht es mir auch wirklich noch sehr viel Spaß und ich werde wohl auch weiterhin aushelfen, wenn ich kann. Übung und eine gewisse Schreibroutine werden mir auch sicher nicht nur bei dieser Tätigkeit helfen. Gerade eben habe ich zum Beispiel zum ersten Mal seit Monaten (gefühlt, vermutlich aber auch tatsächlich) an meinem Manuskript gearbeitet und zwei Seiten geschrieben. Zwei Seiten sind so eine magische Grenze für mich. Soweit reicht dann der erste Motivationsschub, danach wird es wieder anstrengender. Aber überhaupt etwas geschrieben zu haben, gibt mir schon wieder ein kleines Hochgefühl.

Vielleicht fordere ich mir gleich mal noch eine kleine News an. Und später kehre ich mit meinen Gedanken vielleicht wieder unter die Erde zurück, wo sich zwei meiner Figuren Geschichten erzählen, um sich von der eigenen Angst und Unsicherheit abzulenken, die sonst in ihrer Situation angemessen wäre.

Und sonst so?

Die im letzten Beitrag kurz erwähnte Bewerbung hat mir zumindest eine kleine Probezeit eingebracht, weshalb ich in den letzten Tagen ein paar Texte geschrieben und übersetzt habe. Deshalb, und weil mich das akutelle Buch einfach nicht so mitreißt, habe ich auch wieder etwas weniger gelesen und es dauert daher länger als gedacht bis zur nächsten kleinen Rezension.

Ansonsten ist soweit alles im Grünen Bereich. Dass es wieder früher dunkel und später hell wird, macht der Liebsten und mir ein bisschen zu schaffen, aber ändern können wir es eh nicht. Am Wochenende steht, sobald ich die Festplatte gewechselt und meinen PC neu aufgesetzt habe, mal wieder nichts an, anders als letzte Woche. Ah, doch, ich muss für meinen Arbeitgeber ein neues Führungszeugnis organisieren, aber das ist bei einem Spaziergang gut nebenher zu erledigen. Abgesehen davon wird entspannt, gegrillt und noch mehr entspannt.

Soweit die Neuigkeiten von meiner Seite. Es war mir nur irgendwie ein Bedürfnis, hier nochmal etwas zu schreiben.

Ich schreibe nichts. Und noch ein bisschen weniger.

Und schon wieder ist hier über eine Woche lang nichts passiert. In diesem Jahr kriege ich das mit dem bloggen einfach nicht hin, glaube ich. In der vergangenen Woche habe ich auch ganz ehrlich nicht einmal daran gedacht. Irgendwie fühlte sich das sogar ganz gut an, muss ich zugeben. Es ist aber auch traurig, würde ich sagen. Blog, Roman, Tagebuch … ich schreibe in letzter Zeit gar nichts mehr und das sollte eigentlich nicht sein. Wenn ich nur nicht so furchtbar müde wäre…

Ich würde gerne schreiben wie…

Tja, wie würde ich denn gerne schreiben? Wie würde ich denn gerne schreiben können? Ich würde gerne so schnell und fokussiert schreiben wie ein Stephen King oder surreal wie ein Haruki Murakami. Und immer, wenn ich etwas von ihm lese, möchte ich schreiben wie Dirk Bernemann. Ich lese etwas von ihm und schreibe direkt danach der Liebsten:

»Gerade habe ich die Beschreibung „so ein hippiemäßiger, Cordhosen tragender, Baumwollhemd behangener Jüngling“ gelesen und finde das gerade sehr schön xD

Und ich glaube, das ist die Art und Weise, auf die ich gerne schreiben können möchte. Ich bin zu undiszipliniert, lange Geschichten zu erzählen, jedenfalls in einer angemessenen Zeit. Aber kurze Texte mit kleinen mundgerechten Formulierungen, die irgendjemanden dazu bringen, sie vorzulesen, abzuschreiben oder einfach so gut zu finden, das wäre schön. Das würde mir gefallen.«

Und das würde es wirklich. Also mir gefallen. Doch letztendlich will ich doch eigentlich nur so schreiben können wie ich. Ich will nicht viel schreiben, bloß um viel geschrieben zu haben und ich möchte auch nicht, dass Vergleiche angestellt werden mit anderen Schreibenden. Gut, das wird man nicht verhindern können, solange ich für Menschen schreibe und nicht für Porzellanhäschen. Würde ich auf Phrasen stehen, würde ich sagen, ich will meinen eigenen Stil behalten, was eigentlich auch nur bedeutet, ich will nicht für einen Nachahmer gehalten werden. Auch da steckt etwas Wahres drin.

Nun gut, bevor man sich darum zu viele Gedanken macht, sollte man vielleicht erst einmal dafür sorgen, dass da überhaupt etwas ist, das man vergleichen, zerpflücken und kritisieren kann.

Geschichten erzählen. Einen Monat, ein Jahr, zehn Jahre später.

Etwa einen Monat ist es jetzt schon wieder her, seit ich zuletzt etwas an meinem Manuskript geändert habe, meint Windows. Fühlt sich eher an wie drei Monate, meint die Stimme in meinem Kopf. Aber ich habe den Stick trotzdem rausgekramt, angeschlossen und das Dokument nun offen vor mir. Na gut, hinter diesem WordPress-Fenster versteckt, aber herrje, ihr wisst, was ich meine. Die Absicht, zu schreiben, ist auch da. Das nächste Kapitel, so kam es mir heute morgen unter der Dusche (auch schon irgendwie klischeehaft, oder?) wird aus einer anderen Perspektive erzählt, als eigentlich geplant. So kann einem weiteren Charakter etwas mehr Tiefe gegeben werden, anstatt einen anderen noch weiter auszubauen und so ein ziemliches Ungleichgewicht zwischen den beiden bzw. ihrer Entwicklung entstehen zu lassen.

Aber worum es mir eigentlich geht: Es geht weiter. Langsam, bisher nur mit einer Idee, aber immerhin. Und der Grund dafür ist wohl Life is Strange, ein Videospiel, das ich gestern endlich mal beendet habe. Vor über einem Jahr hatte ich schon damit begonnen und selbst da war es schon nicht mehr so neu, also erzähle ich manchen hier vielleicht nicht gerade Neuigkeiten. Man spielt Max Caulfield, Fotografin und Schülerin an der Blackwell Academy, einer angesehenen Kunstschule. Irgendwie erlangt sie die Fähigkeit, die Zeit zurückzuspulen und ab dann geht es eigentlich darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um das Schicksal zu beeinflussen. Dabei dreht sich die Story um Mobbing, Drogen, Depressionen, Selbstmord, Mord, Liebe … alles sehr klischeehaft, aber gut erzählt (und mit einem grandiosen Soundtrack untermalt).

Aber wieso sollte ich nach dem Spiel dann plötzlich wieder Motivation haben zu schreiben? Weil es nicht nur darum geht, wie die Geschichte erzählt wird, sondern weil es in der Geschichte um Künstler geht. Und darum, wie sie sich selbst, ihr Talent und ihre Kunst betrachten und bewerten. Solche Geschichten haben auf mich immer eine eigenartige Wirkung. Aus einer merkwürdigen Mischung aus Neid, Hoffnung, Träumen und im Laufe der Zeit verblassten Illusionen kristallisiert sich dann eigentlich nur ein simples »Es gibt nichts Gutes, außer man tut es« heraus. Ich werde vor meinem 30. Geburtstag kein Buch mehr veröffentlichen, mit dem ich auch tatsächlich ein paar Kröten verdiene, das steht fest. Allein schon, weil ich bald 32 werde xD Ich werde auch keines der Top 10-Erstlingswerke des Jahres schreiben, da müsste man schon noch ein paar Nullen anhängen. Aber ich werde auch auf ewig nichts weiter vorzuweisen haben als ein Taschenbuch voller halbgarer Texte und Formatierungsfehler im epubli-Shop, das man am Liebsten vergessen würde, wenn ich mich nicht hinsetze und in die Tasten haue.

Und diese Erkenntnis, die allem Anschein nach hin und wieder aufgefrischt werden muss, genügt mir für einen kleinen Schubs in die richtige Richtung. Ob ich es schaffe, den Schwung auszunutzen und mich von der Energie weitertragen zu lassen oder ob ich mich dagegen wehre und die Hacken in den Boden stemme, zeigt sich immer erst unterwegs.

Nach dem Resturlaub

Die erste Arbeitswoche nach dem Urlaub neigt sich dem Ende zu. Meine Gedanken sind nach dem wirren Mittowch wieder bei einer einigermaßen nachvollziehbaren Geschwindigkeit angelangt und ich habe auch die Blutspende am Mittwoch gut überstanden. In acht Wochen gehe ich also nochmal hin, habe ich mir vorgenommen.

Ansonsten war ich sogar halbwegs produktiv. Ein Bericht wurde aktualisiert, ich habe Kapitel 32 fertig geschrieben und mit 33 angefangen, ebenso habe ich viel gelesen und war spazieren. Das Wetter ist schön und ich fühle mich heute richtig gut. Nach dem Friseurtermin am Nachmittag werde ich mich noch ein Stückchen besser fühlen und wenn dann auch noch das Haus geputzt wurde, kann ich anfangen, das Wochenende zu genießen. Videospiele, Stoffladen, Spieleabend, Kino, selbstgemachtes Eis … Hach, ich freu mich schon.

Der Alltag hat mich wieder

Der Urlaub ist vorbei und mein Resturlaub (satte 19 Tage!) damit endgültig aufgebraucht. Nach fast einem Monat zuhause habe ich immer noch kaum etwas zu erzählen. Ich bin immer noch bemüht, regelmäßig zu schreiben, kann mich heute allerdings bisher noch nicht wirklich konzentrieren. Nach einem kleinen Snack werde ich es vielleicht nochmal versuchen.

Ich habe immer noch kein weiteres Buch gelesen. Seit mittlerweile fünf Wochen lese ich dasselbe Buch und bin immer noch nicht ansatzweise durch. Das wird sich hoffentlich jetzt wieder ändern.

Abgesehen davon habe ich meinen Urlaub genutzt, um Videospiele zu spielen, ein paar Filme zu sehen und viel Zeit mit der Liebsten zu verbringen. Das war alles toll, doch nichts, worüber ich hier großartig schreiben würde. Vorerst bleibt das alles hier also wohl auf Sparflamme. Besser keine Neuigkeiten, als schlechte Neuigkeiten.

Pause. Mit Anfang und Ende.

Ich gönne mir öfters mal eine Pause vom Schreiben. Nur ist das, was ich als Pause bezeichne, oft eigentlich keine Pause im eigentlichen Sinne, zumindest nicht in meinen Augen. Denn da hat eine Pause einen Anfang und ein Ende, die optimalerweise nicht allzu weit auseinander liegen. Mehrere Monate ohne nennenswerten Fortschritt ist für mich – mitten in einem Projekt – eigentlich keine Pause. An diesem Wochenende habe ich jedenfalls Pause. Am Freitag habe ich geschrieben und am Montag – morgen, nicht irgendein Montag – werde ich weiter schreiben.

Hier auf dem Blog ist auch immer mal wieder Pause angesagt. Ich lese aktuell weniger, als ich gerne würde und komme so sehr langsam voran. Da wird es also dauern, bis ich nochmal etwas zu berichten habe. Ansonsten passiert hier eher weniger, weil ich einfach nichts erlebe. Ich habe gestern von 20 Uhr bis fast 1 Uhr die Flummi Open 2019 geschaut und heute nach langer Zeit nochmal eines meiner Lieblingsspiele meiner Kindheit (Duke Nukem 3D) durchgespielt. Wuhu, wie spannend … nicht.

Dass hier also aktuell (mal wieder) eher weniger passiert, liegt keinesfalls daran, dass ich die Lust an diesem Blog verloren habe, was mich persönlich sehr freut. Ich füttere ihn mittlerweile schon weit länger mit Beiträgen als jeden seiner Vorgänger und habe auch nicht vor, in nächster Zeit damit aufzuhören. Die Frequenz wird wohl weiterhin etwas unregelmäßig (und eher niedrig) sein, aber das ist in Ordnung. Sobald ich etwas zu erzählen habe, werde ich es tun.