Am Ende der Anfang

Es beginnt wie immer

Ein Blick, eine Berührung

Menschen flüstern sich Geheimnisse zu

Herzen schreien Wahrheiten heraus

Am Ende ist es ein Anfang

Und am Anfang sind du und ich „wir“

 

#Anfang (Das erste Wort für das Projekt *.txt 2018)

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Eine Woche später

Die Liebste ist auf dem Heimweg. Und weil man sich ja eine Woche nicht gesehen hat und es genießen will, sich wieder nahe zu sein und all die Bilder aus dem Kopfkino der letzten Tage umsetzen zu können, könnte ich seit zwei Tagen vor Schmerzen kotzen. Wie dieser Satz enden musste, kam mir übrigens beim Schreiben erst ganz frisch hoch. Danke dafür, Universum.

Massage, Bewegung, frische Luft, viel Wasser, Tabletten… Meine Kopfschmerzen lassen sich bestenfalls für kurze Zeit beruhigen und das geht mir tierisch auf den Keks. Früher ging es mir beinahe täglich so, aber mittlerweile ist es echt selten und ich bin einfach nicht mehr daran gewöhnt. Vielleicht nehme ich es deshalb auch schlimmer wahr, als es eigentlich ist. Und natürlich weil ich heute einfach nur einen schönen Tag mit der Liebsten verbringen will.

Aber gut, soll wohl nicht sein. Jedenfalls nicht ohne Hindernisse. Egal, wir werden das beste daraus machen. Was auch sonst.

Und noch ein Jahr

Die Liebste und ich haben heute wieder unseren Jahrestag. Und ich habe es total verpeilt. Nicht, dass am 15.03. besagter Jahrestag ist, sondern dass heute der 15. ist. Peinlich irgendwie.

Natürlich würde ich den Tag heute gerne komplett mit ihr verbringen, egal auf welche Weise, doch wir sitzen beide auf der Arbeit. Denn eigentlich ist es jeden Tag so. Ebenso wenig wie den Valentinstag brauchen wir unseren Jahrestag. Es gibt keine Geschenke, keine Rituale und wir lieben uns auch nicht mehr oder weniger als an anderen Tagen. Zum Glück sehen wir beide das so, das erspart uns viel Stress xD

Aber so ein Jubiläum ist eine schöne Erinnerung, mit diesem Menschen nun schon wieder ein ganzes Jahr verbracht zu haben. Vor allem bei einem Jahr wie dem, das hinter uns liegt. So viele Veränderungen, Entscheidungen und Schritte in die richtige Richtung. So soll es auch in Zukunft bleiben.

Valentinstag

In diesem Jahr gibt es keine Geschenke und auch keine Überraschungen. Das habe ich gestern der Liebsten ganz offen gesagt, ihr jedoch auch gesagt, dass wir gerne etwas unternehmen können, wenn sie denn möchte. Schließlich will ich nicht, dass sie sich vernachlässigt fühlt oder so. Eine vollkommen unbegründete Angst, wie ich zwar eigentlich schon wusste, sie mir aber auch nochmal bestätigt. Und erst dadurch kann ich dieses Wissen auch akzeptieren.

Also wird es ein ganz normaler Mittwoch. Sie geht zum Sport, also bin ich nicht nur zuerst zuhause, so wie eigentlich immer, sondern auch noch eine Weile allein. Ich werde Wäsche waschen, das Essen vorbereiten und lesen oder zocken. Und wenn ich die Haustür höre, werde ich hinstürmen und Liebling rufen, immer wieder. Ich werde ihr sagen, wie schön sie ist, sie umarmen und küssen. Wie jeden Tag. Ich werde sie lieben. Wie jeden Tag. Ich werde es ihr sagen. Wie jeden Tag. Und ich werde es sie spüren lassen. Wie jeden Tag.

Wenn man jemanden liebt, sollte man es ihm zeigen. Nicht unbedingt jeden Tag. Ganz sicher nicht nur an einem bestimmten Tag. Sondern wann immer es sich richtig anfühlt. So oft man kann.

Gone Home

Gestern habe ich endlich mal Gone Home gespielt, das es bereits im Oktober im Rahmen des ‚Games with Gold‘-Programms kostenlos gab.

Das Spiel ist ein sogenannter Walking Simulator, was aber keineswegs abwertend oder so gemeint ist. Es bedeutet einfach nur, dass alles arg entschleunigt ist, nicht groß gekämpft wird und es sich, wenn überhaupt, um das Lösen kleinerer Rätsel dreht. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Story, die erzählt werden soll und die ist in Gone Home wie so oft nicht unbedingt originell und sogar sehr klischeehaft in meinen Augen. Sie passt dabei aber auch in die Mitte der 90er, wo das Geschehen angesiedelt ist.

Katie kommt nach einem Auslandsjahr nach Hause, zu einem Haus, in das ihr Familie während ihrer Abwesenheit gezogen ist. An der Haustür findet sie eine Notiz ihrer kleinen Schwester Sam. Sie kann leider nicht da sein, um sie zu begrüßen, doch Katie soll ruhig ihr Zimmer nehmen – sie würde es nicht mehr brauchen. Das Haus ist komplett verlassen, also durchsucht man Raum für Raum und erfährt so, warum auch die Eltern der beiden Mädchen nicht da sind. Zeitgleich erzählen Sams Tagebucheinträge (super vertont von Sarah Grayson) die eigentliche Geschichte.

Diese ist, wie bereits erwähnt, nicht wirklich etwas Neues, aber super präsentiert. In der deutschen Fassung hat das Spiel ein paar technische Macken in Form von fehlenden oder fehlerhaften Übersetzungen, aber zum Glück ist die Sprachausgabe im englischen Original belassen worden.

Derartige Spiele werden nie zu meinem Lieblingsgenre werden, aber zwischendurch mal ein paar gemütliche Stunden mit einer schönen Geschichte zu verbringen ist doch auch mal ganz schön.

Wie früher. Fast.

Bevor wir zusammengezogen sind, haben die Liebste und ich die Wochenenden und sonstigen freien Tage miteinander verbracht und uns nach Möglichkeit einmal pro Woche in Neunkirchen im Saarpark Center getroffen. Nicht sonderlich romantisch, aber praktisch. Wir konnten bei jedem Wetter Zeit miteinander verbringen, ein bisschen bummeln, waren meistens zusammen essen und konnten vor allem Zeit miteinander verbringen!

In den letzten Monaten gab es kein solches Treffen. Zuerst waren da die Umzugsvorbereitungen und dann schließlich der Umzug, was bedeutete, dass wir uns sowieso jeden Tag nach der Arbeit sehen würden. Aber die Liebste kam nun auf die Idee, dass wir das trotzdem nochmal machen könnten, einfach als Abwechslung und auch, weil es früher einfach schön war (bis zu dem Punkt, an dem man sich dann verabschieden musste).

Gestern haben wir uns also getroffen und sind zusammen durchs Center. Erst ein bisschen stöbern, dann hatte ich einen kurzen Friseurtermin und dann verlangte es uns nach Pizza. Bevor ich sie getroffen habe, wusste ich gar nicht, wie wunderschön es sein kann, einfach nur mit jemandem gemeinsam am Tisch zu sitzen und zu essen. Als Nachtisch gab es ein kleines Eis und dann haben wir auch schon den Heimweg angetreten. Schließlich gibt es keinen Grund mehr, sich noch weiter in der Stadt aufzuhalten, nur um noch gemeinsame Zeit rauszuschlagen. Der Abend zuhause war ein perfekter Abschluss für den Tag, wenn auch etwas kurz, da wir beide sehr erschöpft waren.

Auf jeden Fall werden wir sowas in Zukunft wieder öfter machen, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass sich eine gewisse Regelmäßigkeit erst wieder nach dem Winter einstellen wird. Da ist der Ruf der Couch und Kuscheldecke nun doch zu stark.

Ende gut, alles gut?

Die Idee für diesen Beitrag kam mir durch diesen Eintrag hier, bzw. durch eine Antwort in den Kommentaren. Danke dafür.

„Am Ende wird alles gut und ist es nicht gut, ist es verdammt nochmal nicht das Ende.“

Ist das so? Fragt man Casper, den freundlichen Hipster, scheinbar schon. Klar, die Vorstellung klingt schön, und sich entschieden gegen etwas zu stellen, das an sich unvermeidbar ist, nur weil man nicht akzeptieren will, dass etwas einfach beschissen endet, ist furchtbar romantisch. Aber realistisch?

Allein das Wort ‚Ende‘ hat in diesem Zusammenhang eine so schwammige Bedeutung, dass es schwer fällt, zu definieren, wann dieses Ende überhaupt sein soll. Und was danach kommt. Denn genau da ist der Haken: Nach dem Ende sollte eigentlich nichts mehr kommen. Diesbezüglich hatte Gut gegen Nordwind ein tolles Ende, das ich beim Lesen einfach nur wunderbar fand.

Das Ende einer Geschichte endet aber meistens nur am Ende eines Kapitels. Der Geschichtenerzähler sucht sich dafür das Kapitel aus, an dessen Ende die Bösen besiegt sind, die Liebenden sich in den Armen halten und die Dunkelheit einmal mehr dem Licht weicht. Solche Enden sind aber nicht für die Realität bestimmt.

An sich Fremde, die sich online kennenlernen, sich täglich schreiben, sich in das Bild verlieben, dass die Worte des anderen erzeugen. 400 Kilometer Abstand sind ein paar Monate lang okay, dann zieht man zusammen. Wenige Jahre später läuten die Hochzeitsglocken. Zwischendrin natürlich kleinere Krisen, Streitigkeiten mit der Familie, etwas um die Spannung aufrecht zu erhalten. Dann, beim Anschneiden der Hochzeitstorte, wird die Musik leiser, das Licht gedimmt und der Bildausschnitt herzförmig immer kleiner, bis die Leinwand schwarz geworden ist. In geschwungener Schrift erscheint fin vor den Augen des Publikums, weil es soviel schöner klingt als The End.

Aber das ist nicht das Ende. Fünf weitere Jahr später wartet sie mit ihrem neuen Partner aufs erste Kind und er mit seiner neuen Partnerin auf eine Küche fürs neue Zuhause. Ein Happy End ist eine Momentaufnahme und damit nicht zwangsläufig etwas Bestrebenswertes. Generell ist ein Ende nichts, das man herbeisehnen sollte, jedenfalls nicht, wenn es um schöne Dinge geht.

Für welche Dinge wünschen wir uns denn ein Ende? Kriege, Hunger, Wald- und Robbensterben. Oder Schulden, Besuche der Schwiegereltern und Nachtschichten, wenn wir mal ehrlich sind. Ja, ich will glücklich sein in meiner Beziehung, verdammte Scheiße, ich bin glücklich in meiner Beziehung, aber ich will kein Happy End. Ich will gar kein Ende. Natürlich ist das auch wenig realistisch. Weil wir alle irgendwann unser Ende finden werden. Es wird schmutzig, traurig, schmerzhaft, nicht nur für uns aber happy? Eine Liebesgeschichte endet auf eine von zwei Arten: Tod oder Trennung, immer vorausgesetzt, dass es überhaupt zu etwas kam, dass sich trennen lässt. Welche dieser beiden Arten soll dieses Happy End sein?

Genießt schöne Dinge, solange sie andauern. Liebe, Sex, Beziehungen. Genießt das alles und wenn ihr glücklich seid, dann zeigt es und klar, versucht auch, es nicht enden zu lassen. Aber wenn es dann irgendwann endet, akzeptiert es. Versucht, keinen toten Gaul zu reiten, manches soll einfach nicht sein. Und nur weil keine Vöglein singen und keine Einhörner Regenbögen kotzen, muss ein Ende nicht unbedingt schlecht sein. Meistens ist ein Ende (nachdem man sich die Wunden geleckt hat) genau das, was es sein soll: Die Chance, etwas neues anzufangen.

Achtung, Kitsch!

Jede Geschichte braucht einen Anfang. Dabei geht es nicht darum, dass er irgendwie außergewöhnlich sein soll, er soll einfach nur den Stein ins Rollen bringen. Es ist deshalb auch nicht wichtig, dass der genaue Wortlaut den Lesern im Gedächtnis bleibt, auch wenn das natürlich manchmal vorkommt. So weiß ich zum Beispiel, dass „Als Gregor Samsa eines Morgens ausunruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“ vielen Menschen im Gedächtnis geblieben ist, weil dieser Anfang eben auch schon die Kernproblematik beschreibt.

Gestern habe ich mich jedenfalls gefragt, ob ich auch dazu imstande wäre, eine Geschichte so zu beginnen. Was wird irgendwann mein „Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm“? Ich habe darüber nachgedacht und habe mich letzten Endes selbst davon überzeugt, dass es nicht darauf ankommt, wie man beginnt, eine Geschichte zu erzählen, sondern dass man damit beginnt.  Die Art und Weise, wie das abläuft, ist erst einmal zweitrangig und die besten Ideen kommen in den unscheinbarsten Situationen zu mir, wie zum Beispiel beim Bügeln.

Ich saß an einem Sonntagabend auf dem Beifahrersitz des Wagens meiner Ex, in etwa in Höhe der Autobahnabfahrt bei der Saarlandhalle, als ein Text mehr durch mich hindurch zu fließen schien, als in mir zu entspringen.

„Hey.

Ich bin gerade unterwegs und deshalb ein bisschen kurz angebunden, aber dein Profil gefällt mir. Vielleicht können wir uns ja in den nächsten Tagen mal unterhalten, wenn du magst. Ich würde mich freuen.

Hab noch nen schönen Abend und morgen nen guten Start in die neue Woche.“

Zugegeben, das ist bei weitem nicht das Beste, das ich je geschaffen habe, ja noch nicht einmal ansatzweise originell, doch es waren mit die wichtigsten Zeilen, die ich je geschrieben habe. Denn sie wollte sich mit mir unterhalten.

Heute vor zwei Jahren, am 15. März 2015, schrieb ich den Anfang zu meiner liebsten Geschichte. Einer Geschichte, die getippt, von Hand geschrieben, mit und ohne Worte, durch Empfindungen, Küsse, Blicke und Berührungen erzählt wird. Die einzige Geschichte, von der ich mir nicht wünsche, sie endlich abschließen zu können.

Ich danke Dir für die vergangenen zwei Jahre und freue mich auf jedes weitere, das noch kommen mag.

Ich liebe Dich…

Gedankenexplosion

Ich habe an meinem Buch weiter geschrieben. Etwas mehr als 200 Wörter. Anders ausgedrückt: fast gar nichts. Generell bin ich mit dem bisherigen Umfang nicht sehr weit und es geht auch nur sehr sehr sehr sehr schleppend voran. Diese kurze Phase voller Motivation und Produktivität aus dem letzten Jahr scheint schon seit Äonen vorbei zu sein.

Ein oder zwei Absätze, ein Teil einer Szene der sich in kaum mehr als fünf Sekunden abspielt, ist in letzter Zeit das Maximum, das ich an einem Stück schreiben kann. An Ideen mangelt es mir dabei nicht. Die nächsten fünf Szenen sind immer noch geplant, in Stichpunkten auf meinem Notizblock, sie müssten nur ausformuliert werden. Und auch danach habe ich genug Bilder im Kopf, um die Geschichte zu Ende zu erzählen, lediglich über Lückenfüller muss ich mir noch Gedanken machen, wobei hier die Anzahl so gering wie möglich gehalten werden soll.

Die Worte wollen einfach meinen Kopf nicht verlassen und ich beginne darüber nachzudenken, was der Grund dafür sein könnte. Eine gewöhnliche Blockade ist wohl am wahrscheinlichsten, wäre auch nicht das erste Mal. Vielleicht auch leichte Depressionen? Ich bin viel alleine, doch in letzter Zeit scheint es mir zuzusetzen. Auch das wäre nicht das erste Mal. Beide Möglichkeiten sind nicht unbedingt optimal und als dritte Alternative kommt für mich eigentlich nur Stress in Frage.

Im Büro gibt es nichts zu tun und zuhause liege ich aktuell fast nur rum und schaue Serien. Doch genau das stresst mich. Ich warte auf Zahlen und Statistiken, die ich auswerten kann, genauso wie auf einen Scheidungstermin oder sonstiges, das mir erlaubt, irgendwie aktiv zu werden. Um weiter aufzuräumen bzw. auszumisten, müsste ich jetzt schon anfangen, Möbel zu verschenken, aber irgendwie kann ich mich nicht einmal dazu aufraffen. Fotos machen, ausmessen, Anzeige erstellen. So schwer ist es nun wirklich nicht. Aber ich bin antriebslos, was für mich wieder mehr in Richtung leichte Depressionen deutet. Und beim Schreiben dieses letzten Satzes ergänze ich das Wort „leichte“, um andere nur wegen meiner Antriebslosigkeit nicht vor den Kopf zu stoßen und mir Belehrungen zu ersparen, ohne hinsichtlich meiner Erfahrungen zu sehr ins Detail gehen zu müssen. Auch das stresst mich wieder. Ich selbst.

Ich glaube, jetzt in diesem Moment mag ich mich selbst einfach nicht. Weil ich im Büro sitze und Tränen in den Augen habe. Weil ich keine vernünftige Erklärung für das alles habe. Und weil ich mir vorstelle, was diese Worte bei der Liebsten bewirken könnten. Die Liebste, die alles für mich tut, was sie kann. Die mich unendlich glücklich macht und die mir hilft mich selbst zu mögen, so wie ich bin. Und die absolut keine Schuld daran hat, wenn ich es mal nicht kann. Und die hoffentlich weiß, dass sie keine Schuld hat. Dass sie nichts falsch gemacht hat. Dass sie sich keine Sorgen machen muss (obwohl sie das trotzdem tun wird). Und dass ich sie liebe.

Es tut mir leid. Nein, tut es nicht. Hier muss ich mich für gar nichts entschuldigen oder rechtfertigen, das ich schreibe, auch wenn ich es manchmal gerne möchte. Egal.

Bis morgen.

Adieu, 2016!

Heute endet schon wieder ein Jahr. Für viele war 2016 ein ach so schlimmes Jahr, wegen toten Promis, Krieg und Terror. Ich bin da nicht so und auch wenn das auf viele kaltherzig oder so wirkt, muss ich sagen: Promis sterben jedes Jahr, 2016 waren es einfach nur mehr, die man noch kennt. Abgesehen davon steh Trauer den Freunden und Familien zu, evtl. noch den Agenten oder anderen Leuten, denen eine Einnahmequelle flöten geht, aber was hatte ich schon z. B. mit George Michael zu tun? Wir waren nie zusammen was trinken oder haben zusammen gelacht. Abgesehen von Prinzessin Leia, wer war da Carrie Fisher für die meisten von uns? Ich kenne jedenfalls niemanden, der in den letzten 20 Jahren mal zu mir gesagt hätte, wie sehr er sich auf den neuen Film mit ihr freut. Aber in den letzten Tagen ist die Anzahl der allergrößten Fans dieser beiden um ein vielfaches gestiegen, was einem auch auf den Keks gehen kann.Selbst bei den wirklich schlimmen Sachen in diesem Jahr muss ich sagen, dass es nichts außergewöhnliches war. Krieg und Terror gibt es jedes Jahr. Das was jetzt alle so schlimm finden, ist der Terror vor der eigenen Haustür. Aus demselben Grund halten ja auch alle den 11. September für sowas schlimmes. Sowas passiert täglich, aber solange es irgendwo in der Wüste ist und westliche Industrieländer nur als Geldgeber und Organisatoren im Abspann auftauchen, schaut man sich das gerne in den Nachrichten an. Natürlich sind solche Ereignisse schlimm, ich finde es einfach nur falsch, das alles so zu behandeln, als wäre es in Deutschland schlimmer als sonstwo auf der Welt.

So, jetzt habe ich doch einen ganzen Absatz über genau die Dinge geschrieben, die in diesem Jahr nicht wichtig waren für mich. Für mich war in diesem Jahr nämlich ganz besonders eins wichtig: Ich. Nachdem ich frisch getrennt in dieses Jahr 2016 kam, war klar, dass sich vieles ändern würde.

12 Monate später sitze ich hier mit der Liebsten (nachdem sie letztes Silvester in Hamburg war und sie zu vermissen einfach die Hölle) und blicke zurück auf eines der besten Jahre meines Lebens. Ich habe hier ja schon öfter darüber geschrieben, dass ich wirklich ein bisschen stolz auf mich bin. Zum ersten Mal in meinem Leben lebe ich alleine in meiner eigenen Wohnung und muss mich selbst um alles kümmern. Und es klappt xD Meine Rechnungen sind immer bezahlt, ich habe einen guten Überblick und Rückzahlplan für meine Schulden und diese Wohnung hier war noch nie so ordentlich. An sich, würde ich sagen, haben mich dieses Jahr, meine bevorstehende Scheidung und auch der (gute) Einfluss der Liebsten etwas spießiger gemacht. Aber eben auf eine positive Art und Weise. Ich fühle mich verdammt wohl in meiner Haut, besonders jetzt wo fast 20 kg abgenommen habe und jemanden an meiner Seite habe, der mir immer wieder sagt, wie schön ich doch bin. Ich bin wirklich nicht eitel oder so, aber wir sind uns alle einig, dass sich so etwas einfach gut anfühlt, oder?

Ich habe 2016 auch viel (nach meinen Maßstäben) unternommen. Die Süße und ich waren mehr als zehn mal im Kino, davon auch einmal im Autokino (zum ersten Mal seit meiner Kindheit). Ich habe mein erstes Buch komplett selbst gebunden und endlich nochmal ein bisschen mehr geschrieben. Wie gestern geschrieben, habe ich 25 Bücher gelesen und ich habe wahnsinnig viel gespielt. Brettspiele, Kartenspiele, Videospiele… und das meiste davon sogar mit der Liebsten zusammen. Ich habe auch mit einer gewissen Regelmäßigkeit gebloggt und nach wenigen Monaten hier schon mehr Aktivität verzeichnet, als auf meinen früheren Blogs nach Jahren. Dafür auf jeden Fall noch ein Dankeschön für jeden Aufruf, jeden Like und jeden einzelnen Kommentar von euch.

Das sind an sich alles Kleinigkeiten, aber genau diese Kleinigkeiten sind es doch, auf die es ankommt. Ich bin glücklich und mache andere glücklich. Besser könnte ein Jahr doch gar nicht enden und besser könnte man ein neues Jahr gar nicht beginnen. Mehr will ich mir für 2017 auch gar nicht vornehmen, denn all diese guten Vorsätze sind doch sowieso für die Katz, oder nicht? Euch wünsche ich jedenfalls einen schönen Jahreswechsel mit den Menschen, die euch am wichtigsten sind. Beginnt 2017 fröhlich und gesund und bemüht euch, es auch zu bleiben.

Bis im nächsten Jahr!