Am Ende der Anfang

Es beginnt wie immer

Ein Blick, eine Berührung

Menschen flüstern sich Geheimnisse zu

Herzen schreien Wahrheiten heraus

Am Ende ist es ein Anfang

Und am Anfang sind du und ich „wir“

 

#Anfang (Das erste Wort für das Projekt *.txt 2018)

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Achtung, Kitsch!

Jede Geschichte braucht einen Anfang. Dabei geht es nicht darum, dass er irgendwie außergewöhnlich sein soll, er soll einfach nur den Stein ins Rollen bringen. Es ist deshalb auch nicht wichtig, dass der genaue Wortlaut den Lesern im Gedächtnis bleibt, auch wenn das natürlich manchmal vorkommt. So weiß ich zum Beispiel, dass „Als Gregor Samsa eines Morgens ausunruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt“ vielen Menschen im Gedächtnis geblieben ist, weil dieser Anfang eben auch schon die Kernproblematik beschreibt.

Gestern habe ich mich jedenfalls gefragt, ob ich auch dazu imstande wäre, eine Geschichte so zu beginnen. Was wird irgendwann mein „Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte ihm“? Ich habe darüber nachgedacht und habe mich letzten Endes selbst davon überzeugt, dass es nicht darauf ankommt, wie man beginnt, eine Geschichte zu erzählen, sondern dass man damit beginnt.  Die Art und Weise, wie das abläuft, ist erst einmal zweitrangig und die besten Ideen kommen in den unscheinbarsten Situationen zu mir, wie zum Beispiel beim Bügeln.

Ich saß an einem Sonntagabend auf dem Beifahrersitz des Wagens meiner Ex, in etwa in Höhe der Autobahnabfahrt bei der Saarlandhalle, als ein Text mehr durch mich hindurch zu fließen schien, als in mir zu entspringen.

„Hey.

Ich bin gerade unterwegs und deshalb ein bisschen kurz angebunden, aber dein Profil gefällt mir. Vielleicht können wir uns ja in den nächsten Tagen mal unterhalten, wenn du magst. Ich würde mich freuen.

Hab noch nen schönen Abend und morgen nen guten Start in die neue Woche.“

Zugegeben, das ist bei weitem nicht das Beste, das ich je geschaffen habe, ja noch nicht einmal ansatzweise originell, doch es waren mit die wichtigsten Zeilen, die ich je geschrieben habe. Denn sie wollte sich mit mir unterhalten.

Heute vor zwei Jahren, am 15. März 2015, schrieb ich den Anfang zu meiner liebsten Geschichte. Einer Geschichte, die getippt, von Hand geschrieben, mit und ohne Worte, durch Empfindungen, Küsse, Blicke und Berührungen erzählt wird. Die einzige Geschichte, von der ich mir nicht wünsche, sie endlich abschließen zu können.

Ich danke Dir für die vergangenen zwei Jahre und freue mich auf jedes weitere, das noch kommen mag.

Ich liebe Dich…

Aufgewärmt #15: Endstation

Ich verbringe heute einen gemütlichen Nachmittag mit meiner Liebsten, ihr kriegt also wieder was aufgewärmtes.

Die Welt da draußen zieht an mir vorbei,

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich,

auf der anderen Seite dieses Fensters.

 

Die Menschen hier drin sind immer gleich.

Manche kommen und manche gehen,

doch sind sie alle gleich.

 

Doch ich bleibe immer hier,

habe ein Ticket in die Ewigkeit,

den Preis schon bezahlt, denn ich reise allein.

 

Plötzlich wird es dunkel

und aus dem Fenster sehe ich ein Land,

das schon lange tot ist.

 

Ausdruckslose Gestalten,

einst Menschen genannt, starren die Reisenden an,

als wir langsamer werden.

 

Mein Spiegelbild auf der Glasscheibe verblasst

und ich weiß, hier muss ich raus.

Endstation.