Sputnik Sweetheart

Um mir eine kurze Pause vom King’schen Horror zu gönnen, habe ich mich mal wieder Haruki Murakami gewidmet und Sputnik Sweetheart gelesen.

K, unser Erzähler, ist in seine beste Freundin Sumire verliebt. Die will unbedingt Romanautorin werden und absolut kein Interesse an romantischen oder sexuellen Beziehungen. Bis sie dann eines Tages die ältere Miu trifft und sich Hals über Kopf verliebt. Und dann ist da noch Ks »Freundin«, mit der zwar eine Affäre hat, die er allerdings nicht liebt. Im Buch beschreibt er das ganz gut:

»Die Lage war höchst verzwickt – wie in einem existentialistischen Theaterstück. Es ging weder vor noch zurück, und Alternativen gab es auch nicht.«

Die Geschichte um Sumire und Miu, die aber irgendwie (allein schon durch seine Perspektive) die Geschichte von K und Sumire ist, ist auf jeden Fall eine der Zugänglicheren von Murakami, die ich bisher gelesen habe. Sie fällt recht kurz aus, wartet mit wenigen Figuren auf und bis auf das Finale, das wieder diesen Murakami-typischen (oder ist es typische für japanische Autoren? Kann mir jemand lesenswerte JapanerInnen empfehlen?) Hauch des Fantastischen, ziemlich leicht verständlich.

Gefühlt war es gerade für die letzten beiden Tage ein tolles Buch. Eines, das man viel lieber irgendwo im Schatten an der frischen Luft lesen würde, aber das war leider nicht ganz möglich. Trotzdem hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und habe mal wieder festgestellt, wie unterschiedlich verschiedene Autoren doch auf mich und meine Stimmung wirken.

Werbeanzeigen

Christine

Und weiter geht die Reise durch die Bibliografie von Stephen King, diesmal hinter dem Steuer eines 1958er Plymouth Fury. Ein Wagen mit rot-weißer Speziallackierung, der auf den Namen Christine hört.

Arnie Cunningham verliebt sich auf den ersten Blick in Christine, sehr zur Verwunderung seines Freundes Dennis Guilder, der uns die Geschichte erzählt. Denn als die beiden an Christine vorbeifahren, sind ihre besten Jahre definitiv vorbei. Doch Arnie will dieses Wrack unbedingt haben und kauft es auch vom nicht sonderlich sympathischen Roland LeBay. Wie schon sein Freund Dennis, sind auch Arnies Eltern ganz und gar nicht begeistert von dem Wagen, doch der Junge bleibt stur. 17 Jahre lang hat er getan, was von ihm erwartet wurde und jetzt will er sich endlich einmal durchsetzen für etwas, das er wirklich will. Eine durchaus normale Entwicklung im Leben eines jungen Menschen, weshalb selbst Dennis versucht, sein schlechtes Gefühl bezüglich des Wagens kleinzureden, als Arnies ihm immer mehr wie ein Fremder erscheint.

Christine ist eine der Geschichten von King, die man irgendwie einfach kennt, zumindest grob. Es ist »die mit dem Auto«, immerhin war sie das für mich früher auch, genauso wie es auch »die mit dem Hund« oder »die mit dem Clown« gibt. Ich weiß noch, dass ich den Film als Jugendlicher gesehen habe und er mir sehr gut gefallen hat. Als ich jetzt endlich mal die Vorlage gelesen habe, war die Erinnerung jedoch so verblasst, dass mir die Unterschiede kaum aufgefallen sind. Das Buch hat mir sehr gefallen, auch wenn es mal wieder eines der Bücher ist, die man auch mit geringerem Umfang hätte veröffentlichen können. Die detaillierten Schilderungen aller möglichen Dinge muss man wohl einfach mögen. Besonders gut hat mir jedenfalls gefallen, wie der Charakter Arnie immer mehr verblasst und zum Ende hin kaum noch eine Rolle spielt. Und diese hier ist auch eine der Geschichten, bei der ich sofort wieder Lust auf den Film bekommen habe.

Ich bin schizophren und es geht mir allen gut

Wie heute Morgen ja bereits erwähnt, habe ich mal wieder Bernemann gelesen. Die Meinungen, die ich zu dem Buch im Vorfeld gelesen habe, waren sehr gemischt und da es bei einer Textsammlung ja auch keine Handlung gibt, über die man sich auslassen könnte, fasse ich mich sehr kurz mit meinem Urteil.

Das Buch als Ganzes hat mir gut gefallen, wenn auch nicht so gut wie die anderen Bücher, die ich bisher von Dirk Bernemann gelesen habe. Die Texte schwanken in ihrer Qualität (in meinen Augen) wirklich sehr, doch vielleicht sind sie auch einfach nicht gedacht, um so kurz hintereinander gelesen zu werden, immerhin handelt es sich ja nicht um einen Roman.

Meine Empfehlung: Wenn man Bücher Ich hab die Unschuld kotzen sehen oder Satt, sauber, sicher oder auch Wie schön alles begann und wie traurig alles endet mochte, kann man auch hier einen Blick riskieren. Wenn man nichts von Bernemann kennt, sollte man erst die anderen Bücher lesen.

Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Dieser Roman von Carol Rifka Brunt ist mir besonders wegen seines Titels aufgefallen. Dazu kam der recht interessante Klappentext und schon war entschieden, dass ich mal sehen will, wie mir die Geschichte gefällt.

Die Geschichte dreht sich um June, ein junges Mädchen von 14 Jahren, deren Onkel Finn 1987 an AIDS stirbt. Er war ihr Patenonkel, ihr bester Freund und es wird anfangs sehr viel Zeit darauf verwandt, dem Leser klarzumachen, dass ihre Gefühle für ihn besorgniserregend intensiv waren. Der Verlust ist für sie ein kleiner Weltuntergang, womit sie nicht unbedingt auf Verständnis trifft. Ihre Schwester Greta ist älter, schöner, besser, toller (auch das wird von der Erzählerin June immer wieder verdeutlicht) und eher gehässig, während die Mutter der beiden immerhin ihren Bruder verloren hat. Dann taucht Finns Freund auf, Toby. Ein Mensch, von dem June absolut nichts wusste und der Finn so lieben durfte, wie sie es eben nicht durfte. Der »ihren« Finn besser kannte und jetzt auf einmal versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Die Geschichte an sich war durchaus interessant und wohl auch gut geschrieben, doch mir persönlich war sie zu langatmig. Man denkt sich zwischendurch »Ja, okay, ich hab’s verstanden. Du bist scheiße, keiner mag dich und du warst in deinen Onkel verliebt«. Der Anfang der Geschichte ist gut und so in etwa das letzte Fünftel hat mir auch super gefallen, wirklich. Denn da fand gefühlt die gesamte Entwicklung statt. Dazwischen ging es darum, immer wieder zu betonen, dass eine 14-jährige durchaus dumme Entscheidungen trifft, welch eine Überraschung.

Vielleicht tue ich der Geschichte damit auch Unrecht, das mag sein. Wie man hier ja oft genug lesen kann, mag ich die Bücher von Stephen King und finde die selten zu langatmig, obwohl es dem Autor ja immer wieder vorgeworfen wird. Warum das so ist und wieso ich mit Sag den Wölfen, ich bin zu Hause so meine Probleme habe, liegt meiner Meinung nach wirklich daran, dass da im Mittelteil kaum etwas Relevantes geschieht. Trotzdem bin ich mir nicht zu 100% sicher, ob es wirklich so ist, oder ob es auf mich nur so wirkt, weil die Geschichte eben auch nicht furchtbar originell ist und man sie kürzer erzählen könnte. Deshalb und weil mir der Rahmen an sich wirklich gut gefallen hat, würde ich es trotzdem empfehlen.

Frühling, Sommer, Herbst und Tod

Wieder mal vier Geschichten von Stephen King, drei davon auch durch ihre Verfilmungen bekannt geworden:

In Die Verurteilten erzählt Red, ein Insasse des Shawshank Gefängnisses von einem Mithäftling, Andy Dufresne, der wegen des Mordes an seiner Frau einsitzen muss, obwohl er darauf besteht, unschuldig zu sein. Doch Andy fügt sich gut ein und wird ähnlich wie Red, der Mann der alles besorgen kann (solange es niemanden töten kann), zu einer Institution innerhalb der Gefängnismauern. Die Verfilmung habe ich als Kind zuletzt gesehen und kann mich kaum daran erinnern, aber die Geschichte, besonders die Erzählform, hat mir wirklich gut gefallen.

Bevor Dufresne ins Gefängnis kam, war er Banker und hat als solcher einige Aktienpakete für Herrn Arthur Denker geschnürt, von deren Dividenden der alte Mann lebt, als plötzlich Der Musterschüler Todd Bowden vor seiner Tür steht und ihn mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. Hier habe ich die Verfilmung noch nie gesehen, allerdings gelesen, dass sich das Ende stark von der Vorlage unterscheidet. Die Geschichte selbst, über diesen heranwachsenden Jungen, der den alten Mann erpresst und ihm schließlich mehr und mehr ähnlich wird, war wirklich gut und auf ihre eigene Art und Weise ziemlich hart.

Die Leiche dürfte wohl die bekannteste Geschichte aus diesem Buch sein, allein schon wegen der Verfilmung Stand by me. Ich kann mich absolut nicht mehr an den Film erinnern, doch die Geschichte hate mir gut gefallen. Vier Jungs, die sich im Jahre 1960 aufmachen, um die Leiche des vermissten Ray Brower zu sehen, eines Jungen in ihrem Alter. Die Leiche oder was mit dem Burschen passiert ist, steht dabei nicht so im Vordergrund wie der Weg, den die vier auf sich nehmen und die Eindrücke, die der Erzähler dabei sammelt. Oh Mann, Ich will unbedingt noch einmal den Film sehen.

Die Atemtechnik soll eine natürliche, von der Mutter kontrollierte Geburt ohne unnötig viele Medikamente ermöglichen. In dieser Geschichte geht es um eine Schwangere, die ihr Kind um jeden Preis zur Welt bringen will. Oder es geht um einen Klub, der gar kein Klub ist. Vermutlich beides. Als einzige der vier Geschichten, von der ich im Vorfeld noch nie gehört hatte, hat sie mich positiv überrascht und besonders die Rahmenhandlung, die den Klub behandelt, hat mir sehr gut gefallen und Lust auf mehr gemacht. Generell wäre dieser Klub ein toller Rahmen für eine Sammlung von Geschichten.

Insgesamt haben mir alle Geschichten gefallen, auch wenn Die Verurteilten wegen des Erzählstils etwas anstrengend zu lesen war und Die Leiche durch die Geschichten, die Gordie erzählt länger war, als nötig. Aber länger als nötig und Stephen King gehören auch einfach zusammen, könnte man wohl sagen. Und das mag ich ja auch.

Dead Zone – Das Attentat

Wir sind zwar gerade im Urlaub, aber zum Ende des Tages will ich zumindest kurz auf den Roman zu sprechen kommen, den ich heute zu Ende gelesen habe.

John Smith – der sich sehr wohl bewusst ist, wie sehr sein Name nach einem schlecht ausgedachten Decknamen klingt – verbringt den besten Abend seines Lebens mit seiner Freundin Sarah auf einem Jahrmarkt und der Abend scheint sogar noch besser zu werden, als sie beschließt, die Nacht mit Johnny zu verbringen. Wie man es sich vielleicht schon denken kann, wird daraus jedoch nichts und es vergeht eine Weile, bis Johnny und Sarah wieder miteinander reden.

Der Anfang der Geschichte hat mir schon sehr gut gefallen und auch wenn es im weiteren Verlauf um mehr als diese Liebesbeziehung geht, ist die weitere Entwicklung in dieser Sache sehr schön beschrieben. Im Grunde geht es jedenfalls um Johnnys Fähigkeit, Dinge zu sehen. Eine Berührung genügt und er weiß, dass man den Herd angelassen hat und das Haus gerade abfackelt, wo man seinen Verlobungsring verloren hat, oder Schlimmeres. Manche Details bleiben dabei allerdings auch ihm verborgen, denn sie liegen in der sogenannten Toten Zone. Diese Fähigkeit bringt ihn jedenfalls irgendwann in eine Situation, die ihn auch dazu bringt, sich eine bestimmte Frage zu stellen: Wenn du mit einer Zeitmaschine nach 1932 reisen könntest, würdest du dann Hitler töten?

Die Geschichte hat, wie viele von Stephen King, sicher ihre Längen und ist nach heutigen Maßstäben bestimmt nicht furchtbar originell, das mag sein. Trotzdem hatte ich viel Spaß beim Lesen, weil eben diese Längen oft dazu dienen, Details der Charaktere genauer auszuarbeiten und gerade die Charakterbeschreibungen gefallen mir einfach bei King. Auch wenn es nicht die beste Geschichte war, die ich von King gelesen habe, haben mir hier besonders der Anfang und das Ende gefallen und generell war es sehr kurzweilig. Jetzt bin ich aber schon wieder gespannt auf das nächste Buch.

Der Elefant verschwindet

Nach Stephen King (Nachtschicht) war nun Haruki Murakami an der Reihe, mich mit seiner Kurzgeschichtensammlung zu begeistern.

Die erste Hälfte der Geschichten kannte ich dabei schon. Der Aufziehvogel und die Dienstagsfrauen ist die Einleitung zu Mister Aufziehvogel, funktioniert aber auch alleine ganz gut. Auch die beiden Geschichten über Die Bäckereiüberfälle hatte ich schon gelesen und hier kurz behandelt, ebenso wie Schlaf.

Die erste mir unbekannte Geschichte war dann eine mit dem knackigen Titel Der Untergang des Römischen Reiches, der Indianeraufstand von 1881, Hitlers Einfall in Polen und die Sturmwelt. Kurz, prägnant, geht runter wie Öl, oder? xD Anders als der Titel ist die Geschichte jedoch sehr leichte Kost. Ein Nachmittag, nur wenige Stunden, im Leben eines ganz normalen Menschen. Nicht mehr und nicht weniger als eine Momentaufnahme.

In Geschichte Nummer sechs, Scheunenabbrennen, lernt der Erzähler über eine jüngere und etwas besondere Freundin deren neuen Liebhaber kennen, einen scheinbar wohlhabenden Geschäftsmann. Viel mehr verrät er selbst nicht über sich, bis ihm ein Joint die Zunge lockert und er dem Erzähler offenbart, dass er hin und wieder eine Scheune abbrennt. Auch diese Geschichte mit ihren merkwürdigen Figuren hat mir wieder sehr gut gefallen, besonders der Schluss.

In Frachtschiffe nach China berichtet der Erzähler von drei Begegnungen mit Chinesen, die ihm scheinbar als besondere Ereignisse im Gedächtnis geblieben sind. Sie alle regen ihn dazu an, sich über das »Ich« Gedanken zu machen. Mir gefiel besonders, wie er am Ende ein China beschreibt, das nur für ihn existiert, ein China, das aus seinen Erfahrungen und Interpretationen zu bestehen scheint.

Die letzte Geschichte ist schließlich Der Elefant verschwindet. In dieser verschwindet … nun, ein Elefant. Der Erzähler ist an diesem Elefant besonders interessiert, doch sein Verschwinden scheint ihn mehr zu erschüttern, als er es angenommen hätte.

Die hier zusammengetragenen Geschichten haben mir allesamt gefallen. Murakamis verrückte Charaktere funktionieren auch in kleinen Portionen sehr gut. Der Untergang des Römischen Reiches, der Indianeraufstand von 1881, Hitlers Einfall in Polen und die Sturmwelt hat mir diesbezüglich besonders gut gefallen. Aber auch Der Aufziehvogel und die Dienstagsfrauen ist toll und macht Lust auf mehr (was man sich ja holen kann). Wie bei vielen seiner Bücher gilt aber auch hier: Wenn man Murakami nicht mag, wird man dieses Buch wohl auch nicht mögen. Doch die kurzen Geschichten geben einem vielleicht die Möglichkeit, nicht allzu viel Zeit beim Klären dieser Frage zu vergeuden.

Eric

Nach einiger Zeit habe ich mal wieder ein Scheibenwelt-Buch von Terry Pratchett gelesen und es war wieder einmal sehr unterhaltsam.

Leute, stellt euch mal vor, ihr seid Eric. Ein junger, ambitionierter (und pubertierender) Dämonologe. Ihr wollt eigentlich gar nicht viel: Weltherrschaft, die schönste aller Frauen und ewiges Leben. Doch obwohl es schon dumm genug ist, Dämonen zu beschwören (hier warnte die Grinsekatze in American McGee’s Alice schon: »Dämonen sind nicht unbedingt loyal und sie haben abartige Essgewohnheiten.«), kann bei solch einer Beschwörung auch noch anders schiefgehen.

Zum Beispiel könnte anstatt eines Dämons plötzlich der Zauberer Rincewind im Zimmer stehen. Auch nicht unbedingt ein gutes Zeichen. Bedenkt man allerdings die Reise durch verschiedene Epochen, an verschiedene Orte und von einem Ende der Schöpfung ans andere, die einen in Faust Eric erwartet, sind Rincewinds Talente, was Überleben und Flucht anbelangt, vielleicht ganz nützlich. Und wo die nicht ausreichen, kann die Truhe ja vielleicht den Weg frei machen.

Die Geschichte war relativ kurz, aber das war irgendwie auch gut so. Tatsächlich muss ich zugeben, dass derartig abgedrehter Humor sich eigentlich ganz gut eignet, um in kleinen Dosen verpackt zu werden. Ich hatte jedenfalls wieder sehr viel Spaß, besonders mit der Truhe.

Nachtschicht

Für die, die das Buch nicht kennen: 20 Kurzgeschichten von Stephen King. Einige davon dienten als Vorlagen für bekannte Verfilmungen. Da es 20 einzelne Geschichten sind, werde ich nicht auf jede einzeln eingehen, aber doch schon viele kurz anschneiden, besonders im Hinblick auf die Verfilmungen.

Briefe aus Jerusalem macht den Anfang und ist eine tolle Hommage an Lovecraft und den Cthulhu-Mythos. Als Vorgeschichte zu Brennen muss Salem funktioniert sie auch einfach super. Eine der letzten Geschichten in diesem Sammelband, Einen auf den Weg, führt wieder zurück nach Jerusalem’s Lot und beweist, dass die Gefahren dort immer noch lauern. Auch das fand ich großartig.

Der Mauervorsprung und Quitters, Inc. sind auch hervorragend. Die beiden Geschichten machen zwei Drittel des Films Katzenauge aus, den ich als Kind sehr mochte (ich habe ihn ehrlich gesagt schon lange nicht mehr gesehen). Die Geschichten kann ich jedenfalls empfehlen, da es sich hier wieder um einen Horror handelt, der ohne Übernatürliches auskommt, was ihn gleich noch grausamer Macht.

Ein Film, den ich auch mochte, war Der Rasenmähermann. Ich wusste bereits, dass die Verfilmung sehr frei mit Kings Kurzgeschichte umgegangen ist und er deshalb auch gegen die Verwendung seines Namens geklagt hat, aber ich war wirklich überrascht von der Geschichte. Wirklich toll fand ich sie allerdings nicht, auch wenn es furchtbar interessant war, mal die Vorlage gelesen zu haben.

Manchmal kommen sie wieder habe ich auch als Kind gesehen und kann mich an den Film kaum noch erinnern. Auch an die Fortsetzungen habe ich keine Erinnerung. Die Kurzgeschichte jedenfalls hat mir sehr gut gefallen. Das Ende vielleicht nicht so sehr, aber die Geschichte an sich ist wirklich gut.

An die Verfilmungen von Lastwagen (Rhea M – Es begann ohne Warnung) und Kinder des Mais (Kinder des Zorns) kann ich mich schon eher erinnern, die habe ich in den letzten zwei Jahren noch gesehen. Rhea M musste ich aus Langeweile mehrmals unterbrechen und Kindes des Zorns habe ich nur im Halbschlaf mitbekommen, aber nicht das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die entsprechenden Vorlagen hingegen waren ganz okay. Gut geschrieben und auch mit interessanten Ideen, aber eben keine großen Meisterwerke in meinen Augen.

Das waren also die Geschichten, zu denen ich zumindest ein bisschen etwas bezüglich der Verfilmungen sagen kann. Die anderen Geschichten in Nachtschicht sind allesamt okay bis super, wie das Gesamtwerk von Stephen King eben. Nächtliche Brandung gefiel mir, weil es parallel zu The Stand spielt. Schlachtfeld mochte ich wegen der Idee und auch Das Schreckgespenst hat mir sehr gut gefallen. Die letzte Geschichte, Die Frau im Zimmer, nimmt auch noch einen besonderen Stellenwert ein, da sie eigentlich einfach nur traurig ist.

Insgesamt ist also wohl für jeden etwas dabei in dieser Sammlung, ob das gut oder schlecht ist, möchte ich nicht beurteilen. Meine Favoriten waren jedenfalls: Quitters, Inc., Der Mauervorsprung und Das Schreckgespenst.

Die unheimliche Bibliothek

Wieder eine Kurzgeschichte von Haruki Murakami, die mit Bildern von Kat Menschik versehen ist.

Es geht um einen Jungen, der im Keller einer Bibliothek einen abstrusen Horror durchlebt und dabei unter anderem auf den Schafsmann trifft, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Im Original gibt es wohl schon eine illustrierte Fassung, die wesentlich bunter und niedlicher daherkommt. Die deutsche Fassung ist wesentlich düsterer gehalten und optisch zumindest für mich ansprechender. Beide Stile passen zur Geschichte an sich, wobei das Bunte und Fröhliche mehr zur Sprache im Buch passt, die doch recht einfach und kindlich wirkt. Das wiederum passt zur Erzählperspektive des Jungen, ist also kein wirklicher Grund für Kritik.