Das Joshua-Profil

Hin und wieder kommt es vor, dass ich keine Ahnung habe, was ich als nächstes lesen soll. Es gibt so viele Bücher, die mich interessieren würden und ich habe auch noch einige Bücher von Autoren, von denen ich am liebsten alles lesen würde, aber bei keinem davon sagt mir diese innere Stimme »Das da! Das muss es jetzt sein!«.

In solchen Momenten lese ich gerne eine Dystopie oder auch mal einen Thriller / Krimi. Letzteres habe ich jetzt zum zweiten Mal getan. Das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek war eine Empfehlung der Liebsten, weil ich zwischen diesem Buch und Passagier 23 schwankte.

Max Rhode ist Thrillerautor. Kein besonders erfolgreicher Vertreter dieser Zunft, aber immerhin. Ein vollkommen Fremder, der unheimlich gut informiert ist, warnt ihn vor dem ominösen Joshua und legt ihm nur eine Sache ans Herz: Er darf sich unter keinen Umständen strafbar machen. Okay, na gut, kein Problem. Bis zu dem Punkt, an dem das Jugendamt vor der Tür steht und Pflegetochter Jola mitnehmen will, um sie zu den drogenabhängigen und gewalttätigen leiblichen Eltern zurückzuführen. Da brennen einem liebenden Vater gerne mal die Sicherungen durch, man schließt die Amtsmitarbeiter ein und entführt das eigene Kind. Und so beginnt dann das Drama um Entführung, Erpressung, die Gefahren des Predictive Policing und Vergangenheitsbewältigung.

Das Buch hat mir ganz gut gefallen und das aus mehreren Gründen. Die 83 Kapitel sind recht kurz und schnell geschrieben. Das Tempo und die schnellen Szenenwechsel lassen der Langeweile kaum Zeit, überhaupt aufzukommen, denn ständig will man wissen, wie es weitergeht. Auch die Erzählung aus der Ich-Perspektive des Max Rhode und aus der dritten Person bei allen anderen Charakteren gefiel mir ganz gut. Ein kleines Detail nur, aber es hat eine große Wirkung. Der Schreibstil an sich gefiel auch wirklich gut. Die Sätze sind nicht zu lang, was wiederum zum Tempo beiträgt und die Wortwahl meistens exzellent, was meinen Geschmack angeht. Und was mir besonders gut gefallen hat: Fitzek schreibt über Max Rhode, sein eigenes Pseudonym, das fand ich super. Ein Pseudonym braucht mehr als nur einen Namen, es braucht eine Geschichte. Und auch wenn die vorher schon vorhanden war, kann es doch trotzdem sein, dass diese erdachte Person auch nach einem Klappentext noch einen oder mehrere Schicksalsschläge erleidet. Wenn diese dann auch noch den Stoff für ein ganzes Buch liefern, ist das doch etwas Gutes.

Das Joshua-Profil war also sicher nicht das letzte Buch von Fitzek, das ich gelesen habe, aber als nächstes werde ich mir wieder etwas anderes aussuchen.

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Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede

Ich mag Haruki Murakami. Die Bücher, die ich bisher von ihm gelesen habe, haben mir allesamt sehr gut gefallen und auch wenn ich mit dem Laufen als Sport nichts anfangen kann (eines meiner größten Probleme beim Sport ist die Atmung, deshalb hat es mir leider nie viel Spaß gemacht), wollte ich wissen, was Herr Murakami über das Laufen und auch das Schreiben zu sagen hat.

Im Grunde beschreibt er anhand verschiedener Etappen seine persönliche »Laufbiographie«, was nicht unbedingt spannend ist. Der sportliche Aspekt war am Anfang nicht einmal sonderlich interessant. Warum ich das Buch trotzdem gelesen habe, obwohl ich eigentlich schon vorher wusste, was mich erwartet? Zum einen ist es wirklich nicht sonderlich lang. Hauptsächlich liegt es aber daran, dass ich Murakamis Stil mag. Und dieses Buch zeigte mir, dass ich nicht nur seinen Schreibstil mag, sondern  auch seinen Lebensstil, bzw. seine Einstellung.

Für Fans – von Murakami, vom Laufen und vielleicht auch vom Schreiben – lohnt sich also ein Blick ins Buch, wie bereits erwähnt ist es auch nicht unbedingt lang. Jemandem, der noch nichts von ihm gelesen hat, würde ich zwar ein kurzes Buch als Einstieg empfehlen, aber keineswegs Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede. So, und jetzt habe ich erstmal genug gelesen für heute.

Ein Mann namens Ove

Ein Mann namens Ove von Fredrik Backman war ja vor ein paar Jahren der Shit. Das Buch, das man gelesen haben musste. Zumindest wirkte es so. Hätte ich da schon so »viel« gelesen wie heute, hätte ich es vermutlich auch damals schon gelesen. Habe ich aber nicht. Und dann habe ich lange nicht daran gedacht, bis ich neulich zufällig nochmal über das Buch stolperte. Worum ging es nochmal? Einen Klappentext und einen Trailer zum gleichnamigen Film später war ich wieder im Bilde. Alter Griesgram möchte sterben, wird aber ständig davon abgehalten und findet immer neue Gründe, doch noch etwas länger zu leben, während die Menschen um ihn herum ihn immer mehr ins Herz schließen. Solide Grundlage für ein paar witzige Situationen, eben nichts besonderes.

Dann habe ich angefangen zu lesen. Und schon nach dem ersten Kapitel wusste ich, dass mir das Buch gefallen würde. Die Geschichte um den 59-jährigen Witwer Ove, den »Siedlungs-Sheriff« und seine Nachbarn, allen voran die hochschwangere und neu zugezogene Parvaneh, ist verdammt lustig und mit so einem trockenen Humor geschrieben, wie ich ihn einfach liebe. Gleichzeitig ist die Lebensgeschichte des jungen Ove, dessen Vater ihm seine Werte vermittelt und dessen erste und einzige Liebe, Sonja, für ihn all die Farbe in seinem Leben ist, wunderschön zu lesen.

Vielleicht liegt es am Stil des Autors, vielleicht auch daran, dass ich mir selbst manchmal gut vorstellen kann, auch einmal so ein sturer Pragmatiker zu sein, aber in dieses Buch konnte mal wieder richtig gut eintauchen. Ja, das Ende war ein übertrieben kitschiges Happy End, aber das gehört zu dieser Art Geschichte einfach dazu. Abgesehen davon war ich wirklich mehrmals zu Tränen gerührt. Und erst in solchen Momenten fällt mir dann wieder auf, wie selten sowas beim Lesen ist. Zumindest bei meiner Bücherauswahl xD Aber das ist vermutlich auch gut so.

Upload

Cory Doctorow. Den Namen hatte ich noch nie gehört, doch die Kurzbeschreibung zu seinem Roman Upload gefiel mir irgendwie:

»Art Berry, Konsumforscher, ist in einem zweiten, geheimen Leben Mitglied einer durch Internetkontakte entstandenen Gruppe von Computerfreaks. Die Gruppe hat es sich zum Ziel gesetzt, eine neue Nation zu bilden, eine Nation, die nur im Internet existiert. Doch dieser Plan erweist sich bald als lebensgefährlich …«

Schön und gut, die Idee mit dieser Online-Nation oder was auch immer machte mich neugierig. Im Buch wurde dann schnell klar, dass es sich dabei um sogenannte Stämme handelt, die jeweils nach Zeitzonen organisiert sind. Und was auch noch recht schnell klar wurde: Sie sind für die Handlung an sich irrelevant.

Während Art dem Leser seinen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik schildert, erfährt der Leser im Wechsel immer wieder, welche Ereignisse überhaupt zu diesem unfreiwilligen Aufenthalt geführt haben. Es ist also mehr irgendeine Mischung aus Soap Opera, Drama und Krimi, als das erhoffte SciFi-Thriller-Erlebnis oder so.

Die Geschichte ist dabei weder originell, noch sonderlich spannend. Einige Passagen sind ganz lustig geschrieben und machen Spaß, aber die Erinnerung an das Gefühl ist stärker als die Erinnerung an die Passagen an sich. Der Roman scheint auch nur ein einheitliches Tempo zu haben, ich hatte nicht den Eindruck, dass es mal schneller voran ging und mal langsamer. Man kann es vielleicht damit begründen, dass alles so schnell erzählt wird, weil eben auch Arts Verstand so schnell arbeitet, aber ich denke eher, dass es eine simple Schwäche des Autors ist. Da ich nichts anderes von ihm kenne, bleibt das aber nur ein Verdacht.

Insgesamt war das Buch ganz okay, zum Glück nicht zu lang, aber nichts, das ich unbedingt weiterempfehlen würde.

Die Insel der besonderen Kinder

Nachdem die Liebste und ich 2016 bereits den Film zu Die Insel der besonderen Kinder gesehen haben, habe ich nun auch endlich mal das entsprechende Buch von Ransom Riggs gelesen.

Jacob wächst mit den fantastischen Geschichten seines Großvaters auf. Diese sind für ihn zunächst Beweise dafür, dass dieser einfach nur ein super aufregendes Leben geführt hat, dann nichts weiter als Märchen und dann schließlich ein Weg seines Großvaters die traumatischen Erlebnisse des zweiten Weltkriegs zu verarbeiten.

Der Tod des Großvaters nimmt den Teenager sehr mit und er zweifelt selbst an seiner geistigen Gesundheit, als er als einziger in der Mordnacht ein Monster in der Nähe der Leiche sieht. Mit der Zeit fügt sich das Puzzle immer mehr zusammen und er schafft es, mit der Unterstützung seines Therapeuten, seine Eltern dazu zu überreden, die Insel zu besuchen, von der sein Großvater immer geredet hat. Nach außen hin die Gelegenheit, endgültig zu erkennen, dass es eine ganz normale Insel mit ganz normalen Menschen ist.

Mit seinem Vater geht es also auf diese Insel und dort findet Jacob auch das sagenumwobene Waisenhaus, in dem sein Großvater all die besonderen Kinder kennenlernte. Ein Mädchen, das leichter ist als Luft, eines das Feuer erschaffen kann oder ein unsichtbarer Junge. Diese Kinder oder die Betreuerin Miss Peregrine findet Jacob allerdings nicht. Das Haus ist eine Ruine, seit eine Fliegerbombe in der Nacht des dritten Septembers 1940 vom Kurs abgekommen ist.

Nach diesem ersten Dämpfer wird seine Welt auf den Kopf gestellt.

Die Geschichte über Menschen mit besonderen Fähigkeiten und dunklen Wesen, die Jagd auf sie machen, ist nicht sonderlich originell, aber was ist das heute noch im Bereich der Jugendbücher? Zeitschleifen, Monster die nur der Hauptcharakter sehen kann und die ein oder andere Fähigkeit der besonderen Kinder sind ganz nett, erfinden das Rad aber auch nicht neu.

Demnächst werde ich mal noch den zweiten und dritten Teil lesen, vielleicht kommt ja noch etwas, das mich aus den Socken haut xD

Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Tsukuru Tazaki ist 36, Ingenieur, und datet Sara. Diese ist zwei Jahre älter, aber Tsukuru kam schon immer gut mit älteren Frauen zurecht, was im Laufe der Geschichte auch immer wieder erwähnt wird. Die Pilgerjahre ist allerdings nicht direkt die Geschichte von Tsukuru und Sara. Der Kontakt zu Sara ist Tsukurus ganzes Sozialleben und darum geht es eigentlich: Dass er keine Freunde mehr hat. Wieso er keine Freunde mehr hat. Und was dieser Umstand aus ihm gemacht hat.

16 Jahre ist es her, dass Tsukurus Clique, die vier Menschen für die er alles getan hätte, ihn verstoßen hat. Tagelang ließen sie sich am Telefon verleugnen, bis sich einer der Gruppe bei ihm meldete und bat, keinen von ihnen nochmal anzurufen, er wisse ja, wieso.

Nun, er wusste es nicht. Diese Zurückweisung stieß ihn allerdings in ein so tiefes Loch, dass er monatelang hart am Rand des Lebens entlangschrammte und stets kurz davor war, in die Leere dahinter zu stürzen. Diesen Abgrund hat er mittlerweile hinter sich gelassen, doch so richtig zurückgefunden ins Leben hat der farblose Tsukuru Tazaki doch nicht. Die Zurückweisung durch seine Freunde, die Folgen für ihn und besonders die Unklarheit über die Gründe für ihr Handeln, belasten ihn und halten ihn an einem Ort fest, an dem er für andere emotional unerreichbar ist. Und so kann eine Beziehung nun mal nicht funktionieren. Sara rät ihm also, seine alten Freunde zu besuchen und die Wahrheit zu erfahren, vor der er sich so lange versteckt hat.

Welche Wahrheiten Tsukuru erfährt, wie er sie wahrnimmt und auch wie seine Geschichte bzw. die Geschichte von ihm und seinen sozialen Beziehungen (als Schüler, als Student und als Erwachsener) erzählt wird, ist sicher für einige langweilig oder stellenweise übertrieben dargestellt, das mag sein. Aber es ist eben Haruki Murakami. Mir hat das Buch von vorne bis hinten gefallen und mehr zählt für mich nicht. Sicher könnte man eine hochtrabende Literaturkritik anbringen, aber das sollen Leute tun, die nicht mehr aus Spaß lesen, sondern weil sie entweder dafür bezahlt werden oder der festen Überzeugung sind, die Welt warte nur auf ihre Meinung.

Die Talismane von Shannara

Die Aufgaben, die Allanons Geist den Erben von Shannara gestellt hat, wurden erfüllt. Paranor war in die Welt der Lebenden zurückgekehrt und es gibt einen neuen Druiden. Die Elfen waren zurück in den vier Landen und auch das Schwert von Shannara wurde mal wieder gefunden.

Aber was jetzt? Die Erben von Shannara und ihre Gefährten tun, was getan werden muss. Sie verteidigen sich gegen die Föderation und die Schattenwesen und kommen so Stück für Stück näher an den Kern ihrer Aufgaben heran.

Das Finale der bis dahin größten Shannara-Geschichte machte nochmal richtig Spaß. Natürlich gab es wieder sehr viele sehr glückliche Zufälle, aber daran will ich mich nicht stören. Im großen und ganzen war die Handlung nachvollziehbar, gut erzählt und an den richtigen Stellen mit dem richtigen Tempo versehen. Diese insgesamt acht Geschichten in drei Sammelbänden hatten sicher ihre Längen, aber nach dem Abschluss muss ich doch sagen, dass die Erzählung als Ganzes wirklich gelungen ist.

Was allerdings keinen Spaß machte, waren die unterschiedlichen Übersetzungen in den drei Sammelbänden. Da hieß er im ersten Buch Felsen-Dall, dann Rimmer Dall und dann wieder Felsen-Dall. Ebenso die Moorkatze Ondit, die im zweiten Buch wieder zu Rumor wurde und dann wieder Ondit. Und auch wenn »Kamin« ein blöder Ortsname ist, ist es noch blöder, im nächsten Buch wieder zum englischen »Hearthstone« zu springen. Noch ärgerlicher waren jedoch schlichtweg falsche Übersetzungen. »Das Mädchen Chosen« aus einer Vorangegangenen Geschichte z. B. hieß eigentlich Amberle. Es gab zwar einen Charakter mit dem Namen Quickening, aber ich bin mir sicher, dass es hier im Original einfach »the chosen girl« hieß und das nicht als Name gemeint war. Auch heißt es von Par Ohmsford sehr am Anfang der Geschichte, dass die Magie eine Gabe sei, während sein Onkel sie für einen Fluch hält. In Talismane erinnert dieser Onkel ihn daran, dass Par doch früher schon sagte, die Magie sei ein Gift und zum Gebrauch bestimmt. Da hat jemand wirklich »Gift« mit »Gift« übersetzt, anstatt mit Gabe / Geschenk. Kurz danach legt der Onkel seine Hände auf eine Tür und Feuer schießt aus seinen Handflächen hervor. Der Kerl hat vor gefühlten Ewigkeiten einen Arm verloren! Sein Gefühl, nicht mehr vollständig zu sein, war ein relativ großes Thema! Vielleicht ärgere ich mich zu Unrecht, aber besonders in dieser letzten Geschichte fielen mir solche Dinge einfach sehr stark auf und das hat mich hin und wieder rausgebracht aus der Geschichte. Und sowas ist immer unschön, wenn man eigentlich Spaß mit einem Buch hat.

Die Reiter von Shannara

Es tut sich was in den vier Landen. Paranor ist zurück und wird direkt belagert. Die Föderation zwar im Gebirge um die Festung herum, doch vier Schattenwesen direkt vor der Tür, die die Gestalt der apokalyptischen Reiter angenommen haben. Nicht nur optisch sehr eindrucksvoll, wie der neue Druide Walker Boh erfahren muss.

Zeitgleich wird auch wieder viel gesucht. Morgan Leah sucht die Geächteten, die suchen wiederum ihren Anführer Padishar Creel und Par Ohmsford sucht seinen Bruder Coll, nachdem er erfahren hat, dass er doch noch lebt. Die einzigen, die in dieser Geschichte nicht wirklich suchen, sind wohl die Sucher. Die warten einfach nur.

Im Westland rückt die Föderationsarmee vor, um nachzusehen, ob die Elfen wirklich wieder da sind und sie im Fall der Fälle gerade noch auszurotten. Denen gefällt das natürlich nicht, also geht man dagegen vor. Und dann endet die Geschichte mit einem weiteren Shannara-Klassiker für den letzten Akt: Die Bemühungen der Guten gegen die zahlenmäßig haushoch überlegenen Bösen. Nicht sehr originell, aber gut erzählt. Schnell und kompromisslos, wie der Angriff selbst.

Eine Geschichte bietet der sechste Sammelband jetzt noch und dann dürfte die Geschichte um die Aufgaben Allanons und die Schattenwesen der Föderation eigentlich erledigt sein. Ich bin wirklich gespannt darauf, weil meiner Meinung nach noch vieles geschehen muss, aber die Geschichte nicht so sonderlich lang ist. Gerade zum Ende hin werden die Geschichten gerne etwas zu schnell für meinen Geschmack und das fände ich nach einer solchen Länge doch schon sehr schade. Aber mal abwarten…

Die Verfolgten von Shannara

Die dritte und letzte Geschichte des fünften Shannara-Sammelbandes legt nochmal eine Schippe zu und schafft die Voraussetzungen für ein würdiges Finale in der Geschichte um Allanons Aufträge, die Föderation und die Schattenwesen.

Wren Ohmsford / Elessedil ist auf dem Weg zurück zum Strand von Morrowindl. Dort hofft sie auf die Unterstützung von Tiger Ty, um die Westlandelfen zurück in ihre Heimat zu bringen. Zeitgleich arbeitet Walker Boh daran, das verborgene Paranor zurück in die Welt der Menschen zu bringen.

Das Schicksal der Brüder Par und Coll Ohmsford wird nur kurz behandelt, doch man vermisst die beiden auch nicht wirklich beim Lesen. Die Geschichte nimmt wieder Fahrt auf, wird spannend und bringt genau das richtige Maß an neuen Erkenntnissen und Verlusten mit sich, die kurz vor dem Ende einer Geschichte gebraucht werden. Und da ist am Ende des Buches auch. Die Aufträge Allanons sind alle erfüllt, doch damit ist den vier Landen noch nicht geholfen. Doch die Erben der Shannara haben die Voraussetzungen geschaffen, das Richtige zu tun.

Zwei weitere Geschichten warten im nächsten Sammelband und damit dürfte diese Geschichte dann endgültig abgeschlossen sein. Ich bin gespannt auf das Finale, bin aber auch froh, wenn ich es endlich gelesen habe. Irgendwie braucht mein Kopf eine Pause von den Shannara-Geschichten.

Die Elfenkönigin von Shannara

Nachdem sich die vorherige Geschichte mit Walker Bohs Suche nach dem Schwarzen Elfenstein befasste, handelt Die Elfenkönigin von Shannara von Wrens Suche nach den Westlandelfen, die vor einem Jahrhundert verschwunden sind.

Wohin die Elfen verschwunden sind – nämlich auf die Insel Morrowindl (immerhin erschien das Buch wohl dem ersten Teil der TES-Reihe von Bethesda) – ist im Rahmen der Geschichte ganz gut gelöst. Auch wie Wren und ihr Begleiter Garth davon erfahren und schließlich mit Hilfe eines Flugreiters dorthin gelangen, ist alles noch in Ordnung. Dann kommt die Reise vom Strand hinauf in die Stadt Arborlon, die wohl viel gefährlicher sein sollte, als es sich beim Lesen anfühlte. Vielleicht kommt es mir nur so vor, aber an dieser Stelle kam einfach keine richtige Spannung oder Action auf. Das ging mir auch in anderen Shannara-Geschichten so, also liegt es vielleicht wirklich am Schreibstil von Terry Brooks.

Das war aber schnell vergessen, als dann offenbart wurde, wie die Elfen auf diese Insel kamen. Die Stadt Arborlon, inklusive Ellcrys (der magische Baum, dessen Lebenskraft eine der finsteren Mächte hinter einer undurchdringbaren Barriere gefangen hält) und das gesamte Elfenvolk wurden tatsächlich mitgenommen, wie Kryptons Hauptstadt Kandor. Na gut, okay, es findet sich ja für alles eine neue Art von Magie, wenn man nur will.

Das alles war ziemlich abgedreht, aber ich will ja auch wissen, wie es ausgeht. Dass diesmal die Geschichte über drei Sammelbände gestreckt wird, ist vielleicht gar keine blöde Idee, mal sehen. Trotzdem gefielen mir hier besonders die Nebencharaktere des Flugreiters Tiger Ty und des Stachelkaters Stresa. Wren, der eigentliche Hauptcharakter war zum Teil nervig, zum Teil zu sehr wie jeder andere Ohmsford aus den Vorgängergeschichten, wenn es darum ging, das Erbe der Magie anzuerkennen. Klar, auch das ist wieder verständlich und nicht zwangsläufig auf Faulheit oder Ideenmangel des Autos zurückzuführen, aber gestört hat es dennoch irgendwie.

Als nächstes folgt jedenfalls Die Verfolgten von Shannara.