Teil zwei? Check.

Sieben Wochen. So lange habe ich nun am zweiten Teil meiner Geschichte geschrieben, nachdem ich ihn vor den Sommerferien Szene für Szene geplant hatte.

8 Kapitel, 24 Szenen und knappe 120 Seiten später bin ich fertig und fühle mich großartig dabei. Zumindest zum Teil. Der dritte Teil der Story ist aktuell einige Zeilen lang. Als nächstes soll er eine Seite oder zwei einnehmen. Dann erst werden auch hier wieder einzelne Kapitel und Szenen geplant.

Das bedeutet also, dass ich in nächster Zeit wieder nicht daran weiterschreiben kann, jedenfalls nicht so, wie ich es die letzten Wochen getan habe. Das wird mir fehlen, auch wenn ich natürlich weiß, dass es nur eine kurze Pause ist, bis die Planung steht. Dann werde ich hoffentlich in einem ähnlichen Tempo vorankommen.

Die Überschrift Kapitel 20 steht nun jedenfalls auf Seite 339 und ich bin unfassbar stolz auf mich selbst, das alles geschafft zu haben. Und für die Zukunft sehe ich einiges positiver, nun da ich mir selbst bewiesen habe, dass ich auch in einer halbwegs akzeptablen Geschwindigkeit arbeiten kann.

 

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Es passiert einfach nichts

Oder fast nichts. Dieser Meinung könnte man sein, wenn man sich anschaut, worüber manche Menschen sich gerade ernsthaft echauffieren.

Aber mir soll’s recht sein. Sollen sich andere mit den wirklich wichtigen und schwerwiegenden Problemen dieser Welt befassen, wie zum Beispiel:

  • Dürfen Frauen ohne BH aus dem Haus? Bzw. können sie ohne BH aus dem Haus, ohne von ausnahmslos jedem Mann sexuell belästigt zu werden?
  • Sitze ich einfach nur bequem oder vergewaltige ich metaphorisch (und vorsätzlich!) jedes weibliche Wesen, wenn ich meine Beine zur Seite fallen lasse?
  • Dienstpflicht: Das Pro und Contra der Zwangsarbeit für junge Erwachsene. Inklusive der »Hat mir ja auch nicht geschadet«-Kommentare.
  • Sommerzeit, Festivalzeit! Schnell noch ein paar Powerbanks kaufen, damit ich bei einem Wochenende unter freiem Himmel, zwischen unzähligen Menschen mit einem ähnlichen Geschmack auch ja mindestens genauso viel Zeit mit Social Media verbringen kann, wie sonst auch.

Da lobe ich mir mein ereignisloses Leben. Hier gibt es dann zwar weniger zu lesen, aber sei’s drum. Meine ›spannende‹ letzte Woche: Ich lese zwei Bücher (Calibans Krieg und Die Stadt der besonderen Kinder), komme gut mit meinem Roman voran und freue mich auf eine Woche Urlaub, die am kommenden Mittwoch beginnt. Nebenbei finde ich es hin und wieder schade, hier so wenig zu schreiben, doch dann gelange ich mit meinen Gedanken irgendwann wieder an den Anfang dieses Beitrags und wir sind in einer Endlosschleife. In Fernsehserien mitunter lustig, im Leben aber eher hinderlich. Also melde ich mich wohl nächste Woche wieder. Ciao ciao.

6 in 6 Wochen

Heute ist hier im Saarland der letzte Tag der Sommerferien. In den vergangenen sechs Wochen habe ich versucht, mich mehr aufs Schreiben zu konzentrieren. Meine Planung für den zweiten Teil meiner Geschichte sollte mir dabei helfen. Nachdem ich die (und den voraussichtlichen Umfang) noch etwas ausgeweitet hatte, habe ich dann zu Beginn der Sommerferien angefangen zu schreiben.

Heute, sechs Wochen später, habe ich das sechste Kapitel abgeschlossen. Sechs Kapitel in sechs Wochen ist vielleicht nicht die Welt, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die vorangegangenen elf Kapitel des ersten Teils ganze 22 Monate gebraucht haben, ist das verdammt fix. Insgesamt sind es 88 Seiten, mit denen ich heute auch die 300-Seiten-Marke geknackt habe, was mich irgendwie stolz macht.

Nun fehlen noch zwei Kapitel und dann ist auch der zweite Teil fertig. Der dritte Teil wird dann wieder genauso geplant und hoffentlich ähnlich schnell umgesetzt. Zwischendurch (oder nebenher, mal sehen), will ich aber auch noch an einer anderen kleinen Idee arbeiten oder es zumindest versuchen. Dafür wird aber keine Planung notwendig sein.

Und jetzt bin ich erschöpft, glücklich, stolz und kurz davor, vor Hitze zu sterben. Man bringe mir ein Eis!

Sommerloch oder was?

Wenn man sich die letzten Einträge hier ansieht, könnte man meinen, dass in meinem Leben zur Zeit absolut nichts passiert. Zum Teil stimmt das auch. Alltag eben. Die Liebste und ich waren auf einer Hochzeit und dann auch noch auf einem Geburtstag, aber ansonsten reiht sich nun mal ein Tag an den vorherigen an.

Ich lese viel (für meine Verhältnisse) und versuche auch, regelmäßig zu schreiben. Tatsächlich arbeite ich daran, diesbezüglich am Wochenende endlich nochmal Erfreuliches verkünden zu können. Ansonsten ist eben Sommer. Die Hitze, besonders im Büro, kocht mein Hirn langsam weich und es fällt mir schwer, mich nachmittags zum Sport zu motivieren. Am einen Tag lasse ich es sein wegen der Hitze und am nächsten Tag zwinge ich mich dazu, weil ich an meiner Disziplin zweifle. Dass es da immer noch genauso heiß ist und sich mir danach alles dreht, wird gekonnt ignoriert.

Dann kommt noch das Problem mit der Konzentration. Mehr und mehr merke ich, dass es mir schwer fällt, mich länger als zehn oder fünfzehn Minuten auf etwas zu konzentrieren. Dann springe ich doch nochmal über die immer gleichen Internetseiten und -foren, öffne und schließe Dateien oder tauche ab in sexuelle Tagträume. Natürlich gibt es auch immer noch Phasen, in denen das mit der Konzentration ganz hervorragend klappt, doch wenn ich nur in diesen Schreiben würde, könnte ich es auch gleich ganz sein lassen. So habe ich heute zum Beispiel zweimal eine dreiviertel Seite geschrieben und warte nur darauf, dass ich die nächste schreiben kann. Zwischendurch fliegen meine Gedanken von Büchern, die ich noch lesen will, über mein Kopfkino bis hin zur Zukunft und meinen Plänen, hauptsächlich den kleinen und eigentlich unbedeutenden.

So sieht es jedenfalls aktuell bei mir aus und deshalb ist es hier so verhältnismäßig ruhig.

Namen, Schafe und die falsche Reihenfolge

Hier ist es wieder sehr ruhig zur Zeit. Zum Teil wegen des Wetters, das mich irgendwie auslaugt. Aber auch, weil einfach nichts passiert. Die Tage scheinen sich einfach zu wiederholen und ich weiß oft genug nicht, welcher Wochentag denn nun eigentlich ist.

Aber ich bin bemüht, die Zeit trotzdem gut zu nutzen. Ich versuche, an meinem Manuskript zu schreiben und lese nebenher so viel ich kann. Und im Bezug auf diese beiden Tätigkeiten bin ich mal wieder über das Thema Namen gestolpert. Wie ich schon mehrmals berichtet habe, ist die Namensfindung für mich beim Schreiben immer sehr schwierig, weshalb ich regelmäßig Schreibpausen einlegen muss, bis ich einen halbwegs vernünftigen Namen gefunden habe, selbst wenn er nur als Platzhalter dienen soll.

Das ist ja nun alles nichts neues, also zu den neuen Erkenntnissen: Wenn man es gut anstellt, braucht man keine Namen. Damit habe ich jetzt auch nicht unbedingt das Rad neu erfunden, es wurde mir einfach nur eben noch einmal so richtig klar, als ich in ein Buch vertieft war.

Ich lese aktuell Wilde Schafsjagd (der letzte Teil einer Trilogie und der erste Teil zu Tanz mit dem Schafsmann – ich habe keine Ahnung, wieso ich die Bücher in dieser Reihenfolge lese) und Haruki Murakami hat keinem der Charaktere einen Namen gegeben. Lediglich eine Katze wird irgendwann getauft, aber ansonsten bleiben die Charaktere namenlos. Das liegt in den meisten Fällen in ihrer Mittelmäßigkeit und Austauschbarkeit begründet, aber trotzdem hätte man ihnen Namen geben können und der Autor verzichtet bewusst darauf. Und man kommt doch nie durcheinander.

Für eine Geschichte, wie ich sie erzählen möchte, würde das wohl nicht funktionieren, aber die Idee gefällt mir. Und mit jedem seiner Bücher mag ich Murakami irgendwie mehr. Was genau ich von Wilde Schafsjagd halte, werde ich hier natürlich nochmal gesondert schreiben, sobald ich komplett durch bin.

Corinna

Ich lese aktuell »Tanz mit dem Schafsmann« von Haruki Murakami. Ein tolles Buch, über das ich aber hier noch schreiben werde, sobald ich es durch habe. Zeitgleich sollte ich an meinem Manuskript schreiben und schaffe immerhin eine bis anderthalb Seiten täglich. Aktuell geht es da hauptsächlich um Alvan und die Anfänge eines Krieges. Dann ist da noch ein Evaluationsbericht bzw. ein entsprechender Entwurf, der geschrieben werden will. Und dann ist da Corinna, die eigentlich nirgendwo reinpasst, mir aber nicht aus dem Kopf geht.

Ihren Ursprung hat sie in einer Idee für eine lustige Kurzgeschichte über sie und ihren Hund, die mir vor einiger Zeit durch den Kopf ging, doch in den letzten Tagen musste ich immer wieder an sie denken, war richtig abgelenkt. Also musste ich einfach ein paar Zeilen über sie schreiben, um sie aus meinem Kopf zu kriegen. Und siehe da: Sie ist gar nicht mehr die Frau, die sie in besagter Kurzgeschichte hätte werden sollen. Sie hat nicht mal mehr einen Hund.

Corinna ist 34. Durch asoziale Medien und ihren Freundeskreis – beides fein aufeinander abgestimmt – ist sie derart sozialisiert, dass sie sich als »thirty-something« bezeichnet. Total crazy eben, auch so ein Stempel, den sie sich selbst aufgedrückt hat.

Corinna ist also thirty-something (was sie wurde, nachdem sie zum zehnten Mal ihren 20. Geburtstag gefeiert hatte) und lebt in der besten Stadt der Welt. Wie jede beste Stadt der Welt zeichnet sich auch Corinnas Wohnort dadurch aus, zu laut, zu voll, zu dreckig und eigentlich zu teuer zu sein, aber wenn man nicht hier wohnt, versteht man das sowieso nicht.

In dieser austauschbaren, unvergleichlichen Stadt lived sie also das life to the max, genießt den Augenblick und carpet den diem, immerhin steht es so auf den bunten Postkarten, die die Wände ihrer 40m²-Wohnung im vierstelligen Kaltmietenbereich zieren. All das definiert ihren Charakter, der in etwa so komplex ist, wie Kojaks Frisur.

Leichtes Übergewicht, das sie keineswegs unattraktiv macht, ist »Kuschelmasse«, denn »Nur Hunde spielen mit Knochen«, wie sie stolz auf allen ihr zur Verfügung stehenden Kanälen kundtut. Total originell eben, denn sie ist natürlich ganz anders als alle anderen und, wie bereits erwähnt, total crazy. Sie hat nämlich während des Studiums – irgendwas tolles, von dem ihr sowieso noch nicht gehört habt – mal mit ihren Freundinnen die Vorlesung geschwänzt. Um im Park Eis zu essen und Erdbeersekt zu trinken. Vormittags. Mit Plastikkrönchen auf dem Kopf! Oh my gosh! (Anm. d. Autors: Guckt mich nicht so blöde an, ich schreib‘ den Scheiß nur, sie lebt wirklich so)

Aber auch heute noch sind diese verrückten Hühner zu jeder Schandtat bereit, bewaffnet mit Selfiestick und Einhorntäschchen wird beim Mädelsabend jeder Cocktail über das iPhone promotet. Störend ist auf den Bildern nur das Make-Up, dessen Dezenz nur knapp hinter Pennywise, dem tanzenden Clown, rangiert.

Mindestens einmal im Monat geht man gemeinsam aus, einen neuen Geheimtipp an Location ausprobieren, der so geheim ist, dass er jedes Mal maßlos überfüllt ist, so super! Laute Musik, laute Menschen, bunte Drinks, einfach wow! Immer gleich und immer unvergesslich einzigartig. Wer nicht dabei war, hat auf jeden Fall etwas verpasst.

Am Montag geht es dann wieder ins Büro, wo jeder die 142 Statusupdates vom Wochenende ignoriert hat, um Corinnas Bericht mit einer Inbrunst zu lauschen, die man sonst nur aus den Unterrichtsszenen bei Charlie Brown kennt.

Das ist dann also Corinna. Ganz toll. Ich habe da noch einen anderen Charakter im Kopf, den ich irgendwann mal auf Corinna treffen lassen möchte, nachdem ich jetzt weiß, wie sie so tickt. Aber der verlangt zum Glück nicht so viel Aufmerksamkeit.

Werk/Tag

5:40 Uhr. Die Weckfunktion meines Handys läutet den neuen Tag ein. Nach den ersten paar Tönen habe ich Marcus Ds »Titania« abgewürgt. Wenn man nicht gerne aufsteht, sollte man keine Songs als Weckton wählen, die man mag, aber das Problem habe ich zum Glück nicht.

Etwa 35 Minuten später steige ich aus der Spritschleuder und gehe langsam über den fast leeren Parkplatz zum Bürogebäude. Die Krähen, die die Bäume auf der anderen Straßenseite bewohnen, sind schon munter und unterhalten sich lautstark. Neun Stunden muss ich nun funktionieren. Arbeit erledigen und nebenher noch genug Zeit haben, etwas zu schreiben. Ein Luxus, auf den es mir irgendwann schwer fallen wird, zu verzichten.

Wieder zuhause dann das selbst auferlegte Fitnessprogramm, bevor es in die Küche geht. Die Liebste zaubert Köstlichkeiten aus den Dingen, die ich klein geschnitten habe, die einzige Aufgabe, die ich beim Kochen gerne übernehme. Das Essen verputzt und das Geschirr gespült, ist der Tag dann beinahe schon gelaufen.

Nach zwei bis drei Stunden, die wir je nach Lust und Wetter für uns gestalten, gehen die Lichter aus. Bis »Titania« wieder erklingt.

Für viele mag Routine lediglich ein anderes Wort für Langeweile sein, ich sehe darin eine Ordnung, etwas worauf ich mich verlassen kann. Vieles in meinem Leben verlief bisher nach außen hin geordnet und war doch nur ein einziges Chaos, und sei es nur in meiner Gefühlswelt. Seit einiger Zeit ist das nun nicht mehr so und ich genieße es. Weil es schön ist, sich darauf verlassen zu können, aber auch weil ich weiß, dass es nicht immer so sein wird.

Vielleicht

Und dann sitzt man da und wartet eigentlich nur darauf, dass die Zeit vergeht. Nicht unbedingt schön. Klar, morgens liest man direkt erst einmal ein Kapitel, bereitet dann etwas für die Arbeit vor, surft etwas im Internet und schreibt zwischendurch immerhin noch ein paar Seiten für den ersten Roman. Alles schön und gut, an sich könnte man auch stolz darauf sein, doch irgendetwas ist und bleibt komisch.

Wie genau dieses »komisch« aussieht, kann ich gar nicht wirklich sagen. Ich fühle mich gleichzeitig müde, aufgekratzt, unmotiviert… einfach irgendwie unausgeglichen. Vielleicht fehlt Bewegung, vielleicht etwas Sonnenlicht, vielleicht beides, vielleicht etwas völlig anderes.

Also sitze ich weiter hier, versuche mich abzulenken und zu ergründen, was es ist, das fehlt. Vielleicht fehlt auch gar nichts und ich bin heute einfach nicht in Form. Das alles kann sein, aber es kann auch lange nicht alles sein. Vielleicht sollte ich schlafen…

Neue Spiele, neues Inlay

Die Liebste und ich spielen ja gerne. Gestern hatten wir eine kleine Feier mit Freunden und haben uns dafür auch – ähnlich wie vor einiger Zeit Cards against humanity – ein Print & Play-Spiel gebastelt, und zwar Secret HitlerEs wollten leider nicht alle mitspielen, aber auch mit fünf und sechs Spielern hat es Spaß gemacht.

Zusätzlich sind wir jetzt aber auch im Besitz eines (für uns) neuen Spiels: King of Tokyo.

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Wie man auf dem Bild sieht, waren nicht nur alle Erweiterungen dabei, sondern auch ein Inlay der Firma Broken Token. Für andere Spiele (Die Legenden von Andor, Elder Sign und Smash Up) haben wir ja unsere eigenen Inlays gebastelt, da ist es ganz interessant, mal so ein »professionelles« Produkt zusammen zu bauen und zu nutzen.

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Wir waren tatsächlich sehr überrascht, wie passgenau das alles gearbeitet ist, aber es ist echt toll. Alle Erweiterungen passen mit rein (eine weitere dürfte aber auch nicht mehr kommen) und das herausnehmbare Tray für Marker und Energiebrocken ist auch echt cool. Alles übrigens rein zum Stecken, ganz ohne Kleben. Derartige Inlays sind in meinen Augen für manche Spiele wirklich eine lohnende Investition, besonders wenn man dadurch ein paar zusätzliche Kisten im Schrank einsparen kann.

Ebenfalls ein Neuzugang für unseren Spieleschrank: Ein Würfelturm. Der ist auch ganz praktisch, besonders wenn man an einem Glastisch spielt und sonst immer im Deckel des Spielekartons würfelt.

Wie seht ihr das? Mögt ihr solche zusätzlichen »Gimmicks« zu euren Spielen und bastelt ihr euch vielleicht auch mal selbst etwas in die Richtung? Oder muss alles beim Spiel dabei sein und dann auch ausreichen?

Soundtrack-Gänsehaut und Gänsehaut-Soundtracks

Musik ist toll und macht tolle Sachen mit uns. Eine besondere Stellung nehmen da für viele, auch für mich selbst, Soundtracks ein. Die entsprechenden Melodien von Jurassic Park, Indiana Jones, Star Wars oder Fluch der Karibik wecken Erinnerungen und machen Freude. Bei Spielen wie Tetris, Super Mario und Zelda ist es genauso. Übrigens etwas, das Sega wohl nie wirklich gelernt hat, oder kennt jemand »die« Sonic-Melodie?

Bei Serien ist es ähnlich. Die Simpsons erkennt jeder an der Musik, Supernatural-Fans drehen bei »Wayward Son« am Rad und wer nach den Worten »So no one told you life was gonna be this way« nicht zumindest im Kopf mitklatscht hat sowieso ganz große Probleme.

Das sind größtenteils »Titellieder« und die sind immerhin auch dazu gedacht, einprägsam zu sein. Was ja auch funktioniert. Bei »How soon is now?« denke ich immer an Charmed und bei »I don’t want to wait« an Dawson’s Creek. Beide Serien fand ich ziemlich panne, doch ich liebe die Soundtracks. So kann es auch gehen.

Doch was ist mit der restlichen Musik in Serien? An die erinnert man sich für gewöhnlich nicht so sehr. Klar, die Buffy-Musicalfolge könnte ich wohl heute noch mitsingen und viele Songs aus Supernatural sind auch klasse, aber eben weil es einfach gute Songs sind und auch schon vor der Serie gute Songs waren.

Es gibt aber auch eine Serie bei der das anders ist: Cowboy Bebop. Ein Anime, mittlerweile 20 Jahre alt und nicht nur aus musikalischer Sicht ein Meisterwerk. Bis heute eine meiner Lieblingsserien, hat mir die Liebste am Dienstag die aktuelle Blu-Ray-Box inklusive Artbooks und all solchem Kram geschenkt. Und heute sitze ich dann am PC und lese Songtexte. Die meisten kann ich immer noch auswendig, doch wenn ich den Text vor mir habe, fällt es mir leichter, die Musik dazu in meinem Kopf zu hören.

Ich sitze also da, die Musik im Kopf, den Text ganz woanders und habe einfach nur eine Gänsehaut. Songs wie Rain, Gotta knock a little harder, No reply, Call me, call me, Ask DNA, Blue, Diggin‘, Don’t bother none, Flying Teapot, Is it real?, Words that we couldn’t say, Want it all back und natürlich The real folk blues werde ich wohl nie vergessen können.

Erinnerungen, Gefühle, Erinnerungen an Gefühle… so vieles wird da wieder zu Tage getragen, dass ich gar nicht alles in Worte fassen könnte. Muss ich aber auch nicht. Es sind alles Teile eines Menschen, der so nicht mehr existiert. Trotzdem steckt in vielen Songs einfach noch so viel Potential. Energie, Trauer, Hoffnung, all sowas mögen wir in Musik und ich weiß nicht, ob es nur mir so geht, aber der Soundtrack bzw. die Soundtracks zu Cowboy Bebop haben davon so wahnsinnig viel zu bieten. Seither ist mir so etwas nicht mehr begegnet. Und vielleicht wird es in einer Zeit, in der Serie um Serie einfach nur marathonmäßig durchkonsumiert wird, auch irgendwann nicht mehr vorkommen. Schade eigentlich.

See You Space Cowboy…