Teil zwei? Check.

Sieben Wochen. So lange habe ich nun am zweiten Teil meiner Geschichte geschrieben, nachdem ich ihn vor den Sommerferien Szene für Szene geplant hatte.

8 Kapitel, 24 Szenen und knappe 120 Seiten später bin ich fertig und fühle mich großartig dabei. Zumindest zum Teil. Der dritte Teil der Story ist aktuell einige Zeilen lang. Als nächstes soll er eine Seite oder zwei einnehmen. Dann erst werden auch hier wieder einzelne Kapitel und Szenen geplant.

Das bedeutet also, dass ich in nächster Zeit wieder nicht daran weiterschreiben kann, jedenfalls nicht so, wie ich es die letzten Wochen getan habe. Das wird mir fehlen, auch wenn ich natürlich weiß, dass es nur eine kurze Pause ist, bis die Planung steht. Dann werde ich hoffentlich in einem ähnlichen Tempo vorankommen.

Die Überschrift Kapitel 20 steht nun jedenfalls auf Seite 339 und ich bin unfassbar stolz auf mich selbst, das alles geschafft zu haben. Und für die Zukunft sehe ich einiges positiver, nun da ich mir selbst bewiesen habe, dass ich auch in einer halbwegs akzeptablen Geschwindigkeit arbeiten kann.

 

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American Horror Story: Coven

Nach dem Murder House und dem Asylum geht es in der dritten Staffel von American Horror Story um einen Coven, einen Hexenzirkel in New Orleans.

Hier kommt die junge Hexe Zoe hin, nachdem sich ihre (eher merkwürdigen) Kräfte zum ersten Mal zeigen. In einer Akademie für Junghexen soll sie in sicherer Umgebung ihr volles Potential entfalten können. Neben Zickenterror und Liebeskummer kommen aber bald auch ernsthafte Probleme auf die Hexen der Akademie zu. Eine unsterbliche sadistische Rassistin aus dem 19. Jahrhundert, eine ebenso unsterbliche Voodoo-Königin aus demselben Jahrhundert, professionelle Hexenjäger und der Geist eines Serienmörders sind nur die Gefahren, die außerhalb des Zirkels lauern.

Das alles klingt vielleicht etwas überladen, doch so wirkt es beim Anschauen eigentlich nie. Die Schauspieler sind wie in den vorangegangenen Staffeln wieder großartig und die Geschichte und das Setting haben mir auch sehr gut gefallen. Besonders auch die Einbindung historischer Figuren wie Marie Laveau und Delphine LaLaurie. Natürlich mit einem großen Schuss »künstlerischer Freiheit«, aber es passt eben.

Eine Staffel steht jetzt noch im Regal (das ich übrigens stark ausgedünnt habe), danach muss ich mich mal um Nachschub kümmern. Das hat aber wohl noch ein paar Wochen Zeit.

Es passiert einfach nichts

Oder fast nichts. Dieser Meinung könnte man sein, wenn man sich anschaut, worüber manche Menschen sich gerade ernsthaft echauffieren.

Aber mir soll’s recht sein. Sollen sich andere mit den wirklich wichtigen und schwerwiegenden Problemen dieser Welt befassen, wie zum Beispiel:

  • Dürfen Frauen ohne BH aus dem Haus? Bzw. können sie ohne BH aus dem Haus, ohne von ausnahmslos jedem Mann sexuell belästigt zu werden?
  • Sitze ich einfach nur bequem oder vergewaltige ich metaphorisch (und vorsätzlich!) jedes weibliche Wesen, wenn ich meine Beine zur Seite fallen lasse?
  • Dienstpflicht: Das Pro und Contra der Zwangsarbeit für junge Erwachsene. Inklusive der »Hat mir ja auch nicht geschadet«-Kommentare.
  • Sommerzeit, Festivalzeit! Schnell noch ein paar Powerbanks kaufen, damit ich bei einem Wochenende unter freiem Himmel, zwischen unzähligen Menschen mit einem ähnlichen Geschmack auch ja mindestens genauso viel Zeit mit Social Media verbringen kann, wie sonst auch.

Da lobe ich mir mein ereignisloses Leben. Hier gibt es dann zwar weniger zu lesen, aber sei’s drum. Meine ›spannende‹ letzte Woche: Ich lese zwei Bücher (Calibans Krieg und Die Stadt der besonderen Kinder), komme gut mit meinem Roman voran und freue mich auf eine Woche Urlaub, die am kommenden Mittwoch beginnt. Nebenbei finde ich es hin und wieder schade, hier so wenig zu schreiben, doch dann gelange ich mit meinen Gedanken irgendwann wieder an den Anfang dieses Beitrags und wir sind in einer Endlosschleife. In Fernsehserien mitunter lustig, im Leben aber eher hinderlich. Also melde ich mich wohl nächste Woche wieder. Ciao ciao.

6 in 6 Wochen

Heute ist hier im Saarland der letzte Tag der Sommerferien. In den vergangenen sechs Wochen habe ich versucht, mich mehr aufs Schreiben zu konzentrieren. Meine Planung für den zweiten Teil meiner Geschichte sollte mir dabei helfen. Nachdem ich die (und den voraussichtlichen Umfang) noch etwas ausgeweitet hatte, habe ich dann zu Beginn der Sommerferien angefangen zu schreiben.

Heute, sechs Wochen später, habe ich das sechste Kapitel abgeschlossen. Sechs Kapitel in sechs Wochen ist vielleicht nicht die Welt, aber in Anbetracht der Tatsache, dass die vorangegangenen elf Kapitel des ersten Teils ganze 22 Monate gebraucht haben, ist das verdammt fix. Insgesamt sind es 88 Seiten, mit denen ich heute auch die 300-Seiten-Marke geknackt habe, was mich irgendwie stolz macht.

Nun fehlen noch zwei Kapitel und dann ist auch der zweite Teil fertig. Der dritte Teil wird dann wieder genauso geplant und hoffentlich ähnlich schnell umgesetzt. Zwischendurch (oder nebenher, mal sehen), will ich aber auch noch an einer anderen kleinen Idee arbeiten oder es zumindest versuchen. Dafür wird aber keine Planung notwendig sein.

Und jetzt bin ich erschöpft, glücklich, stolz und kurz davor, vor Hitze zu sterben. Man bringe mir ein Eis!

Sommerloch oder was?

Wenn man sich die letzten Einträge hier ansieht, könnte man meinen, dass in meinem Leben zur Zeit absolut nichts passiert. Zum Teil stimmt das auch. Alltag eben. Die Liebste und ich waren auf einer Hochzeit und dann auch noch auf einem Geburtstag, aber ansonsten reiht sich nun mal ein Tag an den vorherigen an.

Ich lese viel (für meine Verhältnisse) und versuche auch, regelmäßig zu schreiben. Tatsächlich arbeite ich daran, diesbezüglich am Wochenende endlich nochmal Erfreuliches verkünden zu können. Ansonsten ist eben Sommer. Die Hitze, besonders im Büro, kocht mein Hirn langsam weich und es fällt mir schwer, mich nachmittags zum Sport zu motivieren. Am einen Tag lasse ich es sein wegen der Hitze und am nächsten Tag zwinge ich mich dazu, weil ich an meiner Disziplin zweifle. Dass es da immer noch genauso heiß ist und sich mir danach alles dreht, wird gekonnt ignoriert.

Dann kommt noch das Problem mit der Konzentration. Mehr und mehr merke ich, dass es mir schwer fällt, mich länger als zehn oder fünfzehn Minuten auf etwas zu konzentrieren. Dann springe ich doch nochmal über die immer gleichen Internetseiten und -foren, öffne und schließe Dateien oder tauche ab in sexuelle Tagträume. Natürlich gibt es auch immer noch Phasen, in denen das mit der Konzentration ganz hervorragend klappt, doch wenn ich nur in diesen Schreiben würde, könnte ich es auch gleich ganz sein lassen. So habe ich heute zum Beispiel zweimal eine dreiviertel Seite geschrieben und warte nur darauf, dass ich die nächste schreiben kann. Zwischendurch fliegen meine Gedanken von Büchern, die ich noch lesen will, über mein Kopfkino bis hin zur Zukunft und meinen Plänen, hauptsächlich den kleinen und eigentlich unbedeutenden.

So sieht es jedenfalls aktuell bei mir aus und deshalb ist es hier so verhältnismäßig ruhig.

Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben

Und wieder Matt Haig, diesmal mit seinem Buch über (seine) Despression und Angststörung. Besonders viel kann man über das Buch eigentlich gar nicht sagen. Es ist kein Roman, kein Sachbuch, keine reine Biographie und auch kein Selbsthilfebuch. Es ist einfach das, was es ist und macht seine Sache deshalb weder gut noch schlecht.

Abgesehen von seiner Haltung zum Yoga und seinen Erzählungen davon, wie es ist, an irgendwelchen Mittelmeerstränden zu liegen, konnte ich alles äußerst gut nachfühlen. Ich kann mich überhaupt nicht gut an bestimmte Situationen erinnern, in denen es bei mir so schlimm wurde, aber das bezieht sich nur auf die Situation an sich. Die Erinnerung an die Gefühle dabei – an die Panik, das Losgelöstsein von der Welt oder die absolute Gewissheit, dass es noch nie so schlimm war und auch niemals wieder besser wird – die ist immer noch da.

Man könnte also vielleicht darüber diskutieren, ob es nun gut für mich und mein seelisches Gleichgewicht war, dieses Buch zu lesen, aber wieso sollte man? Ich bin gefestigt genug, mir alles mögliche durchzulesen und selbst wenn ich es nicht bin, glaube ich, dass ich es bin und allein das reicht oft schon.

Und da es hier sowieso schon mehr um mich geht, als um das Buch, höre ich jetzt mal auf, zu schreiben. Ich bin mir auch nicht sicher, ob man das Buch empfehlen kann, oder nicht. Wer es lesen will, wird es lesen oder bereits gelesen haben und falls es jemanden gibt, der es lesen sollte, wird er es trotzdem nicht lesen, solange er nicht will. Nur ein kleiner Spoiler sei mir erlaubt: Der Titel lügt nicht. Es gibt Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben.

Ant-Man & The Wasp

Der Vorteil an strahlendem Sonnenschein an einem Sonntagnachmittag kurz vor Ende der Sommerferien? Die Kinosäle sind nicht sonderlich stark besucht. Deshalb, weil ich sowieso alle Marvel-Filme sehen will und weil die Liebste schon den ersten Ant-Man so toll fand, haben wir uns heute also die Fortsetzung angeschaut.

Nach seinem kleinen Ausflug nach Deutschland in Civil War ist Ant-Man/Scott Lang noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen und steht seit knappen zwei Jahren unter Hausarrest. Und natürlich ist es drei Tage vor Ablauf dieser zwei Jahre dringend nötig, alles aufs Spiel zu setzen, das Haus zu verlassen, mit gesuchten „Verbrechern“ zu kooperieren und Chaos anzurichten. Und das alles, weil vielleicht doch noch eine Chance bestehen könnte, die seit 30 Jahren in der Quantenebene verschollene erste Wasp, Janet van Dyne, zu retten.

Die dazu notwendigen Technologien möchten natürlich auch allerhand andere Gestalten in die Finger bekommen, ansonsten wäre es ja zu einfach.

Alles in allem bietet der Film wenig Neues, macht aber genau dieselben Sachen richtig, die auch schon im Vorgänger gut funktionierten. Mit viel Witz, auch in den Actionszenen, bekloppten Nebencharakteren und einer Schlagzeug spielenden Ameise unterhält der Film Marvel (oder Ant-Man)-Fans wohl von Anfang bis Ende und schließt wieder eine kleine Lücke zwischen Civil War und Infinity War.

Ich und die Menschen

Ein Buch, das ich schon seit einer ganzen Weile lesen wollte und für das ich mir nun endlich mal die Zeit genommen habe, ist Ich und die Menschen von Matt Haig.

Mir gefiel einfach die Idee einer humoristischen, aber auch emotionalen Schilderung des menschlichen Lebens aus der Sicht eines Außerirdischen. Nicht sehr originell, aber irgendwie hat mich ausgerechnet dieses Buch direkt angesprochen.

Es geht darin um Professor Andrew Martin bzw. eigentlich nicht, denn er wurde schon im Vorfeld aus dem Weg geräumt. Der Grund dafür: Er hat einen mathematischen Beweis erbracht, der die Menschheit in Sachen Verständnis und Fortschritt dermaßen nach vorne katapultieren würde, dass es für alle Beteiligten – und das wären dann auch sämtliche anderen intelligenten Wesen da draußen – ein Risiko darstellen würde.

Also wurde eines dieser Wesen in Andrew Martins Gestalt auf die Erde geschickt, um alle Spuren dieses Beweises zu vernichten und so den menschlichen Fortschritt zu verhindern. Nackt. Auf einer Schnellstraße. Wahrhaft überlegene Lebensformen.

Der Besucher muss sich also erst einmal in unserer Welt zurechtfinden, denn hier ist vielleicht alles furchtbar primitiv, aber eben auch mindestens so kompliziert. Wann zieht man welche Kleidung an, wo gibt man Körperflüssigkeiten von sich und wo nicht, und wieso sind hier alle so unglaublich hässlich? Das sind nur einige der Fragen, die der neue Andrew für sich beantworten muss, während er in Erfahrung bringen muss, wer etwas von der großen Entdeckung weiß und damit auch beseitigt werden muss. Und dann lebt er auch noch mit einer Frau und einem Teenager zusammen, die ihm vollkommen fremd sind und doch etwas unbekanntes in ihm auslösen.

Am Ende hält die Geschichte nicht sonderlich viele Überraschungen parat, doch wie so oft ist sie einfach gut erzählt. Nicht zu lächerlich, aber auch nicht zu ernst. Insgesamt ist es einfach schön, zu lesen, wie jemand erfährt, was das Menschsein bedeutet, für den es etwas vollkommen Fremdes war. Und besonders gut haben mir die ›97 Ratschläge für einen Menschen‹, von denen man auf einige hätte verzichten können, die aber insgesamt mehr als nur eine Sammlung von Kalendersprüchen sind.

American Horror Story: Asylum

Nachdem die Liebste und ich sehr unterhalten waren bei der ersten Staffel American Horror Story, haben wir gestern dann auch das Finale der zweiten gesehen.

Asylum spielt größtenteils im Jahre 1964 in einer Irrenanstalt der katholischen Kirche, wo der Mediziner Dr. Arthur Arden und die Leiterin Schwester Jude einen kleinen Machtkampf ausfechten, bei dem es auch gut darum gehen könnte, wer die grausameren Methoden an den Tag legt.

In genau diese Irrenanstalt, das Briarcliff Sanatorium, wird der Frauenmörder Bloody Face eingeliefert, da dieser felsenfest davon überzeugt ist, keine Frauen ermordet zu haben. Auch seine eigene Frau sei nicht tot, sondern von Aliens entführt worden. Eben dieser Fall ruft sowohl den Psychologen Dr. Oliver Thredson und die Reporterin Lana Winters auf den Schirm und damit wären auch die wichtigsten Personen an Bord.

Die Geschichte springt hin und wieder ins Jahr 2012, wo sie auch im mittlerweile geschlossenen Briarcliff beginnt, und schließt besonders in der letzten Folge die Lücke zwischen den verschiedenen Handlungszeiten. Insgesamt ist die Staffel ähnlich verworren wie Murder House und genauso unterhaltsam. Die Geschichte ist gut erzählt, die Schauspieler klasse und die Tatsache, dass eben nicht alles zu 100% erklärt werden muss, um eine gute Geschichte zu erzählen, wird hier wieder mal ziemlich deutlich.

Und was ich wieder sehr gut fand: Eine abgeschlossene Geschichte ohne Bezug zur vorherigen Staffel. Wer also einfach nur auf das Setting oder die Zeit abfährt, kann auch einfach nur die Staffel seiner Wahl schauen. Finde ich super. Zu viel Story für einen Spielfilm, aber zu wenig für mehrere gute (!) Staffeln. Da haben die Macher genau die richtige Entscheidung getroffen.

Pinball 1973

Die Zeit vergeht und macht vor niemandem Halt. Doch ob sich dadurch wirklich etwas weiterentwickelt? Oder ob es nur ein weiterer Schritt auf dem langen Weg der langsamen Verwesung ist?

Ebenso kurz und ebenso so unspektakulär wie Wenn der Wind singt erzählt Pinball 1973 die Geschichte weiter. Der Erzähler ist nicht unzufrieden mit seiner Arbeit als Übersetzer oder seinem Leben mit den namenlosen Zwillingen 208 und 209. Nur Stück Vergangenheit in Form eines Flippers ruft nach ihm und dieser Ruf lässt ihm keine Ruhe.

Parallel wird erzählt, wie Ratte, der in der Heimatstadt zurückgebliebene Freund seinen Alltag überlebt und mit sich hadert.

Am Ende wirken die beiden Kurzromane wie eine überarbeitete Einleitung zu den beiden Schafsromanen, doch ich bin froh, dass sie doch noch auf Deutsch erschienen sind. Vielleicht bin ich sogar froh, sie zuletzt gelesen zu haben, wer weiß. Auf jeden Fall habe ich sie gerne gelesen.