Montagsfrage #41 [1926]

Diese Woche mit einer der Grundsatzfragen beim Bücherkauf:

Hardcover oder Taschenbuch?

Persönlich muss ich direkt sagen: Weder noch. eBooks sind mein Medium der Wahl, zumindest wenn ich zum Vergnügen lese.

Trotzdem haben Hardcover und gebundene Bücher jeweils ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile. Hardcover sind stabiler, aber schwerer, eignen sich super für Nachschlagewerke, sind dabei aber auch teurer. Ein schön gebundenes Hardcover, vielleicht sogar noch mit Schutzumschlag und Schuber ist aber auch einfach toll. Sowas hat man gerne im Regal stehen und nimmt es vielleicht auch mal in die Hand, um es sich einfach nur anzusehen.

Taschenbücher hingegen sind anfällig für alle möglichen Arten von Knicken, gerade der Buchrücken wird gerne mal rund und am Ende ist es schwer, ein Buch wieder auf dem selben Raum unterzubringen. Mir ist es zum Beispiel mit der A Song of Ice and Fire-Reihe zu ergangen. Der Schuber, in dem die ersten vier Bände als Taschenbuch kam, war zwar generell nicht so hübsch und eher billig verarbeitet, aber ich hätte sie gerne wieder darin untergebracht, als ich sie dann verkauft habe. Leider passten nur noch etwa dreieinhalb der vier Bücher hinein. So etwas passiert einem bei Hardcover eher nicht. Aber der große Nachteil eines Taschenbuchs ist für mich, neben – oder gerade wegen – des Preises, auch der größte Vorteil. Eine Taschenbuchausgabe ist ein Buch, das auch noch etwas erleben darf. Abgewetzte Ecken, der runde Rücken, vielleicht sogar knicke im Cover oder sogar – manchem Lesetyp macht selbst das nichts aus – in den Seiten, spiegeln manchmal den Weg wieder, auf dem einen diese Geschichte begleitet hat, ähnlich wie ein geflickter Trageriemen an einem alten Rucksack. Eine derartige Behandlung will man einem Hardcover einfach nicht zumuten.

Und technisch einigermaßen auf der Höhe steckt mein eBook-Reader in einer stabilen Hülle, die aber auch vom vielen Auf- und Zuklappen schon beginnt, am Rücken zu reißen. Das ist wohl die digital-native-Methode, das alles miteinander zu verbinden. 3-in-1 quasi xD

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+1 Klong!

Hach, was war das für ein schönes langes Wochenende. Ab Mittwoch hatten die Liebste und ich frei und nachdem der Wocheneinkauf erledigt war, ging es los nach Neunkirchen. Die alte Spritschleuder wurde weggebracht und ersetzt (Wieso schenkt man jemandem, der ein Suto kauft eigentlich Alkohol?), dann der Stoffladen geplündert und gemütlich zu mittag gegessen. Die Liebste habe ich danach zuhause abgesetzt, bevor ich auch der Erzeugerfraktion das neue Vehikel vorgeführt habe.

Die nächsten Tage waren dann recht entspannt, erst gestern ging es dann noch nach Saarbrücken. In der Stadtbibliothek war die Spielelagune vor Ort und nachdem wir bei ähnlichen Veranstaltungen schon mehrmals nicht dazu kamen, haben wir endlich mal Klong! ausprobiert; und zwar in der SciFi-Variante Klong! Im! All!. Das Spiel war wirklich lustig und zu dritt auch recht spannend. Der Liebsten und mir hat es sicher geholfen, durch Thunderstone bereits etwas Erfahrung mit solchen Deckbau-Spielen gesammelt zu haben. Trotzdem war das Spiel anders genug, dass es noch richtig Spaß gemacht hat, allein durch das Spielbrett und die namensgebende Klong!-Spielmechanik.

Nach dem Spiel und einer knappen halben Stunde Wartezeit auf einen Tisch haben wir dann noch eine Pizza gegessen, bevor wir uns zum Abschluss des Tages noch ein Eis gegönnt haben. Als es dann schon dunkel war, ging es wieder nach Hause. Heute soll es wohl eher unangenehm warm werden, deshalb haben wir unseren kleinen Spaziergang schon erledigt und genießen jetzt das kühle Wohnzimmer, bevor es dann morgen – wenn es richtig heiß werden soll – wieder ins Büro geht. Bäh…

A star is gone

Sechzehn Jahre alt ist sie nun und es ist an der Zeit, sie gehen zu lassen. Die alte Spritschleuder hat mir in den letzten Jahren oft die Nerven geraubt, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es keinen Spaß machte hinter ihrem Steuer.

Jetzt ist sie jedenfalls weg, ausgetauscht gegen etwas jüngeres, kleineres und wendigeres. Das wohl teuerste Geburtstagsgeschenk, das ich mir je gegönnt habe.

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Machs gut, Spritschleuder.

Montagsfrage #40 [1925]

Springen wir direkt rein:

Wie geht Repräsentation (nicht)? (Pride Month Edition)

Ein Thema, zu dem ich definitiv öfter mal schweigen sollte, das gebe ich zu. Wieso? Weil ich eine Anti-Schubladendenken- bzw. Alle Menschen sind gleich-Ansicht vertrete, die vielen nicht passt. Aber egal, darum soll es hier nicht gehen.

Die Antwort auf die Frage der Woche ist für mich recht klar: Natürlich. Wie sonst soll sowas gehen? Wer fragt sich denn, wie man Feuerwehrleute in Geschichten anständig repräsentiert? Niemand. Wenn es brennt, sind sie eben da, Punkt. Die Sexualität oder die Geschlechteridentität von Charakteren muss nicht erklärt werden, wenn es sich in der Geschichte nicht explizit um diesen Teil ihrer Persönlichkeit dreht. Wenn ich nicht über einen traumatisierten Feuerwehrmann schreibe, macht die Figur eben einfach nur ihren Job. Und wenn es nicht um die innere Zerissenheit, einen Identitätskonflikt oder erlebte Ausgrenzung geht, kann die Kassiererin, mit der der Feuerwehrmann im Bett landet von mir aus einen Penis dick wie ein Unterarm haben, who cares.

Heute habe ich Sputnik Sweetheart zu Ende gelesen. Die junge Sumire verliebt sich zum ersten Mal. Und dann ausgerechnet in eine Frau. So wird das sinngemäß im Buch formuliert. Im Hinblick auf zeitlichen und kulturellen Kontext vielleicht ganz okay, aber es stört doch irgendwie beim Lesen, zumal keine der oben genannten Konflikte oder Ähnliches in der Geschichte eine Rolle spielt.

Dann doch lieber die Heransgehensweise der Expanse-Reihe. Der Herr Botschafter und sein Mann treten auf, unterhalten sich mit Avasarala und keinen interessiert’s. Holden hat insgesamt 18 Elternteile. Auch andere Charaktere leben mit einem halben Dutzend Ehepartnern zusammen. Das alles wird einfach erwähnt, nicht erklärt. Und so sollte es meiner Meinung nach auch sein, wenn die Art der Beziehung oder was auch immer nicht das Thema der Geschichte ist.

Wenn man wirklich irgendwann mal erreichen will, dass all das (und hier darf jeder selbst entscheiden, was unter »all das« fällt) irgendwann als »normal« angesehen wird, sollte man vielleicht zuerst einmal damit aufhören, es ständig als etwas besonderes darzustellen.

Sputnik Sweetheart

Um mir eine kurze Pause vom King’schen Horror zu gönnen, habe ich mich mal wieder Haruki Murakami gewidmet und Sputnik Sweetheart gelesen.

K, unser Erzähler, ist in seine beste Freundin Sumire verliebt. Die will unbedingt Romanautorin werden und absolut kein Interesse an romantischen oder sexuellen Beziehungen. Bis sie dann eines Tages die ältere Miu trifft und sich Hals über Kopf verliebt. Und dann ist da noch Ks »Freundin«, mit der zwar eine Affäre hat, die er allerdings nicht liebt. Im Buch beschreibt er das ganz gut:

»Die Lage war höchst verzwickt – wie in einem existentialistischen Theaterstück. Es ging weder vor noch zurück, und Alternativen gab es auch nicht.«

Die Geschichte um Sumire und Miu, die aber irgendwie (allein schon durch seine Perspektive) die Geschichte von K und Sumire ist, ist auf jeden Fall eine der Zugänglicheren von Murakami, die ich bisher gelesen habe. Sie fällt recht kurz aus, wartet mit wenigen Figuren auf und bis auf das Finale, das wieder diesen Murakami-typischen (oder ist es typische für japanische Autoren? Kann mir jemand lesenswerte JapanerInnen empfehlen?) Hauch des Fantastischen, ziemlich leicht verständlich.

Gefühlt war es gerade für die letzten beiden Tage ein tolles Buch. Eines, das man viel lieber irgendwo im Schatten an der frischen Luft lesen würde, aber das war leider nicht ganz möglich. Trotzdem hatte ich eine schöne Zeit mit dem Buch und habe mal wieder festgestellt, wie unterschiedlich verschiedene Autoren doch auf mich und meine Stimmung wirken.

Christine

Und weiter geht die Reise durch die Bibliografie von Stephen King, diesmal hinter dem Steuer eines 1958er Plymouth Fury. Ein Wagen mit rot-weißer Speziallackierung, der auf den Namen Christine hört.

Arnie Cunningham verliebt sich auf den ersten Blick in Christine, sehr zur Verwunderung seines Freundes Dennis Guilder, der uns die Geschichte erzählt. Denn als die beiden an Christine vorbeifahren, sind ihre besten Jahre definitiv vorbei. Doch Arnie will dieses Wrack unbedingt haben und kauft es auch vom nicht sonderlich sympathischen Roland LeBay. Wie schon sein Freund Dennis, sind auch Arnies Eltern ganz und gar nicht begeistert von dem Wagen, doch der Junge bleibt stur. 17 Jahre lang hat er getan, was von ihm erwartet wurde und jetzt will er sich endlich einmal durchsetzen für etwas, das er wirklich will. Eine durchaus normale Entwicklung im Leben eines jungen Menschen, weshalb selbst Dennis versucht, sein schlechtes Gefühl bezüglich des Wagens kleinzureden, als Arnies ihm immer mehr wie ein Fremder erscheint.

Christine ist eine der Geschichten von King, die man irgendwie einfach kennt, zumindest grob. Es ist »die mit dem Auto«, immerhin war sie das für mich früher auch, genauso wie es auch »die mit dem Hund« oder »die mit dem Clown« gibt. Ich weiß noch, dass ich den Film als Jugendlicher gesehen habe und er mir sehr gut gefallen hat. Als ich jetzt endlich mal die Vorlage gelesen habe, war die Erinnerung jedoch so verblasst, dass mir die Unterschiede kaum aufgefallen sind. Das Buch hat mir sehr gefallen, auch wenn es mal wieder eines der Bücher ist, die man auch mit geringerem Umfang hätte veröffentlichen können. Die detaillierten Schilderungen aller möglichen Dinge muss man wohl einfach mögen. Besonders gut hat mir jedenfalls gefallen, wie der Charakter Arnie immer mehr verblasst und zum Ende hin kaum noch eine Rolle spielt. Und diese hier ist auch eine der Geschichten, bei der ich sofort wieder Lust auf den Film bekommen habe.

Neuigkeiten … oder so ähnlich

Es gibt derzeit wieder mal nichts wirklich spannendes zu berichten, deshalb ist es hier etwas ruhig (wie gefühlt schon seit Monaten) geworden. Aber keine Neuigkeiten sind gewissermaßen ja auch gute Neuigkeiten.

Der Liebsten geht es den Umständen entsprechend gut, der Nachwuchs entwickelt sich prächtig, war allerdings beim letzten Ultraschall zu schüchtern, um uns etwas über die geschlechtsspezifische Ausstattung zu verraten. Aber egal, zur Not lassen wir uns eben überraschen. Die Anzahl der Gliedmaßen ist jedenfalls überdurchschnittlich hoch und liegt damit im erhofften Normbereich xD

Ansonsten geht alles sehr schleppend voran. Ich lese weniger als ich wohl könnte und zocke mehr als ich vermutlich sollte. Trotzdem komme ich irgendwie nicht hinterher, besonders nachdem die Liebste mir noch Sekiro – Shadows die twice als verfrühtes Geburtstagsgeschenk geschenkt hat.

Ich schreibe auch immer weniger, nicht nur hier. Auch mein Tagebuch wird auch länger halten, als gedacht, weil ich oft einfach keine Lust habe, zu schreiben. Immerhin habe ich mich heute mal hingesetzt und ein paar Gedanken zum nächsten Kapitel (dem 35.!) meiner Geschichte aufgeschrieben, auch wenn das hauptsächlich dem Zweck diente, vor mir selbst zu rechtfertigen, dass ich noch nicht damit angefangen habe. So ein halbherziger Selbstbetrug ist doch was Feines, oder?

Beruflich versuchen die Kollegin und ich aktuell in Erfahrung zu bringen, wie unsere Chancen stehen, 2020 noch einen Job zu haben. Mit der anstehenden Vergrößerung unserer Familie und meiner Absicht, Elternzeit zu nehmen, wäre die Jobsuche nämlich etwas, worauf ich gerne verzichten würde. Aber auch das wird schon irgendwie geregelt werden, da bin ich mir sicher.

Und bis dahin schreibe ich hier lieber ab und zu mal eine Zusammenfassung langweiliger Neuigkeiten, als zu oft stressige oder belastende Ereignisse zu schildern.

Montagsfrage #38 [1923]

Keine großen Umschweife, kommen wir direkt zum Thema:

Wie bist du zum Lesen gekommen?

Ich bin tatsächlich recht spät zum Lesen als Hobby gekommen. Ich habe damals in der Schule die Pflichtlektüre gelesen und dann auch die Harry Potter-Bücher und (um den Hype zu verstehen) sogar Twilight. In meiner depressivsten und selbstzerstörerischsten Zeit kam mir auch Ich hab die Unschuld kotzen sehen sehr gelegen.

Aber erst seit wenigen Jahren (ich glaube seit 2014) lese ich tatsächlich regelmäßig. Es fing an mit ein paar Buchempfehlungen wie Letztendlich sind wir dem Universum egal oder Gut gegen Nordwind. Darauf folgte, wiederum um den Hype zu verstehen, Die Tribute von Panem. Und irgendwann um diese Zeit herum machte es klick. Ich hatte im Büro relativ viel Leerlauf und da ich 2015 das Rauchen aufgab auch eine Beschäftigung weniger, um die Zeit totzuschlagen.

Ich lies dann online Klassiker wie die Geschichten über Sherlock Holmes oder Alice im Wunderland. Dann entdeckte ich die Kindle-App und stieg vom Monitor auf mein altes Tablet um. 2016 gönnte ich mir dann einen ebook-Reader und habe ihn seitdem täglich im Einsatz. Das ein oder andere Buch besorgte ich mir noch in gedruckter Form, doch allein wegen der Handlichkeit und der Platzersparnis einer digitalen Bibliothek werde ich auch weiterhin bei eBooks bleiben.

Das Lesen ist auch mittlerweile ein fester Bestandteil meines Tagesablaufs und gehört einfach zu meiner Routine. Ich lese dabei keine hochtrabende Weltliteratur oder so, sondern einfach das, was mir Spaß macht bzw. worauf ich gerade Lust habe (noch ein Vorteil von eBooks: Die Verfügbarkeit. Meistens jedenfalls). Und ich merke, dass es mir guttut, eben auch weil es als Teil meiner Routine hilft, eine Ordnung oder einen Plan zu haben. Das hilft mir im Alltag wirklich sehr, muss ich sagen.

Für die Zukunft wünsche ich mir, auch weiterhin beim Lesen zu bleiben, auch wenn die verfügbare Zeit durch den Nachwuchs oder irgendwann einen anderen Job vielleicht anders eingeteilt werden muss. Es ist einfach ein schönes Hobby. Man macht es alleine, konkurriert mit niemandem und kann beim richtigen Buch zumindest zeitweise alles andere ausblenden. Und doch kann man sich mit anderen austauschen, Empfehlungen aussprechen oder einholen, Meinungen teilen … ich bin froh, dass ich nicht mehr so lesefaul bin, wie ich es einmal war.

Ein kleiner Tritt für die Menschheit

Seit geraumer Zeit nun schon kitzelt der Nachwuchs mit seinen Bewegungen die Liebste und immer, wenn sie mir davon berichtet, fange ich wohl an, zu strahlen. Die Information »Da ist etwas und es bewegt sich, scheint also munter zu sein« ist nach den stressigen und angsterfüllten Anfängen der Schwangerschaft einfach wunderbar beruhigend.

Gestern Abend dann meinte die Liebste plötzlich: »Oh, gerade hat das Baby getreten und ich habe das an meinen Fingern gespürt.« Zack, ihre Hand weg, meine auf den Bauch und abgewartet. Wir lagen nebeneinander im Bett und haben noch gelesen, als dann nach kurzer Zeit plock! etwas gegen meine Hand stieß.

Es war das erste Mal, dass ich die Bewegung unseres Kindes spüren konnte und ich war so unglaublich glücklich, allein bei der Erinnerung daran kommen mir gerade fast die Tränen vor Glück. Ich freue mich so sehr auf unseren Familienzuwachs.

Ich bin schizophren und es geht mir allen gut

Wie heute Morgen ja bereits erwähnt, habe ich mal wieder Bernemann gelesen. Die Meinungen, die ich zu dem Buch im Vorfeld gelesen habe, waren sehr gemischt und da es bei einer Textsammlung ja auch keine Handlung gibt, über die man sich auslassen könnte, fasse ich mich sehr kurz mit meinem Urteil.

Das Buch als Ganzes hat mir gut gefallen, wenn auch nicht so gut wie die anderen Bücher, die ich bisher von Dirk Bernemann gelesen habe. Die Texte schwanken in ihrer Qualität (in meinen Augen) wirklich sehr, doch vielleicht sind sie auch einfach nicht gedacht, um so kurz hintereinander gelesen zu werden, immerhin handelt es sich ja nicht um einen Roman.

Meine Empfehlung: Wenn man Bücher Ich hab die Unschuld kotzen sehen oder Satt, sauber, sicher oder auch Wie schön alles begann und wie traurig alles endet mochte, kann man auch hier einen Blick riskieren. Wenn man nichts von Bernemann kennt, sollte man erst die anderen Bücher lesen.