Was man so über mich sagt

Kollegin A: »Also der Christian, der wird immer dünner.«

Kollegin B: »Und immer stoischer.«

 

Ähm, danke?

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Schlaf

»Wenn man unter Schlaflosigkeit leidet, ist man immer wach. Aber nie richtig.«

Okay, falscher Film. Passt auch irgendwie gar nicht. Die namenlose Erzählerin in Haruki Murakamis Schlaf ist nämlich sehr wohl wach. Eben dann, wenn sie eigentlich schlafen sollte. Sie erlebt gerade den 17. Tag in Folge ohne Schlaf, dafür mit dicken russischen Romanen und Cognac. Nicht wirklich wach scheint sie nur zu sein, wenn sie ihren täglichen Pflichten nachkommt. Was wirklich zählt, sind die Stunden alleine mit einem Buch.

Wie auch zwei Jahre später bei Die Bäckereiüberfälle stammen die Illustrationen zur kurzen Erzählung von Kat Menschik. Diese sind großartig, gefielen mir aber in Die Bäckereiüberfälle besser. Dafür gefiel mir hier die Geschichte besser, einigen wir uns also auf ein Unentschieden. Auch die weiteren Kooperationen von Murakami und Menschik werde ich mir bei Gelegenheit noch ansehen, dafür haben mir diese beiden auf jeden Fall gut genug gefallen. Also haben wir hier das erste Buch in diesem Jahr, das ich sogar empfehlen würde. Wuhu xD

Montagsfrage #20 [1903]

Machen wir es kurz. Die Frage lautet diese Woche:

Lyrik: ausgedient oder am aufblühen?

Die Antwort fällt ebenso kurz und knackig aus, denn ich kann das mit einem ganz klaren Jein beantworten.

Na gut, vielleicht muss man da doch etwas weiter ausholen. Zunächst einmal muss ich wohl gestehen, dass ich – wie viele andere – klassische Gedichte nicht sonderlich mag. A Red, Red Rose von Robert Burns aus dem Jahre 1794 mag ich sehr und ich kriege heute noch eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie eine schottische Internetbekanntschaft den Text vorgetragen hat, aber abgesehen davon kann man mich mit sowas jagen. In der Schule ging mir die Herangehensweise an Gedichte total auf die Nerven. Versmaß, Rhythmus, Reimschema. Kein Autor, dessen Absicht es ist, dass folgende Generationen sein Werk von der Warte aus betrachten, hat etwas geschrieben, dass es wert ist, gelesen zu werden. Meine Meinung xD

Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich ums Verrecken nicht reimen kann, eigentlich aber gerne schreibe – und mir auch seit 16 Jahren einbilde, hin und wieder etwas ganz brauchbares zu Papier zu bringen. Mittlerweile sind die Grenzen von Lyrik oder Poesie sowieso so aufgeweicht, dass vieles darunter gezählt werden kann. Einiges davon gefällt mir sehr gut. Den ein oder anderen Poetry Slam-Text finde ich super, auch wenn ich da meist die mag, die schon mehr in Richtung Stand up Comedy gehen. Ich lese tatsächlich auch kaum etwas in Richtung Lyrik. Ich besitze einen Gedichtband und selbst den nur aus Humorgründen. Nach einer Aufzeichnung von René Marik (Rapante, Rapante und so…) habe ich mir nur wegen des Gedichts Gemeinsamkeiten ein Buch von Elsbeth Bellartz zugelegt. Mein Gott, was für wirre Texte. Wenn ich doch mal etwas Gereimtes lesen will (immer mit einem leichten Beigeschmack von Neid ob der Fähigkeit, zu reimen), schaue ich bei der Dornenkrone vorbei.

Lyrik im klassischen Sinne hat also vermutlich nicht ausgedient. Sie ist aber auch nicht am aufblühen, würde ich sagen. Sie hat sich vielmehr entwickelt, ist mutiert, hat Eier gelegt und allerlei durchgeknallte, zurückgebliebene, geniale und bierernst komische Sprösslinge auf die Welt losgelassen.

Das Vorzelt zur Hölle

Wie ich die Familienurlaube meiner Kindheit überlebte

Auch wieder eine Empfehlung aus dem RBTV Buchklub. Ein Buch von Tommy Krappweis. Nie gehört. Stellt sich heraus, der gute Mann war wohl damals bei RTL Samstag Nacht und ist verantwortlich für Bernd das Brot. Also gut, dann lesen wir doch mal, wie die Familienurlaube in den 70ern so waren.

Als Kind, das Camping hasst und am liebsten in seinem Zimmer liest oder mit Lego spielt, sind Urlaubsreisen mit dem VW Bus in irgendwelche verdammt heißen Länder zum Wildcampen sicher nicht optimal. Ich selbst bin absolut kein Fan von Zelten, Wohnwagen oder Campingplätzen, dafür bin ich allein durch sanitäre Anlagen und gemütliche Schlafgelegenheiten einfach zu verwöhnt. Die Leiden des jungen Krappweis sind dann doch größtenteils sehr unterhaltsam zu lesen. Solange man es nicht selbst durchmachen muss und so…

Insgesamt kann man mit dem Buch wohl schon seinen Spaß haben, doch es gibt schon deutlich stärkere und schwächere Passagen. Ganz nett fand ich die Idee, manche Erlebnisse auch aus der Sicht des Campingbegeisterten Vaters schildern zu lassen und in zwei Kapiteln ihn auch beschreiben zu lassen, wie es zu dieser Vorliebe für diese Art von Urlaub kam. Kann man also mal lesen, wenn man die Gelegenheit hat, aber gezielt empfehlen würde ich auch dieses Buch nicht.

(Und gerade fällt mir auf, dass damit meine Statistik für dieses noch recht junge Jahr doch schon ziemlich schwach ausfällt bisher. Als nächstes muss ich wohl mal wieder etwas lesen, das mich mehr begeistert.)

Blade Runner

… oder auch Träumen Androiden von elektrischen Schafen? von Philip K. Dick. Das haben die Liebste und ich nun gemeinsam gelesen. Ich weiß nicht mehr, wie genau wir gerade auf dieses Buch kamen, aber ich wollte sowieso mal die Vorlage zum Film sehen, den ich als Kind zuletzt gesehen habe. Vor einigen Jahren habe ich zwar noch eine Live-Version in Saarbrücken in der Sparte 4 gesehen, aber auch das war nochmal ein ganz eigenes Erlebnis.

Der Prämienjäger (im Film wurden daraus die Blade Runner) Rick Deckard jagt illegal auf die Erde geflohene Androiden / Andys (Replikanten). Das dürften wohl alle zumindest mal gehört haben und soweit ich weiß sind die sonstigen Gemeinsamkeiten zwischen Buch und Film eher überschaubar. Rick ist im Buch jedenfalls verheiratet und obwohl er anfangs eine kurze Diskussion mit seiner Frau über seinen Job hat, zieht er los, um an einem einzigen Tag sechs Androiden eines neuen Typs auszuschalten, von denen einer bereits den eigentlich besten Prämienjäger in seinem Revier ins Krankenhaus befördert hat.

Viel mehr kann man gar nicht sagen, ohne die ganze Geschichte zu erzählen, denn sonderlich viel geschieht auch eigentlich nicht. Ein Tag im Leben eines Kopfgeldjägers, mehr nicht. Spannung kommt auch nicht wirklich auf, das kann aber natürlich auch an der Übersetzung liegen. Insgesamt würde ich das Buch zwar nicht unbedingt weiterempfehlen, doch die einzelnen Aspekte haben mir schon ganz gut gefallen. Die zerstörte Welt, der Wert biologischen Lebens, Tiere als Statussymbol und elektrische Tiere als Ersatz, der Mercerismus als Religion und auch die Empathie als entscheidender Unterschied zwischen Mensch und Maschine. Das alles hat mir sehr gut gefallen und passt wohl auch heute noch gut in Dystopien, doch der gesamte Erzählstil ist vielleicht auch einfach nicht mehr zeitgemäß. Bei einem Sci-Fi-Roman von 1968 kann man das aber auch nicht erwarten. Ich werde irgendwann demnächst einfach nochmal den Film schauen und vorerst nichts mehr von Philip K. Dick lesen. Ist wohl besser so.

Saarbrücken du Fotze

Mit diesen Worten begrüßte Alligatoah gestern seine Fans in der Saarlandhalle. Nach dem Auftritt von Dazzle, der als Vorband fungierte, war die Stimmung zwar nicht ganz so angeheizt, wie sie hätte sein können (der Knabe hat auch mich nicht so abgeholt wie Lot im 2017 beim Akustik-Konzert), aber das änderte sich rasch.

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Sehr viel voller wurde es tatsächlich nicht

Das Bühnenbild und die Show waren wirklich klasse, die Musik sowieso (würde ich das nicht so sehen, wäre ich wohl kaum dort gewesen). Das Hotel-Thema für die »wie zuhause«-Tour wurde gut umgesetzt und ließ mich einmal mehr an LIVE-Aufnahmen der EAV denken.

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Bei der Zugabe haben die Liebste und ich dann doch mal ein Foto gemacht.

Bei solchen Konzerten gibt es nur zwei Dinge, die mich wirklich stören: 1. Der Bass ist meist so laut, dass man den Gesang kaum hört. Ja, der Bass ist wichtig, aber irgendwie ist es doch nervig. 2. Das Publikum. Da merkt man wieder, dass ich einfach sehr schnell genervt bin von Menschen, besonders von so großen Mengen. Die Hälfte hat ihr Handy in der Hand, chattet (was ist genau dann so wichtig?), schickt sich Sprachnachrichten (ja, während einem Konzert), filmt (»Hey, lass uns das Konzert ansehen, dass ich damals vom anderen Ende der Halle mit meiner Handykamera aufgenommen habe«, sagte niemand jemals) oder kombiniert das alles. Dann die, die mitten in der Menge stehen und anfangen zu rauchen. Bei einem Open Air mag das noch okay sein, aber nicht in einer Halle. Da lobe ich mir doch die, die irgendwo tanzen, sobald die Vorband anfängt und erst damit aufhören, wenn die Zugabe vobei ist. So muss das sein…

Jedenfalls war der Abend wirklich schön und wir hatten beide Spaß. Ein nächster Konzertbesuch ist noch nicht geplant, aber wer weiß, was da noch kommen wird.

Was höre ich denn da? Und wieso?

»Was hörst du denn da?«

Die Frage höre ich öfters von der Liebsten, wenn ich zuhause Musik höre. Sie will damit nicht etwa ausdrücken »Klingt gut, wer ist das denn?« oder ähnliches, sondern eher so »Alter, echt jetzt?«. Mittlerweile spart sie sich schon immer häufiger jeden Kommentar, wenn es nicht unbedingt um die Hintergrundmusik für einen geselligen Abend geht. Soll der Kerl doch beim Putzen der Bäder Electro Swing oder 16-bit-Techno hören, wenn er mag.

Nur wenn es wieder mal etwas Ungewohntes ist, kommt sie nicht umher, doch mal zu fragen. Zuletzt so geschehen vor ein paar Tagen. Die Antwort auf die Frage, was ich da hört: Mads Langer. Ich mag sein erstes Album einfach, mehr habe ich auch nie von ihm gehört. Tatsächlich kam ich damals über die erste Staffel The Vampire Diaries und den Song Beauty of the dark auf Mads Langer (Als jemand, der die ersten vier Bücher noch halbwegs gut fand, hatte die Serie für mich nichts zu bieten außer einem guten Soundtrack. Und Ian Somerhalder, der mit offenem Hemd zu Enjoy the Silence von Anberlin tanzt). Jedenfalls hat die Liebste wohl noch nie von Mads Langer gehört. Ist ja auch in Ordnung, es gibt einfach viel zu viele »Künstler« für handelsübliche Banausen wie uns. Aber dadurch und durch die Überlegungen hin zu The Vampire Diaries habe ich dann nochmal überlegt, wie ich überhaupt den Weg zu einigen Bands gefunden habe, die ich stellenweise immer noch sehr gerne höre.

HIM, Subway to Sally (indirekt) und damit auch Eric Fish waren auf jeden Fall der Einfluss meiner Schwester. Babybird, Goldfrapp, The Dresden Dolls und vor allem Tori Amos gehen auf das Konto meiner ersten richtigen Freundin. Die Liebste hat mich auf Theory of a Deadman, Alter Bridge und Three Days Grace gebracht. Wenn ich an Freunde und ihren Beitrag zu meinem Musikgeschmack denke, fallen mir größtenteils Bands ein, die ich nicht wirklich gerne höre. Böhse Onkelz (manche Texte sind okay, aber musikalisch und als Gesamtpaket – nein danke), Rammstein (naja, geht), Diary of dreams (dafür muss die Stimmung passen), ASP (dito), In Extremo (joa…) und eben Schandmaul (gut, gegen Schandmaul hab ich nichts zu sagen) – alles eben düster, hart, mittelalterlich oder leicht bis stark angegruftet, wie das damals mit 18 eben so war, wenn man dazu noch ein klischeehaft depremierter Außenseiter war.

Ich habe mittlerweile keine Lust mehr, mich auf eine Musikrichtung festzulegen und so fliegt auf meinem Handy alles quer durcheinander. Ich höre also das, was ich eben gerade höre. Und wieso? Weil ich irgendwann mal durch irgendwen oder irgendetwas darauf gestoßen bin und genau jetzt der richtige Zeitpunkt dafür zu sein scheint.

Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Mein Lesejahr 2019 beginnt mit Haruki Murakami, was auch gleich meinem Wunsch entspricht, noch mehr seiner Bücher zu lesen.

Südlich der Grenze, westlich der Sonne beschreibt das (Liebes-)Leben von Hajime, der einfach nicht von Shimamoto loskommt, einem Mädchen, das er im Alter von zwölf Jahren zuletzt gesehen hat. Nachdem der Kontakt zwischen den beiden abbricht, schlägt er sich 25 Jahre lang durch, hat verschiedene Beziehungen, Affären, gründet sogar eine Familie. Dann sitzt da auf einmal diese Frau neben ihm und alles wird durcheinander gewirbelt.

Die Geschichte an sich, der Einfluss der nie vergessenen Jugendliebe, ist nicht unbedingt spannend, die Geheimniskrämerei gegen Ende vielleicht auf irgendeine Art und Weise ganz nett, insgesamt war das Buch wirklich gut, hat mich aber einfach nicht mitgerissen. Vielleicht lag es auch am Hauptcharakter Hajime, der es irgendwie nicht schaffte, sympathisch zu wirken, hauptsächlich wegen seiner Einstellung zu Affären. Das mag auch kulturelle und zeitliche Hintergründe haben (Japan in den 70ern und 80ern ist jetzt nicht unbedingt meine Lebenswelt), aber mir war der Erzähler der Geschichte dadurch eben einfach unsympathisch und das tut einem Buch meiner Meinung nach nicht gut. Trotzdem bleibt es ein gutes Buch und sicher nicht das letzte von Murakami für mich.

Montagsfrage #19 [1902]

Fräulein Leise hat natürlich auch im neuen Jahr ihre Montagsfragen für uns dabei und die aktuelle lautet da:

Was sind deine Lesevorsätze für 2019?

Nun bin ich an sich nicht der Typ für Vorsätze, da ich in der Vergangenheit einfach zu oft daran gescheitert bin. Dennoch habe ich einige »Möchte ich«’s, nenne ich es mal. 2019 möchte ich – wie schon 2018 – im Durchschnitt mindestens ein Buch pro Kalenderwoche lesen, also 52. Die 100, die die Fragenstellerin selbst anpeilt wären sicher auch ein tolles Ziel, um sich selbst zu beweisen, dass man es schafft, aber ich weiß, dass ich dann Bücher nach ihrer Länge aussuchen würde und das soll ja auch nicht sein.

Abgesehen davon sind meine Lesevosätze eher unspektakulär. Ich möchte gerne mehr von Haruki Murakami lesen (bin auch schon dabei), möchte Persepolis erhebt sich lesen und vor allem möchte ich versuchen, fokussierter zu lesen. Weniger Ablenkung bei allem was ich tue, wäre ganz nett. Daran zu arbeiten bedeutet, an mir selbst zu arbeiten, denn meist lenke ich mich selbst ab. Oder ist es einfach meine mangelnde Konzentrationsfähigkeit und ich lasse mich ablenken? Egal von welcher Seite man es betrachtet, es ist eine Baustelle. Die möchte ich 2019 angehen, um nicht nur das Lesen, sondern auch alles andere viel mehr genießen zu können.

Ordnung im Museum

2017 habe ich mir das Karten-/Würfelspiel Elder Sign zugelegt und die Liebste und ich haben auch ein eigenes Inlay gebastelt, das das Basisspiel sowie die erste Erweiterung, Unseen Forces, hält. Mittlerweile haben wir allerdings auch noch die Erweiterungen Gates of Arkham und Omens of Ice gekauft, für die in der Schachtel absolut kein Platz mehr ist. Und es gibt ja noch mehr Erweiterungen.

Zum Glück gibt es Firmen, die Alternativlösungen anbieten und so kam heute noch ein Geschenk der Liebsten hier an: Sie hat mir die Arkham Museum Crate von Broken Token bestellt.IMG_20190103_133243.jpg

Wie schon beim Inlay für King of Tokyo war das Zusammenbauen hier auch nicht ganz einfach, doch dafür sind die Teile wirklich sehr passgenau. Nur manche Teile werden wir definitiv noch leimen müssen. Auf jeden Fall haben wir jetzt alle Spielmaterialien IMG_20190103_161517.jpgin einer Box und nicht mehr auf drei Schachteln verteilt. Das alte Inlay wird dennoch aufbewahrt, immerhin steckt da viel Arbeit drin.

Die weiteren Erweiterungen werden natürlich auch noch folgen, schließlich muss sich die große Box ja lohnen xD Aber erst einmal wird noch etwas abgewartet und ein bisschen mit Holzleim nachgebessert. Dann irgendwann kann man sich Gedanken um weiteres Spielmaterial machen.

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