Mal wieder Spiele außer Haus

Nachdem wir in diesem Monat bereits in Saarbrücken und in Eppelborn spielen waren, haben die Liebste und ich gestern den Tag der offenen Tür des Gedankenwelten e. V. in Homburg besucht.

Im großen Haus der Begegnung kamen wir uns direkt am Anfang etwas verloren vor, doch nachdem wir uns ein bisschen umgesehen hatten (X-Wing in einem großen Saal, Coriolis in einem Nebenraum und Kartenspiele in einem weiteren), hat man sich quasi direkt um uns gekümmert. Wir wurden rumgeführt, bekamen alles mögliche erklärt und saßen dann letzten Endes mit einigen Mitgliedern zusammen und haben verschiedene Spiele gespielt.

Altiplano spielt auf der gleichnamigen Hochebene und lässt die Spieler dort durch Planung Rohstoffe sammeln und verarbeiten. Die Aufmachung und das Spielmaterial waren wirklich cool, aber in dem fünf-Spieler-Spiel merkten wir schnell, dass uns die Erfahrung in diesem oder ähnlichen Spielen fehlte. Es war auch ganz spaßig, allerdings war das Setting nicht unbedingt mein Fall und wirklich viel Interaktion mit den anderen Spielern bestand eben auch nicht.

Der Juwelenhandel in Splendor eignete sich wirklich gut für zwischendurch, auch wenn ich hier ebenfalls keine Chance hatte. Zu wenig Überblick über das Spiel, irgendwie liegt mir das nicht so wirklich.

In Yokohama werden zum Planen Assistenten verteilt, die den eigenen Firmenpräsidenten unterstützen, wenn er am entsprechenden Ort eine Aktion auslösen möchte. Erinnerte an Altiplano, hat aber zumindest mich mit einem interessanteren Setting und dem schöneren Art Style überzeugt. Auch die Möglichkeiten, von anderen blockiert zu werden, sorgten für eine Interaktion, die zumindest ein bisschen über das »Der hat jetzt aber was gekauft, das ich gerne hätte« hinaus ging.

Nach diesem dritten Spiel war es bereits nach Mitternacht und so gut wie alle hatten schon den Heimweg angetreten. Diesem Beispiel folgten dann auch die Liebste und ich, doch wir waren sicher nicht zum letzten Mal dort. Wir hatten Spaß, die Leute waren wirklich nett und der Weg ist auch nicht weit, was will man mehr? Vielleicht werde ich auch irgendwann nochmal nach langer Zeit bei einem Pen & Paper-Rollenspiel mitmachen, mal sehen.

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Kuck dir die Tiere an, wie glücklich die immer sind

Ein Roman über Schuld, Sühne und Suggestion. Geschrieben von Andy Strauß, den ich zuerst als Moderator bei Rocket Beans TV sah und für etwas abgedreht hielt. Dann sah ich Videos von ihm bei verschiedenen Poetry Slams und hielt ihn für sehr abgedreht. Jetzt habe ich zum ersten Mal eines seiner Bücher gelesen und sagen wir es mal so: Ich wurde nicht enttäuscht.

Der Untertitel Ein Roman über Schuld, Sühne und Suggestion beschreibt das Buch schon ganz gut. Es ist die Geschichte einer unerwiderten Liebe und davon, was sie mit den Beteiligten so anstellt bzw. was man tun kann, um das wieder gerade zu biegen. Stefan Brommer, Hauptcharakter A, hat in der Vergangenheit aber nicht nur Mist gebaut, den es zu korrigieren gilt, sondern ihm wurde auch übel mitgespielt. Unabhängig davon pinkelt der gerne an und in Einrichtungsgegenstände und belohnt Unfreundlichkeit.

Peter Salmiak, Hauptcharakter B, leidet sich durch seine eigene Geschichte, die mit Tieren, Psychiatern, belanglosem Sex und Traumata aufwarten kann.

Beide Geschichte haben natürlich ihre Berührungspunkte und sind sehr, sehr abgedreht. Andy Strauß ist definitiv kein Autor für jedermann, doch wenn man seine Texte mag, dann wird man auch mit diesem Buch und den verrückten Ideen, die es präsentiert, Spaß haben. Für mich war es sicher nicht das letzte seiner Bücher.

Ausmisten. In digital.

Ich mag Ordnung. Könnte dem ein oder anderen vielleicht schon aufgefallen sein. Und während ich nebenher stetig bemüht bin, die Ordnung um mich herum zu verbessern oder zumindest zu erhalten, bin ich nun an dem Punkt angelangt, an dem ich die Dateien auf meinem Laptop ausmiste.

Auf meinem Desktop gibt es zwei Symbole: Unten rechts den Papierkorb und oben links meistens etwas, das mich aktuell beschäftigt. Zurzeit ist das zum Beispiel ein Ordner mit Bildern von all den Dingen, die ich online über Kleinanzeigen loswerden möchte, also auch hier is a lot of Ordnung-related stuff going on. Und so mag ich meinen Desktop. Programme, die ich (beinahe) täglich nutze, liegen in der Taskleiste verankert, der Rest im Startmenü. Auf der Arbeit liegen allein acht Symbole auf dem Desktop, die ich noch nie genutzt habe, die zu entfernen mir aber die Rechte fehlen, was mir regelmäßig auf den Keks geht.

Aber gut, das ist das Äußere, das Frontend, wie sieht es denn dahinter aus? Nachdem ich ja bereits einmal meine Musik ausgemistet habe, habe ich neulich einen zweiten Durchgang unternommen, jeden Album ein Cover verpasst und weitere Dateien aussortiert, insgesamt etwas mehr als 10 GB. War ein hartes Stück Arbeit, auch weil es manchmal Überwindung gekostet hat. Fühlt sich aber gut an. Wozu nur das Ganze, wenn noch etwa 1.000 GB Festplatte seit jeher ungenutzt vor sich hin schlummern? Gute Frage. Wozu diese ganzen einzelnen Songs von Interpreten aufbewahren, die irgendwann mal der heiße Scheiß waren und heute manchmal echt noch ganz gut sind, wenn man sie auf DuRöhre sogar mit dem kultigen Video präsentiert bekommt? Auch eine gute Frage. Und die hat letztendlich gewonnen. Es sieht auch im Mediacenter einfach schöner aus, wenn unter jedem Interpreten auch immer ganze Alben abgelegt sind und nicht nur irgendwelche Songs, bei denen ich damals aus Bequemlichkeit nicht eingetragen hatte, aus welcher schlimmen Compilation sie denn stammen.

Aber da sind ja nicht nur .mp3s, die auf der Festplatte rumfliegen. Vor ziemlich genau einem Jahr, nach der Saarcon 2017, hatte ich mir das kostenlose Spielmaterial zu Noxius besorgt und abgespeichert. Nachdem ich es nie ausgedruckt und gespielt habe, wurde es nun von meiner Festplatte verbannt. Dann Fotos. Ich bin nicht so fotografierwütig, dass ich jeden Tag zig Fotos mache, weil alles was ich erlebe ja ach so einzigartig und fotografierwürdig ist. War ich noch nie. Dennoch haben sich mit den Jahren viele Bilder angesammelt, die in ihrer Qualität, aber auch in ihrem Wert für mich und meine Erinnerungen, stark variieren. Die auszumisten wird auch wieder schwer, aber Schritt für Schritt werde ich auch diesen Weg gehen. Danach wird es auch leichter sein, die übrigen Bilder sinnvoll zu archivieren.

Auch ein wichtiger Punkt, wenn es um digitales Ausmisten bzw. digitalen Minimalismus geht, sind Social Networks. Facebook habe ich schon vor Jahren verlassen und auch wenn es bequem wäre, Spieleladen oder -veranstaltungen zu folgen, um aktuelle Infos zu bekommen, werde ich mich nicht nochmal anmelden. Ich kann die Facebookseiten ebenso »von außen« lesen und die minimale Hürde des vorher-Google-Bemühens (ich bin auch kein großer Fan von Lesezeichen im Browser) senkt sogar die Frequenz, was nur positiv sein kann. YouTube. Ja, da habe ich einige Accounts abonniert, allerdings mehr um meine Startseite zu personalisieren und nicht um jedes neue Video auch zu gucken. Ich will nur einfach nicht Galileo und Influencer auf der Startseite haben. Dann noch Twitter. Da halte ich meine Follows immer recht gering, schaue aber eigentlich wirklich noch zu oft rein. Dadurch lese ich aber immerhin auch alles, was die befolgten so posten. Meine Likes habe ich in den letzten Tagen reduziert, denn wozu soll 1.000 witzige Tweets speichern? Dann doch lieber einige wenige, die auch wirklich etwas Substanz haben. So ähnlich ist es mit den eigenen Tweets. Auch da wird etwas aussortiert, Neues wird generell eher selten gepostet. Mehr als 3.000 Nachrichten habe ich so in den vergangenen 7,5 Jahren ins Internet gekotzt. Okay, einige schaffen das in einer Woche, aber genau so jemand wollte ich ja nie sein. Das Internet, mit all seinen Vorzügen und Nachteilen, ist ein Teil meines Lebens, ja. Aber umgekehrt doch nicht.

Wenn ich mir mein Leben als irgendein Medium vorstelle, dann als Buch. Kein sonderlich spannendes Buch, aber immerhin ein Buch. Eines mit Höhepunkten und Durststrecken, wo man sich manchmal fragt, ob der Autor überhaupt selbst weiß, was er da vorhat. Mein Leben soll keine Liste von Twittertimelines oder Instagram-Galerien sein. Vielleicht bin ich zu alt dafür, sicher aber zu spießig. Und das ist gut so.

Und so bringe ich überall eine Ordnung rein, die mir gefällt, um mich der Illusion hinzugeben, alles unter Kontrolle zu haben. In weiten Teilen ist das gar keine Illusion, doch die Kontrolle über das eigene Leben ist oft ein furchtbar zerbrechliches Ding. Allerdings bin ich zuversichtlich, mit mir und allen um mich herum sorgsam genug umzugehen.

Cibola brennt

Hach, ich mag die The Expanse-Reihe einfach. Nun habe ich auch den vierten Roman gelesen und bin mal wieder begeistert. Aber hier erst einmal grob die Handlung:

Nach den Ereignissen um die Ringstation stehen der Menschheit nun tausend neue Sonnensysteme offen, von denen wohl auch die meisten mindestens einen Planeten mit atembarer Atmosphäre bieten. Einer dieser Planeten ist Illus, den einige Flüchtlinge kolonisieren möchten und so benannt haben. Doch selbst fernab der Erde und sogar jenseits unseres Sonnensystems kann doch für Menschen nichts ohne die gute alte Bürokratie funktionieren.

Und so vergibt die UN Besitz- und Schürfrechte an neuentdeckten Planeten wie eben Neuterra (so der »offizielle« Name von Illus). Die Royal Charter Energy rückt also mit Wissenschaftlern, einem Sicherheitsteam und sogar einer vorläufigen Regierung an, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Der Widerstand unter den Siedlern ist groß und man will die Landeplattform für das Shuttle, das all diese Leute auf den Planeten bringen soll, in die Luft jagen, um sich etwas mehr Zeit zu verschaffen. Das klappt allerdings nicht ganz wie geplant und die Situation eskaliert.

Die UN und die AAP haben da aber jemanden an der Hand, der als Vermittler die Wogen glätten soll. Jemanden, der nicht gerne lügt, über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügt und der im schlimmsten Falle einen hervorragenden Sündenbock abgibt: James Holden, der mit seiner Crew auf der Rosinante die Reise nach Illus / Neuterra auf sich nimmt.

Die ganze Geschichte hätte ab diesem Punkt ein politdrama oder ähnliches werden können, doch zum Glück gibt es neben Siedlern, RCE und Holden noch das Protomolekül bzw. die Geschichte um seine Erschaffer. 18 Monate von Nachschub und Verstärkung entfernt müssen die Menschen auf dem Planeten und auch auf den drei Raumschiffen im Orbit bald mit mehr Problemen klarkommen als ein paar rebellischer Siedler, einem übereifrigen Sicherheitschef oder toten Detectives.

Explodierende Planeten, schmelzende Monde und planetare Abwehrvorkehrungen sorgen für große Spannung im (auf die Galaxis bezogenen) kleinen Rahmen. So wird mal wieder mit altbekannten und einigen neuen Charakteren ein fesselndes Kapitel in dieser Geschichte erzählt. Besonders gut gefiel mir dabei, dass zumindest zwei der neuen Charaktere gar nicht so neu waren und das Buch so Verknüpfungen zu den Vorgängern herstellt, die tatsächlich einen Sinn ergeben und nicht komplett erzwungen wirken. Und Bobbie Draper hat auch ihren Part, juhu xD

Insgesamt hat mir auch hier eigentlich wieder alles gefallen. Das Setting, dieser neue Planet, war sehr interessant, die Charaktere und ihre Motivation glaubwürdig und die Erzählweise, der Wechsel zwischen den POV-Charakteren wieder mal grandios. Mit jedem Buch wächst allerdings die Angst, dass die beiden Autoren irgendwann den richtigen Punkt verpassen, ein gutes Ende einzuleiten. Das ist aber wohl bei jeder Reihe so, die zu irgendeinem Punkt Potential hat und nicht von vorneherein schon nichts zu bieten hat.

Spielen im Big Eppel

An diesem Wochenende findet in Eppelborn hier im kleinen Saarland bereits zum 19. Mal die Spieleveranstaltung Eppelborn spielt statt. Die Liebste und ich waren gestern zum ersten Mal dort und hatten jede Menge Spaß.

Nachdem wir uns einen kleinen Überblick verschafft hatten (Spieleverkauf, Spieleflohmarkt, Spieleverleih, Getränke- und Snacktheke) sind wir los zur großen Bühne, vor der die Spielelagune Saar den Spieleverleih aufgebaut hatte.

2018-10-14-11-53-49.jpgDoch kaum hatten wir ein Spiel in der Hand, wurden wir auch schon rekrutiert, um einen neuen Prototyp des saarländischen Teilzeit-Spieleautors Volker Cullmann zu spielen.

Die Könige der Gaukler (scheinbar noch nicht unbedingt der finale Titel) war wirklich spaßig. Der Aufbau dauerte ein paar Minuten, was vielleicht bei einem typischen Familienspiel ein kleines Manko sein könnte, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Regeln waren recht schnell erklärt und durch ein Wertungssystem, das die Spieler im Laufe der einzelnen Runden selbst im Geheimen bestimmen, war bis zum Ende nicht absehbar, wer den Sieg davon tragen würde. Die Punkteberechnung war wieder ein wenig Rechnerei, aber auch das hat man in vielen anderen Spielen auch. Für unsere Spieleabende wäre das Spiel wohl kein Kandidat, zumindest nicht als Dauergast, aber als Spiel für die ganze Familie (wir haben zu fünft gespielt, sechs Spieler werden aber wohl auch möglich sein), lohnt es sich bestimmt. Bleibt nur zu hoffen, dass man irgendwann mal die Chance haben wird, das Spiel im Laden mitzunehmen.

Nach dieser Spielerunde sind die Liebste und ich zum Verkaufsraum, wo wir Onitama ausprobiert haben. Ein 5×5 großes Feld, auf jeder Seite ein Meister und vier Schüler und verschiedene, zwischen den Spielern rotierende Karten, die die möglichen Züge bestimmen, und schon hat man ein Spiel für zwei, das irgendwie an Schach erinnert, irgendwie aber doch ganz anders ist. Die Regeln sind super simpel, doch die taktische Tiefe leidet darunter nicht unbedingt. Für Zwischendurch sicher ein tolles, wenn man so etwas mag. Mir hat die eine Runde auch Spaß gefallen, obwohl ich gegen die Liebste kein Land gesehen habe, doch würde ich das Spiel nicht oft genug spielen wollen, um dafür Geld auszugeben, muss ich zugeben. Was ich aber noch erwähnen muss ist die Aufmachung und Verpackung. Das Schachtelformat erinnert an Jenga, sieht aber mit seinem seitlichen Magnetverschluss echt chic aus. Das Spielbrett ist kein Brett, sondern eine Matte, die sich zusammenrollen lässt und die Figuren sind auch ganz schön gestaltet.

Als letztes Haben wir noch Bunny Kingdom von Richard Garfield getestet. Die Anleitung war nicht unbedingt superleicht verständlich, doch das Spiel hat wirklich Spaß gemacht. Jeder Spieler sucht sich aus seinen zehn Handkarten eine (bei zwei Spielern, ansonsten wohl zwei) aus, die er spielen möchte und gibt die restlichen Karten dem Nachbarn. So werden nach und nach Karten abgelegt, gespielt und immer wieder getauscht. So besiedelt jeder mit seiner Hasenarmee das Spielfeld, bevor in der nächsten Phase Städte oder Lager gebaut werden. So entstehen Lehnsgüter, die Ressourcen produzieren und so Punkte in Form von goldenen Karotten einbringen. Nach insgesamt vier Runden endet das Spiel und dann werden noch die bis dahin geheimen Schriftrollen der einzelnen Spieler offenbart, die Bonuspunkte bringen und die Platzierung noch einmal durcheinander bringen können.

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Am Ende konnte ich dann zumindest in Bunny Kingdom mit meinen rosa Häschen den Sieg davon tragen.

Anschließend haben wir uns noch etwas zu trinken gegönnt und haben den Heimweg angetreten. Wären wir noch länger geblieben, hätten wir sicher auch die Mitternachtsrunde Werwölfe mitgespielt und dann wäre es wieder viel zu spät geworden, bevor wir ins Bett kamen.

Im nächsten Jahr wollen wir auf jeden Fall nochmal zur Eppelborn spielt, doch bis dahin stehen noch viele andere Sachen an. Allein im Oktober haben wir noch zwei weitere Brettspiel-related Termine, über die ich hier dann berichten werde.

Abschließend kann man zur Eppelborn spielt sagen: Hübsche Location (auch wenn ich den Namen Big Eppel immer peinlich finden werde), kostenloser Eintritt, viel Platz, Unmengen von Spielen… einfach toll!

Ein Paket voller Vergangenheit

Damals, vor fast 17 Jahren, habe ich T. kennengelernt. Mittlerweile haben wir keinen Kontakt mehr, doch damals war er eigentlich der erste richtige Freund, den ich hatte. Wir lernten uns in der Fahrschule kennen und irgendwann habe ich ihn besucht und konnte einen Blick in sein Zimmer werden. Er wollte sich noch irgendwie raus reden, doch ich hatte sie ganz genau gesehen: Yu-Gi-Oh!-Karten.

Auch ich habe damals gesammelt, hatte aber niemanden zum Spielen. Und so ging es dann los. Nach einer grausigen Niederlage bei unserem ersten lokalen Turnier fanden wir Anschluss an andere Spieler und waren danach eigentlich jeden Tag im Spieleladen und wenn geschlossen war, saßen wir bei ihm oder bei mir und zockten. Jahrelang war dieses Spiel einfach DAS Hobby für mich und selbst nach einer längeren Pause gab es nochmal eine kurze Phase, in der wir beide wieder anfingen zu spielen.

Das ist jetzt auch schon wieder einige Jahre her und die Karten haben seitdem eigentlich nur Staub angesetzt und Platz weggenommen.

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Bis heute. Heute steht hier ein Paket, das später zur Packstation geht, um seinen Weg zu den neuen Besitzern anzutreten.

Ich habe mich ehrlich gesagt lange davor gedrückt, aber es ist gut so. Viele Erinnerungen sind mit dieser Sammlung verknüpft, aber sie verschicke ich ja nicht. Mehr Platz im Regal, etwas mehr Geld in der Tasche und immer noch die ganzen Erinnerungen. Guter Deal.

Angefixt

So nennen es alle und haben damit eigentlich auch recht. Die Runde Magic – The Gathering und die passenden Unterhaltungen auf der Saarcon am Wochenende haben mich wieder angefixt.

Gestern ging also eine Bestellung für neue Decks raus und die Liebste bekommt nun auch mein (sehr lückenhaftes) Wissen über Regeln und Spielmechaniken vermittelt. Ein Kumpel wurde auch schon informiert und somit quasi herausgefordert. Nach einem Jahrzehnt will ich doch endlich mal seine blöden Zombies klein kriegen. Jedenfalls befürchtet er nun auch schon, wieder angefixt zu werden.

Magic macht Spaß und ist wirklich ein cooles Hobby, doch ich muss trotzdem etwas aufpassen. Die Karten, die ich mir nun bestellt habe, sollen mir (und der Liebsten) helfen, das aktuelle Gameplay kennen und verstehen zu lernen. So kann man dann hoffentlich entscheiden, ob und wie man weiter spielen möchte. Darüber hinaus darf ich dann nicht die Kontrolle über Kartenkäufe oder so verlieren, das ist mir damals schon bei Yu-Gi-Oh! passiert und jetzt sitze ich auf kiloweise Karten, die ich versuche, loszuwerden.

Natürlich bin ich mittlerweile älter, reifer und kann unendlich viel besser mit Geld umgehen, aber es kann nicht schaden, sich der Gefahr bewusst zu sein. Trotzdem werde ich mir davon nicht den Spaß verderben lassen und hin und wieder auch zu Veranstaltungen oder Treffen gehen. Damals habe ich mit einem Freund eigentlich jeden Tag im Spieleladen verbracht, so weit wird es nicht mehr kommen. Und das nicht nur, weil es mittlerweile 20 Kilometer zum nächsten Laden sind.

Von Werwölfen und Kartenspielen

Wie bereits im vergangenen Jahr waren wir gestern mal wieder bei der Saarcon in Saarbrücken. Die kleine Spielemesse lief im Grunde genauso ab wie immer, nur dass wir dieses Mal noch einen Blick auf die Tabletop-Runden werfen konnten. Von der Idee her wirklich sehr interessant, wäre das wohl besonders aufgrund der Kosten kein Hobby für uns. Daran wird auch das Starterset, das die Liebste in der Tombola gewonnen hat, nichts ändern.

Auf dem Basar sind wir auch fündig geworden und haben uns Thunderstone Advance – Numenera zugelegt. Mit dem Spiel hatten wir auch schon länger geliebäugelt und gestern konnten wir dann bei dem Schnäppchen nicht widerstehen. Wir wollten das Spiel dann auch gleich ausprobieren und haben uns einen freien Tisch gesucht. Dort habe ich dann gleich noch drei weitere Leute rekrutiert und wir haben uns in einen Nebenraum verzogen. Leider war das Spiel mit seinen 597 Karten und 40 Seiten Anleitung etwas zu komplex für gestern Abend. Also saßen wir die meiste Zeit um den Tisch herum und haben uns unterhalten, während die Liebste versucht hat, sich in die Anleitung zu vertiefen.

Ich habe mich dann noch dazu überreden lassen, nach langer Zeit nochmal eine Runde Magic zu spielen und bekam dazu sogar ein Deck geliehen. Das hat mir (leider?) wirklich Spaß gemacht und heute morgen habe ich sogar meine alten Decks rausgekramt.

Während ich Magic gespielt habe, hat die Liebste mit einer Freundin Dice Forge ausprobiert, das wohl auch ganz lustig war. Die Freundin hat es jedenfalls gleich im Anschluss bestellt. Demnächst werde ich das also auch mal ausprobieren könne und bin gespannt.

Um Mitternacht wurde dann, wie schon im Vorjahr, Werwölfe gespielt. Nachdem erst noch unklar war, ob sich ein Spielleiter finden würde, hatten wir dann doch noch Glück. Die Liebste war mal wieder ein Werwolf, während ich als Hexe aus Versehen einen Unschuldigen vergiftet habe. Am Ende gewannen dann aber doch die unschuldigen Bürger, auch wenn es in den ersten Runden nicht unbedingt danach aussah. Da es dann aber auch schon wieder irgendetwas um drei Uhr morgens war, haben wir die weiteren Runden ausgelassen und den Heimweg angetreten.

Heute haben die Liebste und ich dann in Ruhe nochmal einen Versuch mit Thunderstone gewagt und es auch tatsächlich verstanden.

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Die angegebenen 60-90 Minuten haben wir natürlich weit überschritten, aber wir hatten durchgehend Spaß dabei und darum geht es ja schließlich. Beim nächsten Spieleabend werde ich mich auf jeden Fall mal für eine Runde zu dritt oder zu viert einsetzen. Bis dahin können wir ja noch ein paar Runden zu zweit spielen.

Erholung vom Urlaub

Die ganze Woche hatte ich frei. Heute haben wir eine Freundin der Liebsten zurück zum Bahnhof gebracht. Am Mittwoch war sie aus Hamburg angekommen und auch wenn ihr Besuch wirklich nett war, ist es angenehm, wieder »Ruhe« zu haben. Ein Abendessen mit noch weiteren Freundinnen, ein Waldspaziergang zum Kastaniensammeln, verhindertes Sightseeing, Stadtführungen und generell der latente Drang den Gast zu bespaßen waren doch einigermaßen erschöpfend.

Später geht es dann noch zur Saarcon und wohl erst sehr spät wieder nach Hause und ins Bett, doch morgen, da steht nichts auf dem Programm und es wird einfach nur entspannt. Das ist auch gut so, bevor es am Montag wieder zur Arbeit geht. Und bevor es nachher losgeht muss ich mich jetzt noch ein wenig ausruhen. Man liest sich.

Wie schön alles begann und wie traurig alles endet

Nach einiger Zeit mal wieder ein Buch von Dirk Bernemann. Seine Bücher wecken in mir immer wieder denselben Wunsch: Auch so schreiben zu können. Sein Stil ist sehr speziell und ganz sicher nichts für jeden, doch ich mag ihn sehr.

Wie schön alles begann und wie traurig alles endet ist da keine Ausnahme. Die beste Beschreibung liefert der Unsichtbar-Verlag selbst: »Ein Buch irgendwo zwischen Liebe, Krieg, Jugend, Dorf und Metropole. Ein Geschichte, die zu Herzen gehen soll, aber meistens irgendwo anders im Körper landet, wo es aber auch schön ist.

Dirk Bernemann beackert die großen Themen der Literatur: Liebe, Krieg und avantgardistische Popmusik. Menschen rennen durch Metropolen auf der Suche nach Liebe und anderen Gründen für ihre Existenz und was sie finden ist manchmal Dosenravioli und Spezi.«

So wüst wie diese Kurzbeschreibung liest sich auch das Buch. Es reißt einen von hier nach da und von dann bis jetzt und wieder zurück. Oberflächliche Charaktere in einer oberflächlichen Welt. Der Prä-Kriegsbericht aus einer Post-Kriegszeit lässt einen nicht so schnell wieder los, wenn Bernemanns Stil an den richtigen Rezeptoren andocken kann. Spaß macht das Buch nicht wirklich, aber das muss es auch nicht. Mehr kann ich auch eigentlich nicht sagen. Die Geschichte ist relativ kurz und es gibt nichts, das man spoilern könnte, zumindest wenn man mich fragt. Wenn man Bernemann mag, mag man wohl auch dieses Buch, wenn nicht, dann eben nicht.