Rückblick auf den Monat April 2022

Ich kann es kaum glauben, doch es ist noch verdammt früh im Monat, als ich anfange, diesen Rückblick zu schreiben (heute ist der 19. April!). Vermutlich liegt das daran, dass ich dringend Übung mit meiner neuen Tastatur brauche, doch zu einem großen Teil ist es sicher auch das Gefühl, dass ich nichts mit mir anzufangen weiß.
Naja, ich kann ja mal anfangen, zu schreiben und bis zum Ersten Mai wird sicher noch ein klein wenig was dazu kommen.

Die Sache mit den Gewohnheiten (die x-te…)

In den letzten Monaten merke ich, wie es mir immer schwerer fällt, mich zu konzentrieren und bestimmte Dinge einfach nur zu tun. Meine Tagebucheinträge werden kürzer, meine Spaziergänge seltener und wenn ich zweimal pro Woche ein Buch in die Hand nehme, ist das schon verdammt viel.
Stattdessen verbringe ich immer mehr Zeit mit Videospielen oder YouTube. Wäre es wenigstens als Content Creator – lernen, wie man Spiele macht, dazu Inhalte veröffentlichen oder so – wäre das ja noch okay, doch die meiste Zeit konsumiere ich einfach nur Inhalte, die keinen wirklichen „Wert“ haben. Dabei sahen die Pläne ganz anders aus.

Da ist zum Beispiel der YouTube-Kanal von Brackeys. Ich habe ja wirklich absolut keine Ahnung, doch dieser Typ hat hunderte von Tutorial-Videos für (angehende) Game Devs erstellt und so gut wie jedes Video darüber, wie man ein Indie-Entwickler wird, das ich gesehen habe, verweist auf diesen Kanal. In einem dieser Videos habe ich auch einen Tipp aufgeschnappt, den ich eigentlich beherzigen wollte, weil er so simpel ist: Jeden Tag ein kleines Video zu Unity (der Game Engine) oder Blender (dem Grafikprogramm) anschauen. Klingt einfach, oder? Man muss ja nicht alles direkt nach einem Video beherrschen und auswendig kennen, doch die stetige Wiederholung von Basics in solchen Tutorials hilft, Dinge zu verinnerlichen.
Nicht einmal das schaffe ich. Meistens sage ich mir selbst, dass ich mich nicht darauf konzentrieren kann und auch wenn das zum Teil stimmen mag, drücke ich mich einfach nur davor. Ich hatte es ja schon einmal erwähnt, die Liebste und ich wechseln uns ab, die Kleine ins Bett zu bringen. In dieser Zeit habe ich im Januar (oder war es Februar?) ein YouTube-Tutorial zur Godot Engine durchgearbeitet. Das hat nicht wirklich Früchte getragen, doch ich habe es gemacht. Ich hatte die Zeit und habe sie genutzt, um etwas Neues zu lernen. Jetzt habe ich die Zeit immer noch und nutze sie, um zu zocken.

Pause?

Das führt dann also zu der Frage, welchen Wert ich unterschiedlichen Dingen beimesse. Wo liegen meine Prioritäten? Wie möchte ich meine Zeit nutzen? Wie möchte meine Energie nutzen?
Besonders die letzte Frage ist eine sehr kritische, wenn die zur Verfügung stehende Energie so begrenzt ist bzw. so stark schwankt, wie bei mir zur Zeit.

Ich muss also meine Prioritäten neu überdenken und ENDLICH meine Disziplin in den Griff kriegen. Hinweis: Die folgende Aufzählung bezieht sich ganz allein auf mich. Nur deshalb stehen die Liebste und die Kleine nicht an erster Stelle. Auch ist sie auf keinen Fall final. So würde ich sie nur jetzt im Moment sehen, auch wenn ich nicht danach handele.

Priorität 1: Meine Gesundheit, geistig und körperlich.
Ich bin immer angespannt, ständig erschöpft und praktisch durchgehend unzufrieden mit dem, was ich selbst leisten kann. Da muss etwas passieren. Am Freitag geh es wieder zur Neurologin und ich spreche mit ihr über meine Kopfschmerzen, die Tabletten und ihre Auswirkungen auf meinen Alltag.
Ich werde auch in der Tagesklinik nachhaken, wie es mit meiner Diagnose aussieht. Es wird Zeit, dass ich eine ungefähre Richtung vorgegeben kriege, die ich verfolgen kann, um mich wieder besser zu fühlen.
Dann ist da der körperliche Aspekt. Dank der Tabletten fällt es mir noch schwerer, meinen Heißhunger unter Kontrolle zu halten und ich nehme immer weiter zu. Heute wiege ich zum Beispiel 86,9 kg, mein Ziel wären so 78 bis 80. Das Gewicht allein ist vielleicht nicht ungesund, doch die Tatsache, dass ich mich nicht wohlfühle in meiner Haut, belastet mich.
Es würde mir auch helfen, wieder mehr auf Süßkram und Softdrinks zu verzichten. Besonders letzteres fällt mir schon immer sehr schwer.

Priorität 2: Ruhe.
Egal, worum ich mich kümmern möchte, ich sollte mir Zeit dafür nehmen können. Und ich sollte auch wieder öfter mal meinem Verstand die Möglichkeit geben, zur Ruhe zu kommen. Mal nicht bei jedem noch so kurzen Weg, den ich laufe, einen Podcast hören. Nicht ständig irgendein Video nebenher laufen lassen. Einfach weniger, dafür bewusster, konsumieren.
Mich einfach mal in die Sonne setzen und ein Buch lesen. Musik hören um der Musik willen, nicht als Hintergrundgedudel. Oder einfach mal ein paar Minuten ganz in Ruhe verbringen. Dazu ist eines ganz wichtig:

Priorität 3: Filtern bzw. wieder zu lernen, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Dazu gehört zum Beispiel, der oben erwähnte bewusste Konsum von Inhalten jeglicher Art. Bücher, Artikel, Videos … Ich würde Zeit, Energie und Fokus sparen, würde ich nur konsumieren, was mich wirklich interessiert oder mich auch wirklich auf irgendeine Art und Weise weiterbringt.
Es geht aber auch nicht nur um konsumierte Inhalte. Und bei den Inhalten geht es nicht nur darum, was konsumiert wird. Das wie und wann ist auch immer wichtig. Gezielt, geplant, nicht nebenher, das sagt sich immer so leicht, doch für mich persönlich ist es wirklich furchtbar schwer. Daran muss ich auf jeden Fall arbeiten.
Und bezüglich meines übrigen Konsums sind es Gewohnheiten, die ich durchbrechen muss. Jeden Morgen zum Discounter laufen und dort praktisch die Hälfte meines Tagesbedarfs an Kalorien aus der Backstation mitnehmen. Zusammen mit 1,5 Litern Cola Zero, weil ich eben von Koffein oder diesem künstlichen Süßungsmittel (oder beidem) abhängig bin.
Ich weiß, es würde Geld sparen. Ich würde abnehmen oder zumindest weniger schnell zunehmen. Sobald die Entwöhnung von Softdrinks durch ist, würde ich mich auch wieder energiegeladener fühlen, zumindest ein wenig. Ich hätte sehr wahrscheinlich auch viel seltener Probleme mit meinem Magen. Das alles weiß ich. Das macht es aber nicht unbedingt leichter für mich.

Priorität 4: Selbstverbesserung
Die bisherigen Punkte könnte man vielleicht auch schon unter dieser Überschrift zusammenfassen, doch um ganz ehrlich zu sein, zählen die für mich eher zu den Grundlagen, die ich brauche, um ein gesundes Leben führen zu können.
Die Selbstverbesserung ist dennoch ein Teil davon, aber eben auch ein weiteres Ziel, das zunächst einmal hochtrabender klingt, als es eigentlich ist. Im Grunde möchte ich einfach neue Sachen lernen, bzw. mehr dafür tun, das Leben zu leben, das ich mir wünsche. Dazu gehört eben das Lernen, Lesen und auch das selbst Erschaffen. Und als Grundlage dafür brauche ich dann die Punkte 1 bis 3 dieser Liste.

Vermutlich könnte ich diese Aufzählung nun noch fortsetzen und Aspekte wie Beruf, Finanzen oder sonstigen Kram einbeziehen. Tatsächlich sind mir die genau jetzt allerdings gar nicht so wichtig. Klar brauche ich Geld, um zu leben, und wäre es nicht so, würde ich meinen Job vermutlich an den Nagel hängen, doch das sind Dinge, über die es sich nicht lohnt, nachzudenken, solange die wirklich wichtigen Dinge nicht so funktionieren, wie sie sollten.

Das Ziel ist also – wie schon in den letzten Jahren – einigermaßen klar. Bleibt die Frage, wie es erreicht werden soll oder kann. Eine Idee, die etwas radikal klingt und die ich sicher nicht von jetzt auf gleich umsetzen könnte, wäre eine Pause. Verzicht. Zucker, Koffein, zielloser Medienkonsum … Das wäre an sich wirklich gut für mich, setzt jedoch auch an sehr stark verwurzelten Gewohnheiten an. Ich kann also nur versuchen, mich selbst immer wieder daran zu erinnern und einfach mein Bestes zu geben.
Eine Möglichkeit, die ich sehe, um zumindest etwas Kapazität in meinem Hirn freizuschaufeln, ist dieses Blog hier. Ich schreibe hier für etwa fünf Aufrufe am Tag. Fünf Aufrufe, über die ich mich freue, aber ich kann mich auch einfach nicht mehr in eine Art Community einbringen, um diese Zahl irgendwie zu erhöhen.

Da ich also in diesem Jahr bisher sowieso mit Buchrezensionen sehr sparsam war, weil ich einfach nichts lese und ich zumindest in dieser Woche merke, dass selbst Dinge, die einmal pro Woche oder sogar nur einmal pro Monat anstehen, mich schon unter Druck setzen, werde ich eine Pause einlegen.
Ich werde versuchen, mich in einem Monat nochmal zu melden und dann vielleicht schon gute Neuigkeiten zu haben. Doch bis dahin scheint es mir so am besten zu sein. Der handvoll Leute, die das hier lesen wird, wünsche ich einen erfolgreichen Monat Mai, ganz egal, was ihr erreichen wollt. Ich möchte einiges erreichen und bin sehr gespannt.

Bis bald…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s