The Sound of Stars

Es geschehen noch Zeichen und Wunder! Ich habe Ende März endlich das zweite Buch für dieses Jahr beendet! Mögliche Gründe, weshalb ich so langsam oder viel mehr so wenig lese, gibt es einige, doch heute bin ich einfach nur froh, dass ich es doch noch geschafft habe, Alechia Dows The Sound of Stars zu Ende zu lesen. Das Buch stand praktisch seit Release auf meiner Wunschliste, schauen wir also mal, ob es sich gelohnt hat, ja?

Geschichten und Hoffnung

Die Welt ist am Arsch, mehr oder weniger. Ja, die Umwelt ist wieder sauberer, die Natur blüht wieder auf und so, aber dass es nur das Ergebnis einer Alieninvasion und -besatzung ist, gibt dem Ganzen doch einen faden Beigeschmack. Und dann ist da natürlich noch das Töten von Menschen oder ihre Haltung als Gefangene in umfunktionierten Wohnkomplexen.
Besagte Invasion durch eine Rasse namens Ilori mag das Ergebnis eines Missverständnisses zwischen ihnen und den Menschen gewesen sein, doch umzukehren sind die Ereignisse der letzten zwei Jahre nicht mehr.

Das erkennt auch Janelle Baker, genannt Ellie, die trotzdem einen Weg findet, eine eigene kleine Revolution im Verborgenen zu führen. In einer Welt, in der Kunstformen wie Bücher und Musik verboten sind, nimmt sie in ihrem Wohnkomplex die Rolle einer Dealer-Bibliothekarin ein. Sie fühlt sich gut dabei, dieses Risiko einzugehen, bis einer der Ilori, die dafür bekannt sind, emotionslose Geschöpfe zu sein, ihr geheimes Lager entdeckt.
Doch Ellie ist kurz davor, viel Neues über ihre außerirdischen Besatzer zu lernen.

Was folgt, ist eine Flucht und eine Reise ins Ungewisse. Angst, Vorurteile, aber auch Liebe und Hoffnung warten auf dem Weg, der zum Ende der Menschheit oder ihrer Befreiung führen könnte.

Klingt gut, aber…

Ich mag Bücher. Das war vermutlich auch der Grund, weshalb ich die verbotene Bibliothek einer jungen Rebellin interessant genug fand, um The Sound of Stars auf meine Wunschliste zu packen. Und ganz ehrlich: So schlecht klingt die Geschichte auch nicht, oder? Klar, dürfte jeder wissen, was zwischen Ellie und besagtem Alien geschieht, das ihre Bücher entdeckt, aber das ist ja nicht schlimm.
Doch habe ich erwähnt, dass Ellie übergewichtig ist? Dass sie sich selbst nicht schön findet? Das gehört nämlich anscheinen zu den ganz wichtigen Dingen in dieser Geschichte. Eine Beschreibung im Internet (von goodreads-User Fanna) lautet: „plus-size, biracial, demisexual MC with anxiety“.

Und damit sind wir bei dem, was mich am Buch am meisten gestört hat: Das, für mich (!), unpassende Maß an Gender-woke-LGBTQ*+%$-Gedöhns. An dieser Stelle wieder der nötige Hinweis: Ich habe nichts gegen keinen Menschen. Ich glaube vielleicht nicht an 137,4 Geschlechter oder daran, dass das Erschaffen immer neuer Schubladen, in die man sich selbst steckt, irgendwann dazu führen wird, dass es keine Schubladen mehr gibt und Menschen einfach nur Menschen sind, aber das bedeutet nicht, dass ich keine Achtung vor Menschen habe.
Trotzdem verstehe ich nicht, wieso Außerirdische – Wesen, die von sich behaupten, nicht zu fühlen, oder solche, die schon Konzepte wie Zeit hinter sich gelassen haben – bei jeder Vorstellung ihr soziales Geschlecht nennen sollten. Oder wieso das soziale Geschlecht von Figuren irgendeinen Wert für die Geschichte hat, wenn es zwar auch um Klassenunterschiede, Rassismus und andere Vorurteile geht, aber nie bezogen darauf. Besonders, wenn die Figuren nach zwei Zeilen nie wieder auftauchen.

Dann ist da noch Ellie. Ein moderner Teenager, der eine Alieninvasion überlebt hat. Zwei Jahre unter der Knute der Ilori gelebt hat. Um sich in Augenblicken extremer Angst von einer Panik abzuhalten, zählt sie, manchmal Dinge um sich herum, manchmal Dinge in ihren Gedanken. Und im Angesicht des beinahe sicheren Todes denkt sie an ein gutes Dutzend Opfer von Gewalt gegen Schwarze (namentlich), an Amokläufe und an „so many—too many—black transgender women to name“ … Tut mir leid, das fällt mir einfach schwer, zu glauben. Wäre sie eine junge Menschenrechtsaktivistin (ja, in gewisser Hinsicht kann man sie vielleicht so bezeichnen) und würde in einem entsprechenden Setting eine Rede halten, käme das gut und glaubhaft rüber. Aber in diesem Setting wirkt es auf mich, auch wenn sie schon Rassenhass erlebt hat, trotzdem zu aufgesetzt.

Zum Teil liegt es sicher auch daran, dass ich mir mit dem Buch so schwergetan habe. Ich mag die Geschichte und auch die Figuren, aber den Social-Justice-Aspekt hätte man ruhig etwas vorsichtiger dosieren können. Wenn ihr aber genau nach so etwas sucht und auch mit uns gnadenlos überlegenen Aliens kein Problem habt, die sich immer noch an Geschlechterbezeichnungen festklammern … Dann schlagt zu.
Die Geschichte beginnt sehr vorhersehbar, hat dann die ein oder andere kleine Überraschung parat und ein Ende, das zwar nicht furchtbar originell ist, mir aber wirklich sehr gut gefallen hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s