Montagsfrage #16 – Superkräfte [2212]

So, in dieser Woche mal wieder am Montag, wie es sich gehört. Ich bin nicht sonderlich fit, aber das soll uns jetzt egal sein. Das Wetter ist gut und die Woche hat gar nicht mal so schlecht angefangen, hier also die aktuelle Montagsfrage:

Wenn Ihr Euch eine Fähigkeit/einen magischen Gegenstand/eine Superkraft aus einem Buch aussuchen dürftet, was würdet Ihr wählen?

Uiuiui … Gleich vorweg: Ich werde mich nicht auf Bücher beschränken oder bei jeder genannten Fähigkeit auf ein bestimmtes Buch beziehen. Das kann ich vermutlich auch gar nicht, doch ich gehe einfach mal davon aus, dass eigentlich auch jede Comic-Fähigkeit in irgendeinem Buch Verwendung findet. Also schauen wir mal, was es so gibt. Denn das ist doch fast schon genauso interessant, wie die eigentliche Wahl am Ende, oder? An welche Dinge die jeweiligen Blogger bei solch einer Frage überhaupt denken.

Fliegen. Ein absoluter Klassiker und für mich schon immer überschätzt. Erstens habe ich Höhenangst und zweitens: Wenn ich nur fliegen kann, ganz ohne den üblichen Superman-Kram wie Stärke, Unverwundbarkeit oder Hitze-/Kälteimmunität, kann ich weder wirklich hoch noch wirklich schnell fliegen. Vielleicht mit Helm und Schutzausrüstung, aber dann kann ich auch Motorrad fahren, oder?
Mich in geringer Höhe schwebend fortbewegen zu können, könnte mich allerdings vielleicht von meiner Höhenangst kurieren, das will ich nicht ausschließen. Je nach Beruf wäre es auch nützlich. Trotzdem nicht meine erste Wahl.
Dann gibt es noch fliegende Alltagsgegenstände. Autos, Teppiche, Besen, Telefonzellen … Da hätte ich wohl wieder etwas Angst, wenn der Gegenstand eher klein und mit wenigen Airbags ausgestattet ist. Also vielleicht doch etwas halbwegs Stabiles, wie einen DeLorean oder so.

Unsichtbarkeit. Eine Fähigkeit, die oft nicht wirklich durchdacht ist. Ein Tarnumhang wie der, den Harry Potter besitzt, ist eine ganz nette Spielerei, schränkt aber zu sehr ein. Ein Anzug wie der aus dem Film Der Unsichtbare (Die Version von 2020) ist zu kompliziert und fehleranfällig.
Bleibt also die Fähigkeit, unsichtbar zu werden (es muss steuerbar sein, sonst sehe ich darin keine Superkraft, sondern eher einen Fluch). Worauf begrenzt sie sich? Meinen Körper? Dann muss ich immer nackt sein. Wie sieht es dann mit Essen und Trinken aus? Ab wann zählt das als Teil meines Körpers und ist nicht mehr sichtbar? Wie sieht es mit Schweiß oder Blut aus, zwei Dinge, durch die Unsichtbare auch gerne entdeckt werden?
Und dann die Anwendungszwecke. Man könnte sicher Karriere machen, das will ich nicht leugnen. Dann sind da natürlich die Umkleiden und Meetings, die ausspioniert werden können, wenn man etwas Übung hat. Unsichtbarkeit ist sicher nicht die schlechteste Fähigkeit, aber da bräuchte ich vorher eine detaillierte Auflistung der Rahmenbedingungen.

Das Shining, oder ähnliche Fähigkeiten. Alles in Richtung Hellsicht, Visionen oder wie man es sonst nennen möchte … Viel zu unberechenbar und schwer zu kontrollieren. Würde das kein Problem darstellen, wäre es allerdings interessant.

Ein Denkarium (zumindest glaube ich, dass es so hieß). Und schon sind wir wieder bei Harry Potter. Wenn der Kopf zu voll wird, Gedanken und Erinnerungen einfach auslagern und bei Bedarf nochmal ansehen und erleben, mit dem Vorteil (je nachdem…) dass auch andere die eigenen Gedanken und Erfahrungen erleben können. In der SciFi-Literatur gibt es das sicher auch oft genug, irgendwelche Cyberpunk-Gimmicks, mit denen Erinnerungen auf einem Speicher gelagert oder ins Gehirn übertragen werden können. Etwa, dass man als Geheimagent auf dem Mars unterwegs ist oder so.
Hier muss ich sagen, dass diese Fähigkeit bzw. dieses Gimmick mir schon oft in den Sinn kam als etwas, das ich gerne hätte. Allerdings muss ich zugeben, dass es sich da meistens um Situationen handelte, in denen ich gerne den Film, den mein Kopfkino mir zeigte, mit anderen geteilt hätte. Zum Beispiel um der Liebsten zu zeigen, wie ich in einem Traum vor ihr und ihren Freundinnen kniend … Oh, daran sollte ich jetzt nicht denken…
Gedanken und Erinnerungen speichern, wieder ansehen und teilen können … Eine tolle Sache, die ich vermutlich größtenteils zu meiner eigenen Erniedrigung einsetzen würde.

Gestaltwandeln. Wo wir gerade schon an diesem Thema gekratzt haben: Bei all den tollen Kräften und Fähigkeiten, die ich als Kind und Jugendlicher in Animes gesehen habe, hätte ein Teil von mir wohl immer die von Ranma Saotome aus Ranma ½ gewählt. Kontakt mit kaltem Wasser verwandelt ihn in Mädchen, heißes Wasser kehrt das wieder um. Meiner inneren Schlampe würde das definitiv gut gefallen, doch es wäre doch sehr unpraktisch. Immerhin gab es in der Serie auch noch andere Verwandlungen, praktisch in alles, was man sich vorstellen kann (Ranmas Vater zum Beispiel ist ein Panda). Und dann war da noch Turbo Teen, eine Zeichentrickserie mit ähnlicher Prämisse, nur dass der Held sich dort in ein Auto verwandelte.
Aber es gibt ja auch noch das gezielte Gestaltwandeln. Mal zeitlich begrenzt und nur durch Hilfsmittel zu erreichen (ja, schon wieder Harry Potter, ich hab eben nicht viele Bücher gelesen), mal eine angeborene Fähigkeiten, etwa von Dämonen oder Mutanten. Jederzeit das eigene Aussehen ändern zu können und dabei so gut zu sein, andere auch täuschen zu können, hätte auf jeden Fall seinen Reiz. Dann aber bitte nicht in so einer ekligen Variante, bei der man sich häutet, jedes Mal Schmerzen hat und immer einen Haufen biologischen Abfall zurücklässt. Bäh.

Portale / Teleportation. Hier gibt es auch wieder viele verschiedene Arten. Stationäre Portale mit festen oder frei wählbaren Zielen. Gegenstände, die eine Teleportation ermöglichen – auch wieder mit festen oder wählbaren Zielen (ja, das erste, das mir einfällt, sind Portschlüssel…). Oder eben die angeborene oder erlernte Fähigkeiten, sich und eventuell andere zu teleportieren.
Eine sehr coole Sache. Und wenn das Ganze ohne Risiken und Nebenwirkungen wie die Telepods aus Die Fliege oder das Beamen in Spaceballs daherkommt, definitiv in der engeren Auswahl. Aber auch das ist oft nicht so gut durchdacht. Was, wenn der Raum, den mein Körper einnehmen würde, bereits besetzt ist? Das geht schon wieder in eine Cronenberg-Richtung, in die ich nicht denken möchte.

Übermenschliche Stärke / Geschick / whatever. Grundsätzlich alles, das normale Fähigkeiten eines Menschen auf Helden-Niveau anhebt, ist vielleicht ganz nützlich, aber auch langweilig im Vergleich zu anderen Sachen, oder?

Unsterblichkeit. Mehr Fluch, als Segen, da dürften wir uns einig sein, oder? So oder so, möchte ich nochmal The Man from Earth sehen. Und auch wenn er vermutlich mies ist, muss ich mir mal noch das Sequel ansehen.

Gedankenlesen. Auch das müsste unbedingt kontrollierbar sein. Dauerhaft ungefiltert alles zu hören, was die Menschen um mich herum denken, würde mich verrückt machen. Es ist ja schon schlimm genug, die eigenen Gedanken nicht filtern zu können.

Emotionen lesen und beeinflussen. Puh, auch schwierig. Menschen schlagartig beruhigen zu können, wäre manchmal schon ganz nützlich, besonders bei der Arbeit. Aber wie schon das Gedankenlesen kann das leicht missbraucht werden und stellt im Grunde immer eine Verletzung der Privatsphäre anderer dar. Hm…

Gerade fällt mir auf, dass das schon zehn Sachen sind und ich immer noch nicht weiß, was ich wählen würde. Ganz spontan müsste ich mich ganz ehrlich für eine Fähigkeit entscheiden, die eigentlich alle Helden teilen: Dinge zu Ende bringen. Vielleicht das langweiligste Talent hier, aber eines, das mir definitiv fehlt und mein Leben deutlich verbessern würde.
Ich verspreche, ich wusste nicht, dass dieser Eintrag so enden würde. Nun ja, ist doch immer wieder interessant, wohin einen die eigene Schreibe führt, besonders wenn man die Fragen etwas freier auslegt.

4 Gedanken zu „Montagsfrage #16 – Superkräfte [2212]

  1. Hey Chris,

    stiiiimmt, an das Denkarium habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Das wäre eine gute Möglichkeit, im Kopf ein bisschen aufzuräumen und in ausgewählte Erinnerungen zurückzukehren!!!
    Was das mit dem „Dinge zu Ende bringen“ angeht – das ist tatsächlich eine unterschätze Superkraft ;-) (von denen gibt es übrigens ganz viele, wenn man mal darüber nachdenkt, ich bewundere ja auch zum Beispiel Leute, die in allen Situationen freundlich bleiben können).

    Liebe Grüße
    Sophia

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