[2211] Joa, ne Woche eben…

Schon wieder ist es Samstag, als ich diese Zeilen hier tippe und schon wieder habe ich eine regelrechte Anstrengung gespürt, als ich mich dazu aufraffte, endlich mal mit meinem Wochenrückblick zu beginnen. Besagte Anstrengung rührte nur zum Teil von meinem Mangel an Motivation her. Ich musste es nun tun, weil ich wusste, dass ich es sonst vergesse. Und damit sind wir eigentlich auch schon bei einem Thema, das mich in letzter Zeit beschäftigt.

Kognitive Aussetzer

Ich kann nicht beschwören, dass es am Amitriptylin liegt, doch seit ich es regelmäßig einnehme, ist einiges anders. Zum Beispiel habe ich viel seltener Kopfschmerzen, was gut ist, denn dafür nehme ich die Tabletten ja. Wenn ich jetzt mal richtig schlimme Kopfschmerzen habe, sind sie dafür umso heftiger (oder fühlen sich zumindest so an, weil ich vielleicht auch nicht mehr daran gewöhnt bin – aber geht das so schnell?).
Gleichzeitig habe ich aber auch das Gefühl, dass alles irgendwie dumpfer geworden ist. Mein Kopf fühlt sich an, wie in Watte gepackt. Bei jeder Bewegung kommt es mir vor, als könnte ich den Widerstand der Realität um mich herum spüren.
Darunter leidet zum einen meine Konzentration (dazu komme ich noch), aber auch mein … Gedächtnis? Ich glaube nicht. Trotzdem „vergesse“ ich vieles. Aber eben Routinesachen, hauptsächlich das abendliche Tagebuch führen. Ich weiß nicht, ob das mit Vergesslichkeit zusammenhängt oder mit diesem allgemeinen Gefühl, leicht herausgerückt zu sein aus der Welt, aber es ist nicht unbedingt schön.
Ich vergesse aber auch andere Sachen. Unseren Jahrestag zum Beispiel. Das liegt zum Teil auch daran, dass ich mittlerweile einfach nicht mehr das aktuelle Datum weiß und immer wieder erstaunt bin, wenn schon wieder Mitte oder Ende des Monats ist.

Wieso habe ich mir also in dieser Woche doch nochmal ein Rezept für weitere Tabletten abgeholt? Gute Frage. Eine wirkliche Antwort habe ich nicht. Angst vor Schmerzen, die Hoffnung auf Besserung der Begleiterscheinungen, Gewohnheit oder Angst davor, „es nicht richtig versucht zu haben“ … All das kann ich mir sehr gut vorstellen.
Nun ja, jedenfalls habe ich mir eine neue Packung Tabletten besorgt und gleich noch einen Termin bei der Neurologin, um das Ganz dann mal nach einiger Zeit zu besprechen. Der wird erst Anfang Mai sein, aber so lange werde ich dann eben durchhalten müssen. Wobei ich mit dem Gedanken spiele, die Dosis nochmal zu halbieren und zu beobachten, wie es sich dann mit Schmerzen und Begleiterscheinungen verhält.

Keine Konzentration

Wie bereits erwähnt, hapert es an der Konzentration. Das ist ein generelles Problem und absolut nichts Neues, doch in den letzten Wochen scheint es nochmal eine ganze Ecke schlimmer geworden zu sein. Hin und wieder spielen da auch andere Ursachen mit rein und es gibt Situationen, in denen das nicht so schlimm ist, wie in anderen, aber im Großen und Ganzen ist es einfach nervig.

Wenn ich zum Beispiel ein Video schaue und danach nicht mehr weiß, worum es überhaupt ging. Oder wenn ich in einer Schulung oder einem Meeting sitze und es einfach nicht schaffe, einem Thema zu folgen. Ich denke, daran liegt es auch, dass ich nicht mehr lese.
Mich zu konzentrieren fällt mir immer schwerer und ist mehr und mehr mit einer wirklichen Anstrengung verbunden. Unter solchen Voraussetzungen ist das Lesen als Zeitvertreib oder als Mittel, einfach mal abzuschalten und der Realität zu entfliehen, nicht mehr so attraktiv.

Einfach fällt es mir da, mich in einem Videospiel oder Sexfantasien zu verlieren. Am Wochenende wurde mir etwa bewusst, dass ich Elden Ring seit seiner Veröffentlichung, bzw. einen Tag später, also seit dem 27. Februar fast 40 Stunden gespielt habe. Für meine Verhältnisse ist das viel, besonders wenn ich daran denke, dass ich im „Vorgänger“ Dark Souls III – den ich am Anfang ebenso gefeiert habe – nach mehr als fünf Jahren auf etwa 53 Stunden kam.
Und sind meine Gedanken nicht dort, sind sie in den letzten anderthalb Wochen wieder beim Sex. Wobei das nicht viel mit Denken zu tun hat. Mein Hirn schaltet aus, das Kopfkino übernimmt und ich wichse meinen kleinen Ständer immer und immer wieder bis kurz vor den Höhepunkt. Letzte Woche habe ich – als undisziplinierte Schlampe, die ich nun mal bin – unerlaubt abgespritzt und musste als Strafe zu einem Besuch bei Freunden Höschen und BH unter meinen normalen Klamotten tragen, was mich zusätzlich dauerhaft geil gehalten hat. Der unerlaubte Orgasmus ist nun zehn Tage her und seitdem war ich brav und habe zwar unfassbar viel gewichst (ich war in dieser Woche oft alleine zu Hause xD), aber nicht nochmal abgespritzt.

Nichts Neues von der Diagnostik

Wie schon in der Woche zuvor wurde auch in dieser Woche der Termin für den abschließenden Teil meiner Autismus-Testung verschoben. Dieses Mal war der Grund aber ein anderer. Eigentlich sollte dieses letzte Gespräch wohl mit zwei Ärzten geführt werden. Einer der beiden ist nun wieder im Dienst, nachdem er längere Zeit ausgefallen war. Zudem ist er wohl früher wieder da, als erwartet.
Der Termin wurde also auf die kommende Woche verschoben, damit das Gespräch, wie ursprünglich angedacht, zu dritt geführt werden kann. Ich hoffe nur, dass es nicht schon wieder eine Verschiebung gibt, denn so langsam würde ich das Ganze doch gerne mal abschließen. Zumal ich danach ja sowieso noch ein paar Wochen warten muss, bis der Bericht geschrieben ist und eine Diagnose feststeht.

Ein neues Handy

Vergangenen Sonntag bin ich aufgewacht und mein Handy war aus. Ein sehr seltener Zustand, den ich für gewöhnlich gezielt herbeiführe, wenn überhaupt. Ich konnte es allerdings nicht mehr starten und bekam – nachdem es einmal zumindest mal bis zum Splashscreen startete – absolut keine Reaktion mehr aus diesem Gerät.
Es musste also ein Ersatz her. Mehr oder weniger unter Zeitdruck und Zwang ein neues Gerät auszusuchen, gefällt mir gar nicht. Dann habe ich keine Zeit, mir viele verschiedene Alternativen anzusehen, Videovergleiche zu schauen und das Ganze bis zum Erbrechen zu zerdenken.
Der Vorteil an solch einer spontanen Aktion: Da ich sowieso ungern viel Geld für ein Handy ausgebe, habe ich mich letztendlich für ein 190 € teures Smartphone entschieden. Sollte es am Ende ein Fehlgriff gewesen sein (was bisher nicht abzusehen ist), habe ich wenigstens nicht allzu viel Geld in den Sand gesetzt.

Fortschritte

Natürlich gibt es aber auch noch Schönes zu berichten. Die Liebste hatte ihren ersten Termin bei der Physiotherapie und hat mehr oder weniger einen Plan, wie es in nächster Zeit weitergehen sollte und welche Maßnahmen sie noch ergreifen möchte, um ihre Schmerzen irgendwie in den Griff zu kriegen. Das ist an sich noch kein Grund zu Jubeln und wird alles andere als einfach, aber ich bin froh, dass da was passiert und hoffe einfach, dass es ihr hilft. So sehr.
(Und wo ich das gerade schreibe, fällt mir ein, dass ich mir vorgenommen hatte, bei der Krankenkasse anzurufen. Das also noch zum Thema Vergesslichkeit.)

Große Fortschritte macht aber unsere Kleine. Das Kind futtert in der letzten Zeit wieder sehr gut, weshalb wir davon ausgehen, dass nochmal ein Wachstumsschub ansteht. Zusätzlich lernt sie immer mehr. Sie singt aktuell sehr gerne und ich bin immer wieder erstaunt, was sie sich schon alles merken kann.
Aber auch alltägliche Fähigkeiten lernt sie immer besser zu beherrschen. Alleine Händewaschen klappt richtig gut und vor ein paar Tagen wollte sie unbedingt raus. Als ich an der Garderobe ankam, saß sie schon da, hatte ihre Mütze auf und kämpfte gerade mit dem zweiten Schuh.
Es sind Kleinigkeiten, aber als Elternteil kann man da schon mal vor Stolz fast platzen, oder? Ja, sehe ich auch so.
Gestern lief es den ganzen Tag über eigentlich richtig gut mit der Kleinen. Wenig unnötiges Geschrei, viel Abwechslung und jede Menge Spaß. So könnte es ruhig immer sein, wenn ihr mich fragt.

Heute will ich mit meinen beiden Hübschen den Tag genießen und noch ein wenig entspannen, bevor es morgen wieder zur Arbeit geht. Euch und uns wünsche ich also einen schönen und sonnigen Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche. Lasst es euch gutgehen!

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