Rückblick auf den Monat Februar 2022

Der Februar als kürzester Monat war in diesem Jahr auch tatsächlich einer, der gefühlt sehr schnell vorüber war. Immerhin war ich vier Wochen nicht im Büro, da vergeht die Zeit sowieso schneller. Schauen wir also mal, wie ich die letzten Wochen erlebt habe, oder?

Tagesklinik

Nachdem ich ja ein paar Monate warten musste, konnte ich zum Monatsanfang endlich in die Tagesklinik, um mich der Autismus-Diagnostik zu unterziehen. Die Testung selbst, also die Gespräche mit der Psychologin, war eigentlich ganz angenehm. Ich fühlte mich recht schnell wohl und konnte größtenteils ganz offen erzählen. Nervös war ich zwar trotzdem noch, doch das war hilfreich, da ich dann anfange zu plappern.
Weniger cool war alles andere. Die Leute waren zwar nett, doch jeden Morgen die 40 km hinzufahren, dann in sechs Stunden an drei Stunden „Therapie“ teilzunehmen und die 40 km wieder nach Hause zu fahren – für ein Gespräch pro Woche -, war nicht unbedingt etwas, womit ich meine Zeit gerne verbracht habe. Klingt vielleicht etwas hochtrabend von jemandem, der am liebsten auf der Couch sitzt und Videospiele spielt, aber trotzdem nachvollziehbar, denke ich.

Die Testung ist jetzt jedenfalls noch nicht abgeschlossen. Ein zweiter Teil wird auf Video aufgenommen und soll heute in einer Woche stattfinden. Da fahre ich dann am Nachmittag noch einmal dorthin, führe mit der Psychologin das Gespräch, und warte dann eben noch ein paar Wochen oder so, bis alles ausgewertet und ein Bericht geschrieben ist. Man kann also weiterhin gespannt bleiben. Besonders hinsichtlich weiterführender Therapiemöglichkeiten.
Unabhängig vom Ergebnis der Testung wäre eine Therapie nämlich gar nicht so verkehrt. Wenn es kein Autismus ist, habe ich dennoch genug andere Baustellen. Depressionen, selbstgemachter Stress und dadurch psychosomatische Symptome sind auch nicht unbedingt spaßig und wurden gerade im letzten Jahr schlimmer.

Freizeit

Nach der Entlassung aus der Tagesklinik hatte ich noch fast zwei Wochen „frei“, eine davon mit der Liebsten zusammen und dann noch ein paar Tage mit der Kleinen. Meine Freizeit habe ich im Februar größtenteils mit Zocken und Schlafen verbracht. Ich habe es einfach nicht geschafft, zu lesen oder nochmal wirklich was in Richtung Game Design / Development zu lernen. Zu wenig Fokus, zu wenig Energie.

Also habe ich also gezockt. Nachdem ich im Januar ja schon vier Spiele abgeschlossen habe, kamen im Februar sogar noch acht dazu. The Witcher 3 und Dark Souls III hatte ich schon vor Jahren angefangen und habe jetzt endlich das Ende gesehen. Blasphemous und Final Fantasy VII habe ich im Januar angefangen, doch Lacuna, Never Yield, Devil May Cry und Yoku’s Island Express habe ich im Februar von Anfang bis Ende durchgespielt.
Jetzt habe ich angefangen, Elden Ring zu spielen, doch ich werde auch weiterhin nebenher kleinere Spiele spielen, denn die Konzentration für Elden Ring ist eben auch nicht immer da.

Nach dem Februar habe ich also mal wieder das Gefühl, meine freie Zeit nicht optimal genutzt zu haben. Ich hatte Spaß, die meiste Zeit ging es mir … okay, würde ich sagen … und wir hatten hin und wieder auch Besuch, was wirklich schön war. Trotzdem mache ich mir – wie so oft – Vorwürfe, weil ich gefühlt nicht so produktiv war, wie ich hätte sein können. Wobei natürlich auch fraglich ist, wie produktiv ich wirklich hätte sein können, besonders hinsichtlich der Depressionen.

Mein Wohlergehen

Die Gespräche in der Klinik, die Wochen, in denen ich nicht ins Büro musste und mehr Zeit hatte, darauf zu achten, wie ich mich genau fühle, waren gut für mich. Ich denke, sie waren auch nötig. Trotzdem waren sie nicht unbedingt schön.
Es geht mir im Allgemeinen nicht gut und das wurde mir mehr und mehr bewusst. Es liegt nicht allein an der Arbeit oder so, doch das spielt sicher auch eine Rolle. Ich fühle mich jedenfalls bestärkt darin, in diesem Jahr mehr auf mich zu achten und mehr für meine geistige Gesundheit zu tun.

Das klingt alles ganz schön und gut, doch es muss sich erst noch zeigen, wie gut ich das auch umsetzen kann. Da mich das tracken meiner Gewohnheiten in der Vergangenheit ja nicht wirklich angetrieben hat (zumindest nicht bei den Gewohnheiten, die mir Schwierigkeiten bereitet haben) und ich es auch nicht schaffe das von der Neurologin empfohlene Schmerztagebuch zu führen, habe ich mir auf Anraten der Liebsten Pixels installiert. Die App soll einfach nur als Stimmungstracker dienen. Abends kann ich dem Tag einen von fünf Smileys zuordnen, noch ein paar Schlagwörter hinzufügen und in den Notizen halte ich fest, was an diesem Tag positiv und was negativ war. Ein sehr stark heruntergebrochenes Tagebuch quasi. Und eines, das mich abends daran erinnert, noch etwas einzutragen. Mal sehen, wie lange ich das durchhalten werde.

Sehr wichtig für mein Wohlergehen ist natürlich meine Beziehung. Die Liebste ist der Grund für so viel Gutes in meinem Leben, doch wir sind beide in letzter Zeit oft angespannt, gestresst, gereizt … All das macht immer mal wieder Probleme. Es gibt nicht wirklich Streit oder so, doch hin und wieder fehlt einfach etwas. Doch wir können darüber reden. Wir tauschen uns aus, sagen uns, was uns bedrückt und wenn wir richtig gute Tage haben, können wir uns auch gemeinsam darüber freuen.
Es ist also vielleicht nicht immer alles rosig oder problemlos, aber das muss eine Beziehung auch nicht sein. Wir können uns aufeinander verlassen und selbst wenn es einem von uns schlecht geht, tut er immer noch sein Möglichstes. Das ist an sich schon immer so gewesen zwischen uns, doch ich finde es gerade in der aktuellen Zeit sehr wichtig und bin froh, so eine Beziehung zu führen.

Körperlich ging es mir im Februar nicht unbedingt schlechter als sonst. Mein Magen macht oft Probleme und meine Kopfschmerzen sind in den letzten Wochen sogar etwas besser geworden, würde ich sagen. Dafür habe ich wieder zugenommen. Weniger Bewegung und sehr viel Heißhunger (oder war es Frust-Fressen?) waren noch nie ein gutes Mittel, um abzunehmen.
Auch hier mangelt es wieder an der Disziplin, nicht jedem Impuls nachzugeben. Heute steht mein Gewicht also bei 86,9 kg. Ich bin gespannt, wie das in einem Monat aussieht.

Fazit

Im Großen und Ganzen war der Februar ein recht guter Monat. Nicht alles war super angenehm, aber nötig. Ich werde weiterhin versuchen, mehr auf mich zu achten und in meiner Freizeit vielleicht endlich mal ein gesundes Gleichgewicht zwischen Genuss, Erholung und Produktivität zu finden. Das immer und immer wieder zu schreiben langweilt mich ja schon ein wenig, muss ich zugeben.
Wünschen wir also uns allen einen guten und erfolgreichen Monat März. In einem Monat treffen wir uns wieder hier und schauen, wo wir stehen, in Ordnung?

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