Montagsfrage #12 – Schullektüre [2208]

Nach drei Wochen Krankenschein beginnt heute mein Urlaub. Diesen ersten Satz konnte ich heute Vormittag schreiben, bevor die Kleine wach wurde und nach mir gerufen hat. Später habe ich sie dann früher aus der Betreuung geholt, weil unser Tagesvater erkrankt ist. Jetzt bin ich im Urlaub wenigstens nicht allein, wie es aussieht. Yay!
Nun ja, kommen wir zur aktuellen Montagsfrage:

Welche Schullektüren waren Euch die liebsten und die verhasstesten?

Oh weh, ich mochte tatsächlich die wenigsten Bücher, die in der Schule so auf dem Plan standen. Bei vielen lag es sicher am Zwang, sie zu lesen, aber bis heute kann man mich mit Geschichten wie Damals war es Friedrich (Hans Peter Richter), Wir Kinder vom Bahnhof Zoo (Christiane Felscherinow), Andorra (Max Frisch) oder – ganz schlimm, besonders der Film – Ein fliehendes Pferd (Martin Walser) jagen.

Da waren natürlich noch andere Bücher, die gelesen wurden – Die Vorstadtkrokodile (Max von der Grün) oder Der Marquis von Keith (Frank Wedekind) – aber die meisten waren einfach nur eine Tortur für mein jüngeres Ich. Selbst die Filme waren leider oft langweilig.

Was ich damals auch nervig (weil verpflichtend), an sich aber wohl ganz gut, fand, war Die Welle (Morton Rhue). Ich weiß gar nicht so richtig, was ich daran so interessant fand. Vielleicht war es für mich auch einfach nur weniger beschissen, als die anderen Bücher.
Richtig gut gefallen hat mir aber Die zwölf Geschworenen (Horst Budjuhn). Bis heute habe ich die Szene aus der 1957er Verfilmung im Kopf, in der Jack Klugman (Qunicy) aufspringt und „Lümmel!“ schreit. Zumindest habe ich dieses Bild im Kopf. Kann auch sein, dass es ein anderer Schauspieler oder eine andere Verfilmung (wir haben auf jeden Fall zwei verschiedene geschaut) war.
An Die zwölf Geschworenen mochte ich damals schon, dass das Stück so simpel ist und doch so viel mehr Menschlichkeit und echte Gefühle vermittelt, als manch andere Geschichten. Vielleicht war es auch einfach nur meine damalige Wahrnehmung, aber von der ganzen Pflichtlektüre war das immer mein Favorit.

Sicherlich habe ich noch Bücher vergessen, die damals zum Lehrplan gehörten und vielleicht sogar welche, die ich mochte. Shakespeare, Homer oder Kafka gab es in meiner Schullaufbahn leider nicht, aber unter Umständen war das auch gut so. So habe ich solche Sachen freiwillig lesen und auf eine ganze andere Art und Weise erleben können.

3 Gedanken zu „Montagsfrage #12 – Schullektüre [2208]

  1. Hey Chris,

    ich habe tatsächlich ebenfalls zu den Klassikern, die ich selber für mich entdecken und aus Eigenantrieb lesen konnte, eine viel bessere Beziehung als zu denen, die ich in der Schule kennengelernt und auf Zwang zerpflückt habe. Zu Kafka finde ich aber nach wie vor einfach keinen Zugang. Kannst du mir da ein Werk empfehlen?

    Liebe Grüße
    Sophia

    Gefällt mir

  2. Hallo Chris,
    erstmal einen schönen Urlaub!
    Damals war es Friedrich habe ich damals geliebt. Das war bei mir der Grundstein, als Jugendliche noch mehr Bücher zu lesen, die sich mit den Themen des zweiten WK beschäftigen. Die Welle war mir gar nicht eingefallen, als ich den Beitrag geschrieben habe, das haben wir aber auch gelesen. Fand ich damals ganz gut. Als Erwachsene habe ich nochmal den Film gesehen, den fand ich okay.
    Ich bin aber auf jeden Fall froh, dass ich mir heute meine Bücher selbst aussuchen darf und nicht lesen muss, was jemand mir vorgibt.
    Hab einen schönen Abend
    LG
    Yvonne

    Gefällt 1 Person

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