Montagsfrage #144 – Altersbeschränkungen für Wettbewerbe? [2146]

Dass die neue Woche nicht unbedingt super beginnt, merkt man zum Beispiel daran, früh am Montagmorgen stundenlang am Bett eines kranken Kindes zu sitzen und immer wieder auszurechnen, wie lange man noch schlafen könnte, wenn man denn endlich ins eigene Bett käme. Aber hey, auch wenn ich mit Husten und Kopfschmerzen zu kämpfen habe, bin ich sicher, die Kleine – der ich diesen Infekt wohl zu verdanken habe – leidet noch mehr als ich.
Es ist wahnsinnig interessant, zu beobachten, wie ein Kind sich entwickelt und alles Mögliche zum ersten Mal erlebt, aber zwei Jahre alt zu sein und nicht wirklich erklären zu können, was mit einem nicht stimmt? Darum beneide ich sie nicht.

Hier soll es aber nicht um das kranke Kind oder den ebenfalls kranken Papa gehen. Es ist Montag, meine Freunde, und deshalb stellen wir uns heute alle wieder einer von Antonias Montagsfragen. Und in dieser Woche möchte die gute Frau Leise wissen:

Ergibt es Sinn, Schreibwettbewerbe und -Auszeichnungen alterstechnisch zu beschränken?

Und schon wieder so eine Frage, auf die ich spontan keine klare Antwort geben kann. Man kann natürlich sagen, eine Altersbegrenzung könne diskriminierend sein, schließlich sollte es nur um das Talent gehen. Das würde aber wohl voraussetzen, dass es wirklich nur um das Ergebnis, um das Geschriebene, geht.
Bei welchem Wettbewerb, egal worin, geht es wirklich nur um die Leistung der Teilnehmer? Es steckt immer mehr dahinter, als bloß eine Würdigung von Talent. Je größer die Auszeichnung, desto unwichtiger wird das Talent bzw. das Machwerk, das ausgezeichnet wird, könnte man sogar glauben, wenn man sich große Preisverleihungen im Bereich der Musik oder des Films anschaut.

Hinzu kommt, dass Menschen einfach gerne in Schubladen denken. Und in Möglichkeiten der Vermarktung. „Der Gewinner des Wettbewerbs war gerade mal 16 Jahre alt“ klingt toll, wenn es keine Altersbeschränkung gibt. Dieser eine Gewinner lässt sich vermutlich auch eine Zeitlang gut vermarkten. Allerdings auch nur dieser eine Wettbewerb.
Wieso also nicht mehrere Wettbewerbe, die jeder für sich vielleicht für weniger Publicity sorgen, im Großen und Ganzen sich aber mehr auszahlen? Schüler bis 16, junge Erwachsene bis 23, Minderheiten unter 30, Frauen bis 35 und alle anderen einmal U50 und einmal Ü50. Schon haben wir sechs verschiedene Zielgruppen und wenn wir dann noch Ausschreibungen zu verschiedenen Themen machen, können wir Wettbewerbe ohne Ende (wett)bewerben.

Aber es ergibt nicht nur aus einer wirtschaftlichen Sicht Sinn. Vielleicht möchte man wirklich besonders jungen Autoren eine Chance geben. Oder man möchte für mehr Diversität sorgen. Gerade dort, wo unter Umständen wirklich noch allein die Texte bewertet werden, kann es eben passieren, dass der Beste Autor immer wieder gewinnt. Da kann eine Altersgrenze helfen, anderen etwas mehr Aufmerksamkeit zu geben.
Man könnte sich auch auf Autoren ohne „große“ Veröffentlichungen beschränken, doch eine Altersgrenze ist einfacher umzusetzen. Es finden sich sicher viele weitere Argumente für und gegen Altersbegrenzungen und Leute, die sich in der Literaturwelt besser auskennen als ich (also vermutlich jeder, der sonst noch diese Montagsfragen beantwortet), kennen bestimmt auch mehr Beispiele, um diese Argumente zu belegen.

Ich für meinen Teil denke, dass es vermutlich eine super tolle Lösung gäbe, die in einer Welt funktionieren würde, die eben anders funktioniert als unsere. Da wir da aber leider nicht leben können, müssen wir mit dem arbeiten, was es gibt. Wettbewerbe und Auszeichnungen für bestimmte Altersgruppen, welche ohne Einschränkungen und welche mit ganz anderen Einschränkungen. Nicht jeder kann überall dabei sein. Ein Gedanke, der viele Anhänger der bedingungslosen Inklusion vielleicht panisch werden lässt, aber so ist es eben.
Und damit mache ich auch wieder Schluss für heute. Immer wieder erstaunlich, wie anstrengend so ein paar Minuten am Laptop doch sein können, wenn man nicht ganz auf der Höhe ist. Euch jedenfalls noch eine schöne Woche!

Ein Gedanke zu „Montagsfrage #144 – Altersbeschränkungen für Wettbewerbe? [2146]

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