[2136] Volle Woche

So, das war dann also dieser Sommer, von dem immer alle reden, oder? Zumindest für ein paar Stunden am Tag.

Vertretung

Am Montag hat eine neue Kollegin angefangen. Da die Chefin noch im Urlaub war, habe ich sie empfangen und dann auch an ihren neuen Schulen vorgestellt.
Direkt an der ersten Schule war das jedoch schon schwierig, denn durch Sanierungsmaßnahmen und Bauzäune haben wir erst keinen Weg auf das entsprechende Gelände gefunden. Tatsächlich hatte ich kurz schon Angst, zu spät zu kommen, doch es hat am Ende noch alles gut geklappt.

Die neue Kollegin macht auch einen ganz netten Eindruck. Sie ist etwas jünger als ich, lebt im gleichen Kaff wie ich und hat auch eine Tochter, die gerade zwei geworden ist. Sie hatte sogar Interesse, die Wohnung unter uns zu kaufen oder zumindest mal zu besichtigen.
Irgendwann muss ich also mal vorschlagen, die beiden Kinder zusammenzubringen, damit die spielen können. Wie ich erfahren habe, hat sie nämlich auch keine Paare mit Kindern im näheren Umfeld.

Rollenspiele und die Lust auf etwas Neues

Nein, hier wird es jetzt nicht um Sex gehen. Ich würde gerne etwas dazu schreiben, doch weiß ich aktuell nicht, was. Ich will kurz auf klassische Rollenspiele eingehen, im Speziellen Pen & Paper. Für die, denen der Begriff nichts sagt: Das ist das, was zu jedem guten Klischee-Nerd seit den 80ern gehört. Ein Gruppe von Leuten schlüpft in die Rollen von Abenteurern, hält Werte wie Gesundheit, Inventar oder Fähigkeiten auf jeweils einem Charakterbogen fest und schlägt sich durch eine Story, die vom Spielleiter oder Dungeonmaster erzählt wird. Der spielt eben auch alle anderen Charaktere und Monster dieser Welt.

Vor etwa 15 Jahren habe ich mal mit einer Gruppe ein solches Rollenspiel gespielt, Vampire: Die Maskerade. Wir haben im Garten gesessen und unseren Spielleiter in den Wahnsinn getrieben, das war sehr unterhaltsam. Seitdem hätte ich zwar öfters mal gerne so etwas gespielt, doch gab es diese Gruppe nicht mehr und eine neue zu finden … Ich kann einfach keine sozialen Kontakte knüpfen.
Vor einiger Zeit habe ich dann angefangen, einen Podcast zu hören, der sich Dungeons & Daddies (not a BDSM Podcast) nennt. Eine Gruppe von Leuten, die Dungeons & Dragons spielen und das als eine Art Hörspiel veröffentlichen. Solche Podcasts gibt es wohl viele, doch für mich ist das nun der Erste und ich bin hellauf begeistert. Die Story und die Charaktere sind so verdammt lustig und die Leute haben beim Spielen einfach ihren Spaß.

In meinem Kopf sprang also sofort wieder das „Das will ich auch!“-Zentrum an und seitdem habe ich total Lust, nochmal ein solches Rollenspiel zu spielen und schaue immer mal wieder, was ich denn kaufen könnte. Das führt dann aber wieder zu altbekannten Fragen: Welches System oder Setting? Komplex, simpel, Fantasy, Modern, Cyberpunk, Cthulhu … alles in rauhen Mengen vorhanden auf dem Markt. Wann? Solche Spielerunden müssen vorbereitet und dann eben auch durchgeführt werden. Mit wem? Man braucht mehrere Leute, vier bis sechs wären wohl ganz gut. Und die haben dann auch wieder alle eigene Zeitpläne, die berücksichtigt werden müssen.
Ein Starterset für Dungeons & Dragons schwebte zwar schon über meinem virtuellen Einkaufswagen, doch ich habe mich dann doch zurückgehalten. Stattdessen habe ich mir ein Fantasy-Spielbuch bestellt. Eines dieser Bücher, die eine Geschichte erzählen, die der Leser selbst anhand seiner Entscheidungen beeinflusst. Holst du das Kätzchen aus dem Baum, lese weiter bei 32, ansonsten bei 125 … So etwas eben.
Auch die Dinger gibt es schon ewig, doch ich hatte noch nie eines. In der aktuellen Situation schien mir das aber meine beste Chance, so etwas wie ein Pen & Paper erleben zu können. Gekauft wurde also Das Feuer des Mondes, das ich nun spiele. Ich bin gespannt, wie am Ende meine Rezension hier ausfallen wird.

Und jetzt, da ich mit diesem Abschnitt fertig, hätte man ihn doch auch auf Sex anwenden können. Lust, Rollenspiele mit einer Gruppe auszuprobieren -> Die Erkenntnis, dass es (für mich) schwer wird, eine passende Gruppe zu finden und auch die Liebste an Bord zu holen -> Der Beschluss, es einfach alleine zu machen xD

Erste Angebote

Ich hatte mir ja vorgenommen, endlich mal Angebote für die Schulklassen zu machen. Da mir einfach nichts einfallen wollte, habe ich am Donnerstag spontan ein Spiel eingepackt und bin damit zur Schule . Dort war ich dann auch direkt drei Stunden lang mit ebenso vielen Klassen beschäftigt und war positiv überrascht, wie gut es doch geklappt hat.
Ziel der Übung war die Erkenntnis, dass manche Dinge eben nur gemeinsam erreicht werden können. Vorsicht, Geduld, Rücksicht auf andere … Grundlagen von Teamwork eben.

Das hat auch einer der Lehrer wirklich super vermittelt und hat quasi in zwei von drei Stunden die Moderation übernommen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass er irgendetwas „an sich gerissen“ hat oder mir da irgendwie reingegrätscht sei. Tatsächlich hatte ich ja absolut keinen Plan und er hat das so super gemacht, dass ich schon ein bisschen neidisch war.
Ich habe also was das Durchführen solcher Aktionen angeht noch einen weiten Weg vor mir, doch immerhin ist der erste Schritt jetzt getan.

Krank

Ständige Müdigkeit, mangelnde Konzentration, Kopfschmerzen, Antriebslosigkeit … Das ist alles nichts Neues für mich, doch in den letzten Wochen wurde es immer schlimmer. Den ein oder anderen Unfall beim Autofahren hat auch nur die Achtsamkeit anderer verhindert.
Nun bin ich aber ja bekanntermaßen jemand, der sehr ungern zum Arzt geht. Besonders während der Arbeitszeit mag ich das eigentlich nicht. Entschließt man sich aber freitags doch dazu, hat man eben bei meinem Hausarzt nur ein Zeitfenster von 08:00 bis 12:00. Das hat aber nicht hingehauen, also kann ich erst morgen hin. Trotzdem bin ich dann am Freitag recht früh wieder nach Hause und habe mich hingelegt. War definitiv eine gute Idee.

Kinks und wer nichts darüber wissen muss

Am Wochenende habe ich auch endlich die Fragebögen der Klinik eingetütet und verschickt. Jetzt warte ich also auf meinen Termin für die Diagnostik. Was mir dann noch einfiel: Im Rahmen der Diagnostik, hieß es, wird nochmal detailliert auf das eingegangen, was ich schon im Vorgespräch erzählt habe und irgendwann wird man wohl auch mit meiner Mutter sprechen wollen.
Ich muss also dran denken, eindrücklich darum zu bitten, das ein oder andere Thema im Gespräch mit meiner Mutter zu meiden. Sie muss nicht unbedingt wissen, was für eine dauergeile Schlampe in ihrem Sohn steckt oder wie das angefangen hat. Auf das Gespräch würde ich liebend gerne verzichten.

Andere können das gerne alles wissen. Ich bin nun schon seit einer ganzen Weile bemüht, mehr zu meinen Neigungen zu stehen und das auch zu teilen. Letztes Jahr durfte Freundinnen bei uns in Minirock und Netzstrümpfen empfangen und schon vor Jahren hat die Liebste auf einem privaten Blog mal ein sehr erniedrigendes Foto von mir geteilt.
So etwas macht mich total an und die Tatsache, dass die Liebste einen Tag oder Abend, an dem ich meine Neigungen auch im Beisein anderer auslebe (sie aber eben die ganze Zeit alles in der Hand hat), nicht direkt und kategorisch ablehnt, zeigt mir nur wieder, dass sie – selbst wenn sie nicht so „versaut“ ist, wie ich – einfach die Richtige ist. Und selbst wenn sie etwas doch nicht möchte, verurteilt sie mich nicht dafür, dass mich der Gedanke daran geil macht.

Ich liebe diese Frau einfach, egal ob sie mich auslacht für meine Geilheit, sie mich anderen als ihre Schlampe präsentiert, wir gemeinsam in Videospielen Heerscharen von Gegnern zu Brei hauen oder wir einfach einen möglichst entspannten Tag mit unserer Tochter verbringen.

Letzteres steht heute auf dem Plan. Das Wetter soll gut werden und die Jahreskarten für den Zoo müssen sich ja auch lohnen. Ich hoffe, ihr macht euch auch einen schönen Sonntag und habt morgen einen tollen Start in die neue Woche!

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