Rückblick auf den Monat August 2021

Puh, dieses Mal wird dieser Rückblick wohl wirklich nur eine Zusammenfassung vorangegangener Einträge. Die ersten drei Wochen des Augusts lagen immerhin in meinem Sommerurlaub und ich glaube, ich habe da schon sehr detaillierte Wochenrückblicke geschrieben.
Schauen wir trotzdem nochmal, ob ich ein paar Highlights herauspicken kann.

Entspannung, Produktivität und Zeitmanagement

Vielleicht kennt ihr das Gefühl: Ihr habt frei – sei es ein Tag, ein Wochenende oder ein ganzer Monat – doch etwas in euch lässt euch einfach keine Ruhe. Nichtstun kann es doch nicht sein, oder? Einfach nur Spaß haben auch nicht, richtig? Bitter, dass wir zulassen, dass die Gesellschaft so eine Stimme in unseren Kopf pflanzt.

Versteht mich nicht falsch: Ein gewisser Tatendrang und das Streben nach sinnvollen Beschäftigungen sind vollkommen in Ordnung. Ohne sie kämen wir ja auch nicht weiter. Doch etwas tun zu müssen, nur um sich produktiv zu fühlen oder danach ein gutes Gewissen zu haben, wenn man sich amüsiert?
So geht es mir immer. Ganz abgesehen davon, dass mein innerer Monk sich da immer meldet, kann ich an einem Samstagabend nicht gemütlich auf der Couch sitzen und in Ruhe zocken, wenn noch die Spielsachen der Kleinen herumliegen oder es noch Wäsche gibt, die zusammengelegt werden will.
Das liest sich vielleicht nicht so schlimm, doch wenn ich vier Wochen freihabe und schon am zweiten Tag ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich in meinen Augen nichts Nützliches mache, ist das nicht so schön. Ich bin jemand, der sich selbst in solchen Situationen immer erst erlauben muss, auch mal nichts zu tun. Das braucht auch gerne mal fast eine ganze Woche.

Ich würde gerne lernen, meine Zeit „besser“ zu nutzen. Als Beispiel nehmen wir mal das vergangene Wochenende: Ich hatte mich darauf gefreut, Zeit für mich zu haben, sobald die Kleine mal schläft. Dabei stelle ich mir dann immer vor, dass ich an meinen Blogeinträgen arbeite, vielleicht sogar noch etwas anderes schreibe und dann eben konzentriert etwas spiele. Für beides vielleicht eine Stunde, in der man wirklich dranbleibt und es gibt konstante, merkbare Fortschritte.
Nun war ich an dem Abend so müde, dass ich doch lieber ins Bett gegangen bin. Dort habe ich dann anderthalb Stunden YouTube geschaut. Ich war müde, aber gleichzeitig auch so unruhig, dass ich nicht einfach die Augen schließen konnte.

So geht es mir oft und ich habe bis jetzt noch keine Methode gefunden, etwas disziplinierter zu werden. Zwei- oder dreimal pro Woche ein bisschen Sport, ein bis drei Stunden fokussiertes Zocken am Wochenende, eine halbe Stunde am Tag für irgendein Schreibprojekt (Blog, Roman überarbeiten, Kurzgeschichten, Planen neuer Projekte) … All das wäre zeitlich gut in meinen Alltag zu integrieren und würde zu den oben bereits erwähnten konstanten Fortschritten führen, ohne dass ich meine Familie vernachlässigen müsste. Wenn ich es nur tun könnte.
Dann hätte ich vielleicht auch mein Ziel erreicht, heute weniger als 80 kg zu wiegen. Stattdessen habe ich heute meine selbst gesetzte Obergrenze von 85,0 erreicht. Ich sollte also langsam wieder etwas aktiver werden.

Trotzdem: Häkchen für die To-do-Liste

Wie ich ja an anderer Stelle schon erwähnt hatte, habe ich also im Urlaub viel Zeit auf der Couch verbracht. Dennoch habe ich einiges erledigen können, das ich mir vorgenommen hatte. So haben wir jetzt neue Türschlösser in der Wohnung. Wir haben zwar beim Einzug eine Wagenladung Schlüssel bekommen, doch man weiß ja nie, wo vielleicht doch noch welche rumfliegen, also wollten wir neue Schließzylinder. Und ich mag einfach Schlüssel, die beidseitig funktionieren.
In unserer Garage und im Schuppen herrscht nun auch mehr Ordnung und die Liebste hat es geschafft, ihr Hobbyzimmer herzurichten, sodass sie sich jetzt auch mal zum Nähen zurückziehen kann. Das freut mich für sie, weil ich weiß, wie wichtig so ein Rückzugsort manchmal sein kann.

Es gibt zwar auch Sachen, die ich eigentlich in den vier Wochen erledigen wollte, die immer noch auf meiner Liste stehen, doch ich bin recht entspannt deswegen, was ich als etwas Gutes ansehe.

Liebe, Sex und Zärtlichkeit

In meinen Wochenrückblicken zum Urlaub bin ich schon darauf eingegangen, dass ich in diesen vier Wochen sehr viel Zeit damit verbrachte, meine eigene Geilheit immer mehr auf die Spitze zu treiben. Ich mag das, genieße es richtig und teile das auch gerne mit anderen. Trotzdem habe ich mich sehr gefreut und war sehr dankbar, dass die Liebste mir verhältnismäßig oft erlaubt hat, einen Orgasmus zu haben.
Auch zu zweit haben wir uns im letzten Monat nochmal mehr Zeit für etwas Zärtlichkeit genommen, was ich besonders aus drei Gründen absolut super fand: 1. Ich, in meiner Rolle als ihr Ehemann und Partner, liebe es einfach, mit ihr zu schlafen. 2. Ich, als ihre gehorsame Schlampe, fühle mich jedes Mal geehrt, wenn ich sie ficken darf.

Wichtig ist aber vor allem Grund Nummer drei: Es war schon eine Weile, seit wir zuletzt Sex hatten. Es war eben ein verdammt stressiges und anstrengendes Jahr, das viele Reserven aufgebraucht hat. Sie dann wieder in den Armen zu halten, ihre Haut an meiner zu spüren und mit ihr unsere gemeinsame Lust zu genießen, war schön. Es war geil, es war liebevoll. Wir haben Komplimente, Schweinereien und Scherze ausgetauscht, haben uns einfach in vollen Zügen genossen.
Da war kein Gefühl von „Wurde ja auch mal wieder Zeit“ oder „Na Gott sei Dank, unsere Beziehung ist doch nicht am Ende“, weil derartige Gedanken von Anfang an gar nicht da waren. Das alles überraschte mich nicht, doch diese Versicherung auf die schönste Art und Weise war dann doch nochmal ein unglaubliches Gefühl.

Wer hier schon ein bisschen mitliest, weiß, dass ich sehr offen mit meiner Sexualität umgehe. Das bedeutet für mich vor allem, dass ich mich gerne darüber austausche. In meinem Kopf läuft sehr viel ab, das mich erregt. Erniedrigung, Bloßstellung, Dominanz … Ich sehe so etwas gerne, lese gerne darüber und erzähle gerne davon. Natürlich erlebe ich es auch gerne, doch dafür sind die Gelegenheiten doch eher selten.
Ich genieße also, was sich ergibt und bin der Liebsten auch sehr dankbar, dass sie mich nicht dafür verurteilt, wie ich bin, sondern austestet, wie weit sie mich auf diesem Weg begleiten kann. Das ist wichtig, da ich ohne sie nirgendwo mehr hin will.

Und schon ist September

Leider kann ich die Liebste nicht überall hin mitnehmen. Heute habe ich zum Beispiel mein Vorgespräch in der Klinik und habe echt Angst davor. Der letzte Monat ist einfach viel zu schnell vergangen und ich habe das Gefühl, mich gar nicht richtig darauf vorbereitet zu haben, was total schwachsinnig ist. Ist ja kein Vorstellungsgespräch oder so.
Trotzdem wünsche ich mir heute, ich hätte in den letzten Wochen meine Gedanken mehr geordnet oder so. Ich habe absolut keine Ahnung, was mich erwartet, mache mich aber verrückt deshalb. Das ist definitiv auch eines meiner vielen Probleme, das ich später mal ansprechen sollte.

Vermutlich habe ich aber auch einfach Angst, dass man mir nicht glaubt oder meine Bedenken als dumm abgetan werden. Das würde auch erklären, wieso ich fast 20 Jahre gebraucht habe, um endlich mal den Mut zu finden, einen Arzt nach einer Autismusabklärung zu fragen.

Abgesehen von diesem Termin heute (auf den ja noch zwei Wochen in einer Tagesklinik folgen sollen, für die ich noch keinen Zeitraum habe) stehen in diesem Monat neue Kollegen, der Geburtstag meiner Mutter und ein paar schöne Abende mit Freunden auf dem Plan. Ich bin sehr gespannt und wirklich nervös.
An dieser Stelle würde ich gerne dinge aufzählen, die ich mir für den kommenden Monat wünsche oder auf die ich mich freue, doch ähnlich wie bei den AA werde ich wohl einfach versuchen, einen Tag nach dem anderen zu bewältigen.

Ein alter Kollege von mir teilt in seinem WhatsApp-Status ziemlich oft Fotos, die er geschossen hat oder Links zu YouTube-Videos von Musik, die ihn bewegt. Ich gucke mir nicht alle dreizehn Versionen eines Songs an, wenn er sie teilt, doch ich finde seine Statusmeldungen noch mit am schönsten in meinem Feed, weil es durch sie wirkt, als würde sein Leben nur aus Musik, guter Laune und schönen Bildern bestehen. Da er auch einen harten Weg hinter sich hat, freut mich das immer.
Es wäre schön, auch nochmal etwas mehr dieser positiven Energie in mir selbst zu entdecken und das mit anderen zu teilen. Nicht unbedingt über den WA-Status (das ist nicht unbedingt mein Stil), doch irgendwie eben…

Nun ja. Vielleicht finde ich im September ja heraus, wie ich das tun könnte. Vielleicht finde ich auch heraus, dass ich es schon längst tue und es nur negative Gedanken waren, wegen derer ich es nicht erkennen konnte. Und vielleicht schaffe ich es ja sogar mal, meine Gedanken einigermaßen geordnet zusammenzufassen und aufzuschreiben. Man wird ja noch träumen dürfen.

So oder so wünsche ich uns allen einen erfolgreichen Monat September. Hängt euch rein in Sachen, die euch wichtig sind, trennt euch von denen, die euch nur belasten und lasst es euch gutgehen!

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