Montagsfrage #135 – Einzelbände oder Reihen? [2135]

Hier im Saarland sind ab heute die Sommerferien vorbei und das macht sich auf der Arbeit und auf den Straßen mal wieder richtig bemerkbar. Auch sind jetzt viele Kollegen wieder da, die man wochenlang nicht gesehen hat, was ganz nett ist.
Aber zum Wochenanfang geht es hier nie um die Arbeit oder um Idioten, die nicht Autofahren können (und davon habe ich heute einige gesehen), sondern um die Montagsfrage, die heute lautet:

Reihen oder Einzelbände?

Fuck, das ist schon wieder so eine Frage, bei der ich am liebsten „beides“ antworten würde. Ich werde also versuchen, für beide Optionen die für mich wichtigsten Vor- und Nachteile zu erwähnen, denn nicht jeder wird meine Ansicht teilen.

Fangen wir mit dem Umfang an: Ich mag es, wenn eine Geschichte den Raum bekommt, den sie benötigt. Manch eine Geschichte ist auf 300 Seiten erzählt und abgesehen von diesem „Trennungsschmerz“, wenn man die Geschichte und ihre Welt hinter sich lassen muss, hat man als Leser nicht das Gefühl, dass etwas fehlt.
Andere Geschichten brauchen 500 Seiten. Oder 1.200. Das kann man alles in ein Buch quetschen, doch irgendwann ist damit auch Schluss. Dann sollte es lieber eine, zwei oder 23 Fortsetzungen geben, damit die Geschichte so erzählt werden kann, wie sie es verdient.

Das bringt auch den Vorteil mit sich, dass man als Leser mehr Zeit an liebgewonnenen Orten und mit liebgewonnenen Charakteren verbringen kann. Eine Reihe bietet einem guten Autor auch ganz andere Möglichkeiten der Charakterentwicklung.
Hier liegt aber auch ein Risiko, nicht nur für den Autor, sondern auch für den Leser. Irgendwann ist die Luft raus. Das ist vollkommen in Ordnung. An irgendeinem Punkt ist die Geschichte eben erzählt. Doch was, wenn man sich so daran gewöhnt hat, Fortsetzungen zu schreiben? Oder wenn es Verträge zu erfüllen gibt? Dann gibt es eben noch ein Buch und noch eines und … Und ein Leser wie ich wird dranbleiben (in 90 % der Fälle), weil er einfach wissen möchte, was noch kommt.
Mein innerer Monk ist schon nicht begeistert davon, dass ich keine Bücher zu The Song of Ice and Fire mehr lesen werde und ich weiß, dass ich noch alle fehlenden Scheibenwelt-Romane lesen werde. Das ist so eine „ganz oder gar nicht“-Mentalität, die bei manchen Lesern dann eben für einen faden Beigeschmack sorgt. „Früher fand ich die Reihe echt super, aber die letzten vier Bücher…“ Das ist doch nicht schön. Mit Einzelbänden passiert zumindest das nicht.

Einzelbände bergen auch nicht das Risiko, dass der Autor irgendwann stirbt oder die Lust an der Reihe verliert und man als Fan nie erfährt, wie die Story endet, also ist das auch nochmal ein Punkt für abgeschlossene Geschichten. Zum Glück für mich gibt es schon genug abgeschlossene Reihen, die mich interessieren, sodass ich da genug Lesestoff finden kann.
Heutzutage ist aber eine abgeschlossene Geschichte auch keine Garantie dafür, dass da nichts mehr kommt. Das ist dann aber auch nur anstrengend, wenn man eben alles zu einer Geschichte lesen muss. Solange plötzliche Fortsetzungen, Prequels, Reboots, whatever gut sind, ist es ja in Ordnung.

Abschließend muss ich nochmal darauf zurückkommen, dass ich sowohl Einzelbände als auch Reihen absolut gerne mag und es für mich einfach passen muss. Stephen King’s Der dunkle Turm hätte man einfach nicht in einem Buch erzählen können (oder in einem Film). Die Scheibenwelt hält viel zu viele bekloppte Figuren parat und The Expanse braucht einfach mehr Raum, als zwischen zwei Buchdeckel passt.
Trotzdem bin ich auch manchmal froh, wenn eine Geschichte einfach nach einem Buch endet. Oft reicht es. Manchmal ist es schon zu viel.

Sollte ich nun aber meine Lieblingsgeschichten aufzählen und dabei eben Reihen und Einzelbände jeweils gleichwertig ansehen, könnte ich nicht sagen, ob das eine oder das andere überwiegt. Wie sieht das bei euch aus?

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