[2133] Urlaub, Woche 4

Mein Urlaub ist jetzt offiziell zu Ende. Morgen geht es wieder ins Büro. Diese letzte Woche war nicht wirklich erholsam, doch das muss ja nicht heißen, dass sie nicht schön war. Trotzdem habe ich gerade noch so meine Zweifel, ob ich diesen Urlaub auch nur ansatzweise gut genutzt habe.
Schauen wir aber erst einmal, wie diese Woche so gelaufen ist, bevor es an ein kleines Fazit über die letzten vier geht.

Montag

Endlich hat die Liebste auch Urlaub! Das wäre wesentlich angenehmer, wenn die Kleine nicht auch zu Hause wäre, doch es ist eben, wie es ist. Wir haben den Vormittag zu einem großen Teil draußen verbracht, wo Mama und Papa Unkraut gejätet und gekehrt haben, während die Kleine gespielt und zwischendurch tatsächlich hin und wieder geholfen hat.
Am Nachmittag musste die Liebste zur Bank und konnte nun endlich alles abschließen, was bezüglich der Finanzen ihres Vaters noch zu klären war. Ich bin mit der Kleinen zum Kinderturnen gefahren und war mal wieder erstaunt, wie unterschiedlich die Kinder doch sind.

Beim Kinderturnen fand ich es ganz interessant, dass ein Mädchen öfter von ihrer Mutter eine „Auszeit“ verpasst bekam, weil sie wohl anderen Kindern etwas weggenommen hatte oder auch Dinge gesagt hat, die man (nach Ansicht der Mutter) nicht sagen sollte. Natürlich habe ich nicht mitbekommen, was gesagt wurde (oder zu wem), doch wenn kein anderes Kind beleidigt wurde, sollte man das nicht so streng sehen, denke ich.

Ich will damit keinesfalls sagen, dass man vor Kindern nicht fluchen sollte, sondern es lediglich als Überleitung nutzen, um kurz etwas zu dem Thema loszuwerden. Irgendwann lernen sie es sowieso und mir ist es ganz ehrlich lieber, das Kind benutzt Kraftausdrücke, die ich auch noch verstehe und lernt in der Nachahmung von mir auch noch den richtigen Einsatz. Nicht dass ich übermäßig viel fluchen würde, aber sollte die Kleine mal frustriert sein und ich dann ein „Scheiße“ oder „Fuck“ hören – aktuell sagt sie dann noch „Oh, Kind!“, weil sie das öfter mal von mir hört – wüsste ich nicht, wieso ich das Kind dafür rügen sollte.
Sprache ist etwas Tolles und sie bietet uns so viele Möglichkeiten, Gefühle auszudrücken. Und diese Gefühle sind nun einmal nicht immer „gesellschaftsfähig“ oder „safe for work“, wie man wohl auch sagen könnte. Was in dieser Welt, in uns und auch in unseren Kindern vor sich geht, schreit zeitweise förmlich nach einem gut platzierten „Ach fick dich doch, verfluchte Scheiße nochmal!“. So etwas hört man ständig, oft genug in einem nicht sehr höflichen Kontext, das ist wahr. Deshalb soll meine Tochter beobachten und lernen, ohne dass ich mich übermäßig verstelle, um „kindgerecht“ zu reden. Sie soll lernen, wann ein „fuck“ angebracht ist, ebenso wie sie lernen soll, wann „bitte“ und „danke“ es sind, um irgendwann alles, was ihre Eltern ihr vorleben, angemessen umsetzen zu können, sofern es für sie angemessen erscheint.

Dienstag

Wir haben die Kleine am Vormittag kurz bei meiner Mutter gelassen, während die Liebste und ich beim Notar Dinge wie Erbschaft und Vollmachten geklärt haben. Das ging recht fix, auch wenn der in Vertretung handelnde Notar aussah, als sei er der erste Notar gewesen. Überhaupt. Jemals.
Danach sind wir also mit der Kleinen nach Hause und konnten noch spielen, bevor es dann zum Mittagsschlaf ins Bett ging. Während sie schlief, kam die Firma, die unsere Fliegengitter montierte. Die Fenster mit Rundbögen sind noch nicht fertig, weil die Gitter beim Transport beschädigt wurden, aber mit dem Rest sind wir sehr zufrieden. Die Kleine war, nachdem sie wach wurde, auch sehr neugierig. „Oh, Männer arbeiten! Männer gucken!“

Ebenfalls am Dienstag kam meine zweite Bestellung von Ersatzteilen für unseren Spülkasten und nun funktioniert der wieder, wie er soll und läuft nicht ständig weiter. Eine absolute Kleinigkeit, doch ich bin sehr froh, dass zumindest das geklappt hat und wir das Problem selbst lösen konnten. Man muss auch die kleinen Erfolge feiern.

Am Nachmittag waren wir noch eine Stunde spazieren, was auch das Maximum war, das das Bein der Liebsten zuließ. Für einen kurzen Spaziergang zwischendurch liegt die neue Wohnung, oben auf einem Berg, wirklich nicht optimal. Ich möchte trotzdem versuchen, mich nochmal öfter zu bewegen, denn das ist definitiv zu kurz gekommen in den vergangenen Wochen.

Mittwoch

An sich ein recht entspannter Tag. Am Vormittag haben wir mit der Kleinen gespielt und Nachmittags war sie mit Oma und Opa unterwegs. Die Liebste und ich haben jeweils ein bisschen gezockt, haben schon einmal das Abendessen vorbereitet und mir wurde ein Orgasmus erlaubt. Toller Tag xD

Die Ruhe war allerdings vorbei, als die Kleine wieder zu Hause war. Manchmal könnte man an solchen Tagen meinen, sie würde dann abends bewusst alles für Mama und Papa Anstrengende nachholen, das sie durch die Zeit außer Haus quasi „verpasst“ hat.
Sie war also furchtbar nervig und als sie endlich geschlafen hat, hatte ich auch keinen Nerv mehr für irgendwas und habe einfach nur noch im Bett ein wenig YouTube geschaut.

Donnerstag

Geplant war eigentlich ein Besuch auf einem Western-Spielplatz, der der Liebsten von einer ihrer Kolleginnen empfohlen wurde. Da es jedoch noch ziemlich nass war, haben wir uns dann doch für einen Besuch im Zoo entschieden. Die Kleine war auch schon ganz wild darauf. So wild, dass sie direkt vor der Tür stand, als ich aus dem Bad kam, und rief „Papa! Tiere gucken!“.
Der Nachmittag im Zoo war auch ganz angenehm, weil er eben bei dem Wetter (es hat nicht geregnet, doch es war eben alles so grau in grau) auch nicht überrannt war. Was mich jedoch an diesem Tag einfach nicht mehr loslassen wollte: Der Anblick, wie ein Yak ein Schaf getötet hat. Das arme Vieh hat sich ins Nachbargehege gewagt und war dort mit dem Kopf irgendwie in dieser Heu-Halte-Vorrichtung steckengeblieben. Das Yak wollte wohl nicht teilen und hat das Schaf auf die Hörner genommen. Ende der Geschichte.
Die Kleine sieht normalerweise wirklich gut und bemerkt echt alles, doch das hat sie zum Glück nicht so ganz mitbekommen. Zu diesem Zeitpunkt war die Tasche mit den Snacks viel interessanter, als alles andere.

Ich habe auch noch mit meiner Chefin telefoniert, immerhin war ich nun vier Wochen nicht da und sie ist direkt im Anschluss drei Wochen nicht da. In der Zeit stehen aber dann doch ein bis zwei sehr wichtige Dinge an, also wollten wir uns da nicht nur auf Mails verlassen, um mich zu briefen.

Freitag

Neben der wöchentlichen Hausarbeit habe ich am Vormittag die erste Seite meines Romans überarbeitet. Wuhu! Es hat nur fast ein Jahr gedauert, bis ich angefangen habe, und mit einer Seite pro Tag brauche ich auch nur noch 383 weitere Tage. Läuft bei mir.
Nein, ich will wirklich in nächster Zeit versuchen, diese Aufgabe endlich mal anzugehen und hoffe, dass ich mich dabei wohlfühlen werde. Einer der Gründe, wieso ich mich bisher davor gedrückt habe, ist der, dass ein Teil von mir fest davon überzeugt ist, dass ich eh schon das für mich bestmögliche Ergebnis erreicht habe. Deshalb fällt es mir auch schwer, neue Dinge zu lernen. Etwas in mir ist immer überzeugt, ich könne sowieso nicht besser werden.
Die Tatsache, dass ich dieses Problem so klar benennen kann, hilft mir übrigens kein Stück.

Das Wetter war am Freitag wesentlich besser, also haben wir den Besuch auf dem Westernspielplatz nachgeholt, der eigentlich für Donnerstag geplant war. Dieser war wirklich gut besucht und die Kleine hatte auch ihren Spaß im „Kleinkinder-Bereich“. Der ganze Spielplatz war aber auch wirklich sehr schön gestaltet und die zwei Etagen hohen Spielgeräte für die Kinder ab vier Jahren sahen so aus, als hätte ich da als Kind definitiv meine Freude gehabt.
Einziges Manko: Keine Schaukel. Das absolute Highlight für die Kleine, wenn es auf einen Spielplatz geht und dort gibt es einfach keine. Solange wir dort waren, war das für sie kein Weltuntergang, immerhin gab es erst einmal jede Menge Snacks und dann so viele neue Eindrücke, dass das Fehlen einer Schaukel gar nicht beweint werden konnte.
Die Liebste und ich hatten dann trotzdem beschlossen, dass unsere Maus noch ihre Schaukel bekommen sollte. Auf dem Weg nach Hause haben wir also noch einen Stopp an einem anderen Spielplatz eingelegt, da hat sie sich gefreut.

Samstag

Gestern kam – wie alle zwei Wochen in letzter Zeit – ein guter Freund von uns vorbei, nach dem die Kleine total verrückt ist. Dieses Mal kam er aber nicht allein, denn am Donnerstag war seine Freundin aus England angekommen. Die war wiederum von der Kleinen über alle Maße verzückt und so war es ein toller Nachmittag für uns alle. Den Abend haben wir dann, nachdem die Kleine endlich eingeschlafen war, mit Partygames an der Xbox verbracht. Overcooked ist für so etwas doch immer wieder eine gute Wahl.
Durch den Besuch habe ich mal wieder gemerkt, wie sehr eine Fähigkeit doch leidet, wenn sie nicht genutzt wird. Das letzte Mal, dass ich mich mit jemandem auf Englisch unterhalten hatte, war nämlich ihr letzter Besuch hier bei uns und da war die Kleine nicht einmal geboren. Die Liebste spricht wenigstens auf der Arbeit viel englisch, wenn auch meist fachbezogenes Zeug.

Sonntag

Der letzte freie Tag, bevor es für mich wieder ins Büro geht. Nach vier Wochen zu Hause fühlt sich das fast schon an, als würde ich einen neuen Job antreten.Ich bin sehr gespannt.
Die Nacht war wieder einmal recht kurz und ich bin wirklich dankbar, dass die Kleine durchgeschlafen hat. So konnten die Liebste und ich in Ruhe mit unserem Besuch im Wohnzimmer sitzen und dann tatsächlich noch ein paar Stunden schlafen, bevor der Zwerg die Nacht für beendet erklärt hat.

Fazit zum Urlaub

Ich hatte eine recht detaillierte to-do-Liste, was ich gerne in den vergangenen vier Wochen erledigen wollte. Zusätzlich hatte ich noch den ein oder anderen Punkt, den ich mich nicht gewagt hatte, aufzuschreiben (dabei ging es hauptsächlich ums Schreiben).
Wenn ich mir jetzt ansehe, was in den letzten Wochen erledigt wurde…

Wohnung (hier habe ich fast ausschließlich als Helfer agiert)
Neue Türschlösser besorgt und eingebaut
Regale für Garage und Schuppen gekauft und etwas mehr Ordnung geschaffen
Das Hobbyzimmer der Liebsten von Kisten befreit und hergerichtet
Die neuen Möbel im Kinderzimmer aufgebaut und eine Kuschelecke für die Kleine eingerichtet

Videospiele
Gekauft: Jede Menge
Durchgespielt: Death’s Door (Xbox), Doki Doki Literature Club Plus (Xbox) und Ihatovo Monogatari (SNES)

Bücher
Beendet: Embrace your weird von Felicia Day
Begonnen: Die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss

Sonderlich produktiv war das irgendwie nicht. Ich wollte mich mehr bewegen – Fehlanzeige. Ich wollte mehr lesen – Fehlanzeige. Mehr schreiben bzw. überhaupt nochmal schreiben – ebenfalls Fehlanzeige. Unseren Papierkram ausmisten und neu sortieren – Niet. Büromaterial ausmisten und sortieren – Nope.

Die letzten Wochen waren schön und ich hatte meinen Spaß, das will ich nicht bestreiten. Ich hatte nur die Hoffnung, endlich nochmal etwas zu tun, wodurch ich mich am Ende besser fühle. Fitter, gesünder, ausgeglichener, irgendwas … Und genau das hat mal wieder nicht funktioniert. Mittlerweile setze ich immer größere Hoffnungen in die Klinik, bei der ich bald mal vorstellig werde. Ich bin sehr gespannt auf das Vorgespräch.

So, das soll nun aber genügen für heute. So einen langen Beitrag hatte ich wohl schon länger nicht mehr. Ich wünsche euch und uns einen erholsamen Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche. Lasst es euch gutgehen!

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