[2131] Urlaub, Woche 2

Die Hälfte meines Urlaubs ist vorüber und wie das eben so ist, fühlt es sich so an, als sei die Zeit nur so dahingeflogen. Wie schon in der vergangenen Woche werde ich mal wieder versuchen, die Woche Tag für Tag durchzugehen und so auf das ein oder andere Highlight einzugehen. Okay? Okay.

Montag

Da die Kleine immer noch nicht so wirklich fit war, haben wir zu Beginn der Woche noch zu Hause behalten und ich war am Montag zuerst einmal mit ihr spazieren. Das hat ihr zwar Spaß gemacht, doch man hat ihr deutlich angemerkt, dass sie einfach nicht auf der Höhe war.
Nach dem Spaziergang haben wir noch bei meiner Mutter Halt gemacht, wo die Kleine sich zwar über neue Spielsachen gefreut hat, doch bald wollte sie dann auch heim.

Das war auch gar nicht so schlecht, denn der Küchenmonteur kam knapp eine Stunde zu früh und hat dann unsere Küche endlich fast fertig gemacht.
Dieser Termin war tatsächlich sehr unterhaltsam, muss ich sagen. Zum ersten Mal war ein Monteur vom Küchenstudio selbst da, nicht vom Subunternehmer. Und wie sich herausstellte, war wohl auch zum ersten Mal ein Monteur da, der Ahnung hatte. Beim insgesamt siebten Termin wegen dieser Küche fiel ihm direkt auf, dass die Sockelleisten (die schon einmal neu bestellt wurden, aber wieder in der gleichen Länge geliefert wurden) schon bei der ersten Montage gepasst hätten, wenn man die Füße der Schränke nicht verkehrt herum montiert hätte. Da Monteur Nummer eins allerdings meinte, eine der Leisten zuschneiden zu müssen, muss diese nun doch neu bestellt werden. Wenn die dann da ist, ist die Küche aber dann endlich fertig.
Ich wurde dann auch noch gebeten, nochmal alles zu notieren, das nachgebessert werden musste und ich kann euch sagen: Dieser Mann war angepisst. Mir tat es schon leid, dass er ausbessern musste, was andere verbockt hatten, doch ich fand seine Tiraden auch sehr unterhaltsam, gebe ich zu.

Am Nachmittag haben wir dann beschlossen, die Kleine nicht zum Kinderturnen zu bringen (anders als andere Eltern, die Woche für Woche ihre hustenden und schniefenden Kinder anschleppen) und sie stattdessen nochmal kurz bei der Oma abzuliefern, während Mama und Papa im Second-Hand-Shop waren. Dort gibt es aktuell 50 % Rabatt ab zehn Teilen, also gab es neben ein paar Klamotten auch noch eine Ladung neuer Bücher und eine kleine Feuerwehrstation, auf die die Kleine auch voll abfährt. „Papa Feuer piele!“

Dienstag

Da sie am Montag immer noch nicht fit war, durfte die Kleine noch einen Tag zu Hause bleiben. Und da hat man dann aber direkt gemerkt, dass sie wieder fit ist. Weniger Weinen und Jammern, viel mehr Lachen und Spielen. Das war auch gut so, da es den ganzen Tag geregnet hat und wir so auch nicht raus konnten.

An diesem Tag gab es auch mein absolutes Highlight dieser Woche und vielleicht auch des ganzen Urlaubs: Als ich auf der Couch saß, hat sich die Kleine neben mich gelegt, ich habe sie zugedeckt und ihr einen Kuss auf die Stirn gedrückt. Da schaut sie mich an und sagt „dich lieb“.
Selbst jetzt beim Schreiben und daran Zurückdenken kommen mir fast noch die Tränen. Das war wirklich das Schönste bisher in diesem Urlaub.

Als dann die Mama wieder zu Hause war, haben wir noch zusammen gespielt und beschlossen, die Kleine am Mittwoch wieder zur Betreuung zu bringen.

Mittwoch

Mit der Kleinen erst in der Betreuung und danach bei Oma und Opa und der Liebsten in ihrem Zimmer im Home Office hatte ich am Mittwoch quasi einen ganzen Tag für mich alleine. Nach einer knappen Woche mit der Kleinen habe ich diesen Tag dann fast ausschließlich auf der Couch verbracht. Ich habe Videospiele gespielt, mir ich weiß gar nicht wie viele Höhepunkte verkniffen und generell einfach nur gefaulenzt.
Das Tolle daran: Ich habe das alles getan, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich nichts gearbeitet habe. Das war bitter nötig und zum Teil habe ich das wohl auch der Woche mit dem Kind zu verdanken. Danach hat etwas in meinem Kopf einfach beschlossen, dass ich mal so einen Tag verdient hatte.

Nun war ja, wie bereits erwähnt, die Liebste im Home Office. Das wurde nicht unbedingt zu einem Problem, aber zu einem kleinen Ärgernis, als – wie schon in der vergangenen Woche – wieder um die Mittagszeit herum unsere Internetverbindung für ein paar Minuten ausfiel.
Wenn ich dann nicht zocken oder YouTube schauen kann, ist das blöd, aber während eines Online-Meetings? Ganz mies. Also mal den Anbieter angerufen und der hat schon am Nachmittag einen Techniker vorbeigeschickt. Und das war für mich so eine Art Flashback zum Küchenmonteur am Montag.
Der Kabeltechniker hat nämlich auch in zwei Wohnungen und auf dem Dachboden überall nur den Kopf geschüttelt über das, was hier an Verkabelung verbrochen wurde. Sein Messgerät war zum Ende zum Glück ganz zufrieden mit dem, was er gemacht hatte und bisher läuft auch wieder alles stabil. Sehr gut.

Neben meinem neuen Rucksack, der am Mittwoch ankam (habe mir einen Eastpak Back to Work gegönnt) war das mein Highlight des Tages.

Donnerstag

Für den Donnerstag hatte ich mir vorgenommen, wieder etwas mehr zu machen. Etwas Sport, ein Spaziergang zum Baumarkt, um ein paar Batterien (verfluchtes modernes Spielzeug) zu besorgen, so etwas eben.
Da die Kleine aber in der Nacht zuvor beschlossen hatte, dass der Papa keinen Schlaf verdient hatte, war ich so verdammt erschöpft … erschöpft genug, um meinen Wecker zu ignorieren und noch eine Stunde liegenzubleiben, bis ich genug von den Schlägen und Tritten des Kindes hatte.

Der Rest des Tages war dann auch nicht unbedingt von Produktivität gezeichnet. Es sei denn, unzählige Beinahe-Orgasmen und ein durchgespieltes Videospiel gelten als produktiv, dann war ich aber sowas von fleißig.
Durchgespielt habe ich übrigens Doki Doki Literature Club. Es sieht auf den ersten Blick sehr … speziell aus und wäre es nicht auf der Xbox erschienen, hätte ich gesagt, es sei ein Hentai-Spiel. Mich hat dann jedoch interessiert, wieso es trotzdem ab 18 ist und nachdem das Spiel schon mit Triggerwarnungen und dem Angebot erneuter Warnungen im Spielverlauf begann, war ich noch interessierter.
Am Ende war ich tatsächlich überrascht, wobei ich sagen muss, dass die Story zwischendurch ihre Längen hatte. Das ist aber immer eine Gefahr bei diesen Visual Novels.

Freitag

Das Kind hat durchgeschlafen. Dafür war ich ganz dankbar, denn nach dem Donnerstag kam doch langsam mein schlechtes Gewissen wieder und ich hatte mir vorgenommen, an diesem Tag zumindest etwas produktiver zu sein.

Zuerst habe ich zu Hause aufgeräumt und die Bäder geputzt, während unser RoboMop schon durch die Bude gekurvt ist. Danach ging es vor die Tür. Kurz zum Discounter, dann zum Baumarkt, zur Bäckerei, ab in die Waschanlage und dann wieder nach Hause. Ich wollte eigentlich noch zur Bank, doch der einzige Automat hier am Ende der Straße war außer Betrieb…
Wieder zu Hause habe ich dann wieder einmal viel Zeit unten ohne verbracht und meinen Urlaub genossen. Schon schlimm manchmal, hehe.

Da ich mich – nur teilweise wegen des Wetters – in letzter Zeit zu wenig bewegt hatte, bin ich am Nachmittag mal noch für eine halbe Stunde raus und habe eine Folge Felicitations gehört, während die Liebste ein wenig mit der Kleinen gespielt hat. Und viel mehr ist auch nicht wirklich passiert, außer dass die Kleine am Abend wieder länger gebraucht hat, um einzuschlafen.

Samstag

Nach noch einer ruhigen Nacht haben Oma und Opa die Kleine abgeholt, als das Frühstück vorbei war und waren mit ihr spazieren. Gegen Mittag kamen die neuen Miteigentümer vorbei, die nun die Wohnung unter uns kaufen werden, und haben sich vorgestellt. Wir werden die jetzigen Mieter wirklich vermissen, doch die beiden wirkten auch sehr nett.
Ich bin wirklich gespannt, wie wir miteinander auskommen werden, auch wenn ich mir nicht sonderlich viele Sorgen mache. Wir müssen miteinander auskommen, also werden wir auch einen Weg finden.

Am Nachmittag kam dann nochmal ein Kumpel vorbei und hat am Abend, nachdem das Kind gegessen und die Pizza ins Bett gebracht worden ist – oder war es umgekehrt? – sein „Fighting Game Bootcamp“ mit mir gestartet. In letzter Zeit hatte ich wieder viel Lust auf Kampfspiele, ein Genre, dass ich in den 90ern sehr gerne mochte. Da ich aber schon damals keine Ahnung von den Spielen hatte, versucht er jetzt, mir zumindest die Basics beizubringen.
Das war bisher nur Theorie, immer mal wieder unterbrochen durch die Kleine, die von Papa getragen werden musste, um sich zu beruhigen. Juhu…

Sonntag

Der Abend endete um vier Uhr morgens, was ja nicht so schlimm war, immerhin hätte das Kind mich sowieso nicht schlafen lassen. So gegen sechs endete dann die Nacht. Wenn das Kind eines verstanden hat, dann dass man dem Feind keine Chance geben darf, sich auszuruhen. Wir wollten ja mit ihr in unserem Bett noch kuscheln, damit sie sich beruhigen kann, aber nachdem sie die Mama weggeschickt und den Papa mit Schlägen und Tritten bearbeitet hatte, habe ich sie wieder in ihr Bett gebracht und eben ihre Hand gehalten, bis sie wieder kurzzeitig eingeschlafen war. Dabei tun, bedingt durch die Haltung, wenigstens nur Rücken, Schulter und Arm weh (und die letzten beiden auch nur solange, bis die Blutzirkulation lange genug unterbrochen ist, dass der Arm taub wird).

Ich war jetzt also duschen und bin frisch, ausgeruht und bester Laune, um in diesen wundervollen Sonntag zu starten. Euch und uns wünsche ich viel Erholung und morgen einen guten Start in die neue Woche. Lasst es euch gutgehen.

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