[non-fiction] Embrace your weird

Im letzten Jahr habe ich eine Art Vorliebe für Ratgeber entwickelt, die einem beim Lesen ein gutes Gefühl geben und die ich danach doch nicht befolgen werde (Lustigerweise wird genau dieser Umstand in diesem Buch auch angesprochen).
Jetzt bin ich ja nicht sonderlich gut informiert, was Bücher angeht und so habe ich mehr durch Zufall von Felicia Days Podcast Felicitaions erfahren, über den ich wiederum von Embrace your weird erfahren habe. Und nachdem mir You’re never weird on the internet (almost) so gut gefallen hat, wollte ich also auch lesen, was Frau Day dazu zu sagen hat, wie man seine Kreativität mobilisieren kann

Etwas mehr als eine Woche später sind wir also hier und wollen doch mal sehen, ob ich das Buch gut darstellen kann. Los geht’s!

Den inneren Künstler channeln 101

Kreativität ist etwas, das uns allen innewohnt. Man ist es nur zu sehr gewohnt, dieses Wort mit großer Kunst oder so zu verknüpfen. Im Alltag wird dann vielleicht scherzhaft mal gesagt, man müsse für ein Problem „eine kreative Lösung“ finden.
Aber das Ergebnis unserer Kreativität muss nicht immer ein Bestseller, ein zeitloses Musikstück oder ein Kunstwerk sein, dessen Foto in Zukunft in Schulbüchern zu finden sein wird.

Eine coole Lösung für euer Haushaltsbuch in Excel oder eine Zimmerdeko aus den Einzelteilen einer alten Ente (das Auto, nicht das Tier, das wäre krank) sind ebenso Ausdruck von Kreativität. Oder auch einen Satz zu finden, in dem die Wörter „cool“ und „Excel“ gemeinsam vorkommen. Kreativität!

Die eigenen Ansprüche – besonders unter Leuten, die derartige Bücher lesen – sind aber wohl doch etwas höher und das ist auch vollkommen okay. Felicia Day gibt sich alle Mühe, den Leser an zwei wichtige Dinge zu erinnern: a) Man sollte das tun, das einem Freude bereitet, um sich selbst auszudrücken und b) Erwartungshaltungsmanagement. Eigene Ziele sollten so formuliert sein, dass ihr Erreichen nicht von anderen abhängt.
Einen Roman schreiben? Gutes Ziel. 23 Wochen in den Bestsellerlisten? Schön, wenn es so kommt, doch kein Ziel, das alleine erreicht werden kann.

Helden und Bösewichte

Felicia Day ist ein Nerd. Daraus macht sie kein Geheimnis und das merkt man ihrer Schreibe auch an. Es verwundert deshalb auch nicht, dass Embrace your weird unsere Kreativität bzw. unser kreatives Ich als Helden darstellt, der vielleicht erst noch lernen muss, dass ihm schon alle Fähigkeiten gegeben sind, die er braucht.
Und was wäre ein Held ohne Feinde? Angst, Scham, Kritik, Prokrastination … die Widersacher unserer Kreativität sind in der Überzahl, doch sie alle sind zu schlagen, wenn man weiß wie.

Oder zumindest besteht eine gute Chance, sie zu schlagen. Embrace your weird ist schließlich ein Ratgeber und kein Lösungsbuch. Doch als solcher macht das Buch seine Sache ganz gut, finde ich. Ich bin allerdings auch ein Nerd und mag die Art und Weise, wie Felicia Day Inhalte präsentiert. Wer damit nichts anfangen kann, wird wohl auch mit dem Buch wenig Spaß haben.
Aber hey, wir Nerds werden immer mehr, als empfehle ich denen unter euch, die sich vielleicht mit Schwierigkeiten im kreativen Prozess konfrontiert sehen, Embrace your weird mal auf eure Liste zu setzen. Es gibt so viele Ratgeber, dass man nicht alle lesen kann, aber wenn ihr gerade nicht wisst, was ihr lesen könnt …

Embrace your weird: Face your Fears and Unleash Creativity // Felicia Day // 2019

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