Rückblick auf den Monat Juni 2021

Mit dem Monatsende ist es für mich immer mal wieder so, wie für viele andere Menschen mit dem Sommer, Weihnachten oder Geburtstagen: Das kommt alles so überraschend!
Und dann sitze ich hier, habe natürlich mal wieder vergessen, mir Notizen zu machen, und überlege, was ich über den vergangenen Monat berichten könnte.

Bisher hat mich das aber noch nicht abgehalten und ich habe auch nicht vor, jetzt damit anzufangen. Schauen wir also mal nach den wichtigsten Ereignissen des Monats und wie ich mich damit fühle.

Tod und Trauer

Das unangenehmste Thema möchte ich gleich zu Beginn behandeln, einfach damit ich mit schöneren Dingen enden kann.
Die Liebste hat vor einigen Wochen ihren Vater verloren. Ich habe mir Mühe gegeben, für sie da zu sein, doch ich habe eines wieder ganz deutlich gespürt: Ich kann mit Trauer sehr schlecht umgehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es meine oder die anderer ist.

Natürlich blieben mir bisher Trauerfälle im nahen Umfeld erspart, doch trotzdem habe ich das Gefühl, mir fehlt da eine gewisse Grundkompetenz für den Umgang mit solchen Situationen. Gefühlt bin ich furchtbar schlecht darin, andere zu trösten oder für sie da zu sein. Ich weiß, dass es entscheidend ist, wie es bei der jeweils anderen Person ankommt, aber man fragt ja auch nicht hinterher (oder zwischendrin) nach Feedback oder so. So empathielos bin ich dann doch wieder nicht.
Jedenfalls bin ich froh, wohl nichts dermaßen falsch gemacht zu haben, dass es der Liebsten noch schlechter geht als ohnehin schon. Auch das hatte ich, um ehrlich zu sein, nicht für ausgeschlossen gehalten.

Ich habe jetzt schon Angst davor, selbst irgendwann in dieser Situation zu sein, doch ich weiß auch, dass ich mit der Liebsten die richtige Person an meiner Seite habe, um alles durchzustehen.

Obendrauf kam noch, dass ein alter Freund auch schwer krank ist und es nicht so wirkt, als würde er noch lange durchhalten. Da kommt mehrmals am Tag der Pflegedienst, die Option Pflegeheim steht im Raum und dann landet er mit Nierenversagen im Krankenhaus. Ab einem gewissen Punkt ist das vielleicht „normal“, doch nicht mit Anfang 30.
Als er anrief und davon erzählte, bin ich mir so blöd vorgekommen, weil ich einfach nicht wusste, was ich sagen sollte. Und wenn man dann in so einem Gespräch noch gefragt wird, wie es einem geht, kann man doch nicht anders, als sich mies zu fühlen, oder?

Ein Monat in der neuen Wohnung

Am 27. Mai sind wir umgezogen, der Juni war also unser erster kompletter Monat in der neuen Wohnung. Irgendwie kommt es mir tatsächlich länger vor, denn es fühlt sich einfach schon so richtig wie ein Zuhause an.

Hier stehen immer noch Kisten, die auf den Dachboden sollen (größtenteils Verpackungen) und das Zimmer der Liebsten und auch die Garage sind noch nicht fertig eingerichtet, doch es kommt mir wirklich vor, als seien wir „angekommen“.
In unserer Küche muss immer noch einiges nachgebessert werden, doch das ist nur eine Frage der Zeit. Genauso wie der endgültige Abschluss des Wohnungskaufs, denn wir haben unseren Teil erledigt und warten mal wieder auf Ämter und die Bank.

Es gibt allerdings auch Kleinigkeiten hier in der Wohnung, die vor allem die Liebste stören, und die nicht alle (so einfach) gelöst werden können. Teilweise kann ich das nachvollziehen, doch an und für sich bin ich einfach nur happy. Ich mag die Wohnung und bin sicher, dass wir uns hier ein schönes Zuhause schaffen werden.
Wirklich positiv überrascht hat mich in diesem Zusammenhang die Kleine. Die scheint das alte Haus absolut gar nicht zu vermissen und hat sich hier vom ersten Tag an anscheinend wohlgefühlt. Darüber hatte ich mir zunächst Sorgen gemacht, doch wie sich herausstellte, war das unbegründet.

Ein Jahr älter

Im vergangenen Monat habe ich auch meinen ersten Geburtstag hier in der neuen Wohnung gefeiert zugebracht. Davon hatte ich ja schon berichtet. Die ganze Familie hatte einen netten Tag und wir waren Eis essen. Abends saß ich dann auf der Couch und habe gezockt, während ich vergeblich auf einen Kumpel gewartet habe, mit dem ich telefonieren wollte. Aber das ist nichts Neues.

So unspektakulär der Geburtstag war, so unaufgeregt bin ich auch, weil ich jetzt 34 bin. Meine Geburtstage waren mir nie sonderlich wichtig, doch in den letzten Jahren wurde es gefühlt noch weniger.
Ich versuche auch nicht mehr, mein Leben mit dem anderer zu vergleichen, die im gleichen Alter sind. Tatsächlich glaube ich, dass ich ein ganz gutes Leben führe. Ich habe eine tolle Frau, wir haben eine furchtbar süße und kerngesunde Tochter und Jobs, die dafür sorgen, dass wir keine finanziellen Sorgen haben. Kurzum: Es geht uns so verdammt gut, dass es einfach nur vermessen wäre, über irgendetwas ernsthaft zu klagen.

Und da ist es eigentlich auch egal, wie alt ich bin, solange ich die Zeit, die mir auf diesem Planeten noch bleibt, nutze, um das, was wir gegeben ist (bzw. was ich mir erarbeitet, erkämpft und vielleicht sogar verdient habe) wertschätze und genieße.

Ein gutes Gefühl

Trotz der traurigen Ereignisse und Gespräche im vergangenen Monat, fühle ich mich gut. Der Umzug ist erledigt, die Schlüssel für die alte Wohnung abgegeben und wir sind glücklich in unserem neuen Zuhause.

Ein bisschen regt sich die Hoffnung, dass die zweite Jahreshälfte vielleicht etwas entspannter wird und wir alle etwas mehr genießen können, was wir haben. Vielleicht finde ich sogar die Energie, wieder regelmäßiger etwas für meinen Körper zu tun. In der letzten Woche habe ich immerhin ein paar Übungen gemacht, mehr als in den letzten Monaten zusammen. Heute wiege ich übrigens 83,3 kg und will das endlich nochmal reduzieren (das alte Lied, ich weiß…).
Wie immer hoffe ich natürlich auch, wieder etwas mehr zu schreiben. Oder überhaupt etwas zu schreiben. Auch das hat in der ersten Jahreshälfte komplett geruht.

Ich bin jedenfalls zuversichtlich und glaube, dass wir alle den Stress der letzten Monate langsam aber sicher hinter uns lassen werden. Wir sind ja auch immer noch dabei, eine neue Routine im neuen Heim zu finden, doch auch das klappt – zumindest in meinen Augen – bisher ganz gut. Der RoboMop ist eine große Hilfe bei der Hausarbeit, die Erinnerung im Kalender stellt sicher, dass Staub gewischt wird und alle drei Wochen haben wir sogar mal einen kinderfreien Samstag. Irgendwann wird auch an einem solchen Tag kaum noch was zu tun sein und wir können ihn einfach nur genießen. Ganz bestimmt.
In dieser Woche wird es allerdings noch nicht so weit sein, doch davon werde ich hier ja am Sonntag berichten. Bis dahin wünsche ich noch eine schöne Woche und euch allen einen erfolgreichen Monat Juli.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s