Ready Player Two

Ich will ehrlich sein: Als ich zum ersten Mal gelesen hatte, dass Ernest Clines Ready Player One eine Fortsetzung bekommt war meine erste Reaktion „Och, muss das sein?“. Ich mochte das erste Buch wirklich sehr, doch ich sah einfach keine Not für eine Fortsetzung. Nicht, dass ich noch gerne etwas mehr in der Welt der OASIS erlebt hätte, doch ich habe bei so etwas auch immer Angst, dass die Fortsetzung mir zu viel kaputt macht.
Bevor es jetzt gleich zur Story geht, kann ich auf jeden Fall schon mal sagen: So schlimm war es nicht.

Technischer Fortschritt

Wade Watts hat mit der Hilfe seiner Freunde James Hallidays Wettbewerb gewonnen und ein ganzes digitales Universum geerbt. Als wäre das nicht schon genug, entdeckt er jedoch in einer Kammer, die nur er, der Anoraks Umhang trägt, betreten kann, Hinweise auf ein weiteres Vermächtnis, das einer der Schöpfer der OASIS hinterlassen hat.
Das ONI – OASIS Neural Interface – lässt selbst die modernste haptische Ausrüstung alt aussehen und erlaubt es dem Nutzer nicht nur, seinen Avatar mit seinen Gedanken zu steuern, sondern es versorgt das Gehirn auch mit Sinneseindrücken. Selbst das Aufzeichnen und Teilen von Erlebnissen ist möglich. Diese revolutionäre Technik birgt ebenso viele Gefahren wie Chancen, doch Samantha / Art3mis ist die einzige der High Five, die sich gegen eine Verbreitung ausspricht und so wird das ONI für große Teile der Menschheit zu einer besseren Möglichkeit, der Realität zu entfliehen.

Mit der Aktivierung des ONI als neuen Zugangsweg zur OASIS taucht allerdings auch ein neues Rätsel auf, das Halliday hinterlassen hat. Die Suche nach den sieben Scherben der Seele der Sirene beginnt und stellt Wade und alle anderen Jäger wieder einmal vor ein großes Rätsel.
Erst als ein neuer Feind auftaucht und den nötigen Druck aufbaut, kommt die Jagd nach den sieben Scherben wirklich in Schwung. Denn der Preis, den ein Versagen mit sich bringt, ist hoch…

Neuer = besser?

Auch nachdem ich das neue Abenteuer von Parzival gelesen habe, bleibe ich dabei: Die Fortsetzung wäre nicht nötig gewesen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es kein gutes Buch war.

Die Anspielungen auf und Zitate aus den 80ern waren einfach schön. Besonders der Planet Shermer hat mir persönlich verdammt gut gefallen. Auch abgesehen davon war die Geschichte – wie schon im ersten Teil – gut erzählt, wenn auch nicht unbedingt neu oder überraschend.
Was mir allerdings nicht so gut gefallen hat, war der Anfang des Buches, der wirklich alles gibt, die Hauptperson so unsympathisch wie nur möglich erscheinen zu lassen. Ja, wichtig für die Charakterentwicklung und so, aber stellenweise fand ich es etwas übertrieben dargestellt.

Ready Player Two wird sicher nicht zu einem meiner Lieblingsbücher werden, doch es ist eine gelungene Fortsetzung, die ihre Sache nicht unbedingt besser macht, als der erste Teil, aber auch nicht viel schlechter, und auch das ist schon eine Leistung.
Wer den ersten Teil mochte und noch eine Dosis Nostalgie verpackt in einen Jugendroman möchte, wird auch Teil zwei mögen, doch hinsichtlich Empfehlungen würde ich eher sagen, dass Ready Player Two ein guter Anreiz ist, Ready Player One denen zu empfehlen, die es noch nicht gelesen haben.

Ready Player Two // Ernest Cline // 2021

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