[non-fiction] The Life-Changing Magic of Tidying Up

Okay, na gut, es ist passiert. Jetzt habe ich also auch angefangen, Marie Kondo zu lesen. Aber mal ehrlich: So ein Umzug bzw. der bevorstehende Einzug ist auch eine großartige Gelegenheit, sein Hab und Gut etwas auszudünnen und richtig aufzuräumen.
Schauen wir also mal, worum es geht:

Die KonMari-Methode

Marie Kondo ist Organizing Consultant; Ein Beruf, der – sagt zumindest Wikipedia – lustigerweise ebenso alt ist, wie die Dame selbst. Für diejenigen, die bisher noch nichts von ihr gehört haben, hier nun ganz grob der Kern ihrer Methode bzw. der Philosophie hinter dieser Methode: Unser Leben wird besser/glücklicher, wenn wir uns nur mit Dingen umgeben, die wir lieben.

Das klingt furchtbar simpel, ist jedoch gar nicht mal so einfach. Für viele Menschen ist es offensichtlich sogar schwierig genug, dass Marie Kondo davon leben kann, ihnen das Aufräumen beizubringen. Ja, ich habe das anfangs auch belächelt, aber ganz ehrlich: Beim Lesen dieses Buches wurde mir klar, dass mir damals keiner beigebracht hat, wie man richtig aufräumt. Und was noch erschwerend hinzukommt: Richtiges Aufräumen ist etwas, das man – zumindest in der Theorie – auch nur einmal im Leben machen muss.
Dieses eine Mal sollte zelebriert werden, findet die Autorin. Wirklich aufzuräumen ist nichts, das man am Freitagnachmittag schnell macht, bevor die Schwiegereltern zu Besuch kommen. Es sollte aber auch nichts sein, das jede Woche aufs Neue getan werden muss. Und ein ordentlicher Haushalt steht vielleicht am Ende des Aufräum-Festes, doch auch dieser ist nur ein Mittel zum Zweck.

Aufräum-Voodoo?

Ja, beim Lesen ihres Buches kann man hin und wieder schon den Kopf schütteln über die gute Marie Kondo. Es wird besser, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, dass sie Japanerin ist und dass dort auch spirituelle Traditionen immer noch sehr geachtet werden.
Abgesehen davon geht es ihr ja nicht nur um das Aufräumen als solches, sondern um die Gestaltung des persönlichen Lebensraums als kleines Paradies. Wenn wir uns nur mit Dingen umgeben, die uns lieb und teuer sind, fühlen wir uns wohler und dass unser Inneres sich auch gerne mal im Äußeren unserer Wohnungen widerspiegelt, hat wohl jeder schon einmal beobachtet.

Der Gedanke, dass dieser Effekt auch in die andere Richtung funktioniert – dass ein geordnetes oder optimiertes Zuhause sich also auch positiv auf die Bewohner auswirkt – ist das, worum es wirklich geht. Größtenteils wird das alles natürlich über eine „Anleitung“ zum Aufräumen transportiert, weil viele es einfach nicht können oder manche Sachen einfach noch einmal als Input von außen brauchen, um sie umsetzen zu können. Dabei geht es hauptsächlich um den Aspekt des Ausmistens, mit dem viele Probleme haben.

Fauler Zauber oder doch einen Blick wert?

Wenn man erst einmal über das „Does this spark joy?“ hinwegsieht und sich bewusst wird, was hinter dem ganzen steckt, kann man aus diesem Buch durchaus einen Nutzen ziehen, selbst wenn man nichts mit der spirituellen Ebene einer solchen Veränderung anfangen kann.
Aber es ist eben wirklich eine Veränderung, die angestrebt wird und wenn die euer Ziel ist, kann dieses Buch wirklich lesenswert sein. Wenn ihr euch zu Hause wirklich immer superglücklich fühlt und es nichts gibt, das euch stört oder runterzieht, braucht ihr das Buch vermutlich eher nicht. Seid ihr aber manchmal überwältigt von der schieren Masse an Kram in den eigenen vier Wänden, Zeug das keinen wirklichen Zweck erfüllt und eigentlich nur Platz und Energie kostet … dann kann ein wirklich gründliches Aufräumen, mit allem drum und dran, vielleicht genau das sein, was ihr braucht. Oder zumindest ein guter erster Schritt. Und wir wissen ja: Entscheidend beim ersten Schritt ist nicht die Weite, sondern die Richtung.

The Life-Changing Magic of Tidying Up: The Japanese Art of Decluttering and Organizing // Marie Kondo // Ratgeber // 2014

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