Montagsfrage #120 – Schreiben jenseits des Blogs [2120]

Eine neue Woche beginnt. Die Liebste und ich stecken immer noch in den Vorbereitungen für unseren bevorstehenden Umzug und je näher der rückt, desto angespannter sind die Nerven auf allen Seiten. Ich bin auch ziemlich nervös wegen der Veränderung und habe schon die schlimmsten Bilder darüber im Kopf, wie die Kleine mit dem Umzug umgehen wird.
Aber darum soll es heute nicht gehen. Heute geht es um die aktuelle Montagsfrage, zu der ich tatsächlich nochmal ein klein wenig schreiben kann.

Schreibt ihr auch außerhalb eures Blogs (Geschichten, Bücher etc.) und habt ihr vielleicht schon selbst veröffentlicht? (Shannon’s Schreibstübchen)

Ja! Ja, natürlich!
Die Tatsache, dass ich gerne schreibe, ist einer der Hauptgründe, weshalb ich überhaupt blogge. Angefangen hat das Ganze so mit 15, als tiefbetrübter, hart vergrufteter Teenager. In den folgenden Jahren sind so einige Gedichte entstanden, von denen ich heute die wenigsten noch lesen kann, ohne mich zu schämen.
Das hat mich damals allerdings nicht abgehalten, den ganzen Krempel über epubli selbst zu verlegen. Das Buch war es Musterbeispiel für übereiltes Vorgehen. Es gab jede Menge Fehler in der Rechtschreibung und Formatierung. Bei modernen Videospielen würde man einen Day-One-Patch liefern, doch bei Büchern ist das etwas schwieriger.

Trotzdem habe ich nicht aufgehört, zu schreiben. Gedichte gab es weniger, doch die wurden – meiner Meinung nach – dafür besser. Ein guter Anreiz war hierzu auch das projekt .txt (in die Anthologie habe ich es leider nicht geschafft). Die Texte, die mir noch am besten gefallen, habe ich hier auf dem Blog auch noch veröffentlicht.
Parallel habe ich angefangen, Tagebuch zu führen. Anfangs war das immer sehr durcheinander, hat mir aber geholfen, einiges zu verarbeiten. So sind auch viele meiner Texte entstanden. Mit der Zeit wurden die Tagebücher immer geordneter, die Einträge regelmäßiger. Mittlerweile schreibe ich seit ein paar Jahren täglich und auch wenn der kreative Aspekt praktisch komplett verschwunden ist, finde ich es gut, weil es meine eigene Entwicklung von einem inneren (und äußeren) Chaos hin zu Ordnung, Routine und Verlässlichkeit widerspiegelt.
Hin und wieder vermisse ich einzelne Aspekte aus diesem chaotischen Lebensabschnitt und die Art und Weise, wie ich damals beinahe problemlos irgendwelche Texte fabriziert habe, gehört eindeutig dazu. Doch ich weiß auch, dass vieles von damals in meinem jetzigen Leben einfach keinen Platz mehr hat.

2014 habe ich auch angefangen, einen ersten Roman zu schreiben. Es fing an mit einem Bild, das mir nicht aus dem Kopf ging. Der Showdown einer Fantasy-Geschichte, komplett mit Drachen, Zauberern und einer Stadt voller spitzer Türme. Dieses Bild hat es letztendlich nicht in mein Romanprojekt X geschafft, das ich am 29. Februar 2020 nach fast sechs Jahren und 660 Seiten abgeschlossen habe.
„Abgeschlossen“ war zu diesem Zeitpunkt aber auch nur ein erster Entwurf, der rückblickend viel zu ambitioniert war. Schon am nächsten Tag begann also die Arbeit an einer schlankeren Version der Geschichte. Weniger Handlungsstränge boten mehr Raum für einzelne Charaktere und eine potenzielle Fortsetzung (und sogar ein kleines Prequel). 237 Tage später, am 23. Oktober 2020, war dieser wiederum erste Entwurf der „neuen“ Geschichte mit 383 Seiten fertig, nun unter dem Arbeitstitel Taelyra.

Um meinen Gedanken eine Pause von diesem Roman zu gönnen, habe ich danach angefangen, ein paar Kurzgeschichten zu schreiben, zu denen mir die Ideen auch schon lange durch den Kopf gingen. Diese Sammlung schlummert noch unvollendet unter dem Arbeitstitel Vorsicht! Zerbrechlich! auf meiner Festplatte. Auch eine Ideensammlung für den zweiten Teil von Taelyra treibt sich dort irgendwo herum.

Nach dem Umzug möchte ich wieder versuchen, regelmäßig zu schreiben und dann zunächst diese beiden Projekte angehen, bevor ich auch noch versuchen möchte, einen dieser unsäglichen Ratgeber zu schreiben. Vielleicht ist das auch nur ein Trick, um mich selbst immer weiter von der Überarbeitung des ersten Taelyra-Teils abzuhalten. Wer weiß…

Eine kleine Ergänzung, die mir erst nach dem ersten Veröffentlichen des Posts einfiel: 2019 habe ich auch drei Monate lang News für xboxdynasty (der Link führt zu den von mir verfassten Artikeln) geschrieben. Das war auch sehr cool, aber mit der Kleinen, die in der Zeit auf die Welt kam, und Job dann doch etwas viel. Hauptsächlich jedoch, weil ich nicht sagen konnte, ich mache weniger. Die Möglichkeit hätte durchaus bestanden, doch meine eigenen Ansprüche an mich selbst haben mir da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Um zum Schluss nochmal auf die einleitende Frage zurückzukommen: Ja, verdammt, ich schreibe. Nicht so regelmäßig, wie ich könnte oder so gut, wie ich gern würde, aber ich schreibe. Und ich habe nicht vor, damit aufzuhören. Es geht mir dabei auch nicht darum, irgendwann vielleicht davon leben zu können (oder davon auch nur eine Cola pro Woche zahlen zu können). Ich habe einfach das Gefühl, dass es mir guttut. Zumindest, solange keiner den Krempel liest, den ich schreibe xD

4 Gedanken zu „Montagsfrage #120 – Schreiben jenseits des Blogs [2120]

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s