The most beautiful woman in town and other Stories

In meinem Beitrag zu Post Office habe ich ja schon erwähnt, dass ich direkt im Anschluss noch ein Buch von Bukowski angefangen habe. Hier nun also mein Beitrag zu The most beautiful woman in town und den anderen Texten in dieser Sammlung. Entgegen meiner ersten Prognose werde ich mich auch nicht nur auf das Gefühl beim Lesen beschränken, sondern auch versuchen, etwas auf den Inhalt einzugehen.

Erections, Ejaculations, Exhibitions, and General Tales of Ordinary Madness

So lautete wohl der ursprüngliche Titel dieser Textsammlung, behauptet Wiki. Und ich möchte nur kurz anmerken, dass ich diesen Titel grenzwertig genial finde. Aber gut, was steckt denn jetzt in dieser Sammlung so drin? Ich werde nicht zu jedem Text etwas schreiben, doch schon zu einigen. Wie genau diese Auswahl getroffen wurde … kann ich vermutlich selbst nicht so genau sagen.
Die Geschichten sind allerdings so kurz gehalten, dass es mir schwerfällt, etwas über sie zu schreiben, das Dinge nur andeutet. Noch einer der Gründe, weshalb ich nicht zu jedem Text etwas schreiben möchte.

Die titelgebende Geschichte The most beautiful woman in town handelt von Cass, der jüngsten und schönsten von fünf Schwestern. Cass ist ein herzensguter und talentierter Mensch, doch für viele ist sie einfach nur hübsch anzusehen. Bukowski liebt sie für ihre wahre Schönheit, nicht für ihr Aussehen. Das versucht sie hin und wieder zu ruinieren, bis sie schließlich dafür sorgt, dass niemand je wieder nur ihr hübsches Äußeres sieht.

Kid Stardust in the Porterhouse und Life in a Texas Whorehouse haben mir beide sehr gut gefallen. Kurze Szenen aus deinem Leben, das einem manchmal einfach nur ins Gesicht spuckt. Und Erzählungen von jemandem, der weiß, wann seine Grenzen erreicht sind und wie weit dahinter er umkehren muss.

Six Inches war die erste Geschichte in diesem Buch, die ins Fantastische geht und hat mich deshalb etwas erreicht. Etwas skurril, aber unterhaltsam. Es gibt nämlich gar nicht zu viele Menschen auf der Welt. Sie nehmen nur zu viel Platz ein.
Weiter ging es dann mit The Fuck Machine, die eigentlich nur wegen einer kleinen „Schockszene“ im Gedächtnis geblieben ist. The Gut-Wringing Machine hingegen hat mir wieder sehr gut gefallen. Auf den ersten Blick auch ziemlich platt, aber die Idee gefällt mir.

Twelve Flying Monkeys Who Won’t Copulate Properly war dann so eine Geschichte, die mir vor allem wegen des Titels gefällt. Wenn jemand fragt, was man gerade liest, möchte man doch eigentlich immer so etwas antworten, oder?

Non-Horseshit Horse Advice und Another Horse Story beleuchten Pferdewetten. Worauf man achten sollte, welche Arten von Gewinnern und Verlierern es gibt und dass niemand Verlierer mag. Für mich, der ich mit Pferderennen mal so gar nichts am Hut habe, waren die beiden Texte sterbenslangweilig.

All the great Writers hat mir sehr gut gefallen. Die Geschichte über ein paar Autoren, die allesamt wissen, dass sie großartig sind und die Welt höchstens noch nicht bereit für ihr Genie, verpasst dem Ego einen kleinen Dämpfer, lässt sich aber auch verdammt gut lesen.

The Copulating Mermaid of Venice, California war … grenzwertig. Wer keine Geschichten über Säufer mag, liest vermutlich eh nichts von Bukowski, doch wer lieber nichts über Nekrophilie lesen möchte, sollte um diese Geschichte einen Bogen machen.

Die Geschichte, deren Namen nicht genannt werden darf (einfach nur ein Hakenkreuz), geht ebenfalls ins Fantastische und beschreibt die Rückkehr Hitlers auf eine etwas andere Art. Die Geschichte war nicht schlecht, wenn auch nicht sehr überraschend.

My big-assed Mother hat mich ganz gut unterhalten, aber A lovely love affair war danach ein richtiges Highlight für mich. Die Liebesgeschichte hatte wirklich etwas Tragik und das auf eine Art und Weise, die mich ehrlich gesagt überrascht hat.

The Fiend war wieder mehr als grenzwertig, für die meisten wohl noch eine Stufe über der Meerjungfrau. Stilistisch passte sie zu den anderen, doch ihren „Wert“ sehe ich nicht so richtig.

Die letzte Geschichte, A white pussy war in meinen Augen ein schwacher Abschluss, aber vielleicht war sie auch gerade deshalb so gut geeignet, weil sie so unspektakulär war.

… oder kann das weg?

Diese Textsammlung war anders als alles, was ich bisher gelesen hatte. Die meisten der Geschichten sind wohl ohne den entsprechenden Zeitgeist nicht mehr so sonderlich überzeugend, doch was mir besonders gefallen hat, sind die Figuren.
Richtige, einfache Menschen, mit einfachen Problemen oder Gelüsten.

Das ein oder andere Element war wirklich zu viel des Guten für mich, aber im Großen und Ganzen hatte ich meinen Spaß mit den Geschichten. Wirklich empfehlen würde ich das Buch wohl nicht, aber ich glaube, Bukowski ist sowieso schwer zu empfehlen. Selbst nach nur zwei Büchern muss ich sagen: Entweder man mag das oder eben nicht.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s