[2112] Endlich Urlaub

Endlich mal nochmal Urlaub. Seit Freitagnachmittag bis einschließlich siebten April kann ich mich jetzt um Dinge kümmern, die ich schon eine Weile vor mir herschiebe (Steuererklärung) oder die jetzt eben anfallen (Möbel aufbauen, Kisten schleppen). Aber zuerst gibt es hier mal einen kurzen Rückblick auf die Highlights dieser Woche.

Dreizehn Kontakte später

Am Montag war ich im Impfzentrum und habe meine erste Dosis AstraZeneca bekommen. Am Abend vorher ging es los, dass ich langsam nervös wurde. Nicht wegen der Impfung oder den Nebenwirkungen. Nicht wegen irgendwelchen Risiken oder so. Ich hatte Angst, den Ablauf dort nicht direkt zu durchschauen bzw. zu verstehen und mich irgendwie blöd anzustellen. Übrigens eine Angst, die ich öfter habe. Und wie sich herausstellte, eine vollkommen unbegründete.

Denn schließlich wurde ich ja in Deutschland geimpft:

  • Zwei Security-Damen fragen vor der Tür, ob man einen Termin hat
  • Direkt hinter der Tür bittet ein Mitarbeiter, dass man sich die Hände desinfiziert, fragt nach Erkältungssymptomen und misst die Temperatur
  • Zwei Schritte weiter fragt eine Mitarbeiterin, ob man einen Termin hat (und kontrolliert das sogar)
  • Am ersten Schalter gibt es von einer Mitarbeiterin ein Klemmbrett mit Unterlagen
  • Ein Soldat führt einen zum Wartebereich (nachdem er kurz das Klemmbrett genommen hat)
  • Nach dem Ausfüllen der Dokumente kommen sie zum Mitarbeiter an den zweiten Schalter
  • Nun wartet man darauf, dass seine Nummer und die entsprechende Kabine auf dem Display auftauchen
  • Dort kommt dann der Arzt, beantwortet ein paar Fragen und impft (bei manchen kam wohl erst noch eine Helferin oder so)
  • Nach der Impfung führt ein Soldat einen in den zweiten Wartebereich (es gibt übrigens nur einen Weg)
  • Dort nehmen gleich zwei Leute das Klemmbrett entgegen, bitten einen zu warten und händigen es wieder aus
  • Im Wartebereich „patrouilliert“ noch eine Security-Dame, um zu schauen, dass es den Leuten gut geht
  • Nach der Wartezeit geht es an den dritten Schalter, da gibt man sein Klemmbrett endgültig ab, bekommt den Aufkleber ins Impfbuch und kann gehen

Ich habe also am Montag jede Menge Leute getroffen! Hach, Bürokratie ist doch was Schönes.

Die Nebenwirkungen setzten tatsächlich schon im zweiten Wartebereich ein. Wenige Minuten nach der Impfung bekam ich Kopfschmerzen und fühlte mich leicht benebelt. Zu Hause wurde es dann richtig interessant. Zu den Kopfschmerzen gesellten sich die Gliederschmerzen, doch das störte nicht unbedingt so sehr, denn das benebelte Gefühl wurde stärker und schließlich fühlte ich, als hätte ich gekifft. In Kombination mit der Geilheit, die mich schon über das Wochenende begleitet hatte, war das ein sehr angenehmer Zustand, muss ich sagen.
Je später es wurde, desto schwächer wurde allerdings dieses High und gegen Abend fühlte ich mich dann richtig krank. Ich lag mit heftigem Schüttelfrost im Bett und die Liebste machte sich Sorgen. Doch als ich endlich eingeschlafen war, war es wieder gut. Für etwa eine Stunde oder so. Dann lag ich wach.
Ich hatte keinen Schüttelfrost mehr und auch keine Schmerzen, abgesehen von den Kopfschmerzen, doch ich konnte einfach nicht mehr einschlafen. Erst gegen halb drei oder so und da auch nicht lange.

Nach insgesamt vielleicht zweieinhalb Stunden Schlaf habe ich die Nacht dann um halb fünf beendet und bin aufgestanden. Etwas Obst, eine Schmerztablette und dann ein Vormittag auf der Couch. In diesem Zustand konnte ich unmöglich arbeiten, geschweige denn überhaupt Autofahren. Der Vormittag war dann wieder besser und im Prinzip wie am Vortag, also recht angenehm. Ab Mittwoch bin ich dann wieder zur Arbeit gegangen.

Den Termin für meine zweite Impfung habe ich im Juni, aber die Nebenwirkungen sollen ja nach der ersten Dosis schlimmer sein, also hoffe ich einfach mal, dass das Schlimmste jetzt hinter mir liegt.

Is was, Doc?

Am Dienstag war ich auch gleich noch beim Arzt wegen meiner Blutwerte. Ich bin – wie nicht anders erwartet – so gesund, wie ich nur sein kann. Zumindest mein Körper.
Donnerstag war ich dann in der Radiologie und habe die Bildgebung hinter mich gebracht, die der Neurologe nächsten Monat sicher haben wollen wird. Das war auch sehr angenehm (solange man in dieser Röhre an ein paar schöne Sachen denkt), doch der Arzt, der im Vorfeld schon sagte „Och, ich glaube nicht, dass wir da was finden werden“, ging mir etwas auf den Keks.
Nun ja, die Bilder hole ich in der kommenden Woche ab und dann kann ich die Mitte April mitnehmen.

„Wir sind in zehn Minuten da“

Am Montag nach der Impfung wieder zu Hause zu sein, war sehr schön. Ich fühlte mich komisch und je länger ich da saß, desto schlimmer wurde das. Und dann rief doch tatsächlich Hermes an und der gute Mann meinte, sie seien in zehn Minuten mit meiner Lieferung bei mir.
„Meine Lieferung“ war in diesem Fall ein Badezimmerschrank und „bei mir“ bedeutete „in der neuen Wohnung“. Es sind nur zwei Kilometer, doch ich kann euch sagen, ich habe mir selten bei einer Autofahrt so unwohl gefühlt (zumindest bei Autofahrten, bei denen ich selbst am Steuer saß).
Jetzt ist das Ding jedenfalls da und kann morgen aufgebaut werden, da sollen auch die Sachen von IKEA kommen. Auf jeden Fall war es Glück, dass ich gerade zu Hause war. Ich dachte ja, mir würde vielleicht vorher zumindest der Tag mitgeteilt, an dem ich dann spontan verfügbar sein muss. Fehlanzeige.

Für morgen habe ich mich dann mit einem Kumpel verabredet, der mir bei den Schränken hilft, dann stehen die zumindest schon.

Und wo stehen die?

In der neuen Wohnung natürlich. Ihr habt doch nicht geglaubt, dass es in dieser Woche keine Neuigkeiten dazu geben würde, oder?
Fangen wir mit den guten Neuigkeiten an: Die Renovierungsarbeiten sind fast abgeschlossen. Ein Rollladen fehlt noch, ein anderer klemmt und ein WC wird noch ersetzt. Abgesehen davon ist alles fertig und auch sauber. Meine Mutter und ihre Schwägerin haben da am Freitag ganze Arbeit geleistet und die Bude geputzt, wie sie wohl in den letzten zehn Jahren nicht geputzt worden ist.
Wir haben gestern auch schon angefangen, Kisten rüberzubringen und sobald die Schränke dann stehen und an den Wänden befestigt sind, können die auch schon befüllt werden.

Es gibt allerdings auch schlechte bzw. sehr schlechte Neuigkeiten. Wir werden nicht rechtzeitig alle Unterlagen vom Amt kriegen, die wir brauchen, um den Kaufvertrag machen zu können. Das heißt, wir werden die Frist für das Baukindergeld nicht einhalten können und uns gehen 12.000 € durch die Lappen. Weil wegen Corona und weil man Leute ins Home Office schickt, die ihre Arbeit im Home Office nicht machen können.
Immerhin stand die Kaufentscheidung Mitte Dezember und wir waren so naiv, zu glauben, dass ja dann bis Ende März genug Zeit ist, die Dokumente auszustellen.

Das ist furchtbar nervig, aber ich versuche, mich nicht zu sehr davon runterziehen zu lassen. Wir haben alles getan, was wir konnten, mein Onkel als Verkäufer ebenso. Die Schuld liegt eindeutig beim zuständigen Bauamt, doch selbst mit diesem Wissen können wir nichts daran ändern. Also lohnt es sich auch nicht, Energie darauf zu verwenden, sich schlecht zu fühlen. Es ist schließlich „nur“ Geld und auch keines, auf das wir angewiesen sind. Es wäre toll gewesen und hätte uns das Abzahlen des Kredits erleichtert, doch das schaffen wir auch so.
Es wird im Laufe der nächsten zehn Jahre mehr als genug Dinge geben, die wichtiger sind und die unsere Aufmerksamkeit und Energie mehr verdient haben als eines der vielen Beispiele für das Versagen der Bürokratie.

Special Guest Appearance

Mein Highlight der Woche war der Besuch gestern. Ein Freund hat jetzt seinen Job in der Schweiz gekündigt und zieht bald wieder hierher. Bis heute ist er schon einmal auf Besuch in der Heimat und gestern war er bei uns.
Sein letzter Besuch war schon viel zu lange her. Fünf Tage vor der Geburt unserer Kleinen war das. Fast anderthalb Jahre also hatten wir uns nicht gesehen und die Kleine kannte er noch gar nicht.

Der Besuch war klasse! Wir haben erst ein paar Kisten zur neuen Wohnung gebracht und als wir dann wieder zurück waren, ist die Kleine recht bald aus ihrem Mittagsschlaf erwacht. Ich habe noch nie gesehen, dass sie so schnell jemanden angelächelt hat. Und als sie dann erstmal richtig aufgetaut war, hat sie auch schön mit ihm gespielt, ihm all ihre Sachen gezeigt und sehr viel gelacht. Das war wirklich toll mitanzusehen.
Es wird Zeit, dass er nochmal hier wohnt und wir uns öfter sehen können.

So, das war es wieder für diese Woche. Ich wünsche euch und uns einen schönen Sonntag und morgen einen tollen Start in die neue Woche! Lasst es euch gutgehen!

Ein Gedanke zu „[2112] Endlich Urlaub

  1. ja super! ca. 10 leute getroffen beim impfen. und da du nicht der einzige wohl warst, gab es noch x mal 10 weitere leute und wen du jetzt mal so richtig corona … in den staaten (die ich nicht mag) fährt man mit dem auto vor, bekommt was in den oberarm und fährt weiter. in einem land, in dem prozesse wegen schmerzensgeld in die millionen gehen.
    wir sind in der hinsicht echt überreguliert und leben auf einem anderen planeten, der mit der lebenswirklichkeit kaum noch was zu tun hat.

    schön zu hören, dass körperlich alles bei dir ok ist. ok, du bist sicher überlegen, was jetzt sonst nicht ok sein kann, aber der kopf ist rund, dass man ja mal auch die denkrichtung ändern kann. vielleicht hast du, wie ich, so paar dinge im hirn, die einem einfach nicht gut tun und wogegen man was tun kann.

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