[non-fiction] The gentle Art of swedish death cleaning

Ist es seltsam, dass jemand, der so gerne aufräumt und ausmistet, wie ich es tue, noch kein Buch zu diesem Themengebiet gelesen hat? Das habe ich mich Anfang des Jahres gefragt und mir dann tatsächlich das ein oder andere Buch zugelegt, unter anderem, weil ich ja immer noch glaube, irgendwann meine Beitragsreihe zum Minimalismus veröffentlichen zu können.
Ich habe mir sogar Magic cleaning besorgt, obwohl ich besonders Bücher, um die ein regelrechter Hype oder Kult entstanden sind, eigentlich meide. Aber nachdem ich nun sogar schon Marc-Uwe Kling gelesen habe…

„Irgendjemand muss es ja tun“

So könnte man wohl das Prinzip des swedish death cleaning erklären, denn darum geht es hier heute. Mari Kondo habe ich noch etwas nach hinten geschoben.
Stattdessen erklärt Margarete Magnusson, die nach eigenen Angaben zwischen 80 und 100 ist, in ihrem Buch, wieso man jetzt schon für nach seinem Tod aufräumen sollte. Und wie man das anstellt.

Irgendwann stirbt jeder von uns, ob wir wollen oder nicht. Und wir nehmen nichts mit, wo auch immer wir hingehen. Das bedeutet, dass irgendwann irgendjemand sich mit all dem befassen muss, das wir in dieser Welt zurücklassen. Vielleicht ein Fremder, der einfach bloß die Bude entrümpelt, in denen wir unsere letzten Jahre verbracht haben. Vielleicht der Partner oder die Partnerin, eventuell Kinder oder Enkelkinder. Personen, die mit unserem Tod auch so schon belastet genug sind.

Wieso trennen wir uns also nicht heute schon von Dingen, die wir nicht mehr brauchen oder die für uns keinen Wert mehr besitzen, um es wem auch immer, der später hinter uns aufräumen muss, etwas einfacher zu machen?

Wirf weg, was du nicht brauchst … braucht man dafür ein Buch?

Sicher nicht. Doch in diesem Buch geht es auch um mehr. Es sind vielleicht die altmodischen Ansichten einer alten Schwedin, mit der wir es hier zu tun bekommen, doch in ihren Worten steckt viel Schönes, das man für sich und seine Angehörigen mitnehmen kann.
Gebt Sachen weiter, solange ihr noch die Geschichte dazu erzählen könnt. Lasst Sachen verschwinden, die vielleicht keiner der Angehörigen sehen soll oder bereitet sie so vor, dass das Ausmisten nach eurem Tod ein Fest schöner Erinnerungen wird.

Das Ganze mag vielleicht zunächst etwas makaber oder morbide wirken, doch mir persönlich gefällt der Gedanke dahinter. Das Buch ist nicht wirklich umfangreich und bietet neben einigen hilfreichen Tipps auch die ein oder andere kleine Anekdote, die sicher auch zur Entstehung des Buches beigetragen haben.
Ganz besonders mochte ich den Tipp, eine Kiste anzulegen (nicht zu groß), in der Dinge gesammelt werden, die nur für einen selbst einen sentimentalen Wert haben. Diese Kiste kann am Ende bzw. nach dem Ende dann blind entsorgt werden. Oder eben die Neugier der Hinterbliebenen wecken, das muss man auch bedenken. Aber die Idee an sich ist gut.

Da es mein erstes Buch zum Ausmisten oder Aufräumen war und ich daher keinen Vergleich ziehen kann, kann ich auch nicht sagen, ob The gentle Art of swedish death cleaning wirklich eine Empfehlung wert ist. Ich kann allerdings sagen, dass ich das Buch größtenteils wirklich gut fand und froh bin, es gelesen zu haben. Vielleicht kann ja der ein oder andere von euch damit auch schon etwas anfangen.

The gentle Art of swedish death cleaning: How to free yourself and your family from a lifetime of clutter // Margareta Magnusson // 2017

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