Habit Tracking im Dezember 2020

2021 ist da! Ihr seid hoffentlich alle gut in dieses neue Jahr gestartet und ich kann jedem nur wünschen, dass er heute in den Spiegel sehen und eine bessere Version seiner selbst sehen kann, als noch vor einem Jahr. Und auch in diesem Jahr ist wieder viel Raum für Verbesserungen, da brauchen wir uns wohl nichts vorzumachen (auch das Verstetigen einer guten Gewohnheit ist schon eine Verbesserung). Jetzt soll es aber erst noch einmal um das vergangene Jahr gehen.

Ein Jahr ist es jetzt her, seit ich mir vorgenommen habe, einige Gewohnheiten zu verfestigen (hier findet ihr den Originalbeitrag). An jedem Monatsersten habe ich dann einen Beitrag dazu geschrieben, wie es mir denn im Vormonat mit diesen Gewohnheiten ergangen ist.
Der Dezember und damit auch das ganze Jahr 2020 ist nun vorbei. Wie jeden Monat seit letztem Januar möchte ich nun also ein kurzes Fazit aus dem letzten Monat ziehen, aber – passend zum Jahresende – auch etwas detaillierter auf das gesamte Jahr zurückblicken. Fangen wir also an und gehen Schritt für Schritt durch, was ich in meinem Habit Tracker täglich festhalte.

Lesen

Ich hatte mir vorgenommen, täglich eine Stunde zu lesen. Rückblickend betrachtet war das nicht so clever. Eine Stunde pro Tag zu lesen, ist sinnvoll, wenn man am Jahresende mindestens 365 Stunden gelesen haben will. Ist das Ziel, möglichst viel zu lesen, nimmt man sich vor, ein Buch pro Woche oder eine bestimmte Anzahl Seiten pro Tag zu lesen. Doch um diese Dinge ging es mir nicht.
Für mich ist das Lesen ein Hobby, das ich auf der einen Seite nicht vernachlässigen möchte, und das mir auf der anderen Seite auch hilft. Je mehr Geschichten ich lese, desto mehr lerne ich über das Geschichtenerzählen. Sachbücher können mir helfen, mich weiterzuentwickeln. Und egal, was ich lese, es nimmt etwas Hektik aus meinem Leben. Das Lesen als Mittel zur Entschleunigung, darum geht es mir.

Aus diesem Grund habe ich auch nie wirklich darauf geachtet, mindestens eine Stunde pro Tag zu lesen. Besonders, wenn ich tagsüber nicht dazu komme und dann abends im Bett lese, lese ich, bis ich das Gefühl habe, gut einschlafen zu können. Das ist wesentlich besser für mich, als auf meinem Handy irgendwelchen Kram zu machen, was ich auch daran merke, dass mein Schlaf dann ruhiger ist.
Das Ziel war also nicht, eine Stunde am Tag zu lesen, sondern mich mindestens einmal pro Tag voll auf ein Buch einzulassen, zur Ruhe zu kommen und mir für unbestimmte Zeit keine Sorgen zu machen, keine fünf Sachen gleichzeitig zu tun oder mich unter Druck zu setzen. Und das habe ich getan, an jedem einzelnen Tag 2020. Auch in diesem Jahr möchte ich das unbedingt beibehalten. Ich muss keine 50 oder 100 Bücher pro Jahr lesen oder ständig noch ein Hörbuch im Ohr haben, doch diese Entschleunigung tut mir wirklich gut und ich möchte nicht darauf verzichten.

Tagebuch führen

Noch ein Mittel zur Entschleunigung und auch etwas, das ich schon länger mache. 2020 habe ich begonnen, mich abends hinzusetzen und Tagebuch zu führen. Vorher habe ich das oft schon tagsüber zwischendurch gemacht, allerdings fühlte ich sich dann auch nach etwas an, das man eben „zwischendurch“ mal macht. Das mache ich immer noch, wenn es etwas gibt, das ich unbedingt loswerden möchte, oder wenn ich schon absehen kann, dass ich am Abend keine Zeit haben werde. Doch die Regel ist nun eigentlich wirklich das Tagebuch führen am Abend.
Auch das werde ich mit Sicherheit beibehalten. Mit meinem neuen Job werde ich wohl auch tagsüber nicht mehr dazu kommen (ich plane auch, nicht mehr so viel Kram in meinem Rucksack mitzunehmen) und wenn wir erst einmal umgezogen sind, habe ich wieder einen eigenen Schreibtisch. Das wird beides helfen, dieses allabendliche Ritual zu verfestigen. Im Dezember, wie auch schon im restlichen Jahr 2020 konnte ich diese Gewohnheit jedenfalls täglich abhaken.

Spaziergänge

Ich bin ein klassischer Stubenhocker. Ich hatte nie viele Freunde, ich gehe nicht gerne aus und ich hatte noch nie Spaß an Sport. Gerade letzteres ist ein echtes Problem, auf das ich aber im nächsten Punkt noch eingehen werde. Filme, Serien, Videospiele, Pornos (wem soll ich denn was vormachen?) … so habe ich lange Jahre meine Freizeit verbracht. Da war auch nicht viel mit Sorge für den eigenen Körper. Das hat sich erst in den letzten Jahren geändert. Ich rauche und trinke nicht mehr, achte darauf, was ich beim Essen nicht vertrage, ernähre mich ausgewogener und phasenweise passe ich sogar auf, dass ich nicht zu viel esse. Das gelingt mir noch nicht immer, aber es muss ja auch etwas Raum für weitere Verbesserungen bleiben.
Was ich jedoch immer mehr zu schätzen gelernt habe, ist die Kombination aus Bewegung und frischer Luft. Einer der Gründe, weshalb ich nicht gerne ausgehe, und auch keine Sportvereine oder Fitnessstudios mag, ist, dass ich mich unter Menschen sehr schnell unwohl fühle. Bei einem Spaziergang kann ich das einigermaßen umgehen. Wir leben in einer Kleinstadt, hier ist also nie viel los auf den Straßen. Man geht höchstens mal aneinander vorbei und wenn ich alleine unterwegs bin, habe ich zudem noch meine Kopfhörer auf.

Um also regelmäßig etwas Gutes für mich zu tun – Bewegung, frische Luft, Sonnenlicht und eben auch wieder etwas Entschleunigung – hatte ich mir vorgenommen, mindestens fünfmal pro Woche spazieren zu gehen. Auch hier ist es (für mich zumindest) nicht so wichtig, wie lange ich unterwegs bin oder welche Strecke ich zurücklege. Das hängt sowieso immer davon ab, ob ich in meiner Mittagspause allein draußen bin oder ob ich mit der Kleinen im Kinderwagen unterwegs bin, oder ob uns noch die Liebste begleitet. Wichtig ist, es zu tun. So oft wie möglich, so lange wie ich gerade Lust habe.
An dieser Stelle kommt dann auch die Zwei-Tage-Regel ins Spiel. Vorgenommen hatte ich mir fünf Spaziergänge pro Woche. Es gibt immer mal einen Tag, an dem es einem nicht gut geht, man keine Zeit findet oder das Wetter beschissen ist (jede dieser Ausreden ist übrigens schwächer als die vorangegangene). Dann setzt man mal einen Tag aus, kein Problem. Schwierig wird es, wenn man zwei Tage aussetzt. Dann macht man daraus nämlich auch gerne mal drei oder fünf oder eine ganze Woche. Deshalb hatte ich mir vorgenommen, nicht mehr als einen Tag in Folge auszusetzen.
Das ist mir bis Anfang Dezember auch gelungen, als ich zum ersten Mal an einem Wochenende gar nicht vor der Tür war. Generell war der Dezember wegen starker Schmerzen und vieler Termine eine kleine Ausnahme, doch ich kam immerhin auf insgesamt 25 Spaziergänge. Besser als nichts. Für 2021 möchte ich auch das beibehalten, auch wenn ich bei meiner neuen Arbeitsstelle erstmal noch eine gute Strecke für die Mittagspause finden muss.

Sport

Ah, meine alte Nemesis, die Fitness. Ähnlich wie bei den Spaziergängen wollte ich auch fünfmal pro Woche etwas Sport treiben. Einfach nur ein paar Übungen, etwas Zeit auf dem Heimtrainer, irgendwas. Auch das gelang mir über das Jahr hinweg größtenteils, immer unter Beachtung der Zwei-Tage-Regel.
Im Dezember hingegen war das wieder schwieriger. Schmerzen und vor allem die immer kleiner werdende Motivation sorgten dafür, dass ich insgesamt 19 Häkchen bei Sport gesetzt habe. Manche davon nicht wirklich verdient, obwohl ich mich ausgepowert hatte.

Mein großes Problem beim Sport ist recht leicht erklärt: Ich kann einfach keinen Spaß daran haben. Will ich rausgehen dazu, fühle ich mich unwohl, ebenso im Fitnessstudio. Die Übungen, die ich zu Hause machen kann, machen keinen Spaß und frustrieren mich. Je länger und je öfter ich zum Beispiel Liegestütze mache, desto weniger Wiederholungen schaffe ich.
Hinzu kommt, dass ich nicht weiß, wann ich mich zuletzt fit – im Sinne von ausgeruht oder energiegeladen – gefühlt habe. Das macht es mir wahnsinnig schwer, mich dazu zu zwingen, etwas zu tun. In diesem Jahr will ich also versuchen, etwas mehr Disziplin in Hinsicht auf meine Ernährung zu beweisen. Das bedeutet hauptsächlich weniger Süßkram, was hoffentlich schon dafür sorgen wird, dass ich mich fitter fühle. Wenn ich es dann noch schaffe, eine Routine zu finden, zu der ich mich regelmäßig zwingen kann, und die nicht dazu führt, dass meine Schmerzen immer schlimmer werden, wäre das schon sehr geil.

Vielleicht kann ich dann ja auch mein Gewicht nochmal etwas mehr in Richtung der 80 kg drücken. 2020 hat es sich jeweils zum Monatsanfang so entwickelt:

Januar: 78,5 kg
Februar: 76,4 kg
März: 76,5 kg
April: 77,0 kg
Mai: 77,8 kg
Juni: 77,9 kg
Juli: 79,1 kg
August: 81,9 kg
September: 81,7 kg
Oktober: 84,0 kg
November: 83,3 kg
Dezember: 82,9 kg

Heute Morgen zeigte die Waage 83,6 kg an. Verglichen zum letzten Neujahr habe ich also knapp fünf Kilo zugenommen. Solange das Gewicht zwischen 75 und 85 bleibt, bin ich zufrieden, doch schöner wäre es natürlich, wenn es sich in der Mitte einpendeln würde, nicht an einem der Extreme.

Schreiben

Das Schreiben ist immer ein ganz großes Thema für mich. Über Jahre hinweg habe ich am ersten Entwurf eines Romans gearbeitet. Das dauerte so lange, weil ich zwischendurch Wochen und Monate hatte, in denen ich gar nichts geschrieben habe. 2020 wollte ich das ändern. Mindestens eine Seite, mindestens fünfmal pro Woche, das war das Ziel.
Jeden einzelnen Tag schrieb ich und Ende Februar war auch dieser erste Entwurf endlich fertig. Im März habe ich direkt mit der zweiten Fassung angefangen. Weniger Handlungsstränge, mehr Fokus auf die wichtigen Figuren, solche Sachen eben. Diese Fassung war Ende Oktober abgeschlossen. Das war wirklich ein verdammt gutes Gefühl, muss ich sagen. Die Überarbeitung hatte ich eigentlich für 2021 vorgesehen, doch ich muss zugeben, dass ich aktuell noch keinen wirklichen Plan dafür habe.

Nachdem diese zweite Version meiner Geschichte also fertig war, habe ich versucht, kleinere Geschichten aufzuschreiben, die mir durch den Kopf gingen. Das klappte eher so semi-gut. Aber auch das habe ich weiterhin täglich getan. Erst eine Woche vor Jahresende habe ich damit aufgehört und mich nur noch auf Blogposts beschränkt. Was ich da geschrieben habe, habe ich nämlich das ganze Jahr über nicht berücksichtigt, wenn es um das Schreiben einer Seite ging.
Doch seien wir mal ehrlich: Ob ich hier an einem Blogpost schreibe oder an einem Manuskript, ich tue beides zu meinem reinen Vergnügen. Es ist ein Hobby und wichtig ist die Übung beim Schreiben, unabhängig der Plattform oder des Formats. Daher kann ich guten Gewissens behaupten, 2020 jeden Tag mindestens eine Seite für eines meiner Projekte geschrieben zu haben.

In diesem Jahr möchte ich das ursprüngliche Ziel von einer Seite mindestens fünfmal pro Woche eigentlich gerne beibehalten. Ich weiß aber auch, dass es schwierig wird. Gleich am Montag beginne ich einen neuen Job, eine Woche später soll unsere Kleine in die Kindertagespflege und in ein paar Monaten steht noch ein Umzug an. Dieses Jahr wird wieder einmal sehr aufregend und einige Veränderungen mit sich bringen. Inwiefern es mir da gelingen wird, so viel (für meine Verhältnisse) zu schreiben, bleibt abzuwarten.

Das Bloggen

Was tatsächlich sehr gut funktioniert hat, war mein Vorsatz, bewusster zu bloggen. Weniger, aber mit mehr Struktur, das war mein Ziel. Es waren am Ende auch wirklich weniger Beiträge (163 an der Zahl, 2019 waren es 168, 2018 sogar 227), doch viel mehr Inhalte. Ein Rückblick pro Woche, einer wie dieser hier pro Monat, ein paar Updates zu meinen Manuskripten, die Montagsfrage und ein Beitrag pro gelesenem Buch. Gerade die Rückblicke wurden erstaunlich lang und so habe ich 2020 auf die reine Wortanzahl doch am meisten gebloggt. 83.455 Wörter waren es insgesamt. Auf Platz zwei steht das Jahr 2018 mit 58.070 Wörtern. Schon ein kleiner Unterschied.
In diesem Jahr möchte ich das so beibehalten. Es gibt da noch eine kleine Beitragsreihe zum Thema Minimalismus, die ich schon für Anfang 2020 geplant hatte, die würde ich auch gerne irgendwann einmal fertigkriegen und veröffentlichen. Abgesehen davon werde ich versuchen, so zu bloggen, wie in den vergangenen zwölf Monaten. Das hat erstaunlich gut funktioniert für mich.

Bonus: Microsoft-Rewards-Punkte

Jeden Monat habe ich auch festgehalten, wie viele Rewards-Punkte ich sammeln konnte. Diese Punkte sind bei Microsoft recht einfach zu sammeln und können in Guthaben umgewandelt werden. Damit kann man alles kaufen, was Microsoft eben anbietet. Office-Abos, Geräte, sonstige Software… Da eines meiner größten Hobbys Videospiele sind, nutze ich diese Punkte, um Spiele zu kaufen. Ich kaufe nur digital und nur im Sale, weshalb ich damit ganz gut zurechtkomme. Die monatliche Bilanz sah 2020 folgendermaßen aus:

Januar: 9.847
Februar: 8.006
März: 11.505
April: 9.520
Mai: 9.311
Juni: 12.408
Juli: 10.186
August: 12.293
September: 9.820
Oktober: 22.451
November: 15.592
Dezember: 9.807

Insgesamt waren das also 140.746 Punkte. Umgerechnet sind das etwa 150 Euro (175, wenn es gerade ein Angebot gibt). Geld, das ich mir gespart habe. Irgendwann in diesem Jahr wird es wohl eine neue Konsole geben, die ich dann eben bezahlen muss, aber insgesamt helfen mir die Rewards-Punkte, die Kosten für dieses Hobby sehr gering zu halten, weshalb ich sie auch weiterhin täglich sammeln werde.

So, das soll genügen an dieser Stelle. Ob ich noch weitere Gewohnheiten in meinen Alltag integrieren möchte oder wie es mir mit den hier genannten ergehen wird, werde ich wohl weiterhin monatlich berichten. Nun bin ich aber erst einmal gespannt, wie sich mein Alltag überhaupt entwickeln wird. Wünscht mir Glück.

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8 Gedanken zu „Habit Tracking im Dezember 2020

  1. Hut ab! Da hattest Du Dir ja echt eine Menge vorgenommen – und es dann auch noch durchgehalten! Die Hälfte der Menschheit wäre schon alleine beim Thema „Spaziergang“ nach einen Monat hinten runter gefallen. Viel Glück weiterin – aber ich vermute, Du machst es auch so.

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    1. Ja, abgesehen vom Sport hat es wirklich gut geklappt. Gerade die Spaziergänge sind einfach wichtig für nen Stubenhocker wie mich xD

      Ich bin tatsächlich zuversichtlich, dass vieles auch in diesem Jahr gut laufen wird, doch wie immer ist noch Luft nach oben. Wichtig ist, dran zu bleiben.

      Gefällt mir

      1. Zum Glück brauche ich da keinen Anreiz, ich bin nämlich ein mieser Fotograf xD
        Ich gehöre eher zu denen, die immer Kopfhörer tragen, zumindest wenn ich alleine unterwegs bin. Ist für mich perfekt, um Podcasts zu hören.

        Gefällt 1 Person

  2. Ich finde es wirklich bewundernswert, wie du deine Pläne durchgezogen hast. Hast du dadurch das Jahr hindurch auch eine deutliche Änderung bei deiner Stimmung wahrgenommen?

    Ich wünsche dir in jedem Fall ein frohes neues Jahr, dass du deine alten Gewohnheiten bebehältst und nach Belieben ausbauen kannst!

    Es war immer schön hier vorbeizulesen ;)

    Liebe Grüße, Luna :)

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      1. Freut mich auf jeden Fall zu hören :) Und macht auch Sinn, immerhin hast du dadurch immer kleine Erfolgserlebnisse und auch bewusst Zeit für dich. Das gleicht natürlich aus. Und generell klang dein Jahr ja wirklich klasse^^

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