Die Känguru-Chroniken

Lange genug habe ich mich davor gedrückt, diese so superwitzige und einfallsreiche Perle der Satire zu lesen, doch jetzt wurde es endlich mal Zeit. Den Namen Marc-Uwe Kling kannte ich tatsächlich nur von den Covern der Känguru-Bücher, also bin ich da ohne Vorkenntnisse rangegangen.

Worum gehts?

Kurze Szenen aus dem Zusammenleben des Ich-Erzählers mit einem kommunistischen Känguru. Punkt. Wie bei Gags üblich, die für Kleinkunstbühnen und Radioprogramme geschrieben werden, gibt es wiederkehrende Elemente, aber keine große Rahmenhandlung. Die würde wohl auch nicht sehr schmeichelhaft für Herrn Kling ausfallen, basiert doch alles darauf, dass er sich von seinem asozialen Nachbarn Leben und Wohnung kapern lässt und sich dann mit diesem durch alle möglichen und unmöglichen Alltagsbegebenheiten stockholm-syndromt. Besagter Nachbar ist eben ein Känguru, da ein absurdes Element den Wiedererkennungswert erhöht, für etwas mehr Komik sorgt und es einfacher macht, einen Blick von außen auf das Menschsein in unserer modernen Gesellschaft zu simulieren.

Braucht man das?

Nein. Ganz sicher nicht. Aber seien wir ehrlich: Die meisten Bücher braucht man nicht. Kann man Die Känguru-Chroniken lesen, um sich unterhalten zu lassen? Auf jeden Fall. Das Buch ist gut, die Geschichten haben größtenteils die ein oder andere lustige Stelle und der trockene Humor funktioniert einfach.

Was nicht funktioniert – zumindest für mich – ist der Hype. Und das Buch ist nun auch nicht so sehr in seiner Zeit verankert, dass man sagen könnte ich hätte es elf Jahre zu spät gelesen. Auch die Sachen, die andere in meinem Umfeld so lustig fanden – Ein Känguru! Schnapspralinen! Brüller! – zündeten bei mir jetzt nicht unbedingt.

Empfehlen würde ich das Buch sicher nicht spontan. Da fand ich Bücher von Patrick Salmen oder sogar Torsten Sträter lustiger. Warum ich trotzdem auch die weiteren Bände lesen werde: Es ist absolut okay. Lässt sich gut lesen, ist ganz unterhaltsam und stiehlt einem jetzt nicht unnötig viel Lebenszeit. Mal sehen, ob mich der zweite Teil mehr beeindruckt.

Die Känguru-Chroniken. Ansichten eines vorlauten Beuteltieres // Marc-Uwe Kling // 2009

4 Gedanken zu „Die Känguru-Chroniken

  1. Die Hörbücher fand ich klasse. Die Kleine liebt die Känguru-Chroniken. Übrigens viele Kinder mögen sie wohl. Ich finde es gut. So ein bisschen sozialistisch-kommunistisches Gedankengut im Kinderzimmer hält hoffentlich den Yuppie aus dem Haus.

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