Montagsfrage #98 – Autor und Rezensent? [2045]

Zum Monatsanfang ist auch die Montagsfrage wieder zurück und heute möchte Antonia wissen (gefragt für Michael von Phantastikon):

Kann ein Autor auch ein guter Rezensent sein?

Zunächst einmal finde ich die Formulierung interessant. Ein guter Rezensent, aber nicht zwingend auch ein guter Autor. Nun gut, beides ist Geschmackssache und ich damit ist die Frage an sich schon beantwortet, oder nicht?

Ich bin niemand, der Texte – ganz egal in welcher Form – rein nach handwerklicher Ausführung bewertet. Ein Autor ist für seine Leser dann gut, wenn er es schafft, mit seinen Worten die gewünschten Emotionen hervorzurufen. Lese ich eine Horrorgeschichte, um mich zu gruseln, muss mich aber gelangweilt durch das Buch quälen, ist das nicht so prickelnd. Passiert das noch ein- oder zweimal mit demselben Autor, ist er für mich einfach kein guter Autor.

Ähnlich verhält es sich mit Rezensionen. Ich für meinen Teil erhoffe mir davon immer, nach dem Lesen ein Gespür dafür zu haben, ob ich das entsprechende Buch lesen möchte oder nicht, besonders wenn ich den Autor (der Geschichte, nicht der Rezension) nicht kenne. Eine Rezension, die sich zum Beispiel nur auf die oben erwähnten handwerklichen Qualitäten beschränkt oder komplett auf Vergleichen mit anderen Büchern des Autors baut, ist für mich wertlos. Ein Rezensent, der nur so schreibt, wird eben nie meien Anlaufstelle, um mich über ein Buch zu informieren.

Es kommt also ganz darauf an, welche Erwartungshaltung der jeweilige Leser mitbringt. Es gibt auf beiden Seiten viele Leute, die mit dem, was sie tun, sehr erfolgreich sind und ihr Handwerk sicher verstehen. „Gut“ ist jedoch etwas, das ich eher als subjektive Einschätzung sehen würde. Und deshalb würde ich auch sagen, dass ein Autor, egal ob gut oder schlecht, sehr wohl ein guter Rezensent sein kann. Wenn ich ihn gut finde, bin ich allerdings wohl eher gewillt, eine von ihm verfasste Rezension zu lesen, als wenn ich ihn als Autor schon scheiße finde. Doch sicher gibt es auch solche Fälle, auf deren Urteil über andere man gerne zurückgreift, während man mit den eigentlichen Werken desjenigen gar nichts anfangen kann.

Vielleicht versuche ich auch zu sehr, mich aus irgendetwas herauszureden und mich vor einer klaren Antwort zu drücken, doch am Ende läuft es für mich eben doch alles auf eine Frage des persönlichen Geschmacks hinaus.

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