[Taelyra] Ende

Ich habe diesem Beitrag entgegengefiebert und ihn auch gefürchtet, muss ich zugeben. Heute habe ich die erste Fassung dieser schlankeren und strukturierteren Version meines Romanprojekt X abgeschlossen.

Zahlen und Fakten

Lasst uns damit anfangen, da kann ich wenigstens keinen Blödsinn verzapfen. Am ersten März dieses Jahres habe ich angefangen, an diesem Entwurf zu schreiben. Es waren also insgesamt 237 Tage, an denen ich jeweils mindestens eine Seite geschrieben habe. Es gab keinen Tag, an dem ich nicht an diesem Projekt gearbeitet habe und das wird mir ganz ehrlich fehlen, muss ich zugeben.

Aber wie sah denn der Fortschritt in den einzelnen Monaten aus?

März11.942
April10.451
Mai13.878
Juni13.774
Juli10.330
August9.350
September9.966
Oktober9.761

Insgesamt kommen wir also auf 89.452 Wörter und sind damit überraschend nah an den angepeilten 90.000, von denen man so oft als Richtwert liest.

Diese Wortanzahl verteilt sich über 383 Seiten in 27 Kapitel, zwei kleine Zwischenspiele und einen kurzen Epilog, über dessen Daseinsberechtigung ich mir noch nicht ganz sicher bin. Bis ich bei der Überarbeitung an diesem Punkt angelangt bin, sehe ich da vermutlich klarer. Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären.

Die Überarbeitung

Nein, einfach nein. Ich habe ehrlich gesagt keine Lust darauf. Zumindest noch nicht. Ich muss jetzt etwas Abstand gewinnen, in der Zeit vielleicht etwas anderes Schreiben. Ich möchte auch noch eine Fortsetzung planen, immerhin habe ich – verglichen mit der ersten Fassung – mindestens zwei Handlungsstränge gestrichen, die mir aber beide sehr gut gefallen. Ich denke, sie haben eine Chance verdient. In der Zeit kann sich ja vielleicht die Liebste in ihrer Funktion als Rechtschreib- und Grammatiknazi durch das Manuskript kämpfen.

Wenn ich mich dann an die Überarbeitung mache, gibt es schon ein paar Punkte, die auf meiner Liste stehen:

  • Die ersten Seiten, besonders die erste Seite, ganz besonders der erste Absatz. Das muss unbedingt fesselnder werden.
  • Talking Heads Syndrome. Ich muss mehr Bewegung und Gefühl für die Welt um die Figuren herum reinbringen.
  • Konflikte. Wichtig für die Spannung und da kann ich wohl auch noch einige reinpacken.
  • Namen. Größtenteils sind das noch Platzhalter. Nichts wie [Hauptmann1] oder so, aber ich wirklich glücklich bin ich mit den Namen noch nicht.

Wow, jetzt wo ich mir diese kurze Liste so ansehe, habe ich mal wieder da Gefühl, hier vor mir 383 Seiten absoluten Mist zu haben. Ich weiß, dass es das nicht ist, aber „kein absoluter Mist“ reicht mir nicht. Und es reicht auch nicht für eine Veröffentlichung. Da wird wohl eher „Erträglicher Durchschnitt und ein glückliches Händchen“ das Mindestmaß sein. Und da braucht man schon viel Glück. Aber dazu kommen wir ganz am Ende nochmal.

Die Überarbeitung wird also nochmal ein großes Stück Arbeit. Eines, von dem ich mir nicht sicher bin, schon bereit dafür zu sein. Bis dahin sollte ich mir wohl nochmal verdeutlichen, was ich in den vergangenen Monaten gelernt habe.

Die Erkenntnis

Es wäre dumm, so viel Zeit und Energie in ein Projekt zu stecken (immerhin habe ich mit dem ersten Entwurf schon 2014 begonnen), wenn man danach nicht auch etwas gelernt hätte, oder?

In diesem Jahr, nicht erst seit März, habe ich einiges gelernt, glaube ich. Ich habe verschiedene Schreibratgeber gelesen und bei jedem immer wieder dieses „Stimmt, so sollte ich es eigentlich machen“-Gefühl gehabt. Meine handwerklichen Fähigkeiten haben sich dadurch schon etwas verbessert, denke ich. Es ist noch viel Luft nach oben und man lernt nie aus, aber ein kleiner Fortschritt ist sicher zu sehen.

Ich habe aber auch etwas über mich gelernt. Zum Beispiel, dass ich es durchaus schaffen kann, eine Geschichte dieses Umfangs in weniger als einem Jahr zu schreiben. Inklusive Planung. Ich habe gelernt, dass es mir leichter fällt, jeden Tag etwas zu tun – sei es Schreiben oder was auch immer – wenn ich meine gewünschten Gewohnheiten nachhalte. In einer App, in Blogposts oder wie auch immer.

In diesem Jahr gab es noch keinen Tag, an dem ich nicht mindestens eine Seite geschrieben habe. Zuerst im Januar und Februar noch an der ersten Fassung und dann ab März nahtlos an dieser Version. Dazu habe ich regelmäßig gebloggt und auch dort schon sehr viel geschrieben in diesem Jahr (etwa 67.000 Wörter).

Das alles hat mir eines gezeigt: Ich kann es. Und ich habe auch vor, das in Zukunft nicht mehr zu vergessen. Ob ich auch weiterhin jeden einzelnen Tag schreiben werde, kann ich nicht sagen. Ab 2021 wird sich mein Alltag sowieso verändern und dann sind vielleicht ein oder zwei „freie“ Tage in der Woche ganz nett oder sogar bitter nötig.

Die Veröffentlichung

Wozu schreiben, wenn es niemand liest? Ja, kann man so sehen. Ich kann tatsächlich behaupten, dass ich diese Geschichte schreiben musste, um sie aus meinem Kopf zu kriegen. Eine Veröffentlichung, Ruhm und Reichtum, waren nie das Ziel.

Dennoch wäre es gelogen, wenn ich sagen würde, es würde mich nicht freuen, das Buch gedruckt zu sehen. Doch wie kommt man da hin? Self-publishing? Verlage anschreiben? Agenten anschreiben?

Ich bin tatsächlich ein Freund der letzten Variante. Ich habe es nicht eilig, habe nichts zeitgenössisches geschrieben und ich weiß einfach, dass ich nicht den nötigen Überblick habe. Wieso also nicht nach einem Experten suchen, der ihn hat?

Aber wie oben schon erwähnt, steht erst die Überarbeitung an. Fünf Jahre für den ersten Entwurf. Acht Monate für den zweiten. Wer weiß wie lange, bis ich etwas geschrieben habe, dass es verdient, veröffentlicht zu werden. Es gibt keinen Grund, es irgendwie zu erzwingen. Zumindest sehe ich gerade keinen.

Denn heute bin ich einfach nur zufrieden mit mir selbst.

8 Gedanken zu „[Taelyra] Ende

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