Montagsfrage #97 – Die Zukunft der Buchmessen [2042]

Nach dem anstrengenden Geburtstag gestern beginnt heute meine wohlverdiente Woche Urlaub. Wie es der Zufall so will, steht auch am Anfang dieser Woche wieder ein Montag (als stecke da ein System dahinter) und damit auch eine Montagsfrage. Antonia möchte wissen:

Ist die Zukunft der Buchmessen online?

Nun, ich habe ja schon mehr als einmal deutlich gemacht, dass ich mich mit Buchmessen nicht auskenne, doch heute glaube ich, doch noch etwas beitragen zu können. Die Frage impliziert ja, dass zumindest die Mehrheit der Buchmessen bislang nicht online stattfanden.

2020 hat ja nun dafür gesorgt, dass viele sich nach alternativen Wegen umgeschaut haben. Veranstalter, Arbeitgeber, aber auch Veranstaltungsbesucher und Arbeitnehmer. Plötzlich fällt den Leuten auf, dass fast alles von fast überall gemacht werden kann. Dieses … Moment, ich muss nachschlagen, damit ich es richtig schreibe … Internet … ermöglicht allem Anschein nach, bei richtiger Verwendung, dass man irgendwie Daten miteinander austauscht oder so. Und manche behaupten sogar, dass man in Zukunft nicht mehr drei Stunden täglich pendeln müsste, um in einem Büro zu sitzen und acht Stunden auf einen Bildschirm zu starren. Die behaupten allen Ernstes, dass das auch zu Hause funktionieren würde! Oder an der frischen Luft! Ich sag’s euch, diese jungen Leute und ihre Visionen…

Aber gut, mal was anderes: Seit Ewigkeiten werden Sportereignisse im Fernsehen ausgestrahlt. Auch Wahlkampfveranstaltungen. Konzerte. Live-Berichte vor Ort bei allen möglichen Gelegenheiten. Und langsam aber sicher funktioniert das auch im Netz. Ich kann seit Jahren jederzeit irgendwem live dabei zusehen, wie er Minecraft zockt, sich einen runterholt oder sich volllaufen lässt und dabei Trash-TV schaut. Je nachdem, wo ich hinsurfe alles gleichzeitig. Da stellt sich doch die Frage: Wieso sind nicht schon längst die größten und wichtigsten Messen jeder Branche online?

Es müssen ja nicht einmal Livestreams jeder Lesung und jedes Vortrags sein. Die können ja gerne für die zahlende Kundschaft vor Ort sein. Aber wenn ich einen Tag später die Inhalte als VOD anschauen könnte, wäre das doch super. Wie cool wäre bitte in der Zukunft ein Archiv, mit dem ich jederzeit jede Messe ab 2020 bei mir im Wohnzimmer nochmal besuchen könnte? Und das von überall auf der Welt. Internationales Publikum und so.

Es ist ja nicht so, dass die Technik nicht da wäre. Es ist auch nicht so, dass man um die Existenz der Technik nicht wüsste. Es wird einfach nur ignoriert. Oder wurde. Man kann jedenfalls nur hoffen, dass in der Zukunft mehr und mehr online geht. Ein kompletter Wechsel ins Netz muss gar nicht sein, doch indem man das Internet und seine Nutzer ignoriert, ignoriert man eine unbeschreiblich große Masse an potenziellen Interessierten. Und das ist schlichtweg dumm.

2 Gedanken zu „Montagsfrage #97 – Die Zukunft der Buchmessen [2042]

  1. Gerade beim Thema Arbeit stimme ich dir zu. Es ist total verrückt, wie viele Leute täglich im Stau standen / stehen, weil man ja nur vor Ort richtig arbeitet. Ob man nun mit dem Kollegen irgendwo im Flur steht oder zu Hause mal eine Pause macht, beides ist keine Arbeitszeit. Aber Anwesenheit wird halt in vielen Unternehmen mit Arbeit gleich gesetzt. Ich war total überrascht wie schnell sich Unternehmen nun in Corona Zeiten umgestellt haben und ich gehe davon aus, dass viele das genauso schnell wieder zurück drehen werden, wenn „die Bedrohung“ vorbei ist.
    Da bin ich voll bei dir. Ich gehe sogar noch weiter. Wieso kann man nicht irgendwo auf der Welt sein und trotzdem einen Job in einem Unternehmen haben? Sofern der Job das zulässt natürlich. Vielleicht lebt man ja in Zukunft irgendwo in der Natur mit Satellitenanbindung ans Netz und kann trotzdem arbeiten.
    Bei den Messen ist das so eine Sache. Man sieht ja jetzt schon, dass es „die Messe“ online nicht so wirklich gibt. Jeder meint halt das selbst auf der eigenen Plattform am besten darstellen zu können. Die Halbwertszeit im Netz ist in der Regel auch eher kurz. Datenbanken, Scriptsprachen, Foren, Plugins – alles will aktuell gehalten werden und das kostet Geld. Somit geht die Vergangenheit da schnell wieder unter. Das will keiner bezahlen.
    Aber wenigstens ist das Internet kein „Neuland“ mehr, oder doch? 🙂

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