Die Ermordung des Commendatore 2: Eine Metapher wandelt sich

Nun habe ich auch den zweiten Band von Haruki Murakamis Die Ermordung des Commendatore gelesen und kann zumindest ein bisschen meinen Senf dazugeben. Das Bisschen, das ich zum ersten Teil zu sagen hatte, findet ihr hier.

Teil 2 …

Die Handlung des ersten Teils wird nahtlos fortgesetzt. Der namenloser Maler und Ich-Erzähler erklärt sich bereit, ein Porträt der junge Marie Akikawa zu malen. Diese könnte, könnte aber auch nicht, die Tochter von Herrn Menshiki sein, der ihre Anwesenheit im Haus des Malers nutzt, um ihr ganz zufällig zu begegnen.

Der Maler erfährt auch mehr über Tomohiko Amada, in dessen Haus er wohnt, und über seine Zeit in Wien. Das Mädchen Marie vertraut sich ihm an und äußert Bedenken gegenüber Wataru Menshiki, auch wenn sie sie nicht an konkreten Dingen festmachen kann.

Zum Finale, bei dem nicht nur die Idee in Gestalt des Commendatore, sondern auch Metaphern und Erinnerungen eine große Rolle spielen, kommt es, nachdem Marie spurlos verschwindet.

Yay oder nay?

Jetzt, da ich beide Bücher gelesen habe, kann ich mich wohl nicht davor drücken, die Geschichte zu empfehlen oder eben nicht. Das heißt, natürlich könnte ich mich drücken, aber ich will nicht.

Wer Spaß daran hat, kann in Die Ermordung des Commendatore, wie in wohl die meisten Bücher von Haruki Murakami, jede Menge hineininterpretieren. Es lassen sich sicher alle möglichen Ebenen der Bedeutung erkunden, auf denen die Rolle der Kunst, die persönliche Entwicklung, die Auswirkungen zu langer Einsamkeit und noch viel mehr diskutiert werden können. Da gerade bei diesem Autor der japanische kulturelle Hintergrund wohl eine große Rolle bei derartigen Betrachtungen spielt, halte ich mich da eher raus.

Von meinem oberflächlichen westlichen Standpunkt aus gesehen, hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. Die einzelnen Figuren entwickeln sich langsam aber stetig und dieses angenehme Gefühl, von der Geschichte ganz leicht neben unsere Welt entführt zu werden, das ich auch bei anderen Büchern von Murakami so sehr mochte, hat mir auch hier nicht gefehlt.

Beide Bücher waren stellenweise etwas langatmig, aber das gehört wohl einfach zu Murakamis (oder dem japanischen?) Stil. Immerhin erfährt man, was es mit dem gesichtslosen Mann und dem kleinen Plastikpinuguin auf sich hat, die schon ganz am Anfang von Teil 1 auftauchen. Wie es mit diesen beiden weitergeht gehört neben der Frage, welches Buch Shoko Akikawa denn nun gelesen hat, zu den Dingen, die ich gerne noch geklärt hätte. Aber man kann ja nicht alles haben.

Die Ermordung des Commandatore Band 2: Eine Metapher wandelt sich // Haruki Murakami // 2018

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