Auslöschung | Southern Reach-Trilogie 1

Auslöschung oder im Englischen Annihilation von Jeff VanderMeer ist wieder eines der Bücher, die ich auf einer Fansite zum RBTV Buchklub für mich entdeckt habe. Ich habe mir das Buch bzw. die gesamte Southern Reach-Trilogie nur auf Grundlage des Covers zugelegt und hatte absolut keine Ahnung, was mich in diesem Buch erwartet. Jetzt habe ich jedenfalls den ersten Band gelesen und soviel kann ich verraten: Viel mehr Ahnung habe ich immer noch nicht.

Willkommen in Area X

Das Buch ist in Form eines Berichts bzw. eines Expeditionstagebuchs gehalten, wird also komplett aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Erzählerin ist die Biologin der zwölften Expedition in die sogenannte Area X. Was die Area X ist? Gute Frage. Irgendein Gebiet, das durch ein nicht näher beschriebenes Ereignis vor etwas mehr als 30 Jahren derart verändert wurde, dass es sich wohl lohnt, immer mal wieder eine Expedition loszuschicken.

Neben der Biologin gibt es noch die Anthropologin, die Vermesserin und die Psychologin, die auch zugleich die Anführerin der Gruppe ist. Sie hat die anderen Gruppenmitglieder beim Übergang in die Area X hypnotisiert, weil die Grenze zum Gebiet wohl gefährlich ist. Zuständig für die Area X und die dorthin unternommenen Expeditionen ist Southern Reach, eine Regierungsorganisation, auf die nicht weiter eingegangen wird.

Kurz nachdem die Gruppe beim Basislager angekommen ist und sich eingerichtet hat, wird der Turm entdeckt. Ein Bauwerk, das an den Leuchtturm der Region erinnert, nur dass dieser Turm in die Erde hinab führt. Und damit beginnen dann die Probleme.

Wie bitte, was?

Ich habe dieses Buch in der letzten Woche gelesen und, wie schon erwähnt, weiß ich jetzt nicht unbedingt mehr über die Hintergründe von Area X, als vorher. Ich will nichts verraten, aber da geht einiges nicht mit rechten Dingen zu, das dürfte jedem klar sein.

So konfus und unbestimmt das alles ist und so wenig auch geschieht (denn richtig viel passiert in dem Buch wirklich nicht), ist es doch so geschrieben, dass ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Allein das finde ich schon sehr gut. Was mir auch noch sehr gut gefallen hat, gerade weil es eines meiner größten Probleme beim Schreiben ist: Dieses Buch kommt komplett ohne Namen aus. Gut, man hat nur vier Personen, die allesamt mit ihrem Beruf beschrieben werden und zwei weitere, die im Bericht der Biologin erwähnt werden, aber trotzdem fand ich das sehr interessant.

Die Bezeichnung der Figuren anhand ihrer Berufe ist allerdings auch Teil des größten Problems, das Auslöschung meiner Meinung nach hat: Uninteressante Charaktere. Über Erinnerungen, die die Biologin in ihrem Tagebuch festhält, wird versucht, ihr etwas mehr Tiefe zu verleihen, aber wirklich sympatisch wird einem keine der Frauen beim Lesen. Vielleicht kann der Autor keine Frauen schreiben, vielleicht ist aber auch so gedacht.

Da im ersten Buch der Southern Reach-Trilogie praktisch nichts erklärt wird (der Name der Organisation wird nur zweimal genannt) und die beiden folgenden Bücher noch im selben Jahr erschienen sind, kann man Auslöschung wohl als Prolog ansehen, den man vielleicht nicht ganz losgelöst vom Rest der Reihe betrachten sollte.

Jetzt bin ich jedenfalls gespannt auf den zweiten Teil und darauf, wie am Ende mein Urteil über die komplette Trilogie ausfallen wird.

 

Auslöschung // Jeff VanderMeer // Science Fiction // 2014

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