[RPX] Hausgemachte Verzögerungen

Etwas zu beenden kann manchmal ebenso beängstigend sein, wie etwas zu beginnen. Das ist vielleicht einer der Gründe, weshalb ich immer noch nicht mit meinem ersten Entwurf fertig bin.

Herrscht also Stillstand?

Stillstand nicht unbedingt. Ich schreibe weiterhin meine Seite pro Tag, die ich mir als Minimum vorgenommen habe. Allerdings schreibe ich mittlerweile selten mehr. Dafür gibt es, meiner Meinung nach, mehrere Gründe:

1. Ich plane parallel die Überarbeitung, den zweiten Entwurf. Dieser wird sehr viel komprimierter und sich nur auf einen Handlungsstrang konzentrieren. Damit bin ich grob gerechnet vielleicht zur Hälfte fertig. Da ich möglichst nahtlos dazu übergehen möchte, versuche ich, die Arbeit am ersten Entwurf weit genug zu strecken, bis ich mit der Planung durch bin.

2. In den vergangenen Wochen habe ich einiges gelesen und meine bisherige Arbeit in neuem Licht betrachtet. Das Ergebnis: Vom Aufbau her in Ordnung, doch allgemein einfach zu viel. Zu ambitioniert. Deshalb ja auch die Entscheidung, die einzelnen Handlungsstränge lieber zu trennen und nacheinander zu erzählen. Auf jeden Fall habe ich seit dieser Erkenntnis immer auch eine leise Stimme im Hinterkopf, die mich davon zu überzeugen versucht, dass ich ja auch keine Geschichte fertig schreiben muss, die ich in der Form sowieso nicht weiter bearbeiten möchte. Auf der einen Seite mag das stimmen, auf der anderen Seite ist es a) Übung und sollte man b) auch zu Ende bringen, was man anfängt.

3. Ein Aspekt von Grund Nummer 2, der aber wichtig genug für einen eigenen Punkt ist: Ich habe – nicht erst in den letzten Wochen, aber da eben extrem – gemerkt, wie viele Figuren ich in die Geschichte gepackt habe, die absolut nichts zur Story beisteuern oder in manchen Fällen eben nicht zu dieser Story. Mit diesen Figuren zu arbeiten macht dann auch nicht immer Spaß, weshalb zum Teil auch einfach die Lust fehlt, mehr als das absolute Minimum zu schreiben.

Insgesamt sehe ich Punkt 1 sowohl als logischten Grund an, als auch als offensichtlichste Ausflucht. Die beiden Versionen der Geschichte werden so unabhängig voneinander, wie möglich, doch mir geht es dabei darum, die Routine beizubehalten. Ich bin mir, um ehrlich zu sein, nicht ganz sicher, ob ich schon soweit wäre, an irgendetwas anderem zu arbeiten, bis ich mit der Planung für die Überarbeitung fertig bin. Deshalb will ich lieber die als nächstes angehen und verzögere deshalb die Arbeit an Version 1.

Punkt 3 sehe ich als potentiell gefährlich an, das muss ich in Zukunft im Auge behalten.

Problem #1: Namen (wie überraschend)

Was mich also ausbremst ist die Planung für Version 2, die schleppend vorangeht. Darunter fällt zum Beispiel auch die Suche nach Namen für Figuren, Städte, Länder, was mir noch nie leicht fiel und auch die Suche nach einem Titel. Version 2.0 wäre vielleicht im SciFi-Bereich oder für ein Buch über Selbstoptimierung als Titel gerade noch in Ordnung, doch dabei soll es doch nicht bleiben.

Problem #2: Der Plot

Neben den Namen arbeite ich am Plot. Ich habe mir den Handlungsstrang herausgesucht, den ich als erstes erzählen möchte und bin jetzt dabei, die Lücken zu füllen. Hierzu wollte ich mich an der 3-9-27-Methode versuchen. Dazu gibt es einige Blogposts oder Videos im Internet, ich bin jedenfalls durch den YouTube-Kanal Katytastic darauf gestoßen. Im Grunde geht es darum, alles in drei Teile zu teilen. Drei Akte mit jeweils drei Blöcken, die jeweils aus drei Kapiteln bestehen. So kommt man zu drei Akten, neun Blöcken und insgesamt siebenunzwanzig Kapiteln. Zu den einzelnen Blöcken und Kapiteln gibt es dann sogar grobe Angaben, welchen Teil der Geschichte sie erzählen und angewandt auf manche Geschichten passt dieses Schema wirklich gut, habe ich dann festgestellgt.

Ich selbst konnte mich allerdings nicht daran orientieren. Dachte ich zumindest. Ich habe die ersten paar Kapitel geplant und dann auch die letzten vier oder fünf. Dann war Schluss. Alles dazwischen wollte einfach nicht kommen. Also habe ich eine andere Herangehensweise gewählt. Ich wollt die Story als Fließtext aufschreiben und diesen dann in Kapitel unterteilen. Und siehe da: Als ich mit dem ersten Akt fertig war, passte er ganz gut in dieses 3-9-27-Schema. Die Hälfte des zweiten Akts bisher auch.

Also mache ich so weiter und schaue, was dabei herauskommt. Das wird natürlich nur ein grobes Gerüst und beim Schreiben selbst wird sich einiges mit Sicherheit noch verändern. Kapitel werden hinzukommen oder zusammengefügt werden und komme ich am Ende auf 27 wird es sicher zu einem Großteil dem Zufall geschuldet sein.

Das soll jetzt als Update erst einmal reichen. Ich mache mich weiter an die Namenssuche und hoffe auf eine Eingebung für den Titel. Nach so vielen Jahren könnte da ja mal was kommen.

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