New year, new me? Naahh…

Im Verlauf der letzten beiden Wochen habe ich mich mal wieder mit mir selbst befasst. Wie sehe ich mich heute? Wie hat sich dieses Bild von mir in den vergangenen Jahren verändert und wie würde ich es gerne noch weiter verändern?

Diese letzte Frage gemischt mit dem Jahresende führt eigentlich immer zu was? Genau, Vorsätze. Das neue Jahr steht vor der Tür und der erste Januar ist immer ein perfekter Zeitpunkt, sich ambitionierte Änderungen vorzunehmen, um sich am Ende (für gewöhnlich nach etwa 10 bis 14 Tagen) selbst zu enttäuschen.

Nicht mehr rauchen (okay, das habe ich damals wirklich ab einem 01. Januar umgesetzt, aber auch nur, weil dann eben die Zigaretten leer waren), weniger trinken oder regelmäßig ins Fitnessstudio gehen sind sehr beliebte Vorsätze für jedes neue Jahr. Im Grunde geht es darum, sich selbst zu verbessern. Zufriedener, glücklicher mit sich selbst (und seinem Körper) zu sein.

Das ist auch mein Ziel, nicht erst jetzt oder für dieses Jahr, sondern eigentlich immer. Es ist aber auch ein Ziel, das man gerne mal aus den Augen verliert. Zu viele Ablenkungen in unserem Leben machen es uns zu leicht, Zeit und Energie auf Dinge zu verwenden, die uns keinen Mehrwert bieten.

Also doch Vorsätze?

Jein. Ich mag die Formulierung von Neujahrsvorsätzen nicht, hauptsächlich wegen der oben beschriebenen Problematik. Zu oft sind diese Vorsätze eine Idee, deren Ergebnis man zwar begrüßen würde, für die man aber nicht die notwendige Motivation oder Disziplin mitbringt. Auch sind die Dinge, die ich mir für mich selbst für 2020 vorgenommen habe, keine neuen Ideen oder so.

Es geht mir viel mehr darum, Sachen, die ich bereits tue oder tun sollte (und mir schon soooo oft vorgenommen habe), endlich zu einem Teil meines Alltags zu machen. Es sollen Gewohnheiten etabliert werden und kein bestimmtes Ziel erreicht werden. Das ist erst der nächste Schritt, wenn es irgendwann einmal geschafft ist, gar nicht mehr ohne diese Gewohnheiten leben zu können.

1. Eine Stunde lesen (täglich)

Eine Stunde ist nicht viel und besonders in der letzten Zeit habe ich das auch täglich durchgezogen. Am frühen Morgen, bevor es im Büro etwas zu tun gibt, am Abend im Bett oder auch während ich meine Tochter im Tragetuch habe und durch die Wohnung tigere. Vorher gab es jedoch oft am Wochenende oder im Urlaub auch Tage, an denen ich mal nicht gelesen habe. An sich nicht schlimm, aber aus einem Tag wurden auch gerne mal zwei, drei oder fünf. Das will ich in diesem Jahr komplett vermeiden. Sollte kein großes Problem darstellen.

2. Tagebuch führen (täglich)

Eigentlich der Sinn eines Tagebuchs, oder? Meines habe ich immer in meinem Rucksack und führe es bisher meist im Büro. Dadurch ergibt sich aber auch, dass ich es oft nur fünfmal pro Woche führe, manchmal sogar noch seltener. Am Wochenende und im Urlaub wird es – ähnlich wie mein eBook-Reader – nicht so regelmäßig ausgepackt.

Sich abends hinsetzen und vielleicht eine halbe Stunde lang den Tag Revue passieren zu lassen und festzuhalten, was einen beschäftigt, ist an sich eine schöne Vorstellung. Es könnte mir auch helfen, besser einzuschlafen, wenn ich zuvor meine Gedanken auf Papier bannen kann. Wenn es denn klappt.

»Eine halbe Stunde findet man immer«, könnte man jetzt sagen. Das mag sein, doch es gibt Prioritäten und meine Familie ist für mich Priorität Nummer eins. Jetzt im Urlaub schaffe ich es, mir jeden Tag etwas Zeit zu nehmen und mein Tagebuch zu führen, wenn auch nicht unbedingt am Ende des Tages. Wenn ich wieder arbeiten gehe und unsere Tochter immer noch so sehr darauf angewiesen ist, getragen zu werden, wird es wieder schwerer, denn dann will ich die Liebste nach der Arbeit natürlich entlasten, wenn sie die Kleine den ganzen Tag herumgetragen hat.

Aber gut, da kann ich ja wieder im Büro schreiben. Eine wirkliche Änderung muss es also für die Wochenenden und für die Regelmäßigkeit geben. Ich bin gespannt, wie es klappen wird.

3. 20 Minuten Sonne und Frischluft (5x / Woche)

Auch das sollte an sich nicht so schwer sein, doch ich will einfach genauer darauf achten, auch wirklich regelmäßig mal rauszugehen. Spazieren mit Kolleginnen, mit der Kleinen natürlich (meine Mutter geht regelmäßig mit ihr spazieren, sie kriegt also genug frische Luft, falls sich hier jemand empören möchte) oder auch einfach mal alleine eine Runde gehen und Musik hören. Auch hier bin ich zuversichtlich.

4. 15 Minuten Sport (5x / Woche)

Ja, 15 Minuten ist für viele nicht einmal das Warm-Up und ja, zwischen der Planung und diesem Beitrag habe ich die Zeit schon von 30 Minuten gekürzt. Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz einfach: 30 Minuten wären in etwa das zehnfache dessen, was ich in meiner aktuellen Verfassung ohne Schmerzen und totale Erschöpfung schaffen kann.

15 Minuten sind eine kleine Qual, aber auch das absolute Minimum in meinen Augen. Schaffe ich es, diese 15 Minuten fünfmal pro Woche konsequent durchzuziehen, über welchen Zeitraum wird sich zeigen müssen, kann ich immer noch auf 30 Minuten an sechs Tagen oder so hochgehen. Wichtig ist es, zunächst die Gewohnheit zu etablieren.

Und was mache ich in den 15 Minuten? Egal. Irgendetwas, das gut für meinen Körper ist und nicht unter »20 Minuten Sonne und Frischluft« fällt. Dehnübungen, Sit-Ups, Liegestütze, Fahrradfahren … wer weiß, wenn die Kleine nicht mehr ständig getragen werden muss und ich nicht mehrere Stunden am Tag mit dem Zusatzgewicht hin und her gehe, könnte ich vielleicht nochmal versuchen, laufen zu gehen.

Das Ziel hierbei ist nicht der Muskelaufbau oder sowas, sondern die Gewohnheit. Die Disziplin aufbringen, etwas (beinahe) täglich zu tun, ob man nun Lust darauf hat oder nicht. Bis man es irgendwann einfach tut, weil es zum Alltag gehört. An diesem Punkt kann man sich immer noch weitere Ziele setzen. Für den Anfang reichen kleine Schritte.

5. Eine Seite schreiben (5x /Woche)

Stephen King schreibt sechs Seiten am Tag. Das ist absolut krass und für mich absolut unmöglich. Es gab schon Tage, da habe ich sogar zehn Seiten geschrieben, aber es gibt einfach zu oft Tage, Wochen und Monate, in denen ich gar nicht schreibe.

Das will ich in diesem Jahr ändern, sobald die Planung für den nächsten Teil meines Romans endlich abgeschlossen ist. Wieso eine Seite? Die große Hürde besteht darin, sich hinzusetzen, um etwas zu tun. Schreibt man dann eine Seite, schreibt man womöglich noch mehr. Das wäre schön, aber ich habe für die eine Seite noch einen anderen Grund: Nach etwas mehr als einer Seite ist oft die Luft raus. Ich sitze am Schreibtisch, fange an zu tippen und nach etwas mehr als einer Seite war es das dann schon wieder.

Das ist nicht optimal, aber fünf Seiten pro Woche wären immerhin mehr als ich 2019 oder in jedem anderen Jahr davor geschrieben habe. Und wenn ich wirklich regelmäßig diese eine Seite schreibe, schaffe ich es vielleicht sogar, mehr Ausdauer aufzubauen. 2021 liegt der Punkt, an dem mir spontan die Puste ausgeht, wenn ich schreibe, vielleicht bei drei Seiten oder mehr.

6. »Bewusster« bloggen

Das alles hier bleibt weiterhin rein privat und ein Hobby, doch ich möchte gerne, dass die Entwicklung, die ich (hoffentlich) durchmache, sich auch hier widerspiegelt. Ich möchte weniger bloggen, dafür aber strukturierter.

Was Privates betrifft, wird ein Wochenrückblick ausreichen, wenn es nichts gibt, das ich dringend loswerden muss. Die Fortschritte bei meinem Romanprojekt (isolierter) zu teilen, wird mir wohl helfen, mich selbst anzutreiben und meine Beiträge zu den gelesenen Büchern habe ich ja bereits etwas mehr Struktur verpasst.

Bezogen auf diese Vorsätze (ja, gut, jetzt habe ich eben doch diesen Begriff benutzt, ist einfacher so) werde ich wohl monatlich festhalten, wie gut ich damit klarkomme. Was gut läuft, was ich nicht einhalten konnte, welche Änderungen ich vornehmen musste, solche Sachen eben.

Ganz wichtig: Die Zwei-Tage-Regel

Neue Gewohnheiten aufzubauen ist schwierig. Wäre es das nicht, würde man XY in den meisten Fällen schon längst tun. Manche Dinge habe ich mir fünfmal pro Woche vorgenommen. Bleiben also zwei »freie« Tage pro Woche. Diese werden nicht Samstag und Sonntag sein und das aus einem ganz einfachen Grund: Pausen sind wichtig. Pausen zeichnen sich aber dadurch aus, dass man danach auch weitermacht.

Mal einen Tag aussetzen, wenn es wirklich nötig ist oder gar nicht anders geht, ist auch bei täglichen Gewohnheiten in Ordnung, sollte aber die Ausnahme sein. Und eine Pause sollte immer nur ein Tag sein. Dehnt man sie auf zwei aus, werden daraus – besonders am Anfang – gerne mal drei oder fünf Tage. Also: Keine zwei Tage nacheinander aussetzen.

Außerdem im Habit Tracker: Microsoft Rewards

Hier kommt jetzt keine Werbung, wie man vielleicht meinen könnte, aber diese Sache, die ich täglich machen möchte, bringt mir einen Vorteil, der anders geartet ist, als bei den anderen Punkten.

Jeden Tag ein paar Suchen bei Bing!, ein paar Klicks im Rewards-Dashboard und schon gibt es Punkte. Über diese Punkte finanziere ich meine Videospiele, die ich eigentlich nur im Angebot und bei Preisen bis 20 € kaufe. Allein im Dezember habe ich über das Rewards-Programm genug Punkte für 10 € Guthaben gesammelt. Die paar Minuten am Tag möchte ich also weiterhin investieren, um so das Geld, das ich mit meinem Job verdiene für wichtigere Dinge zu sparen.

Das sind also die Gewohnheiten, die ich in diesem Jahr in meinen Alltag einbauen möchte. Zur Nachverfolgung nutze ich eine simple und kostenlose Habit Tracker App auf meinem Handy und, wie erwähnt, monatliche Blogposts.

So, das war jetzt eine ziemliche Wall of Text. Zum Schluss wünsche ich euch allen einen guten Start in das neue Jahr und viel Erfolg mit euren Vorsätzen. Habt ihr überhaupt welche? Und wie verfolgt ihr sie?

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2 Gedanken zu „New year, new me? Naahh…

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