Update [1948]

Nach einer weiteren Woche Auszeit bin ich nun den zweiten Tag wieder im Büro. Gerade rechtzeitig, möchte man meinen. Heute erfahren wir vermutlich, dass es mit unserem Projekt nicht weitergehen wird. Gestern fand diesbezüglich schon ein Treffen statt, bei dem die Anwesenheit meiner Kollegin und mir ausdrücklich nicht erwünscht war. Sehr vielsagend, wenn ihr mich fragt.

Aber gut, es gibt auch noch genug andere Baustellen, um die ich mich kümmern muss. Einiges davon ist nicht wirklich neu, aber meine altbekannten Probleme mit Motivation und Disziplin sind leider immer noch aktuell.

Da ist zum einen mein Rücken. Der Spross hat sich entschieden, am besten im Tragetuch zu schlafen, also habe ich in der vergangenen Woche mein bestes getan, die Liebste diesbezüglich etwas zu entlasten. Die Folge ist ein richtig fieser Punkt am Rücken, an dem die Muskulatur so verhärtet ist, dass die Schmerzen bis ins Bein, einen Arm und den Kopf ziehen. Äußerst unangenehm. Muskulatur entspannen, dehnen und stärken steht also auf dem Programm. In dieser Reihenfolge.

Hier kann ich zumindest darauf zählen, dass die Liebste mich motiviert bzw. mir zur Not in den Arsch tritt, denn immerhin soll ich den Nachwuchs ja auch mal tragen, wenn ich schon den ganzen Tag nicht zuhause bin. An dieser Stelle noch an alle Frauen, besonders die Mütter, aber auch als Erinnerung an Männer / Väter: Hut ab und tiefsten Respekt vor allem, was Frauen in der Schwangerschaft, während der Geburt und auch danach aushalten und leisten. Das soll die Rolle meines Geschlechts nicht mindern, aber es verdient auf jeden Fall Anerkennung und sollte keineswegs als selbstverständlich angesehen werden.

Aber genug der Lobhudelei (ist es ja im Prinzip nicht, aber das Wort schoss mir als erstes durch den Kopf und ich finde es gerade so schön. Lobhudelei), denn es geht ja hier um meine Baustellen. Numero zwei: Meine berufliche Zukunft. Ich rechne damit, heute zu erfahren, dass ich ab Februar arbeitslos sein werde. Meine Planung sieht vor, dann zunächst Elternzeit zu nehmen, also Zeit mit dem Kind zu verbringen und die Liebste so gut es geht zu unterstützen. Gegen Ende 2020 würde ich dann gerne wieder arbeiten. Für mich erscheint das sinnvoller, als einen Job ab Februar zu suchen und direkt in der Probezeit oder Einarbeitung wieder in Elternzeit zu verschwinden. Denn die will ich auf jeden Fall haben. Diese Baustelle ist also noch nicht ganz so akut, doch ich habe jetzt schon Angst davor, mich im nächsten Jahr damit befassen zu müssen. Ich hasse Bewerbungen einfach.

Die nächste Baustelle kennen regelmäßige Leser auch schon zur Genüge, denn ich langweile sie damit seit Jahren: Mein Roman. 35 Kapitel auf knapp 530 Seiten. So der aktuelle Stand. Damit habe ich die geplante Story wohl zu 60-70 % abgedeckt. Und das ist dann der erste Entwurf. Bei meinem Tempo also noch ein paar Jahre von einer Fassung entfernt, die halbwegs reif ist, von anderen gelesen zu werden. Aber ich bin immer noch dran. Aufgeben ist keine Option.

Ich spiele im Kopf auch bereits mit anderen Ideen. Diese sind vor allem kleiner. Drei, vielleicht vier Ideen spuken mir im Kopf herum und wollen irgendwann zu Papier gebracht werden.

Zu guter Letzt ist da noch die eigene Unzufriedenheit. Ich werde es in diesem Jahr wohl nicht schaffen, für jede Kalenderwoche ein Buch zu lesen. Ich bin schnell dabei, Entschuldigungen und Rechtfertigungen dafür zu finden, obwohl ich doch eigentlich genau weiß, dass ich mich vor niemandem entschuldigen oder rechtfertigen muss. Dass ich trotzdem jemand bin, der immer schnell eine Erklärung parat hat, sagt wohl auch einiges über mich aus.

Auch die Aufmachung des Blogs gefällt mir immer noch nicht so ganz. Verstärkt wird der Eindruck immer dann, wenn ich mir die Blogs anderer ansehe. Neid ist eine hässliche Sache. Wobei Neid meinem Verständnis nach bedeutet, dass man sich etwas wünscht, das man anderen nicht gönnt. Und das ist ja nicht der Fall. Aber wieso sollte man sich wegen Anerkennung oder Bewunderung mies fühlen? Da passt der Begriff Neid vielleicht doch besser.

Vielleicht sollte ich einfach mal im Hintergrund mit ein paar Entwürfen oder so herumprobieren. Ich weiß nicht genau, wie ich das am besten anstelle, ohne alles zu zerschießen, das jetzt schon veröffentlicht ist, aber ich werde schon einen Weg finden.

3 Gedanken zu „Update [1948]

  1. „Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.“, sagte Kierkegaard mal und hatte damit vollumfänglich recht, insofern führen Layout-Vergleiche wohl zwangsläufig zu Unzufriedenheit, weil es immer jemanden gibt, der oder die etwas anders und/oder besser macht als ich.

    Ähnliches gilt für Lesevorgaben. Lesen sollte doch in erster Linie Vergnügen sein und nicht dazu dienen, eine Vorgabe, Quote oder Norm zu erfüllen, oder!?

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    1. Eben dieses Zitat hängt bei uns aktuell als Weisheit der Woche oder so im Flur xD

      Stimmt natürlich. Und gerade was die Lesevorgaben anbelangt, habe ich ja auch geschrieben, dass ich sehr wohl weiß, wie schwachsinnig das ist.
      Nicht unbedingt Kierkegaard, aber auch treffend, zitiere ich Moritz Bleibtreu in Lammbock: „Der kleine Ich-bin-nie-zufrieden-Mann wohnt in deinem Kopf.“ Bzw. in meinem.
      Der Tag an dem ich mit mir selbst vollends zufrieden bin oder nicht versuche, mich für irgendwas vor mir selbst zu rechtfertigen, liegt noch in ferner Zukunft, fürchte ich xD

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