Trisomie so ich dir

Nach Stephen King und Clive Barker mal wieder ein wenig Dirk Bernemann. Eine ganz andere Art des Horrors, könnte man wohl sagen.

Trisomie so ich dir erzählt von Roy, Solveig und Ingeborg. Alle drei sind lebensbehindert, möchte ich es mal nennen, doch nur Roy ist auch als solcher, als Behinderter, abgestempelt. Ein Chromosom zu viel und schon ist die Rolle in der Gesellschaft geklärt. Ebenso für die Eltern dieses armen behinderten Kindes, das sich selbst weder als das eine noch als das andere ansieht.

Die Geschichte ist schwierig. Ja, man wird sehr schnell abgestempelt und in ein System der oberflächlichen Fürsorge und des vollkommen unangebrachten Mitleids gepackt, wenn irgendetwas nicht stimmt. Wie bei vielem ist es aber auch Meckern auf hohem Niveau, denn im Vergleich geht es uns in Deutschland wohl noch relativ gut. Was natürlich nicht heißen soll, dass da keine Luft nach oben ist.

Die Gefühlswelt von Roy, die Bernemann schildert, ist jedenfalls eine schöne und nachvollziehbare. Auch Gottes Kommentare, die jedes Kapitel abschließen, sind durchaus überzeugend.

Die Bücher von Dirk Bernemann sind sicher nicht für jeden geeignet und gerade bei diesem Thema werden einige noch mehr die Nase rümpfen, mir allerdings hat das Buch sehr gut gefallen.

3 Gedanken zu „Trisomie so ich dir

  1. Inwiefern es „uns“ in Deutschland im Vergleich gut geht, wenn es Kinder wie Roy in Zukunft vor dem Hintergrund der entsprechenden Bluttests als Kassenleistung vielleicht gar nicht mehr, zumindest aber weniger, gibt, oder auch vor dem Hintergrund der Pläne des Herrn Spahn zum Wegsperren von Beatmungspatienten, lasse ich mal dahingestellt. :-) Aber ja, das klingt dennoch lesenswert – vielleicht sogar deswegen.

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