In einer kleinen Stadt

Wieder ein Buch, für das ich gefühlt Ewigkeiten gebraucht habe. In letzter Zeit habe ich wieder langsamer, wenn nicht sogar weniger, gelesen.

In einer kleinen Stadt war eine der Stephen King Verfilmungen, die ich schon immer mochte, zu der ich aber nie die Vorlage gelesen hatte. In der Kleinstadt Castle Rock – hier spielten unter anderem Stark, Dead Zone und Cujo – eröffnet ein neuer Laden names Needful Things, zugleich der Titel der amerikanischen Originalfassung. Leland Gaunt, der Inhaber, scheint für jeden seiner Kunden genau das zu haben, was sich dieser unbedingt wünscht – ob er sich dessen bewusst ist, oder nicht. Und bei Needful Things wird jeder glücklich. Ein paar Dollar und ein kleiner harmloser Streich, den man einem anderen Einwohner von Castle Rock spielt, sind doch ein geringer Preis für etwas, das einen wirklich glücklich macht, oder?

Nur Alan Pangborn, der Sheriff der Stadt, kommt einfach nicht dazu, den neuen Geschäftsmann zu begrüßen, wie er es sich vorgenommen hat. Er begegnet Mr. Gaunt erst, als dieser sich schon beschlossen hat, seine Zelte abzubrechen und zu verlassen, was von Castle Rock übriggeblieben ist.

Wenn man die Verfilmung gesehen hat – auch wenn man sich nicht mehr so sehr an Details erinnern kann – könnte man meinen, das Buch wäre langweilig, doch ich fand es toll. Ähnlich wie bei Das Casting gefiel mir hier am Anfang besonders, dass dem Leser verschiedene Hinweise auf einem Silbertablett serviert werden, dass mit Mr. Gaunt etwas nicht stimmt, während man miterlebt, wie die guten (und nicht so guten) Menschen von Castle Rock es einfach nicht sehen wollen. Dann folgt eine lange Reihe von Beschreibungen, wie die Leute gegeneinander aufgebracht werden, die größtenteils auch sehr unterhaltsam waren. Das große Finale, das Ende von Needful Things und Castle Rock, ist dann gewohnt brutal und kommt auch mit einigen fantastischen Elementen daher, wenn Leland Gaunts wahre Natur sichtbar wird.

Meine Zeit mit In einer kleinen Stadt war lang, aber unterhaltsam. Und jetzt, da ich das Buch gelesen habe, möchte ich bald nochmal den Film sehen. Unabhängig davon, ob er nah am Buch ist oder nicht, habe ich ihn als guten Film in Erinnerung.

7 Gedanken zu „In einer kleinen Stadt

  1. Ich habe den Film nicht gesehen, muss aber gestehen, dass „In einer kleinen Stadt“ bei mir immer dann Erwähnung findet, wenn ich ein Beispiel für ein wirklich, wirklich, wirklich langweiliges Buch brauche. :-) Um die 1.000 Seiten, auf denen gefühlt so gar nichts passiert. Gut, bis auf das Ende halt. Das Problem habe ich bei King-Büchern aber zugegebenermaßen öfter. Auch „Der Anschlag“ zum Beispiel braucht viel zu viel Zeit, um Fahrt aufzunehmen.

    Gefällt 1 Person

    1. „Der Anschlag“ habe ich noch vor mir, aber ja, die Langatmigkeit wird King oft und gerne vorgeworfen. Ich gehöre wohl zu den Leuten, denen genau dieser Erzählstil gefällt. All die kleinen Details aus den Leben der Einwohner und so. Knapp 900 Seiten für eine Handlung von einer Woche oder so.
      Klar gibt es auch für mich Längen, ein blinder Fanboy bin ich ja nicht, aber bei vielem würde ich wirklich behaupten, kommt es auf den persönlichen Geschmack an.
      Andere Autoren schreiben ähnlich langatmig , aber da gefällt mir der Stil einfach nicht (*hust* Hohlbein *hust*). Mit King bin ich eigentlich sehr zufrieden, was das anbelangt.

      Auf der Reise durch seine Bibliographie steht als nächstes „Das Spiel“ auf dem Plan. Das Buch war für die Liebste der Grund, jahrelang nichts mehr von King zu lesen, weil sie es so langweilig fand, nachdem sie „In einer kleinen Stadt“ auch schon abgebrochen hatte. Darauf bin ich also mal gespannt xD

      Gefällt 1 Person

  2. Man muss ihn halt mögen. Ich fühle mich immer gut abgeholt, wenn ich seine Bücher aufschlage und anfange.
    Allerdings hatte ich bei „Rose Madder“ die ersten 100 Seiten richtig Probleme ins Buch und die Story zu kommen und kann nicht sagen, woran es gelegen hat … 🤷🏼‍♀️

    Gefällt 2 Personen

      1. Das geht mir genauso. Irgendwas ist so ganz anders daran.
        Ich hatte schon mal gedacht, das der King da wohl selbst erheblich Schwierigkeiten hatte es zu Papier zu bringen, denn es erscheint sehr zäh.

        Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s