Diagnose: komischseltsamkrank

Ich fühle mich komisch. Ich sage und schreibe komisch, wenn ich seltsam oder merkwürdig meine. Und ich meine seltsam oder merkwürdig, wenn andere krank sagen würden.

In den vergangenen Tagen trinke ich wieder so viel. Keinen Alkohol, was das anbelangt bin ich seit Jahren trocken. Flüssigkeit eben, Wasser und Cola. Insgesamt allein sechs Liter auf der Arbeit. Nochmal mindestens einer, wenn ich wieder zuhause bin. In unregelmäßigen Abständen habe ich Phasen, in denen ich zu Spitzenzeiten bis zu 15 Liter pro Tag trinke. Ich war deshalb auch schon bei einer Endokrinologin, aber es scheint wohl alles okay zu sein mit mir.

Jedenfalls fühle ich mich komischseltsamkrank. Zu viel Flüssigkeit sorgt dafür, dass das Körpergefühl sich verändert. Dazu bin ich seit gestern unruhig. Hibbelig, zappelig, aufgedreht … einfach, weil ich spüre, dass ich direkt einschlafen könnte, wenn ich zur Ruhe komme. Gestern Nachmittag ist das passiert. Sobald ich zuhause ankomme, entspanne ich mich. Dort fühle ich mich sicher, ruhiger. Unter der Unruhe des Tages warteten schon Erschöpfung und Übelkeit. Die beiden habe ich dann mit auf die Couch genommen und zwischenzeitlich hätte ich heulen können, einfach weil ich mich so fühle, wie ich mich nun mal fühle.

Zu jedem anderen Zeitpunkt würde ich sagen, man muss auch mal an sich denken und sich Zeit nehmen und was weiß ich nicht noch alles, aber ausgerechnet jetzt … ich musste die Liebste schon daran erinnern, dass sie mir doch Hausarbeit übrig lassen soll. Sie mag vielleicht den ganzen Tag zuhause sein, aber ja nicht, weil sie Urlaub hat, sondern um Kräfte zu sparen und zu sammeln, die sie bald sehr sicher brauchen wird. Da musste sie mir dann auch zustimmen. Eigentlich sollte ich für sie da sein, mich um sie kümmern und so. Das tue ich, so ist es nicht, aber trotzdem mag ich es nicht, sie damit zu belasten, falls das das richtige Wort ist.

Und jetzt kotze ich mich hier aus, während Sprachnachrichten reinflattern – die ich eigentlich hasse – weil ein Kumpel jetzt, nachdem er schon einen Teil seines Fußes verloren hat, gerade dabei ist, auch noch sein Augenlicht zu verlieren. Subjektives Empfinden und Indiviualität hin oder her, da schäme ich mich ob meiner Reaktion auf die Qualität meines eigenen Leids.

5 Gedanken zu „Diagnose: komischseltsamkrank

  1. Ich bin kein Mediziner, aber – sofern noch nicht passiert -, könnte man mal einen Diabetes-Test machen und die Nieren checken lassen, Letztere finden diese Flüssigkeitsmengen nämlich, glaube ich, nicht so „komisch“. :-)

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    1. Die Veranlagung ist da, aber ich bin wohl kerngesund. Allerdings glaube ich, dass mein Körper manchmal bei Tests schummelt.
      Immerhin waren auch meine Lungenfunktionstests nach 20 Jahren Asthma und 10 Jahren Rauchen noch hervorragend xD

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  2. Ich hatte nach fast dreißig Jahren filterloser Zigaretten und akuten Asthmabeschwerden beim Arzt Lungenfunktion von 105%, was immer das heißt, schlecht klang es nicht. Also scheint das nicht allzuviel zu sagen.
    An zuviel Wasser kann man allerdings sterben. Mehr als zwei Liter würde ich, ohne die notwendige Menge Salz, nicht trinken.

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  3. Komischseltsamkrank, kenne ich sehr gut. So viel Wasser zu trinken, liegt mir fern. Eine Diagnose kann und will ich nicht abgeben, aber von Herzen gute Besserung wünschen, das mache ich hiermit.
    Könnte mir vorstellen, dass so manches ksk sich verzieht, sobald euer Nachwuchs das Tages- und Nachtgeschehen bestimmt. 🙃
    Kumpel hin, Frau her, wenn es dir nicht gut geht, kannst du beiden nicht beistehen. Also, erhole dich, ganz ohne schlechtes Gewissen!

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