Montagsfrage #40 [1925]

Springen wir direkt rein:

Wie geht Repräsentation (nicht)? (Pride Month Edition)

Ein Thema, zu dem ich definitiv öfter mal schweigen sollte, das gebe ich zu. Wieso? Weil ich eine Anti-Schubladendenken- bzw. Alle Menschen sind gleich-Ansicht vertrete, die vielen nicht passt. Aber egal, darum soll es hier nicht gehen.

Die Antwort auf die Frage der Woche ist für mich recht klar: Natürlich. Wie sonst soll sowas gehen? Wer fragt sich denn, wie man Feuerwehrleute in Geschichten anständig repräsentiert? Niemand. Wenn es brennt, sind sie eben da, Punkt. Die Sexualität oder die Geschlechteridentität von Charakteren muss nicht erklärt werden, wenn es sich in der Geschichte nicht explizit um diesen Teil ihrer Persönlichkeit dreht. Wenn ich nicht über einen traumatisierten Feuerwehrmann schreibe, macht die Figur eben einfach nur ihren Job. Und wenn es nicht um die innere Zerissenheit, einen Identitätskonflikt oder erlebte Ausgrenzung geht, kann die Kassiererin, mit der der Feuerwehrmann im Bett landet von mir aus einen Penis dick wie ein Unterarm haben, who cares.

Heute habe ich Sputnik Sweetheart zu Ende gelesen. Die junge Sumire verliebt sich zum ersten Mal. Und dann ausgerechnet in eine Frau. So wird das sinngemäß im Buch formuliert. Im Hinblick auf zeitlichen und kulturellen Kontext vielleicht ganz okay, aber es stört doch irgendwie beim Lesen, zumal keine der oben genannten Konflikte oder Ähnliches in der Geschichte eine Rolle spielt.

Dann doch lieber die Heransgehensweise der Expanse-Reihe. Der Herr Botschafter und sein Mann treten auf, unterhalten sich mit Avasarala und keinen interessiert’s. Holden hat insgesamt 18 Elternteile. Auch andere Charaktere leben mit einem halben Dutzend Ehepartnern zusammen. Das alles wird einfach erwähnt, nicht erklärt. Und so sollte es meiner Meinung nach auch sein, wenn die Art der Beziehung oder was auch immer nicht das Thema der Geschichte ist.

Wenn man wirklich irgendwann mal erreichen will, dass all das (und hier darf jeder selbst entscheiden, was unter »all das« fällt) irgendwann als »normal« angesehen wird, sollte man vielleicht zuerst einmal damit aufhören, es ständig als etwas besonderes darzustellen.

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