Sag den Wölfen, ich bin zu Hause

Dieser Roman von Carol Rifka Brunt ist mir besonders wegen seines Titels aufgefallen. Dazu kam der recht interessante Klappentext und schon war entschieden, dass ich mal sehen will, wie mir die Geschichte gefällt.

Die Geschichte dreht sich um June, ein junges Mädchen von 14 Jahren, deren Onkel Finn 1987 an AIDS stirbt. Er war ihr Patenonkel, ihr bester Freund und es wird anfangs sehr viel Zeit darauf verwandt, dem Leser klarzumachen, dass ihre Gefühle für ihn besorgniserregend intensiv waren. Der Verlust ist für sie ein kleiner Weltuntergang, womit sie nicht unbedingt auf Verständnis trifft. Ihre Schwester Greta ist älter, schöner, besser, toller (auch das wird von der Erzählerin June immer wieder verdeutlicht) und eher gehässig, während die Mutter der beiden immerhin ihren Bruder verloren hat. Dann taucht Finns Freund auf, Toby. Ein Mensch, von dem June absolut nichts wusste und der Finn so lieben durfte, wie sie es eben nicht durfte. Der »ihren« Finn besser kannte und jetzt auf einmal versucht, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

Die Geschichte an sich war durchaus interessant und wohl auch gut geschrieben, doch mir persönlich war sie zu langatmig. Man denkt sich zwischendurch »Ja, okay, ich hab’s verstanden. Du bist scheiße, keiner mag dich und du warst in deinen Onkel verliebt«. Der Anfang der Geschichte ist gut und so in etwa das letzte Fünftel hat mir auch super gefallen, wirklich. Denn da fand gefühlt die gesamte Entwicklung statt. Dazwischen ging es darum, immer wieder zu betonen, dass eine 14-jährige durchaus dumme Entscheidungen trifft, welch eine Überraschung.

Vielleicht tue ich der Geschichte damit auch Unrecht, das mag sein. Wie man hier ja oft genug lesen kann, mag ich die Bücher von Stephen King und finde die selten zu langatmig, obwohl es dem Autor ja immer wieder vorgeworfen wird. Warum das so ist und wieso ich mit Sag den Wölfen, ich bin zu Hause so meine Probleme habe, liegt meiner Meinung nach wirklich daran, dass da im Mittelteil kaum etwas Relevantes geschieht. Trotzdem bin ich mir nicht zu 100% sicher, ob es wirklich so ist, oder ob es auf mich nur so wirkt, weil die Geschichte eben auch nicht furchtbar originell ist und man sie kürzer erzählen könnte. Deshalb und weil mir der Rahmen an sich wirklich gut gefallen hat, würde ich es trotzdem empfehlen.

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