Captain Marvel

Gestern endlich mal noch Captain Marvel gesehen. In der 4. Woche lief er dann jetzt auch endlich mal in 2D hier in der Gegend, sodass wir nicht bis nach Saarbrücken fahren mussten.

Als jemand, der absolut nichts über die Figur Captain Marvel weiß, bis auf diese Shazam!-Anekdote und etwas mit Mar-Vell, habe ich nicht viel vom Film erwartet. Kindgerechte Action und Scherze und eine Erklärung dafür, dass Nick Fury bis zu seinem Ende gewartet hat, um diesen kosmischen Pager zu benutzen. Die Geschichte, wie er sein Auge verliert hat mich gar nicht interessiert. Und was soll ich sagen? Ich wurde fast nicht enttäuscht.

Der Film folgt der Kree-Kriegerin Vers, die als Teil einer Starforce-Einheit in einen Hinterhalt der Skrulls gelockt wird und schließlich eine heiße Spur zur Erde verfolgt. Wer jetzt denkt »Wie bitte hä?« muss nur so viel wissen (wird in den ersten paar Minuten erklärt, ist also kein wirklicher Spoiler): Kree und Skrulls befinden sich im Krieg und irgendwie stöbern die Skrulls in Vers‘ Erinnerungen rum und stoßen so auf Hinweise auf die Erde. Also wird der Plot hierher verlegt und hier trifft die hitzköpfige Vers dann auf den jungen Agent Fury. Die Suche nach der Wahrheit und der Kampf gegen die Bösewichte ist dabei in Marvel-Manier ganz unterhaltsam ohne zu viel Tiefgang.

Die Einbettung eines 1995 spielenden Films in das schon bestehende MCU gelang anscheinen ganz gut, auch wenn mich einige Kleinigkeiten gestört haben, die zwar nicht gravierend sind, aber eben auffallen. Dass an allen Ecken immer wieder darauf hingewiesen wird, dass man sich in den 90ern befindet, ist vielleicht ganz ulkig, wirkt aber auch sehr aufgesetzt. Insgesamt ist Captain Marvel bestimmt nicht mein Lieblingsfilm des MCU, aber sicher kein schlechter Film. Für mich als Fan von Comicverfilmungen. Wie es sich für Comic-Fans verhält, kann ich nicht beurteilen, und mit den Arthouse-Cineasten will ich gar nicht erst anfangen.

Ein oder zwei Dinge noch, die nicht direkt etwas mit dem Film zu tun haben: Mir geht es tierisch auf den Keks, dass es so wichtig ist, jetzt überall hervorzuheben, dass es endlich mal einen Film mit einer starken Frau in der Hauptrolle gibt. Nicht nur, dass es dasselbe Geschwätz schon bei Wonder Woman gab, es war zudem damals schon falsch. Was heißt hier endlich? Ellen Ripley, Sarah Connor, Lara Croft, Buffy Summers (auch wenn hier die Serie besser war, als der Film), gerne auch Tank Girl, um noch eine Comic-Verfilmung anzubringen … es gibt starke Frauen in Hauptrollen. Nur früher war es eben nicht notwendig, wegen jeder Kleinigkeit ein Fass aufzumachen. Und so wird Captain Marvel für mich einfach nur ein Superheldenfilm bleiben und kein Symbol des modernen Feminismus, ebenso wie Ace Ventura eine Komödie und kein Machwerk des Hasses von alten weißen transphobischen Männern. Aber wenn man sich aufregen will…

Ein Gedanke zu „Captain Marvel

  1. Naja, als jemand der sich ja eher gezwungenermaßen mit Superhelden beschäftigt (man tut halt alles, um mit einem Teenager im Gespräch zu bleiben. Ist immer noch besser als Fußball), fand ich Wonder Woman schon immer als eine Zumutung. So etwas von Männerhirnen entsprungen 🤢!
    Ich tappte tatsächlich in eine Genderfalle, weil ich das Mädel für den Sidekick des noch zu werdenden Captain Marvel hielt. Also fragte ich das mich begleitende männliche Superheldenlexikon, wann denn endlich Captain Marvel erschiene. Ein Blick der mich hätte töten können. „SIE ist Captain Marvel!“ Erwähnte ich schon, dass ich den Film zufällig am Weltfrauentag gesehen habe? Und dass man im Kinositz nicht vor Scham versinken kann?
    Im Hinblick auf die Entwicklung von Frauen in Superheldenfilmen ist die alleinerziehende Pilotin, die ihre Tochter der Babysitterin übergibt, um Captain Marvel bei der Rettung der Welt zu retten!
    Ich fand die Frauenrollen hier viel besser entwickelt. Und zwar weit über Captain Marvel hinaus!

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