NaNoWriMo und das Schreiben der anderen

In diesem November, der ja nun zu Ende geht, habe ich mal wieder mein Schreiben kritisch beäugt. Schreibe ich genug? Regelmäßig genug? Gut genug? Die Antwort lautet »Ja« und so klar mir das ist, so unbefriedigend ist es dennoch manchmal.

Ich habe also versucht, nochmal mehr zu schreiben. Ich habe nach einer gefühlten Ewigkeit nochmal etwas für das Projekt *.txt geschrieben und auch ein wenig an meinem Roman geschrieben. Die Liebste hat mir vom National Novel Writing Month erzählt, aber uns beiden war klar, dass das nichts für mich ist. 50.000 Wörter in einem Monat sind für viele Menschen durchaus machbar, doch zu denen gehöre ich nicht. Anders als Sonja von buchweiser.com. 18 Tage hat sie in diesem Jahr für die 50.000 gebraucht. Tatsächlich bin ich über ihre Seite gestolpert, als ich Blogs aus dem Saarland suchte und nicht, als ich etwas über den NaNoWriMo lesen wollte.

Ihr Beitrag ging trotzdem nicht spurlos an mir vorbei. In die ehrliche Anerkennung mischte sich auch eine Spur Neid, muss ich zugeben. Es gibt wirklich nicht viel, worum ich andere Menschen ernsthaft beneide, aber Disziplin und die Fähigkeit, sich entsprechend lange konzentriert einer selbstgestellten Aufgabe zu widmen, gehört definitiv dazu. Aus jeder negativen Emotion kann man aber auch etwas Positives machen und so habe ich endlich nochmal einen Ansporn gefunden, mir selbst etwas zu beweisen. Nicht, dass ich auch in einem halben Monat so viel schreiben kann. An diesem Punkt bin ich noch lange nicht. Doch ich habe halbwegs diszipliniert und motiviert immerhin etwas über 15.000 Wörter geschrieben. Mehr als 40 Seiten in diesem Monat, das sind immerhin 10% des bisherigen Manuskripts, an dem ich seit 2016 (mit größeren und kleineren Unterbrechungen) sitze.

Nun könnte ich mir natürlich vornehmen, im Dezember Teil drei der Geschichte fertig zu schreiben und im kommenden Jahr die Teile vier, fünf, sechs und den Epilog auszuformulieren. Vielleicht würde ich es sogar schaffen. Um ehrlich zu sein, hoffe ich das sogar. Trotzdem möchte ich einen solchen Anspruch an mich selbst nicht konkret formulieren, weil ich ganz genau weiß, wie empfindlich ich reagieren werde, wenn es nicht gelingt. Stattdessen werde ich weiterhin schreiben soviel ich kann und wann ich es kann. Ich werde mich auch darauf konzentrieren und die Ausschreibungen, die ich mir ebenfalls zu Beginn des Monats rausgesucht habe, auch erstmal ignorieren. Und wenn ich dann nach mehreren Jahren endlich etwas beendet habe, darf ich darauf ebenso stolz sein, wie jemand, der dazu nur Monat oder weniger braucht. Wichtig ist es, den Weg bis zum Ende zu gehen, egal in welchem Tempo. Nur Aufgeben ist keine Option.

Ein Gedanke zu „NaNoWriMo und das Schreiben der anderen

  1. Kein Grund neidisch zu sein! :-) Ich habe ansonsten auch eher wenig Disziplin, mich mit einer längerfristigen Sache dauerhaft zu beschäftigen. Beim NaNo nutze ich einfach die allgemeine Begeisterung der mittlerweile riesigen Onlinecommunity. Das hilft ungemein! Und die Kürze der Zeit, in der ich den NaNo geschafft habe, spricht natürlich auch nicht für besonders gute Qualität des Geschreibenen ;-) Das muss ich in jedem Fall mehrfach überarbeiten und ob ich dafür genug Disziplin habe…
    Viel Spaß weiterhin beim Schreiben und Grüße aus Saarbrücken!
    Sonja

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