Kafka am Strand

Wie ich schon in meinem Beitrag zu Von Männern, die keine Frauen haben erwähnt hatte, war es damals Kafka am Strand, das als erstes Buch von Haruki Murakami mein Interesse weckte. Acht Monate und zehn Murakami-Bücher später habe ich es nun endlich auch mal gelesen.

Wie schon Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt erzählt Kafka am Strand zwei Geschichten, die sich nach und nach miteinander verbinden. Kafka Tamura ist gerade 15 geworden und flieht aus seinem Leben, bis er in einer Bibliothek eine neue Bleibe findet. Nakata hingegen ist schon ein alter Mann, der zwar weder lesen noch schreiben, dafür aber mit Katzen sprechen kann. Unbeschwert lebt er sein einfaches Leben, bis auch er zur Flucht getrieben.

Beide Geschichten erzählen sowohl die Flucht von etwas weg, als auch zu etwas hin und beide Charaktere lernen erst Stück für Stück, was man von ihnen erwartet und was sie von sich selbst erwarten sollen. Wie andere Geschichten hält sich auch diese hier nicht mit Symbolen, Metaphern, whatever zurück, aber es passt einfach. Ich glaube, bei einem deutschen Roman bzw. einem, der in Deutschland spielt, würde es mir viel zu seltsam vorkommen. Das ist eben das Vorrecht japanischer Literatur, würde ich behaupten.

Die Charaktere sind allesamt interessant und vermutlich genau zum richtigen Grad verrückt oder seltsam, doch gefiel insgesamt der Nakata-Teil des Buches, auch wenn immer pro Kapitel zwischen den Handlungen gewechselt wurde, eindeutig besser. Nakata als Charakter war mir sympathischer als Kafka, was wohl auch daran lag, dass er trotz seiner Leere und seines halben Schattens einfach mehr war. Auch die anderen Figuren, denen er begegnet und die ihn unterstützen, allen voran der junge Fernfahrer Hoshino und sogar die Katzen, gefielen mir sehr gut. Oshima ist natürlich auch ein toller Charakter, doch alles in allem wollte ich immer wissen, wie die Geschichte um Nakata weitergeht.

Jetzt sitze ich hier und brauche erst einmal eine Pause. Zum Glück habe ich als nächstes ein paar Kurzgeschichten, die ich lesen kann, das wird dann ›leichte Kost‹.

Ich habe jetzt übrigens mal ein Beitragsbild eingefügt und will das auch für ein paar der nächsten Beiträge beibehalten, um für mich selbst zu sehen, wie es mir gefällt. Es hilft mir einfach, das direkt in der tatsächlichen Blogumgebung vor mir zu sehen. Ein endgültiges Design ist es also noch nicht.

3 Kommentare zu „Kafka am Strand

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