Calibans Krieg

Ich muss zugeben, ich hatte die ganz Zeit über etwas Angst vor der Fortsetzung zu Leviathan erwacht von James S. A. Corey. Der erste Teil der The Expanse-Reihe hat mir wirklich gut gefallen und Fortsetzungen bringen ja nun mal immer das Risiko mit sich, scheiße zu sein. Hier aber vorweg ein kleiner Spoiler: Die Angst war unbegründet.

Die Geschichte von Calibans Krieg ist ebenso gut erzählt wie schon im Vorgänger und auch genauso spannend. Der alte Feind ist immer noch da: Das Protomolekül, das im ersten Teil eine ganze Raumstation ausgelöscht hat und mit Müh und Not auf die Venus verfrachtet werden konnte, ist fleißig und heckt irgendetwas aus. Gleichzeitig gibt es natürlich immer noch Menschen, die der Meinung sind, diese uralte außerirdische Biowaffe kontrollieren zu können. Und genau so kommt alles in Gang.

James Holden und seine Crew sind natürlich wieder mit von der Partie, doch die AAP, die Allianz der äußeren Planeten spielt diesmal keine große Rolle (auch wenn wohl der große Auftritt in Teil drei vorbereitet wird). Stattdessen geht es mehr um Erde und Mars und vor allem um Politik. Ein furchtbar trockenes Thema, das durch die UN-Generalsekretärin Chrisjen Avasarala dennoch extrem spannend und unterhaltsam vermittelt wird, weil es hier eben nicht mehr um oberflächliche Demokratie geht, sondern um reine Machtspielchen und Avasarala ist eine meisterhafte Spielerin. Ihr zur Seite steht ausgerechnet Bobbie, eine marsianische Soldatin, die zwar nicht den ausgeprägten Gerechtigskeitssinn hat, der Charaktere wie Holden oder Miller in Teil eins zu überstürzten Handlungen trieb, doch auch gute alte Rache kann ein gutes Motiv sein. Zu dem ohnehin schon bunt gemischten Haufen kommt dann noch Praxidike Meng, Botaniker und Vater. Seine Tochter wurde verschleppt und allein dieser Umstand hat ihn in eine der größten Tragödien unseres Sonnensystems hineingezogen.

Am Ende hat mir dieses Buch wohl noch mehr Spaß gemacht, als der Vorgänger. Ich mochte Detective Miller, doch die neuen Charaktere gefallen mir doch noch etwas mehr. Die Geschichte ist wieder nicht furchtbar originell, doch sie ist verdammt gut und das ist mir lieber als ein total gescheiterter Versuch, etwas Neues zu wagen. Was ist denn auch schon großartig neu heutzutage?

Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den dritten Teil, aber zuerst wird Die Bibliothek der besonderen Kinder gelesen. Und irgendwann will ich dann wohl auch noch die Serie zu The Expanse sehen. Angeblich soll die ja auch so gut sein. Ich bin gespannt.

 

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