Werk/Tag

5:40 Uhr. Die Weckfunktion meines Handys läutet den neuen Tag ein. Nach den ersten paar Tönen habe ich Marcus Ds »Titania« abgewürgt. Wenn man nicht gerne aufsteht, sollte man keine Songs als Weckton wählen, die man mag, aber das Problem habe ich zum Glück nicht.

Etwa 35 Minuten später steige ich aus der Spritschleuder und gehe langsam über den fast leeren Parkplatz zum Bürogebäude. Die Krähen, die die Bäume auf der anderen Straßenseite bewohnen, sind schon munter und unterhalten sich lautstark. Neun Stunden muss ich nun funktionieren. Arbeit erledigen und nebenher noch genug Zeit haben, etwas zu schreiben. Ein Luxus, auf den es mir irgendwann schwer fallen wird, zu verzichten.

Wieder zuhause dann das selbst auferlegte Fitnessprogramm, bevor es in die Küche geht. Die Liebste zaubert Köstlichkeiten aus den Dingen, die ich klein geschnitten habe, die einzige Aufgabe, die ich beim Kochen gerne übernehme. Das Essen verputzt und das Geschirr gespült, ist der Tag dann beinahe schon gelaufen.

Nach zwei bis drei Stunden, die wir je nach Lust und Wetter für uns gestalten, gehen die Lichter aus. Bis »Titania« wieder erklingt.

Für viele mag Routine lediglich ein anderes Wort für Langeweile sein, ich sehe darin eine Ordnung, etwas worauf ich mich verlassen kann. Vieles in meinem Leben verlief bisher nach außen hin geordnet und war doch nur ein einziges Chaos, und sei es nur in meiner Gefühlswelt. Seit einiger Zeit ist das nun nicht mehr so und ich genieße es. Weil es schön ist, sich darauf verlassen zu können, aber auch weil ich weiß, dass es nicht immer so sein wird.

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Ein Gedanke zu „Werk/Tag

  1. Ich finde auch, dass solch eine Routine etwas wunderschönes sein kann. Wenn die Arbeit Freude bereitet, wenn man schreibt, wenn man den Mensen liebt, mit dem man den abend verbringt… Es ist sehr genügsam doch mir reicht auch genau das schon aus, um glücklich zu sein

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