Motivationsminimalismus

Ich lese Artikel übers Ausmisten. Mal wieder. Selbst etwas zu schreiben oder mich auf unangenehme Präsentationen vorzubereiten wäre ja im Zweifelsfall noch produktiv, bäh.

Was ich lese erinnert mich an all die Dinge, die zuhause darauf warten, ausgemistet zu werden. Fotografieren, verpacken, online stellen, hoffen. Das müsste getan werden. »Nun gut, vielleicht weiß er ja noch nicht, was wirklich weg soll.« Hifi-Anlage, Netbook, eine XBox 360 mit etwa 30 Spielen, Sammlungen von Comics und Sammelkarten und bald wohl auch etwas mehr als 150 Filme, ein paar Serienstaffeln und andere DVDs.

Es wäre also genug da, womit man anfangen könnte. »Ja, aber vielleicht sind es eben doch Dinge, an denen das Herz hängt, und die nicht wirklich weg sollen.« Auch eine Möglichkeit. Besonders mit den Sammelkarten verbinde ich viele Erinnerungen, die ich aber ja nicht verliere, wenn sie weg sind. Auch meine DVD-Sammlung bedeutet mir viel, weil wohl irgendwo in mir ein kleiner Sammler sitzt und sich jedes Mal über das volle Regal freut. Trotzdem will ich den Platz sinnvoller nutzen.

Da sitze ich also und weiß mehr oder weniger genau, was getan werden muss. Punkt. Da endet die Geschichte, weil mich irgendwas immer davon abhält, einfach den nächsten Schritt zu gehen und dafür zu sorgen, dass Dinge, die als ›ausgemistet‹ bezeichnet werden sollen, auch wirklich aus dem Haus kommen.

Das Problem ist allerdings nicht nur aufs Ausmisten bezogen. Ich nehme mir Dinge vor, plane sie, bereite vielleicht sogar schon etwas vor… und Ende. Vor der Ausführung drücke ich mich oft irgendwie – oder schiebe sie so lange vor mir her, bis ich keine andere Wahl mehr habe. Das ist mir bewusst und macht das alles damit irgendwie noch schlimmer für mich, aber ich versuche auch, dem entgegenzuwirken, mal von mir aus, mal durch Anreiz oder mit Unterstützung der Liebsten.

Und am Ende bin ich wohl doch noch nicht am Ende mit der Suche nach dem, der ich sein will.

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2 Kommentare zu „Motivationsminimalismus

  1. Es gibt da ja ne Menge Rezepte, wie man das angehen kann. Kiste packen, auf dem Dachboden, wenn nach 6 Monaten nicht angepackt, ungesehen weg … usw. usw.
    Von mir kenne ich, dass es die richtige Stimmung haben muss, sonst klappt das nicht.
    Vor Monaten habe ich noch gehört: „Wegwerfen (Weggeben) tut nur einmal weh.“ Stimmt schon.

    Gefällt 1 Person

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