Raus mit den Klamotten

Ich bin kein eitler Mensch. Zumindest behaupte ich das von mir. Mein Aussehen hat mich nie sonderlich interessiert. Klar, ich meckere hin und wieder über meinen Bauch und kann mir auch eingestehen wenn mir gefällt, was ich im Spiegel sehe, aber ich lege es nicht darauf an, gut auszusehen (außer am Tag meiner Scheidung, da wollte ich wirklich gut aussehen und habe es meiner Meinung nach auch geschafft).

Aber ich sehe deswegen nicht aus wie der erste Mensch, zumindest meistens nicht. Ich will halbwegs anständig aussehen, das genügt mir. Ich rasiere mich – wenn keine wichtigen Termine anstehen – einmal pro Woche, zum Teil weil ich zu faul bin, zum Teil, weil es mir einfach nicht wichtig ist. Meine Haare lasse ich mir etwa alle zwei Monate schneiden, ist mir sonst zu teuer, um ehrlich zu sein. Nur dann ist der Punkt erreicht, an dem man nicht mehr von einer Frisur sprechen kann. Ein wichtiger Vortrag in zwei Wochen und eine Hochzeit in zwei Monaten helfen mir dann, die nächsten Friseurbesuche zu planen.

Dann sind da noch die Klamotten. Mein Schrank ist voll, aber auch verhältnismäßig klein. Ich gehöre auch zu den Menschen, die Klamotten »für zuhause« haben. Jogginghosen (weiter als zur Mülltonne verlasse ich in so etwas nicht das Haus), alte Sweatjacken und Pullover und natürlich T-Shirts. Gerade sitze ich hier und trage ein Shirt, das locker 10 Jahre alt ist. Der Druck ist verblasst und das Schwarz war auch schon mal schwärzer, aber es passt noch / wieder / whatever. Ein anderes meiner Zuhause-Shirts ist noch älter und am Kragen ziemlich zerfleddert. Solche Shirts wandern beim Ausmisten immer vom Alltags-Stapel auf den Zuhause-Stapel.

Das heißt also, manche der Klamotten, in denen ich regelmäßig das Haus verlasse, zur Arbeit gehe oder sonst was, sind auch schon annähernd so alt. Wenn sie sich gut gehalten haben. Ich laufe also in alten Klamotten rum, das finde ich okay. Nur in Kaputten will ich nicht unbedingt zur Arbeit gehen, das finde ich verständlich.

Alle paar Jahre muss ich also ausmisten. Das bedeutet also: Schrank öffnen und Stapel für Stapel jedes Teil einzeln anziehen. Was passt nicht mehr und kann zur Kleidersammlung? Was ist so hinüber, dass die Mülltonne ruft? Die letzte Solche Aktion brachte mehrere große Säcke für die Kleidersammlung hervor und schrumpfte meinen Kleiderschrank stark zusammen. Nachher steht wieder Ausmisten auf dem Plan, aber viel wird sich wohl nicht ändern. Nachdem ich weiß, was alles weg kann, überlege ich mir, was davon ersetzt werden muss oder was noch fehlt (z. B. nochmal ein Jackett, das mir passt). Mit dieser Liste im Kopf werde ich mich dann irgendwann durch die Stadt quälen müssen. Was muss, das muss.

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