Game over Player One

Ein Film von Steven Spielberg, basierend auf einem Buch von Ernest Cline über eine virtuelle Welt und eine Schnitzeljagd, die sich komplett um die 80er dreht. Wow, Nerdgasm, oder?

Ready Player One hat schon als Buch sehr polarisiert. Die einen (darunter auch ich) fanden die ganzen Anspielungen an die 80er echt cool, um die eigentlich mehr als ausreichend durchgekaute Geschichte zu verpacken. Den anderen war es einfach zu viel, einfach nur eine Aneinanderreihung dessen, was der Autor cool findet, ohne wirkliche Substanz. Auch diese Meinung kann ich verstehen. Ganz so Unrecht haben wohl beide Seiten nicht.

Aber was ist denn nun mit der Verfilmung? Ich war hin- und hergerissen, als ich den ersten Trailer sah. Endlich wieder DEN DeLorean in einem Film sehen, yeah! Tracer aus Overwatch? Naja. Gute Musik? Sowas von! Chucky? Ahja… Sagen wir einfach, ich habe gehofft, dass er nicht scheiße wird. Spoiler: Wurde er nicht. Nicht ganz.

80er? Ja, gibt es. Überall mal ein bisschen eingestreut, aber gefühlt nicht wirklich relevant. Zwischenmenschliches? Die hier sind gut, die hier sind böse. Fight! Klar muss man bei einer Verfilmung manches ändern oder kürzen, das ist jedem klar und wird auch immer wieder erwähnt, aber ich wage zu behaupten, dass man dieses Buch viel besser hätte verfilmen können, hätte man es vorher nochmal gelesen. Ähnlich wie bei Der dunkle Turm und dem verpassten einblenden des ersten Satzes aus Schwarz haben die Filmemacher hier schon gleich zu Beginn Punkte eingebüßt. Im Buch wird beschrieben, dass – aufgrund der Passion des Schöpfers Halliday – bei jedem Login in die virtuelle Welt Oasis die Einblendung „READY PLAYER ONE“ erscheint. Wenn der Hauptcharakter sich nun also zum ersten Mal im Film einloggt, wäre das genau der Moment, um den Titel einzublenden. Oder sehe nur ich das so?

Aber vieles war auch wirklich schön, muss ich sagen. Die ganzen Avatare und kleinen (oder große) Details in der Oasis zum Beispiel. Praktisch der ganze Cast von Street Fighter, die Battletoads, die Turtles, Master Chief, Chocobos, King Kong, der T-Rex aus Jurassic Park… und Parzival sieht aus wie Kai aus Beyblade. Was man davon halten soll, muss jeder selbst entscheiden.

Am Ende bleibt nach über zwei Stunden wieder einmal der Gedanke, dass dieser Film, den man gerade gesehen hat, vielleicht echt ganz gutes Popcornkino gewesen wäre, hätte man nicht irgendwann das Buch gelesen. So vergleicht man – oder zumindest die Liebst und ich – einfach zu viel und findet viele Dinge, die der Film einfach schlechter macht als das Buch. Trotz allem hatte ich Spaß mit dem Film. Nicht so viel, wie ich mir erhofft hatte, aber doch mehr als befürchtet. Von einer Buchverfilmung kann man kaum mehr erwarten, finde ich. Die nächste kommt dann Ende Mai, da bin ich auch schon gespannt.

Werbung

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s