Um des Weinens willen

Wieder mal Chaos in meinem Kopf. Die Art Durcheinander, in dem man einfach alles findet, aber nichts wirklich etwas anfangen kann.

Ich würde gerne Musik hören. Kopfhörer anziehen und aufdrehen. Marcus D, Bop Alloy, irgendwas in diese Richtung. Der Soundtrack von Life is Strange soll so gut sein, vielleicht sollte ich den mal hören. Oder das Spiel spielen, ist immerhin mal wieder im Angebot. Aber ich bin zu geizig, das Mussichhaben-Gefühl nicht stark genug. Etwas in mir freut sich darüber.

Eigentlich sollte ich schreiben. In den vergangenen Tagen habe ich – gemessen an meinem Fortschritt in den letzten Monaten – verhältnismäßig viel geschrieben. Auch das freut mich. Ich weiß auch, wie es weitergehen soll, bin mitten in einer Szene und kann die Checkliste, was alles geschehen muss, praktisch vor mir sehen. Ich schreibe nicht.

Schon seit Stunden habe ich das Gefühl, es sei schon Nachmittag, der Tag schon gelaufen. Der Tag kann weg, würde ich sagen. Aus irgendeinem Grund werde ich heute nicht richtig fit, meine Gedanken ordnen sich nicht und schwanke irgendwo zwischen ›Ich will einfach nur im dunklen Zimmer liegen und schlafen‹ und ›Wieso bloß scheint die Sonne nicht, dann könnten wir draußen sitzen, den Vögeln zuhören und lesen‹. Vielleicht gibt es da auch keinen Unterschied, wer weiß.

Tage wir heute sind etwas besonderes. Auf irgendeine Art und Weise fühlt sich für ein paar Stunden alles anders an, sieht alles anders aus, klingt und schmeckt auch anders. Das ist nicht zwangsläufig etwas Gutes, aber auch nicht zwingend etwas Schlechtes, nur eben besonders. Weil es seltener geworden ist. Ich weiß solche Tage oder Phasen zu schätzen, wünsche mir aber gleichzeitig, sie wären schnell vorüber. Es gibt so viel zu tun, wovon ich mich viel lieber von lebhaftem Kopfkino ablenken lassen würde. Stattdessen schmerzt der Kinosaal und ich fühle mich einfach nur ausgelaugt.

Es geht mir gut, trotz allem. Die Kopfschmerzen halten sich in Grenzen und wenn ich schon nichts an meinem Roman schreibe, habe ich doch hier und in meinem Tagebuch einiges geschrieben. Ich habe auch meine Arbeit erledigt und bin ich ganz zufrieden damit. Dennoch fehlt irgendetwas. Bei dem ganzen Durcheinander in mir drin ist ein Fleck leer geblieben und der erschöpft mich. Im Laufe des Tages wird ein Wind wehen, der mit der Zeit immer mehr Kram auch auf diesen Fleck befördern wird und diese Leere wird verschwinden, das weiß ich, aber in genau diesem Moment würde ich gerne weinen, wenn das die Kopfschmerzen nicht verhindern würden. Um irgendetwas wegzuspülen, nicht unbedingt weil ich traurig bin. Einfach weinen um des Weinens willen.

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